Küss mich, Kismet (Shelina Janmohamed)

Veröffentlicht 13. Mai 2015 von erlesenebuecher

Heiratsvermittlerin, Mr. Right & Hidschab

Appetithäppchen: “Als ich dreizehn war, spürte ich, dass ich dazu ausersehen war, John Travolta zu heiraten. Eines Tages würde er vor meiner Tür stehen, sich in mich verlieben und mir einen Antrag machen. Und dann würde er zum Islam übertreten.” Jung, klug und religiös – eine aussichtslose Mischung, wenn frau einen Mann fürs Leben sucht? Fast sieht es so aus, denn Shelina hat sich außerdem entschieden, den muslimisch korrekten Weg der arrangierten Ehe zu beschreiten. Zehn Jahre verbringt sie im Dating-Parcours à la muslime, bevor sie endlich den Richtigen trifft…

Verfasserin: Ihr erstes arrangiertes Date hatte Shelina Janmohamed mit 19, ihr letztes mit 29. Dazwischen bewirtete sie zahlreiche Heiratskandidaten im Wohnzimmer ihrer Eltern mit Tee, studierte in Oxford Psychologie und Philosophie und wurde schließlich Journalistin. In ihrer Heimat Großbritannien ist sie besser bekannt als spirit21, ihr Blogname, unter dem sie sich zu Themen rund um Religion und Frauen äußert. Ihr witziger, kluger Bericht über ihre muslimisch korrekte Suche nach einem Ehemann zum Verlieben wurde in England mit dem „Muslim’s Writers Award“ für das beste Sachbuch ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Janmohamed wurde unter die 500 einflussreichsten Muslime 2010 gewählt.

[Bastei Lübbe (2011)]

Meine Meinung: Als ich das Buch kaufte, wusste ich überhaupt nichts über das Buch. Ich habe mir das Cover angesehen, den Klappentext durchgelesen und war mir sicher, dass es wohl ein ganz amüsanter Frauenroman mit einer mal etwas anderen Thematik wird. Leider sind beide Dinge – Cover und Klappentext – irreführend!

Das Buch ist nicht besonders lustig und bestimmt kein typisch seichter Frauenroman. Leider! Es ist ziemlich harte Kost, da es eigentlich eher ein Sachbuch ist. Die Autorin philosophiert bzw. predigt schon fast seitenlang über den Islam und die Liebe. An sich ja nichts Verkehrtes, vor allem da es wirklich interessant ist. Aber eben überhaupt nicht das, was man erwartet.

Ich fand die Einblicke in ihre Welt sehr erhellend und aufschlussreich. Gut gefallen hat mir, dass sie immer wieder betont wie friedlich der Islam eigentlich ist und sie die Rolle der Frau auch nachvollziehbar darstellt – eben nicht unterdrückt und ohne Rechte. Allerdings fehlte mir ein wenig, wie soll ich das schreiben, ja vielleicht die Akzeptanz von ihr, dass der Islam in der Öffentlichkeit nun mal auch ein anderes Bild zeigt. Natürlich ist es richtig, dass sie den Islam anders versteht, da kann ich ihr auch voll folgen. Aber die Geschichte und eben auch die dunklen Seiten gehören auch zu einer Religion, beim Christentum genauso, und die kann man nun mal nicht immer ausblenden.

Insgesamt bin ich aber doch gut durch das Buch gekommen, obwohl sie viel wiederholt und ausgiebig abstrakt erläutert. Es war sehr interessant, aber eben sehr schade, dass das Cover und der Klappentext nicht zum Inhalt passen.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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