Die Vermessung der Welt (Daniel Kehlmann)

Veröffentlicht 13. Oktober 2014 von erlesenebuecher

Sextant, Triangulation & der Hund

Appetithäppchen: Mit hintergründigem Humor schildert Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.

Verfasser: Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, lebt in Wien. Sein Werk wurde unter anderem mit dem Candide-Preis, dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Doderer-Preis, dem Kleist-Preis und dem Welt-Literaturpreis ausgezeichnet. „Die Vermessung der Welt“, 2005 bei Rowohlt erschienen, seither in über vierzig Sprachen übersetzt, ist einer der größten Erfolge der deutschen Nachkriegsliteratur.

[Rowohlt Taschenbuch Verlag (2008)]

Meine Meinung: Dieses Buch war ja eine zeitlang in aller Munde und der Bestseller schlechthin. Damals habe ich mich etwas gesträubt, gerade weil es ständig präsent war. Auch der dann kommende Film konnte mich nicht dazu bringen, schnell noch das Buch zu lesen (obwohl Florian David Fitz mitspielt). Aber da ich nun an einem Ort arbeite, für den einer der beiden Protagonisten Namensgeber ist, habe ich mir doch das Buch vor einiger Zeit gekauft und nun endlich gelesen.

Und was soll ich sagen? Es ist natürlich zurecht ein Bestseller und man sollte es wirklich gelesen haben! Es geht um den Naturforscher Alexander von Humboldt und den Mathematiker Carl Friedrich Gauß. Beides waren großartige Männer, die genial von Herrn Kehlmann charakterisiert wurden. Genie und Wahnsinn liegen – wie so oft – dicht beieinander. Beide Männer sind auf ihren Gebieten phänomenal und ihrer Zeit weit voraus. Allerdings sozial und zwischenmenschlich betrachtet eher verkrüppelt. Gauß ist jähzornig, kaltschnäuzig und arrogant, wohingegen Humboldt beziehungsunfähig, steif und empathielos ist.

Die fiktiven Biographien der Beiden laufen teilweise parallel nebeneinander. Allerdings gibt es eine Art Rahmenhandlung über die beiden alten Wissenschaftler, in der sie zusammen einen Kongress besuchen. Rückblickend werden dann ihre großartigen wissenschaftlichen Entdeckungen beschrieben.

Man kann manchmal nur staunen. Zusätzlich bietet das Buch eine unterschwellige Art von Humor, der zugleich absurd, zynisch und melancholisch ist. Bei der Bergbesteigungssequenz von Humboldt habe ich mich köstlich amüsiert. Wirklich hervorragend!

Gerade diese Rückblicke in der Mitte des Buches fand ich äußerst spannend und faszinierend. Jedoch ernüchterte mich etwas die Rahmenhandlung, die dagegen langweiliger und trauriger wirkt. Die Melancholie und Hilflosigkeit des Alterns erdrückte mich teilweise zu sehr.

Der Schreibstil ist sehr gut, fein und schön. Dazu kommt, dass ich wirklich eine wunderschöne Ausgabe des Buches in Händen hatte.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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