Besuch auf dem Heidehof (Inge Keilholz)

Veröffentlicht 17. März 2015 von erlesenebuecher

Volkslauf, Heide & Störche

Appetithäppchen: „Das Negerkind kommt mir nichts ins Haus!“ erklärt Frau Evers, als sie von dem neuen Problem der Familie Storch erfährt. Judith, ein achtjähriges, farbiges Waisenkind, ist dem Kinderheim in der Kleinstadt zugewiesen worden. Herr und Frau Storch übernehmen eine Patenschaft für Judith. Sie soll ein häufiger Gast in der Familie der „Störche“ im Heidedorf sein, damit sie ein normales Familienleben kennenlernt. Da Judith sich auch im Dorf und zwischen seinen Bewohnern wohl fühlen soll, müssen hier eine Menge Vorurteile abgebaut werden. Die beiden großen Mädchen, Frauke und Elke, ihre jüngeren Brüder Arnd und Bernd sowie Bernds Freundin Katrin geben sich viel Mühe. Das nächtliche „Unternehmen Birnbaum“ bringt sie einen Schritt weiter. Mehr Erfolg hat Dr. Petersen mit seiner großartigen Idee, einen Volkslauf zu organisieren.

Verfasserin: Geboren am 13. Juli 1929 in Hannover. Abitur. Sekretärin. Hausfrau. Leiterin von Literaturkursen an der Volkshochschule Sonthofen. Lebt in Balderschwang/Allgäu. Bis 1986 Mitglied im Autorenkreis Ruhr-Mark. Die Gesamtauflage ihrer Bücher gibt die Autorin mit 270.000 Exemplaren an.

[Engelbert-Verlag (1979)]

Meine Meinung: Ich habe das Buch irgendwann mal auf einem Flohmarkt gekauft, da ich grunsätzlich Bücher mit so einem Cover ab und an gerne lese. Da taucht man in eine ganz andere Welt und Zeit ab. Nun habe ich mir aber den Klappentext nicht richtig durchgelesen…

Tja, hätte ich es mal gemacht. Leider kommen in dem ganzen Buch nämlich immer wieder die Begriffe „Negerkind“ oder „Ausländerkind“ vor. Nun bin ich nicht empfindlich und – um einmal etwas weiter auszuholen – habe ich damals die Diskussion über das Buch „Pippi in Taka-Tuka-Land“ eher etwas amüsiert verfolgt, da das Buch ja nun wirklich schon einige Jahre auf dem Buckel hat und ich damit aufgewachsen bin, so dass mich diese Begriffe nicht störten. Allerdings konnte ich natürlich die Rassismus-Vorwürfe schon nachvollziehen. Und nun habe ich plötzlich selbst ein Kind, lese ihm meine alte Ausgabe vor und ersetzte natürlich das Wort „Negerkönig“ dabei. Also hat sich meine Sicht  gewandelt und ich bin um einiges sensibler geworden.

Jedenfalls zurück zu diesem Buch: Mich erschreckte vor allem, dass es nicht aus den 50er Jahre oder so kommt, obwohl es so wirkt. Dann hätte ich es auch anders bewertet. Nein, es ist 1979 erschienen. Das finde ich wirklich gruselig. Die Thematik und eben die Ausdrucksweise sind so antiquiert und für mich für das Jahr 1979 ein No-Go.

Der Inhalt des Buches ist jedenfalls leicht zusammengefasst. Wir haben die Rolle des armen, farbigen Waisenkinds, welches von einer netten, ach so toleranten Großfamilie herzlich auf dem Dorf willkommen geheißen wird, aber die bösen bösen Nachbarn stören sich an dem Äußeren des Kindes. Letzendlich können aber doch noch alle überzeugt werden und haben aus ihren Fehlern gelernt. Wir haben uns ja alle so lieb.

Das Positive ist an dem Buch ist aber, dass es sehr kurzweilig ist und das Cover finde ich immer noch nett-skurril.

Bewertung: 1,5 von 5 Punkten

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