Ich. Darf. Nicht. Schlafen (S. J. Watson)

Veröffentlicht 1. Juni 2014 von erlesenebuecher

Konfabulation, Erinnern & Schlaf des Vergessens

Appetithäppchen: “Es ist wie sterben, jeden Tag. Immer und immer wieder.” Als Christine aufwacht, ist sie verstört: Das Schlafzimmer ist fremd, und neben ihr im Bett liegt ein unbekannter älterer Typ. Sie kann sich an nichts erinnern. Schockiert muss sie feststellen, dass sie nicht Anfang zwanzig ist, wie sie denkt – sondern 47, verheiratet und seit einem Unfall vor vielen Jahren in einer Amnesie gefangen. Jede Nacht vergisst sie alles, was gewesen ist. Sie ist völlig angewiesen auf ihren Mann Ben, der sich immer um sie gekümmert hat. Doch dann findet Christine ein Tagebuch. Es ist in ihrer Handschrift geschrieben – und was darin steht, ist mehr als beunruhigend. Was ist wirklich mit ihr passiert? Wem kann sie trauen, wenn sie sich nicht einmal auf sich selbst verlassen kann?

Verfasser: S. J. Watson wurde in den Midlands geboren, lebt in London und hat viele Jahre für den staatlichen britischen Gesundheitsdienst (NHS) gearbeitet. 2008 wurde S. J. Watson in das Studienprogramm Kreatives Schreiben der Faber Academy aufgenommen. „Ich. Darf. Nicht. Schlafen.“ erscheint weltweit in über 30 Sprachen und wird in Hollywood verfilmt.

[Scherz (2011)]

Meine Meinung: Ein aufwühlendes, beängstigendes Buch, welches einen nicht so schnell loslässt. Warnung: Nicht in der Straßenbahn lesen! Ansonsten verpasst man leicht seine Haltestelle.

Christine verliert jede Nacht im Schlaf ihre Erinnerung und wacht auf und weiß nicht mehr, wer sie ist und wo sie ist. Zum Glück stellt sich der fremde Mann neben ihr, aber als ihr treusorgender Ehemann dar, der sie liebt und ihr hilft… Noch mehr hilft ihr aber das Tagebuch, welches sie angefangen hat zu schreiben, jeden Tag liest sie es und lernt sich und ihre Geschichte immer weiter kennen.

Es fängt interessant, aber relativ harmlos an und lange dachte ich, warum steht denn vorne Thriller drauf. Es ist ja eher ein Drama und lässt einen darüber philosophieren, wer man ist und was einen ausmacht. Wie kann man mit jemanden leben, der alles vergisst… Erschreckend, beängstigend.

Gerade der Aufbau des Buches macht aber diese Spannung aus und gegen Ende konnte ich es nicht mehr weglegen und war völlig von dem Plot geflasht und mitgenommen.

Insgesamt ein Buch, das – so einfach es scheint – wirklich rund ist und so viel zu bieten hat. Ich bin begeistert.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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