Sarahs Schlüssel (Tatiana de Rosnay)

Veröffentlicht 30. November 2014 von erlesenebuecher

Vél d’Hiv, amerikanische Französin & Schrank

Appetithäppchen: Das zehnjährige jüdische Mädchen Sarah wird im Sommer 1942 in Paris von der Polizei deportiert. Nach Tagen der Angst gelingt ihr die Flucht. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als ihren kleinen Bruder zu retten, den sie zu Hause in einem Wandschrank versteckt hat. Sechzig Jahre später begibt sich die Journalistin Julia auf die Suche nach Sarah – ohne zu ahnen, wie sehr diese Suche ihr Leben verändern wird.

Verfasserin: Tatiana de Rosnay wuchs in Paris und Boston auf und verbrachte mehrere Jahre in England. Seit 1984 lebt sie wieder in Paris. Ihr Roman „Sarahs Schlüssel“ eroberte international die Bestsellerlisten.

[Berliner Taschenbuch Verlag (2007)]

Meine Meinung: Momentan beschäftige ich mich gerade wieder ziemlich viel mit dem Nationalsozialismus während des 2. Weltkrieges. Die Bücher darüber lassen mich oft den ganzen Tag nicht los und ich kann das Entsetzen, das Leiden nur schwer wahrhaben und verdauen. Aber – wie schon so oft erwähnt – solche Bücher sind wichtig!

So auch dieses Buch! Es ist wichtig und es lässt einen nicht mehr los. Im ersten Teil des Romans wechselt der Schauplatz und die Zeit andauernd. Es springt zwischen den 1940er und 2000er Jahren in Frankreich. Nur die Straße, die Rue de Saintonge, bleibt gleich.

Die Handlung elektrisiert einen und ist schrecklich, aber auch so spannend. Man kann kaum atmen bei der Vorstellung des Bruders im Schrank. Diese Sequenzen waren für mich fast körperlich spürbar.

Der zweiter Teil ist dann zum Glück oder leider weniger nervenaufreibend, aber trotzdem gut. Und das Ende gefällt mir sehr.

Kleinere Probleme hatte ich teilweise mit der Protagonistin Julia. Sie wirkt zu Beginn auf mich eher schwach und sehr abhängig von ihrem Ehemann. Dann aber gegen Ende ist sie plötzlich autark, allerdings irgendwie nicht wie so eine typisch starke Frau. Sie wirkt auf mich ihrer Ehe gegenüber eher resigniert, schon allein bei der Geschichte mit der Geliebten. Diese Entwicklung war für mich nicht so nachvollziehbar. War sie nun letztendlich nur wegen seiner Familie mit ihm zusammen, da sie diese ja irgendwie immer mehr als ihre empfindet?

Insgesamt ist das ein Buch mit einem brillianten Aufbau, dass gerade thematisch höchst interessant und lehrreich ist. Erinnere dich. Vergiss niemals!

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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