Der Wind über den Klippen (Leena Lehtolainen)

Veröffentlicht 8. September 2012 von erlesenebuecher

Segeltörn, Ornithologen & Revolution der Tiere

Appetithäppchen: Kommissarin Maria Kallio ist gerade aus ihrem Mutterschaftsurlaub zurückgekehrt, und als wären die Spannungen im Dezernat und die Doppelbelastung nicht genug, hat sie gleich einen Fall auf dem Tisch, der ihr besonders nahe geht. Auf einer Insel in den Schären ist eine Leiche gefunden worden. Zufälligerweise hatte Maria den erfolgreichen Geschäftsmann kurz vorher bei einem Segeltörn kennen gelernt. Ein Unfall war es nicht, und bald findet Maria heraus, dass sich noch andere Verbrechen an diesen Fall knüpfen..

Verfasserin: Leena Lehtolainen, 1964 geboren, lebt und arbeitet als Kritikerin und Autorin in Helsinki, sie ist eine der renommiertesten Schriftstellerinnen des Landes. 1993 erschien der erste Roman mit der attraktiven Anwältin und Kommissarin Maria Kallio. Deren Abenteuer sind in Finnland auch als Fernsehfilme erfolgreich.

Meine Meinung: Maria ist nach einem Jahr Babypause wieder zurück im Dienst und übernimmt die Leitung als Hauptkommissarin. Ihr Mann Antti bleibt Zuhause bei ihrer Tochter Iida. Maria muss sich wieder voll in die Arbeit stürzen da ihr Dezernat mit einem mysteriösen Mord beschäftigt ist, der auf einer kleinen Insel passierte. Nur einige Familienanghörige und Freunde des Opfers waren anwesend. Dem Opfer gehörte eine Firma die umweltfreundliche Lacke und Farben herstellte. Der Sohn der Familie ist ein radikaler Umweltschützer und denkt nicht daran in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Die Tochter ist mit einem ehemaligen Opernsänger liiert, der an dem Abend vor dem Mord mit ihrem Vater aneinander geriet. Und dann gibt es da noch den Bruder des Opfers, zu dem Maria sich irgendwie hingezogen fühlt.

Der Fall ist spannend und wieder einmal ahnt man nicht den Ausgang. Frau Lehtolainen schafft es immer wieder einen in ihren Bahn zu ziehen – jedoch auf sanfte Art.  Es ist ein typisch skandinavischer Krimi, der großartig die Gewohnheiten und Umgebung der Finnen beschreibt. Die Charaktere sind vielschichtig – bis in die Nebenrollen – gestaltet.

Besonders gut fand ich, dass auch wieder das Geschehen im Dezernat und die Rollen der Polizeikollegen weitererzählt werden. Leider stirbt aber ein besonderer Kollege. Die Einblicke in die Polzeiarbeit sind ebenfalls gut und interessant.

Etwas gestört hat mich zum einen Marias Mutterrolle, die ich ihr nicht abgekauft habe. Klar, sie arbeitet und muss den Kopf frei haben. Aber dafür, dass sie nun ihr erstes Kind hat, das gerade mal ein Jahr alt ist, wird das zu wenig – vor allem emotional – thematisiert. Diesen Zwiespalt zwischen Muttersein und Karriere hätte man viel mehr beleuchten können. Und zum anderen fragt ich mich manchmal wirklich, ob Maria überhaupt zu einer wirklich engen, festen Beziehung fähig ist. Sehr blaß finde ich auch immer wieder die Beziehung zu ihrem Mann Antti. Sie fühlt sich anscheinend ständig zu anderen Männern hingezogen: zu ihrem Chef, zu einem Verdächtigen… Und irgendwas finden die auch immer an ihr toll. Das passt meiner Meinung nach alles nicht so richtig.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Verlag: Rowohlt (2005)

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