Die Sache mit Christoph (Irina Korschunow)

Veröffentlicht 21. August 2013 von erlesenebuecher

Wien, Schussfahrt & Mathe-Meyer

Appetithäppchen: Nach der Schule waren sie wie immer auf ihren Rädern das steile Straßenstück hinuntergerast. Dann geschah der Unfall. In den Tagen danach denkt Martin über seinen Freund Christoph nach. Hatte er recht, wenn er das Leben als sinnlos empfand in einer Welt, die ihm brutal und gleichgültig erschien, durch nichts zu ändern?

Verfasserin: Irina Korschunow, in Stendal geboren und aufgewachsen, studierte in München und Göttingen. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von München. Sie arbeitet für Fernsehen, Funk und Presse; 1978 wurde ihr erster Fernsehfilm ausgestrahlt. Bekannt geworden ist die Autorin aber vor allem durch ihre erfolgreichen Kinder- und Jugendbücher, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.

[Benziger Verlag (1978)/ Deutscher Taschenbuch Verlag (1980)]

Meine Meinung: Zu diesem Buch kann ich eindeutig sagen: Es ist überraschend gut!

Es handelt sich um ein altes Jugendbuch, ich habe es ohne große Erwartungen gelesen und wurde wirklich überracht. Anders kann ich es nicht sagen. Es ist gut zu lesen, tiefgründig und vor allem zeitlos!

Alte Erinnerung kamen beim Lesen hoch: Ach, wie schwer war und ist die Pubertät doch nur. Und vor allem sehe ich ja nun bei meinem Sohn wie schön und unbeschwert dagegen die (Klein)Kindheit ist. Frau Korschunow hat nur allzu treffend in ihrem Buch beschrieben, dass das Nachdenken so viel kaputt macht. Auch diese Todessehnsucht und Suche nach dem Sinn in der Pubertät wird nachvollziehbar dargestellt. Die Gefühle spielen komplett verrückt und das Herz ist manchmal so schwer!

Aktuell frage ich mich da, was kann man als Eltern machen? Manchmal hat man keine Chance an das Kind ranzukommen. Es fordert Dinge, die die Eltern nicht leisten können. Sie sollen Verständnis und Interesse zeigen, sollen sich aber trotzdem völlig raushalten… was sie machen, ist falsch.

Insgesamt bin ich sehr froh, dass die Zeit vorbei ist. Allerdings kommt man sich manchmal rückblickend fast gefühlsarm vor, da diese riesige Vielfalt an Emotionen fehlt. Zum Glück wurde dies aber durch eine wunderbare Tiefe der Gefühle ersetzt.

Insgesamt ein tolles Buch, in dem eine tiefgründige, interessante Entwicklung des Protagonisten beschrieben wird, die einen in den Bann zieht, da der Leser angesprochen wird. Einziges Manko war für mich die Überlegung: Macht das Buch Mut bzw. gibt es Hoffnung?

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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