Geboren 1999 (Charlotte Kerner)

Veröffentlicht 26. September 2012 von erlesenebuecher

Kälte, Anti-Gen & Retortenmensch

Appetithäppchen: Karl Meiberg, geboren 1999, wurde als Baby adoptiert. Siebzehn Jahre später sucht er mit Hilfe der Journalistin Franziska Dehmel seine leiblichen Eltern. Was im Jahr 2016 so harmlos beginnt, wird zu einer Reise in die Welt der Samenspender und Eiliferantinnen, der Retortenbabys und Leihmütter. Am Ende der Suche wartet auf den Jungen und die Journalistin eine unglaubliche Überraschung… Die Geschichte eines gnadenlosen Fortschritts, der auf einen 17-Jährigen keine Rücksicht nimmt. Ein Roman über eine mögliche Zukunft, die bereits begonnen hat.

Verfasserin: Charlotte Kerner, geboren 1950 in Speyer, Studium der Volkswirtschaft und Soziologie, Studienaufenthalte in Kanada und China. Seit 1980 ist sie nur noch schreibend tätig. Sie lebt heute in Lübeck und arbeitet als freie Journalistin und Buchautorin.

Meine Meinung: Das Buch ist 1989 erschienen und hätte ich es damals (oder zumindest in den 90ern) gelesen, hätte es vermutlich die volle Punktzahl bekommen und ich wäre völlig fasziniert gewesen. Nun sind wir ja aber im Jahr 2012 und da relativiert sich einiges.

Es ist eine Zukunftsgeschichte und spielt 2016. Man muss immer im Hinterkopf behalten, von wann das Buch ist, welches Jahr gerade im Buch ist und welches Jahr wir jetzt schreiben. Eine mögliche, erschreckende Zukunft ist dargestellt. Babys werden bestellt, von Leihmüttter ausgetragen oder als gekühlte Embryos adoptiert. Der Fortpflanzung-Technologie sind anscheinend kaum Grenzen gesetzt. Was mit den dann entstandenen Kindern geschieht, wer ihre Fragen nach ihrer Herkunft, ihren Wurzeln beantwortet, interessiert die Forschung nicht.

Dieses Thema ist immer noch hochaktuell und wird ständig diskutiert. Es ist schwierig einen eigenen Standpunkt in dieser Thematik zu finden. Vor allem da heutzutage z.B. die künstliche Befruchtung völlig normal und akzeptiert ist. Die Präimplantationsdiagnostik hingegen stark umstritten ist. Wo sind die Grenzen?

Dieses Buch regt zum Nachdenken an und zeigt wohin die Forschung führen könnte. Es ist wirklich interessant, allerdings wirkte es auf mich gerade zu Beginn eher wie ein Sachbuch. Frau Kerner hat versucht, auf engstem Raum so viele Informationen wie irgend möglich unterzubekommen. Das hat mich gestört. Im Buch wird der Protagonist Karl oft „Kalter Karl“ genannt. Von dieser Kälte ist immer wieder die Rede und leider wirkte das Buch auch auf mich eher kalt/kühl.

Gegen Ende wurde es aber etwas besser. Der Handlungsverlauf erscheint spannender und dichter.

Auf jeden Fall ein Buch, das ich empfehlen kann, wenn man dieses Thema irgendwie spannend findet. Und man muss ja auch mal lobend erwähnen, dass es eine Art Science-Fiction-Roman aus den 80ern von einer deutschen Autorin ist. Das findet man selten.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Verlag: Beltz & Gelberg (1989)

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