Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (Christiane F.)

Veröffentlicht 21. Mai 2012 von erlesenebuecher

Drogensumpf, verlorene Kindheit & Identitätssuche

(28.Juni 2011)

Appetithäppchen: Mit zwölf kam Christiane F in einem evangelischen Jugenheim zum Haschisch, mit dreizehn in einer Diskothek zum Heroin. Sie wurde süchtig, ging vormittags zur Schule und nachmittags mit ihren ebenfalls heroinabhängigen Freunden auf den Kinderstrich am Bahnhof Zoo, um das Geld für die Droge zu beschaffen.

Ihre Mutter bemerkt fast zwei Jahre lang nichts vom Doppelleben ihrer Tochter. Christiane F. berichtet mit minuziösem Erinnerungsvermögen und rückhaltloser Offenheit über die Schicksale von Kindern, die von der Öffentlichkeit erst als Drogentote zur Kenntnis genommen werden.

Verfasser: Nach Tonbandaufnahmen aufgeschrieben von Kai Hermann und Horst Rieck

Meine Meinung: Ich habe das Buch nun zum zweiten Mal nach bestimmt 17 Jahren mal wieder gelesen und bin erneut geschockt. Sofort fragt man sich, ob das Buch noch aktuell ist und hofft, dass es das nicht ist. Vielleicht ist es heutzutage nicht mehr Heroin, aber ich denke, Alkohol, Koks, Kiffe etc. haben die Rolle übernommen. Natürlich wünscht man sich, dass es heute nicht mehr solche Jugendclubs gibt, in denen gekifft oder so wird und die Betreuer nichts sagen bzw. es abtun. Aber wahrscheinlich sieht es in den Problembezirken der Großstädte noch so aus bzw. kämpfen die Sozialarbeiter auf verlorenem Posten. Das Buch soll natürlich abschrecken und ich hoffe wirklich, dass jeder, der das Buch liest, das auch so empfindet.

Auf jeden Fall konnte ich das Buch fast in einem weglesen und habe immer gehofft, dass mein Kind bitte so was nicht durchmacht. Natürlich muss man festhalten, dass Christiane ja auch echt eine beschissene Kindheit hatte, aber anscheinend rettet einem auch nicht immer eine schöne Kindheit davor.

Super aufregen könnte ich mich natürlich über Narconon. Aber zum Glück wird ja auch in dem Buch deutlich, was das für ein Mist ist. Scientology ist aber ein Thema für sich.

Insgesamt denke ich, dass eben genau solch ein Buch, das aufklärt, der richtige Weg ist, um gegen Drogen etwas zu tun.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag

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