Unter dem Herzen (Ildikó von Kürthy)

Veröffentlicht 9. Juni 2015 von erlesenebuecher

Milcheinschuss, Rückbildung & Spanx

Appetithäppchen: Dehnungsstreifen und Dinkelstangen, Nachgeburt und Frühförderung, wettrüstende Supermütter, Milchstau und Karriereknick, Angst, Glück, Zweifel – und überall Pastinakenbrei! „Unter dem Herzen“ ist mein Tagebuch aus einer fremden Welt. Denn mir ist neulich etwas Ungeheuerliches passiert: Ich bin Mutter geworden! Und als Anfängerin auf diesem Gebiet fragt man sich: Muss mein Neugeborenes wirklich eine Fremdsprache lernen? Warum schreit es? Warum schreit es nicht? Ist es erlaubt, sich mit dem eigenen Baby zu langweilen? Was genau ist eigentlich eine gute Mutter, wo ist dieser verdammte Beckenboden, und wie belastbar wirkt man auf Vorgesetzte, wenn man nach Babykotze riecht? Nichts ist mehr so, wie es mal war. Und irgendwann steht eine Kerze auf der Torte. Jemand sagt so etwas Ähnliches wie „Mama“, und du denkst: „Mensch, der meint ja mich!“

Verfasserin: Ildikó von Kürthy ist freie Journalistin und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Hamburg. Ihre Bestseller wurden mehr als sechs Millionen Mal gekauft und in 21 Sprachen übersetzt. Ihr Roman „Mondscheintarif“ wurde fürs Kino verfilmt. „Unter dem Herzen“ ist ihr erstes Sachbuch.

[Rowohlt Verlag (2012)]

Meine Meinung: Dieses Mal hatte ich mir etwas Neues von Frau von Kürthy erhofft und teilweise traf das auch zu. Die Thematik ist nämlich neu, zumindest in ihren Büchern. Sie beschreibt im ersten Drittel des Buches ihre Zeit während der Schwangerschaft mit allen Ängsten, Sorgen und Hoffnungen. Der Rest dreht sich dann um das erste Jahr mit Baby.

Für jede Mutter ein wirklich nettes Buch, bei dem man sich bei vielen Passagen wiedererkennt. Von Kürthy hat einen flüssigen, unterhaltsamen und kurzweiligen Schreibstil, so dass es kaum Längen gibt. Besonders gefallen hat mir, dass es über vielen Kapiteln verschiedene Zitate und Sprüche rund um das Thema „Kind“ gab. Die waren oft schön und erhellend.

Allerdings gibt es auch wieder ein Aber. Es werden wieder einmal alle Klischees auf den Tisch gelegt, die man sich vorstellen kann. Es wird über die Übermutter gelästert, Frauenprobleme nach der Entbindung breit getreten etc. Aber immer so, als ob das noch nie beim Namen genannt wurde und das ist heutzutage nicht so. Es gibt im Internet etliche Blogs von (Neu)Müttern, die genau dasselbe schreiben und eben oft auch gewollt lustig sein wollen. Klar hat von Kürthy mit vielen Dingen Recht und wenn es einen selbst betrifft, ist es auch immer wieder neu, aber an sich kann man sich das Buch schenken und einige Blogbeiträge, welche bei Facebook oder wo auch immer rumschwirren lesen. Und wenn man als schlanke Frau, wie sie auf allen Fotos zu sehen ist, ständig über die eigenen Pfunde rumjammert, nervt es auch irgendwann.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

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