Drop City (T. C. Boyle)

Veröffentlicht 28. Juni 2012 von erlesenebuecher

Hippies, Drogen & Alaska

Appetithäppchen: Eine Hippiekommune, die in den 70er Jahren von Kalifornien nach Alaska zieht. „Drop City“ ist der Roman einer naiven und idealistischen Generation, die das Lebensgefühl von vielen von Grund auf verändert und bis auf den heutigen Tag geprägt hat.

Verfasser: T. Coraghessan Boyle, geboren 1948 in Peekskill, New York, unterrichtet an der University of Southern California. Für sein Roman ‚Worlds End‘ erhielt er 1987 den PEN/Faulkner-Preis. Zuletzt erschien der Roman ‚Die Frauen‘ (2009).

Meine Meinung: Es geht in dem Roman zum einen um eine Hippiegemeinschaft, die in Kalifornien lebt, dort aber nicht mehr willkommen ist. Sie beschließen dann nach Alaska zu ziehen. Zum anderen wird das Leben von Sess Harder, einem einsiedlerischen Waldläufer in Alaska, berichtet, der Pamela heiratet, eine Frau, die aus der Großstadt vor der Kriminalität und dem Konsum fliehen möchte. Ihr Leben ist sehr harmonisch mit der Natur verbunden und eigentlich sehr unaufregend, bis die Hippiekommune plötzlich ihre Nachbarn werden.

Insgesamt fand ich das Buch sehr gut und unterhaltsam. Ich wollte vor allem ein Buch über das Thema Hippies, Aussteiger, Kommune, Flower-Power lesen. All diese Ansprüche wurden erfüllt. Es zeigt ein beeindruckendes, realistisches und schonungsloses Bild dieser Szene.

Vor allem wird einmal mehr deutlich, so frei, sozial und tolerant die Hippies oft dargestellt werden, so inkonsequent in ihrer Haltung und in ihrer Lebensführung sind sie. Des Weiteren hört die Toleranz oft auf, sobald die Mitmenschen nicht genau so denken. Freie Liebe heißt dann oft, jeder muss mit jedem schlafen und wenn man das mal nicht will, ist man gleich verklemmt. So wird im Buch sogar eine Vergewaltigung einer 14jährigen erwähnt. Des Weiteren ist der Drogenkonsum der Gemeinschaft schon enorm. Kein Tag vergeht ohne und da kann es auch schon mal vorkommen, dass selbst kleine Kinder eben LSD-geschwängerten O-Saft trinken. Das oberste Ziel ist relaxen und Arbeit kommt später, so dass z.B. die Klos verstopfen. Es ist insgesamt, wie gesag, ein schonungsloses, realistisches, aber völlig interessantes und faszinierendes Bild dieser Gesellschaft, dass T.C. Boyle zeigt, und in diesen wirklich guten Roman verpackt.

Mir persönlich gefiel die Geschichte um Sess fast noch besser. Ich fand sie einfühlsamer und spannender – vor allem waren mir die Charaktere  Sess und Pamela viel sympathischer.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag

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