Fermats letzter Satz (Simon Singh)

Veröffentlicht 10. Juni 2014 von erlesenebuecher

Andrew Wiles, Modulformen & Wolfskehl-Preis

Appetithäppchen: Der Satz des Pythagoras: a²+b²= c², die Formel aller Formeln, die jedem in Erinnerung bleibt, auch wenn er sonst jegliche Schulmathematik vergessen hat, steht im Zentrum des Rätsels, um das es hier geht. Diese Formel gilt für jedes rechtwinklige Dreieck und besitzt eine ganzzahlige Lösung. Das gilt jedoch nicht mehr, sobald die Potenz erhöht wird. In den Notizen des großen französischen Mathematikers Pierre de Fermat, der im 17. Jahrhundert lebte, gibt es einen Hinweis, dass er für dieses Phänomen einen mathematischen Beweis gefunden habe. Seitdem versuchten nun die Mathematiker der nachfolgenden Generationen, diesen Beweis zu führen. Keinem gelang es, manche trieb das Problem sogar in den Selbstmord. Schließlich wurde ein Preis für die Lösung ausgesetzt. Diesen Preis gewann 1995 der geniale Mathematiker Andrew Wiles.

Verfasser: Simon Singh, geboren 1964, studierte Physik und war bis 1997 bei der BBC tätig. Seitdem arbeitet er als freier Wissenschaftsjournalist, Produzent und Autor. Er lebt in London und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den British Academy Award für Film und Fernsehkunst. 1997 erschien das Buch „Fermats letzter Satz“, das zu einem internationalen Bestseller avancierte.

[Deutscher Taschenbuch Verlag (1998)]

Meine Meinung: Hervorragend! Großartig! Einzigartig! Das sind die Wörter, die mir einfallen, wenn ich zum einen dieses Buch beschreiben soll, aber vor allem zum anderen, wenn es darum geht zu berschreiben, um was es in diesem Buch geht. Es wurde wieder einmal bestätigt, wie unglaublich großartig die Welt der Mathematik ist und welch beeindruckende Persönlichkeiten sich damit beschäftigt haben.

Singh stellt die Geschichte des bekanntes Satzes von Pierre de Fermat vor und beschreibt den spannenden Weg seines Beweises. Man wird hineingenommen in die Geschichte vieler bedeutender Mathematiker. Die phantastische Welt der Logik und des Beweisverfahrens wird so aufregend dargestellt. Wie viele Menschen ihr ganzes Schaffen dem letzten Satz von Fermat oder auch anderen mathematischen Fragen gewidmet haben. Es ist teilweise richtig spannend und nervenaufreibend.

Nun bin ich ja einigermaßen in der Materie drin und konnte gut nachvollziehen, wie komplex, riesig und vielschichtig der Beweis ist. Aber ich denke, Herr Singh führt auch den mathematisch eher unbedarften Leser sehr gut an die Materie heran und erläutert, wie viele Personen und kleine Bruchstücke dann am Ende Andrew Wiles geholfen haben, den kompletten Beweis vorzulegen.

Ach, ich könnte noch so viele kleine Details des Buches nennen, die mir so gefallen haben. Hier ein Beispiel, welches vielleicht einige kennen: „Russells Paradoxie wird häufig mit der Geschichte des gründlichen Bibliothekars erläutert. Eines Tages, während er zwischen den Regalen umhergeht, entdeckt der Bibliothekar eine Sammlung von Katalogen. Es gibt verschiedene Kataloge für Romane, Fachbücher, Lyrik und so weiter. Der Bibliothekar stellt fest, dass manche Kataloge sich selbst auflisten, während andere dies nicht tun. Um das System zu vereinfachen, stellt der Bibliothekar zwei weitere Kataloge zusammen, wobei der eine die Kataloge auflistet, die sich selbst auflisten, der andere, und interessantere, die Kataloge, die sich nicht selbst auflisten. Nach getaner Arbeit stößt der Bibliothekar auf ein Problem: Sollte der Katalog, der alle Kataloge auflistet, die sich nicht selbst auflistet, sich selbst auflisten? Wenn ja, darf er per Definition nicht aufgelistet werden. Wenn er allerdings nicht aufgelistet wird, muss er per Definition aufgelistet werden. Der Bibliothekar steht vor einem unlösbaren Dilemma.“ (S. 169f.)

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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