Adams Tagebuch (Mark Twain)

Veröffentlicht 25. April 2015 von erlesenebuecher

Sie, Fisch & Angelhaken

Appetithäppchen: „Ich denke gern an den großen und göttlichen Mark Twain. Er ist der bedeutendste Mann, den es in Amerika gibt… Cervantes war ein Verwandter von ihm.“ (Rudyard Kipling) „Mark Twain war der erste echt amerikanische Schriftsteller, und wir alle sind seine Erben, von ihm stammen wir ab.“ (William Faulkner)

Verfasser: Mark Twain, eigentlich Samuel Clemens, wurde 1835 in Florida bei Erscheinen des Halleyschen Kometen geboren und wuchs in Hannibal am Mississippi auf. Nach dem frühen Tod des Vaters arbeitete Twain als Drucker, Lotse auf einem Mississippidampfer, Goldgräber und Reisejournalist. Mit „Tom Sawyers Abenteuer“ veröffentlichte er 1876 einen Gegenentwurf zu den didaktischen Kinderbüchern seiner Zeit. 1884 folgte „Huckleberry Finns Abenteuer“, das Hemingway an den Anfang der modernen amrikanischen Literatur stellte. Seine weltweit erfolgreiche Schriftstellerkarriere wurde von persönlichem Unglück überschattet: sein eigener Verlag, in den er sein ganzes Geld gesteckt hatte, ging bankrott, eine seiner Töchter starb, eine andere wurde wahnsinnig, und schließlich verlor er seine über alles geliebte Frau. Mark Twain selber starb, wie von ihm vorausgesagt, 1910 bei der Wiederkunft des Halleyschen Kometen.

[Diogenes (1996)]

Meine Meinung: In dem kleinen Büchlein sind zwei Geschichten von Twain zu finden: „Adams Tagebuch“ und „Die romantische Geschichte der Eskimomaid“.

In „Adams Tagebuch“ geht es um Adam und Eva im Paradies. Es wird aus Adams Sicht in naiver, kindlicher, männlicher Weise erzählt, wie Eva plötzlich zu ihm kam und er ihr weibliches Gehabe erst nicht leiden konnte. Doch langsam gewöhnt er sich immer mehr an sie und lernt Dinge an ihr zu schätzen. Später kommt Kain und dann noch Abel ins Spiel.

Es ist einigermaßen amüsant geschrieben, vor allem wie Adam erst nicht weiß, was Kain für ein Wesen ist und ihn immer wieder ins Wasser werfen will, da er denkt, dass es ein Fisch ist. Aber insgesamt fand ich es ein wenig lahm und die Stereotypen des Mannes und der Frau zu platt. Allerdings ist die Idee dieses Tagebuchs und der naive Charakter gelungen.

Der zweite Teil „Die romantische Geschichte der Eskimomaid“ war, tja, wie soll man das sagen, irgendwie plätscherte diese Geschichte an einem vorbei. Sie ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Es geht um ein Gespräch des Erzählers mit der Eskimofrau Lasca. Für sie ist Amerika eine fremde Welt und deshalb denkt sie z.B., dass die ihr vertrauten Prinzipien und Werte auch dort gelten. Der Erzähler lässt sie in dem Glauben bzw. unterstützt sie sogar noch darin. Was vielleicht etwas lustig, einfältig wirken soll, erschien mir teilweise eher traurig.

Am Ende erzählt sie von dem Reichtum ihres Vater, immerhin besitzt er 22 Angelhaken, und ihrer unglücklich endenen Liebe. Reichtum bringt eben nicht nur Glück.

Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

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