Schmerzenskinder (Waris Dirie)

Veröffentlicht 21. Juli 2013 von erlesenebuecher

FGM, unfassbare Folter & schwaches Hadith

Appetithäppchen: Bestsellerautorin und UN-Botschafterin Waris Dirie, die im Alter von fünf Jahren die Qualen der Beschneidung erlebte, war die erste Frau, die öffentlich über diese schlimme Folter sprach. Jetzt erzählt sie ihr Leben weiter, von dem Tag an, als sie ihr Schweigen brach: Sie berichtet von Begegnungen mit Opfern und Tätern, von den mühsamen Recherchen, von Rückschlägen und Erfolgen. Schmerzenskinder ist in vielerlei Hinsicht ein erschütterndes Buch, doch es ist auch ein Buch voller Kraft und Hoffnung für Millionen Frauen in aller Welt.

Verfasserin: Waris Dirie, geboren 1965, verließ im Alter von 14 Jahren ihre Heimat Somalia und schlug sich in London zunächst mit diversen Jobs, u.a. als Reinungskraft bei McDonald’s, durchs Leben, bis sie als Model entdeckt wurde. 1991 zog sie nach New York, wo sie durch Werbeaufnahmen für Levi’s, Revlon und L’Oréal berühmt wurde. Sie war auf zahlreichen Titelseiten namhafter Modezeitschriften abgebildet und spielte auch in mehreren Filmen mit, u.a. als James-Bond-Girl in „Der Hauch des Todes“. Seit 1994 ist sie UN-Sonderbotschafterin gegen Genitalverstümmelung.

[Ullstein Taschenbuch (2006)]

Meine Meinung: Vorweg: In meinen Augen ist das Buch eher ein Sachbuch und ich finde es immer schwierig, diese zu bewerten. Sie bekommen meist weniger Punkte, da sie eben keine mitreißende Handlung haben.

Die Thematik dieses Buches lässt sich kaum mit Worten beschreiben. Es treibt einen die Tränen in die Augen und die Wut in den Bauch. Es ist erschreckend, unverständlich und beängstigend. Darum ist es so wichtig, dass Frau Dirie immer wieder mit ihren Bücher darauf hinweist. Aber auch ansonsten darf nicht geschwiegen werden.

Es geht in diesem Buch nicht um die weibliche Beschneidung. „Beschneidung“ ist das falsche Wort. Dieser Akt ist nicht mit der männlichen Beschneidung zu vergleichen. Es handelt sich um eine Geniatalverstümmelung, also um Folter von meist ganz kleinen Mädchen! Es ist unfassbar.

So schön, faszinierend und fremd die afrikanische Kultur auch ist, ist dies ein Schandfleck. Der Islam wird dafür missbraucht. Da kann man auch nicht als Rassist gelten, nur weil man die Tradition (?) der FGM verurteilt. Ich bin jemand, der religiösen Praktiken immer eher zugewandt ist und Verständnis dafür hat. Hier aber eindeutig gar nicht! Das ist keine religiöse Praxis oder Tradition!

Nun aber konkret zu diesem Buch: Manchmal hat man das Gefühl, das Buch will zu viel und reißt alles mal irgendwie an. So geht es u.a. auch um Schönheits-OPs an den Genitalien. Außerdem wird immer ausführlich dargestellt, wer für welche Organisation arbeitet. Das ist zwar wichtig, stört aber den Lesefluss. Insgesamt springt es innerhalb der Thematik etwas zu sehr (Islam, Designer-Vagina, Prozess,…).

Aber das Buch macht sensibel und ist wichtig!

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

 

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