Friedhof der Kuscheltiere (Stephen King)

Veröffentlicht 30. November 2013 von erlesenebuecher

Tierfriedhof, Lazarus & Der Acker im Herzen eines Mannes ist steiniger

Appetithäppchen: Das weiße Haus am Rande der Kleinstadt Ludlow im amerikanischen Bundesstaat Maine bietet ein Bild idyllischen Friedens. Dahinter liegt ein uralter indianischer Begräbnisplatz voll umgestürzter Grabmale: Ein Ort, an dem es umgeht, ein Ort absurder, gottloser Versuchungen… Stephen Kings Roman erzählt die Geschichte einer ganz normalen Familie, in deren Leben sich eine geheimnisvolle Macht einschleicht. Der Leser wird in ein Labyrinth voll schrecklicher Geheimnisse geführt, in eine Welt des Makabren und Morbiden – eine Welt, in der es neben der Idylle auch den Alptraum gibt.

Verfasser: Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolgt, Carrie, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

[Heyne Verlag (1988)]

Meine Meinung: Je mehr King-Bücher ich lese, desto mehr ziehe ich meinen Hut vor dem Meister. Also, dass er ein Meister ist, war mir schon lange klar, aber trotzdem wird es mir bei jedem seiner Werke immer mehr bewusst. Man selbst entwickelt sich ja auch weiter und früher war ich wohl noch etwas mehr fasziniert, entsetzt, schockiert… Das ist weniger geworden, aber dafür kriege ich den Mund nicht zu, wenn sich diese Charakterbeschreibungen, -entwicklungen und -beziehungen vor mir entfalten. Das ist der Hammer.

Louis Creed war mir gleich auf den ersten paar Seiten so unsympathisch, dass ich dachte: Na prost Mahlzeit, das wird ja ein Krampf mit dem Buch. Aber King schafft es Louis‘ Seelenleben so detailliert, nachvollziehbar und lebendig darzustellen, dass man sich fast mit dem Protagonisten identifiziert, ihn zumindest mag und am Ende des Buches etwas vermisst, wobei sein Wahnsinn am Ende fast greifbar ist.

Etwas enttäuscht wurde ich, da ich mich wirklich so gefreut habe, endlich mal wieder eines der älteren Bücher von King zu lesen, da ich dachte, jetzt wird es richtig gruselig, na ein richtiger Horrorklassiker… Aber, wie schon gesagt, vielleicht liegt es auch an mir, ich fand es schon spannend, entsetzlich und furchtbar, aber eben nicht so richtig gruselig, so dass man nachts nicht weiterlesen möchte, da man Angst bekommt.

Die Handlung war sehr vorhersehbar, was der Spannung aber keinen Abbruch tat. Ständig ahnte man, was passierte, meinte aber, nein, dass ist zu schrecklich, hat sich aber innerlich doch gewünscht, dass es so passiert. Sehr erfreulich ist auch, dass bei kaum einem King-Buch das Ende schwächelt. So auch hier nicht. Brilliant!

Wirklich entsetzlich und kaum zu ertragen, war für mich mal wieder, dass es um einen kleinen Jungen geht. Als Mutter ist sowas immer schwer zu lesen.

Insgesamt aber ein guter Psychoroman mit einigen schauderhaften Ansätzen.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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