Das Hotel New Hampshire (John Irving)

Veröffentlicht 13. August 2013 von erlesenebuecher

ABGEBROCHEN!

Appetithäppchen: Eine gefühlvolle Familiengeschichte, in der motorradfahrende und feministische Bären, weiße Vergewaltiger und schwarze Rächer, ein Wiener Hotel voller Huren und Anarchisten, ein Familienhund mit Flatulenz im Endstadium, Arthur Schnitzler, Moby-Dick, der große Gatsby, Gewichtheber, Geschwisterliebe und Freud vorkommen – nicht der Freud, sondern Freud der Bärenführer. In „Das Hotel New Hampshire“ beschreibt ein Kind gebliebener Erwachsener eine Welt voller Angst, Kummer, Gewalt und Tod, in der äußerst skurille und sympathische Menschen versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen.

Verfasser: Die unwahrscheinlichsten, oftmals äußerst skurrilen und makabren Begebenheiten, die gleichzeitig wiederum ins Urkomische übergehen, zeichnen John Irvings Romane aus. Der Ton ist tragikomisch; gesellschaftliche Tabus werden gebrochen. Diese vielfachen Überzeichnungen und Verzerrungen führen zu grotesken Satiren auf die amerikanische Gesellschaft. Ein weiteres Hauptthema sind die Höhen und Tiefen zwischenmenschlicher Beziehungen, die er meistens überdeutlich und krass darstellt.

[Diogenes (1984)]

Meine Meinung: Ach  herrje, ich breche wirklich sooo sooo ungern Bücher ab und quäle mich durch noch so einen dicken Wälzer… ABER es ging nicht anders. Da war mir meine Zeit doch zu kostbar, auch wenn ich bereits so viele Tage in dieses Buch investiert hatte.

Ich habe „Das Hotel New Hampshire“ schon vorher zweimal begonnen und wieder weggelegt. Dieses Mal wollte ich es unbedingt schaffen… Immerhin, bin ich viel weiter als die letzten Male gekommen (bis Seite 384 von 597 Seiten).

Also zurück zu meiner Meinung: Ich finde das Buch wirklich furchtbar!!! Es ist soooo öde und langweilig und langatmig und unlustig und unspannend und doof…

Ich habe keinerlei Zugang gefunden und wenn ich auch nur ansatzweise manchmal dachte, ach es geht ja, wurde einem das sofort wieder zunichte gemacht, da es wieder laaangweilig und öde und doof… wurde.

Mir ist bekannt, dass es eine Satire sein soll und ich kenne etliche Leute (vor allem in meiner eigenen Familie!!!), die das Buch großartig finden. Meine Schwester, der ich von meinem Leseversuch erzählte, meinte gleich, dass es ja an sich ihr Lieblingsbuch sei und sie es schon mehrmals gelesen habe. Hallo??? Sind wir verwandt?

Ich habe ja bereits „Garp und wie er die Welt sah“ von Irving gelesen und fand es in Ordnung. Also auf jeden Fall viel viel besser als dieses hier. Aber würde ich es noch mal lesen? Nein! Mein Bruder ist totaler Irving-Fan und hat, glaube ich, alles gelesen. Hilfe!

Zum Inhalt: Die ganze Geschichte mit dem Bären fand ich ja noch ganz erträglich, wobei man sich die ganze Zeit fragte: Warum? (Aber gut, das habe ich mich eigentlich die ganze Zeit gefragt…) Auch die Charakterisierung der Familienmitglieder hat mir noch einigermaßen gefallen und die Sequenz um das erste Hotel New Hampshire war auch ok (Das Lustigste war der Kummer). Da dachte ich noch, dieses Mal schaffe ich das Buch. Aber ab Wien fand ich es unerträglich. Ganz ganz schrecklich. Einen Lesefluss gab es bei mir gar nicht. Verständnis für die Handlung oder die neuen Charaktere? Fehlanzeige.

Es war eine Erleichterung, das Buch endlich zur Seite zu legen. Werde es deshalb auch aus meinem Bücherregal verbannen müssen. So ein vernichtendes Urteil habe ich wohl noch nie über ein Buch gefallen. Aber es hat mich nun über Jahre geärgert und ich bin nur so froh, dass ich mich endlich endgültig von ihm verabschieden kann. Wie gesagt, es gibt genug Leute, die es lieben.

Bewertung: 0 von 5 Punkten

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