Gespenster essen kein Sauerkraut (Gina Ruck-Pauquèt)

Veröffentlicht 30. September 2015 von erlesenebuecher

Kettenmaus, Luftikus & Bohne Mohnemann

Appetithäppchen: „Es wird immer schlimmer“, flüstert die alte Frau Farn, und dabei hielt sie sich die Hand vor den Mund, damit sie nicht zu laut flüsterte. „Alles ist verhext! Die Hühner legen keine Eier mehr, meine Kuh gibt kaum noch Milch, und bei der Frau Rose sind die Klöße aus dem Kochtopf verschwunden!“ – Das alles ist aber auch gespenstisch, weil im Dorf Blumenhausen niemand weiß, dass Jasmin und ihr Freund Bohne den Hund des Bürgermeisters gerettet und in einer Waldhütte in Sicherheit gebracht haben und dass der Hund inzwischen auch noch vier Junge bekommen hat. So viele Hunde mit Essen zu versorgen, dazu braucht es schon zwei flinke „Gespenster“.

Verfasserin: Gina Ruck-Pauquèt, in Köln geboren, lebt seit vielen Jahren in der Nähe von Bad Tölz in Oberbayern in einem kleinen Haus auf dem Berg. Sie hat viele Kinderbücher geschrieben und auch etliche Preise dafür bekommen. 1977 erhielt sie das Goldene Taschenbuch für eine Million verkaufter „Ravensburger Taschenbücher“.

[Ravensburger Taschenbuch (1965)]

Meine Meinung: Das Buch habe ich mir als Kind selbst gekauft und damals gleich gelesen. Leider konnte ich mich fast gar nicht mehr daran erinnern, so dass ich es jetzt zum zweiten Mal gelesen habe. Und natürlich ist es wieder so, dass es mir als Kind viel besser gefallen hat. Damals fand ich das mit dem Sauerkraut so lustig, heute fallen mir ganz andere Dinge auf.

In dem Buch befinden sich zwei Geschichten: „Gespenster essen kein Sauerkraut“ und „Der Floh im Sauerkraut“. Die erste Geschichte ist schon etwas spannend, da eben keiner weiß, dass Jasmin und Bohne die Hunde beherbergen und für diese Essen besorgen müssen. Das kleine Dorf Blumenhausen steht vor einem Rätsel.

Allerdings ist die zweite Geschichte viel interessanter. Da taucht plötzlich ein Fremder in dem Dorf auf, der Seiltänzer ist. Den wollen die Dorfbewohner los werden, da ein Seiltänzer ja zu nichts nütze ist. Die Kinder allerdings verstehen ihn sofort, er will den Menschen Freude machen und hat das Herz eines Vogels. Er hört seine Melodie und kann auf den Zehenspitzen laufen. Die Freuden der Natur und der Welt werden in ihm vereinigt, aber das erkennen die Dorfbewohner und allen voran der Bürgermeister nicht. Ihnen ist die Arbeit und das geregelte Leben wichtiger. Am Ende wird aber allen der Nutzen eines Seiltänzers bewusst. Eine schöne Geschichte, die immer wieder aktuell ist.

Gina Ruck-Pauquèt hat mich durch meine Kindheit mit vielen Büchern begleitet. Ich mochte sie immer gern. Aber aus der heutigen Sicht merkt man schon, dass die heutigen Kinderbücher anders, moderner, nicht immer besser, aber aufregender und lebendiger vielleicht erzählt sind. Ihr Schreibstil wirkt etwas hölzern, nüchtern und eben altmodisch.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

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