Die Leiden des jungen Werther (Johann Wolfgang Goethe)

Veröffentlicht 31. Oktober 2014 von erlesenebuecher

Nussbäume, Kanarienvogel & Lotte

Appetithäppchen: „Es ist interessant zu sehen, mit welchem glücklichen Instinkt alles was dem sentimentalen Charakter Nahrung gibt, im Werther zusammengedrängt ist; schwärmerische unglückliche Liebe, Empfindsamkeit für Natur, Religionsgefühle, philosophischer Kontemplationsgeist, endlich, um nichts zu vergessen, die düstre, gestaltlose, schwermütige Ossianische Welt. Rechnet man dazu,… wie von außen her alles sich vereinigt, den Gequälten in seine Idealwelt zurückzudrängen, so sieht man keine Möglichkeit, wie ein solcher Charakter aus einem solchen Kreise sich hätte retten können.“ (Schiller)

Verfasser: Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; † 22. März 1832 in Weimar), geadelt 1782, gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung. Goethes literarische Produktion umfasst Lyrik, Dramen, erzählende Werke (in Vers und Prosa), autobiografische, kunst- und literaturtheoretische sowie naturwissenschaftliche Schriften. Daneben ist sein umfangreicher Briefwechsel von literarischer Bedeutung. Goethe war Vorbereiter und wichtigster Vertreter des Sturm und Drang. Sein Roman „Die Leiden des jungen Werther“ machte ihn in Europa berühmt. Gemeinsam mit Schiller, Herder und Wieland verkörpert er die Weimarer Klassik. Im Alter wurde er auch im Ausland als Repräsentant des geistigen Deutschlands angesehen.

[Philipp Reclam jun. Stuttgart (2001)]

Meine Meinung: In der Schule habe ich damals „Die neuen Leiden des jungen W.“ von Ulrich Plenzdorf lesen müssen und fand es nicht besonders gut. Trotzdem kam ich damals das erste Mal mit Werther in Berührung und dieser ließ mich nie richtig los, da die Faszination dieser Geschichte für mich schon damals zu spüren war. Also dachte ich, jetzt muss es endlich mal soweit sein und ich werde das Original lesen.

Die Thematik hat auch nichts von ihrer Faszination verloren, allerdings ist es wohl einfach der falsche Zeitpunkt in meinem Leben, dass ich dieses Buch lese. Das hätten wir mal damals statt Plenzdorf in der Schule lesen sollen! Warum ist das Buch denn nicht mehr Schullektüre? Oder nur bei uns nicht? Ich denke, dass ich das Buch mit 19/20 Jahren noch besser bewertet hätte, da mich zu der Zeit die Geschichte viel intensiver angesprochen hätte. Die Gefühlswelt war viel aufgewühlter und man empfand auch alles dramatischer…

Trotzdem lohnt es sich allemal dieses Büchlein zu lesen, da Goethe die deutsche Sprache zum Klingen bringt. Es ist eine Freude – aber auch etwas anstrengend, diese Sprache zu lesen, wobei man immer mal wieder verweilen muss, um alles zu verdauen, zu verstehen, zu verarbeiten. Die Geschichte als Briefroman zu verfassen, dessen Struktur sich am Ende aber auflöst, ist genial.

Jedoch (aus meiner heutigen Sicht heraus) nervte mich Werther mit seiner Gefühlsduselei teilweise ein wenig und die Ossian-Passage empfand ich fast als Zumutung, gerade als man ein wenig drin war, war sie ja schon zuende.

Bewertung: 4 von 5 Punkte

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