Unendlichkeit in ihrer Hand (Gioconda Belli)

Veröffentlicht 2. Mai 2015 von erlesenebuecher

Spiegelbild, Phönix & Feigen

Appetithäppchen: Auf einmal ist er da und weiß nicht, woher er kam: Adam beginnt sein Leben als zufriedener Mensch. Eva erst bringt Fragen mit, Neugier und die fatale Sehnsucht nach mehr. Und plötzlich ist alles anders. Wie fühlt es sich an, den Schmerz und die Schönheit der Welt völlig neu zu entdecken – und auch das Begehren zwischen Mann und Frau?

Verfasserin: Gioconda Belli, geboren in Managua/ Nicaragua, beteiligte sich von 1970 bis 1979 am Widerstand der Sandinisten gegen die Diktatur in ihrem Land und bekleidet danach verschiedene Posten in der Revolutionsregierung. Seit ihr 1988 mit „Bewohnte Frau“ der internationale Durchbruch als Schriftstellerin gelang, hat sie mit zahlreichen Romanen, Gedichtbänden und ihrer Autobiographie ein millionenfach gelesenes Werk geschaffen. Gioconda Belli ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt heute teil in Nicaragua, teils in Los Angeles/ USA.

[Droemer Verlag (2009)]

Meine Meinung: Gerade letztens hatte ich „Adams Tagebuch“ gelesen, in dem die Geschichte von Adam und Eva erzählt wird. Mir gefiel dort Evas Rolle nicht besonders. Nun geht es auch in diesem Buch um die Urgeschichte der Bibel, wobei die Autorin auch viele andere Quellen wie z.B. die Bücher von Adam und Eva, das Verlorene Buch Noah oder die Midrasch hinzugezogen hat. Heraus kam eine Mischung aus Roman und Tradition. Jedenfalls war es so, dass mir gerade zu Beginn die Rolle Adams nicht gefiel. Er wirkt eher einfältig, starr und naiv, wohingegen Eva die wissbegierige, neugierige, geistig aktivere ist, was mir als Frau natürlich schmeichelt, aber irgendwie eher fragwürdig ist, das so pauschal einzuteilen.

Sehr interessant fand ich den Ansatz der Autorin: Gott gab uns die Wahl zur Freiheit, aber Adam und Eva sollten sich selbst entscheiden, um die Verantwortung für ihre Freiheit zu übernehmen.

Das erste Viertel des Buches empfand ich als etwas zäh, dann wurde es aber immer besser. Allerdings hatte ich irgendwie immer ein wenig Distanz zur Geschichte, da ich immer die reine Bibelgeschichte vor Augen hatte. Aber es ist trotzdem insgesamt eine nette Geschichte vom Beginn, wie Adam und Eva Schritt für Schritt die Welt, ihre Körper und sich selbst erfahren.

Spannender wird es als die Kinder dazu kommen. Die Legende rund um Luluwa (Zwillingsschwester von Kain) und Aklia (Zwillingsschwester von Abel) war mir völlig unbekannt. Zu Beginn habe ich immer auf Lilith (Adams erste Frau) gewartet, diese tauchte aber nicht auf.

Was mich verwirrte, war die Rolle der Schlange, die eher Ratgeber war und positiv dargestellt wurde, während Elohim (Gott) keine große Rolle mehr spielte. Die Schlange ist eher bei den Menschen und steht ihnen zur Seite, sie erinnerte mich manchmal an Jesus und das passt ja so gar nicht und störte mich.

Worüber ich allerdings noch nie nachgedacht habe: Adam und Eva hätten ja keinen Bauchnabel gehabt…

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: