Das Schicksal ist ein mieser Verräter (John Green)

Veröffentlicht 1. Juni 2014 von erlesenebuecher

Ein herrschaftliches Leiden, schwedischer HipHop & Mengen-diagramm

Appetithäppchen: „Krebsbücher sind doof“, sagt Hazel zu Beginn der Geschichte. doch genau das ist dieser Roman nicht. Vielmehr ist er eine intensive Reflexion über die großen Fragen des Lebens und Sterbens, ein verführerischer Liebesroman und eine zu Herzen gehende Komödie. Die 16-jährige Hazel spielt darin die Hauptrolle. Sie weiß, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, weil sie Krebs hat. Aber sie will deshalb nicht bemitleidet werden. Lieber vermeidet sie Freundschaften. Bis sie in einer Selbsthilfegruppe auf Augustus trifft. Gus ist intelligent, witzig, umwerfend schlagfertig und er geht offensiv mit seinem Schicksal um: Selbst in düsteren Momenten bringt er die Gruppe zum Lachen. Trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit – Hazel und Gus verlieben sich ineinander. Sie diskutieren Bücher, hören Musik, gucken Filme und erörtern die Ungerechtigkeit einer Evolution, die Mutationen wie sie zulässt. Als Hazel Gus anvertraut, dass ihr größter Wunsch ist, den Autor ihres absoluten Lieblingsbuches kennenzulernen, macht Gus ihren Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam. Vor ihrem unvermeidlichen Ende wissen sie, dass sich die Liebe unter allen Umständen lohnt, und dass sie das Leben bis zum letzten Tag feiern wollen.

Verfasser: John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt „Eine wie Alaska“ (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es gleich zweifach für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Auch seine Jugendromane „Die erste Liebe – nach 19 vergeblichen Versuchen“ (2008) und „Margos Spuren“ (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit dem Corine, fanden ein großes Echo beim Publikum und in der Presse. Der Autor wird inzwischen mit Philip Roth und John Updike verglichen. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ war in den USA schon vor dem Erscheinen ein Bestseller. Green signierte 150.000 vorbestellte Bücher. Seitdem steht der Titel auf der Bestsellerliste der New York Times. Über eine Million Fans folgen John Green regelmäßig über den Kurznachrichtendienst Twitter oder verfolgen seinen Videoblog. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis.

[Carl Hanser Verlag (2012)]

Meine Meinung: Ich weiß, dass das Buch nach dem Erscheinen in der Welt der Bücherblogs in aller Munde war und eigentlich restlos alle begeistert waren. Gerne warte ich dann immer ein wenig, bis ich dieses Buch dann lese, um nicht allzu voreingenommen zu sein. Aber da ja nun der Film kommt, habe ich es doch schnell gelesen. Und wieder einmal muss ich zugegeben, dass es wirklich ein außergewöhnliches Buch ist, das einen natürlich an empfindlicher Stelle packt. Aber wie soll es auch anders sein, da es intelligent und witzig geschrieben ist und natürlich ein Thema aufgreift, welches kaum ein Auge trocken lässt. Da ist ja fast der Erfolg vorprogammiert.

Aber ich muss sagen, also natürlich ist es traurig, unfair und schrecklich, was da den beiden Liebenden passiert, aber so richtig Rotz und Wasser habe ich nicht geheult. Nun weiß ich nicht, ob ich dem Autor dafür dankbar bin, dass es nicht so völlig in diese Richtung abdriftet oder ob mir irgendetwas gefehlt hat. Es sind auf jeden Fall so viele durchdachte, kluge, tiefsinnige Äußerungen in dem Buch zu finden, die wirklich Spaß machen.

Und einige Charaktere sind ja fast so absurd, das es an Slapstick oder John Irving erinnert. Also gelacht habe ich wirklich, als ich mir bildlich vorstellte, wie Van Houten in Hazels Auto auftaucht. Vielleicht hätte man den noch an anderen Stellen irgendwie einbauen können, wie er z.B. im Hintergrund bei den Crazy Bones rumtorkelt. Oder die Szene in der ein Einbeiniger, ein Mädchen mit Sauerstoffflaschen und ein Blinder (welch Trio) mit Eiern werfen. Diese kuriosen Sequenzen fand ich hervorragend, ebenso wie einige Wortwechsel der drei von Krebs Gekennzeichneten. Aber die Frage ist, ob diese Szenen so in das Gesamtbild der Buches passen. Das war mir manchmal nicht ganz klar.

Zusammenfassend: Es ist ein richtig gutes Buch, welches mich festgehalten hat.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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