Schief gewickelt (Matthias Sachau)

Veröffentlicht 29. Juni 2014 von erlesenebuecher

Modernes Ballett, Bobby-Car & Scarlett Johansson

Appetithäppchen: Berlin, Prenzlauer Berg: Markus ist hauptberuflich Vater. Während er seinem Sohn Daniel die Windeln wechselt, machte seine Freundin Simone Karriere. Aber auch das Leben als „Superpapa“ hat es in sich: Der kleine Sonnenschein zeigt jedem stolz seine Popel, beleidigt unverfroren einen Tagesschausprecher und lässt auch sonst keine Gelegenheit aus, Markus‘ Puls auf 180 zu jagen. Und was empfindet ein Man wohl, wenn er sich plötzlich am Steuer eines familienfreundlichen japanischen Kompaktvans wiederfindet oder mit dem Kleinen stundenlang Ballett-Aufzeichnungen ansehen muss? Die Abenteuer von Vater und Sohn gipfeln schließlich im ersten Berliner Bobby-Car-Rennen für Väter – und einer der lustigsten Sportreportagen, die es je zu lesen gab.

Verfasser: Matthias Sachau, geboren 1969, lebt seit siebzehn Jahren in Berlin, wo er als Schriftsteller, freier Texter und Journalist arbeitet. Er gilt als erster Erwachsener, der sich auf einem Bobby-Car die Veteranenstraße in Berlin hinuntergestürzt hat. Von ihm gibt es noch weitere Comedy-Romane.

[Ullstein Taschenbuch (2009)]

Meine Meinung: Bücher, die schon als „saumäßig komisch“ angepriesen werden, haben bei mir leider meist keinen guten Start. Ich wusste, dass mich nun seichte Unterhaltungslektüre erwartet, in der es um einen Vater geht, der sich um das Kind kümmert, da die Frau arbeitet. Nun ja, ich dachte, da kommen nun die abgedroschenen Klischees, die dann zwanghaft witzig sein sollen. Aber da es ja leichte Kost ist und einfach wegzulesen und mir das Buch sogar mal empfohlen wurde, sollte es nicht weiter stören.

Und genau so fing es auch an. Ich fand es eher „mäßig begeisternd“ als „saumäßig komisch“. Vor allem die Ach-so-schwierigen-auswegslosen-Situationen, bei denen das Kind das will, aber was anderes soll bzw. es ansonsten so gar gefährlich werden könnte, fand ich echt öde. Wenn es nicht geht, geht es nicht, und da lässt man sich dann auch als guter Vater oder Mutter nicht von dem Kind auf der Nase rumtanzen, sondern nimmt Gebrüll in Kauf. Z.B. gibt es eine Szene, in der der Kleine auf der Straße steht, nicht weiter will und Autos kommen. Sorry, da wird nicht diskutiert oder Rücksicht auf den Willen des Kindes gelegt, da wird sich das Kind geschnappt und auf den Bürgersteig gelaufen, egal, ob es danach schreit. Oder? Fand ich nicht sooo lustig.

Aber das Buch war ja noch nicht am Ende. Und ich musste im Laufe der Geschichte zugeben, es wurde immer besser. Natürlich ist es kurzweilig, aber pointiert und wirklich lustig geschrieben. Es gab immer mehr beschriebene Situationen, die mir immer vertrauter vorkamen. Auch der Protagonist wurde mir von Seite zu Seite sympathischer.

Dann gab es sogar Stellen (vor allem die Indoor-Spielplatz-Sequenz), bei denen ich aus dem Lachen gar nicht rauskam. Und das ist wirklich selten bei mir. Ich würde es vielleicht nicht als „saumäßig komisch“ (wie der Herr von der Lippe) bezeichnen, aber durchaus als „sehr unterhaltsam mit sehr sehr witzigen Momenten“.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: