Täter – Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden (Harald Welzer)

Veröffentlicht 21. Mai 2012 von erlesenebuecher

Abgründe, Unwissenheit & Logistik

(25.Juni 2011)

Appetithäppchen: Welzer zeigt auf beunruhigende Weise, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird und wie wenig unseren moralischen Überzeugungen zu trauen ist.

Sie sind ganz normale Männer. Gutmütige Familienväter. Harmlose Durchschnittsbürger. Und doch sind sie imstande, massenhaft Menschen zu töten. Der Sozialpsychologe Harald Welzer zeigt, wie Tötungsbereitschaft erzeugt wird und wie das Töten innerhalb weniger Wochen zu einer Arbeit werden kann, die erledigt wird wie jede andere auch.

Verfasser: Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/ Herdecke.

Meine Meinung: Passend zur Reportage auf VOX „Wenn Soldaten zu Bestien werden“  (25.06.11) habe ich gerade das Buch von Harald Welzer (der auch in der Reportage immer wieder zu Wort kommt) gelesen. Er beschreibt vor allen die Massenhinrichtungen im 3. Reich und wie es kam, dass ganz normale Menschen da plötzlich mitmachten und jeder tausende von Menschen (Männer, Frauen und Kinder) erschoß.

Erschreckend und wirklich ganz ganz furchtbar zu was Menschen fähig sind, sobald sie ihr Gehirn ausschalten und Befehlen gehorchen. Das NS-Regime hat es gut überlegt so gemacht, dass sie Befehle nur peu a peu rausgegeben haben, so brauchten die Soldaten nicht darüber nachdenken, was da auf sie zukommt. Das Töten wurde professionalisiert und eben als Job dargestellt. Es gab kaum bis gar keine Rebellion unter den Soldaten.

Da wurde die beste Erschießungstechnik besprochen, während die Opfer unter den Füßen der Täter auf anderen bereits erschossenen Opfern lagen. Schuldig fühlte sich kaum einer der Soldaten, auch nicht nach dem Krieg. Fadenscheinige Entschuldigen und Ausflüchte wurden gefunden.

Oftmals musste ich das Buch wieder zur Seite legen, da ich vieles kaum ertragen konnte. Vor allem wie die Kinder hingerichtet wurden.

Nun kann man ja sagen, ja das war Krieg und lange her. Aber Welzer geht gegen Ende des Buches auch noch auf Vietnam, Ruanda und Jugoslawien ein und die Berichte sind nicht besser.

Ein empfehlenswertes Sachbuch, das aber keine leichte Kost ist.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag

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