Geheime Tochter (Shilpi Somaya Gowda)

Veröffentlicht 16. Februar 2015 von erlesenebuecher

Beti, geschlechtsspezifische Abtreibung & Morgendämmerung

Appetithäppchen: Kurz bevor der Monsum in Indien beginnt, bringt Kavita ein Mädchen zur Welt. Sie weiß: Ihre Tochter kann nur in einem Waisenhaus überleben.  Auf der anderen Seite der Welt erfahren Somer und Kris, ein kalifornisches Ärztepaar, dass sie keine Kinder bekommen können. Sie beschließen, ein Mädchen aus Indien zu adoptieren. Kann Liebe alle Schwierigkeiten überwinden? Shilpi Somaya Gowda erzählt in ihrem Weltbestseller von einer indischen und einer amerikanischen Familie – und von einer Tochter, die beide für immer miteinander verbindet.

Verfasserin: Shilpi Somaya Gowda, geboren 1970, ist in Toronto als Kind indischer Einwanderer geboren. Die Idee zu diesem Roman kam ihr, als sie nach dem Studium in einem Waisenhaus in Indien arbeitete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Kalifornien.

[Kiepenheuer & Witsch (2012)]

Meine Meinung: Das Buch hat alles, was es braucht, um ein wirklich gelungenes Lesevergnügen zu sein. Es ist voller Gefühl, Fremdheit, Spannung, Hoffnung, Wissen, Klugheit, Indien, Familie, Mutterliebe… Ich fand es großartig!

Indien ist für mich eines der faszinierendsten Länder auf der Welt. Es ist geprägt von Gegensätzen, Zauber, Schönheit und Schrecken. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ein Buch lese, welches dort spielt. Die Story spielt allerdings auch in Amerika, in einer Welt, die einem vertraut ist. Gerade dieser Wechsel der Orte, aber auch der Erzählperspektiven lassen keine Buchseite langweilig werden.

Da jedes Kapitel aus der Sicht eines anderes Protagonisten geschrieben ist, lernt man jeden sehr gut kennen. Das Buch ist vielschichtig und lässt die verschiedensten Emotionen zu. Die Adoptivmutter Sommer beispielsweise ist mir in ihrer Ansicht manchmal so fremd vorgekommen, dass ich dachte, das kann ich alles nicht nachvollziehen. Dann aber wiederum lernt man sie auch von anderen Seiten kennen und eben doch wieder lieben. Ähnlich ist es mit den anderen Charakteren.

Mich persönlich sprach aber nicht nur die indische Kultur, die vielen interessanten Fakten über und Darstellungen von Indien an, sondern auch die Thematik der Mutterliebe. Endlich mal wieder ein Buch über reife Frauen, die nicht naiv sind, ihre Entscheidungen grundlegend hinterfragen und vor allem große Verantwortung besitzen. So gern ich auch Jungendliteratur lese, tut so ein kluges, durchdachtes Buch wirklich mal wieder gut.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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