Kaltblütig (Truman Capote)

Veröffentlicht 19. September 2012 von erlesenebuecher

Kansas, die Ecke & Tatsachen

Appetithäppchen: Eine wahre Geschichte: In Kansas (USA) wird eine geachtete Familie auf ihrer Farm niedergemetzelt, kaltblütig, ohne ersichtlichen Grund. Die Beute der Killer: 40 Dollar. Die beiden Täter werden bald gefaßt, doch die Hintergründe ihrer schrecklichen Tat bleiben im dunkeln. Der Schriftsteller Truman Capote will das Rätsel der Morde aufklären. Er besucht die Täter im Gefängnis, gewinnt ihr Vertrauen, führt lange Gespräche mit ihnen. So entsteht die Rekonstruktion eines Verbrechens – ein atemberaubender Tatsachenroman, der die Frage untersucht: Warum werden Menschen zu Mördern?

Verfasser: Truman Capote wurde 1924 in New Orleans geboren, begann früh zu schreiben: Erste Gedichte mit 12, Engagement als Glossenschreiber beim „New Yorker“ mit 16, erster Literaturpreis mit 19. Weltberühmt wurde er mit seinen Romanen „Kaltblütig“ und „Frühstück bei Tiffany“. Truman Capote starb 1984 in Los Angeles.

Meine Meinung: Dieses Buch ist ein Klassiker. Es ist der erste Tatsachenroman und Truman Capote hat Literaturgeschichte geschrieben. Das vorneweg…

Das Buch ist packend und erschreckend! Aber auch etwas langatmig, analytisch und nüchtern geschrieben. Irgendwie also ein zweischneidiges Schwert.

Zumal es wirklich schwierig ist, finde ich, ein Buch zu bewerten, welches furchtbare Tatsachen beschreibt. Ich kann ja schlecht sagen, dass z.B. die Sache, wie die Polizei auf die Spur der Mörder kommt, an den Haaren herbeigezogen wirkt, da es ja wirklich so war.

Capote versuchte darzustellen, wie jemand zum Mörder werden kann. Das war auch ein wirklich interessanter Einblick. Man konnte sich in die Situation der beiden Mörder hineinversetzen. Endlich mal ein Buch, das nicht nur schwarz-weiß ist. Die Bösen sind nicht rein böse. Allerdings wirkliches Verstehen kam bei mir nicht auf. Weder kann man in irgendeiner Weise Verständnis mit den Mördern haben noch verstehen, warum sie das gemacht haben. Die Abgründe der Menschheit werden deutlich.

Aber sehr gut finde ich, dass eben auch gezeigt wird, wie damit umgegangen wird bzw. der Umgang damit auch hinterfragt wird. Ist die Todesstrafe angemessen, sind die Gerichtsprozesse fair?

Leider wird es gegen Ende aber eben sehr langatmig, Herr Capote schweift meiner Meinung nach immer wieder ab und erzählt von ganz anderen Gefangenen.

Insgesamt ein spannendes, interessantes Buch mit Längen, das nicht immer leicht und flüssig zu lesen ist.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Verlag: Weltbild (2005) [1966]

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