Eine Weihnachtsgeschichte (Charles Dickens)

Veröffentlicht 15. Dezember 2015 von erlesenebuecher

Geister, Wandlung & Klein Tim

Appetithäppchen: Ein unverbesserlicher Geizhals ist der alte Scrooge. Auch Weihnachten ist für ihn nicht als ein Ärgernis. Da erscheint ihm am Heiligen Abend sein verstorbener Kompagnon Marley, der früher selbst ein eiskalter Geschäftsmann war und es nun bitter bereut. In dieser Nacht wird Scrooge von den Geistern der Weihnacht heimgesucht, die ihm erschreckend deutlich zeigen, was er bisher aus seinem Leben gemacht hat.

Verfasser: Charles Dickens wurde 1812 in der Nähe von Portsmouth in Großbritannien geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und war gezwungen, bereits als Kind durch Fabrikarbeit zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Diese frühe Erfahrung prägte seine sozialkritischen Romane wie z.B. „Oliver Twist“. Nachdem er einige Jahre als Gerichts- und Parlamentsreporter gearbeitet hatte, trat er durch die Fortsetzungsreihe „Pickwick Papers“ literarisch hervor. Die vorliegende Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ erschien 1843 als erste von fünf sehr erfolgreichen Weihnachtserzählungen und gehört neben „Oliver Twist“ und „David Copperfield“ zu Dickens‘ bekanntesten Werken. Charles Dickens starb 1870.

[Cecilie Dressler Verlag (2002)]

Meine Meinung: Endlich musste ich meine Literaturlücke beheben und diesen Klassiker lesen. Natürlich war mir die Geschichte durch diverse Filme bekannt, aber das Original ist doch meist am schönsten. So war es auch hier. Natürlich ist es nur eine Übersetzung, ich würde ja gern das Original lesen, aber nur wenn mein Englisch besser wäre. Aber auch so habe ich das Gefühl, dass gerade der Schreibstil und die Ausdrucksweise klasse sind.

Die Story selbst ist natürlich unübertroffen. Ein alter, geiziger, griesgrämiger Weihnachtsmuffel tyrannisiert seinen Angestellten, stößt seine Familie von sich und will nichts von hilfsbedürftigen Menschen wissen. Dieser wird von drei Geistern besucht, die ihm die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zeigen. Dadurch wird er geläutert und verändert sich komplett. Er wird ein Menschenfreund, großzügig und herzlich. Wenn das nicht DIE Botschaft für Weihnachten ist!

Besonders emotional wird die Familie des angestellten Schreibers dargestellt. Sie haben nicht viel, aber sich und vor allem der kleine, verkrüppelte Tim hat es schwer, wird aber von seiner Familie so geliebt. Da wird selbst das Herz von Scrooge weich. Weihnachten das Fest der Familie steht eindeutig im Zentrum.

Warum gebe ich dann doch nicht die volle Punktzahl? Es ist Meckern auf hohem Niveau, aber mir kam die Wandlung zu plötzlich. Das Buch ist einfach etwas zu kurz. Ich hätte lieber eine sukzessive Wandlung, die der Leser Stück für Stück mitverfolgen kann. Aber bereits beim ersten Geist der Vergangenheit sieht Scrooge alles ein und ist geheilt, die anderen beiden Geister sind nur noch zur Verdeutlichung dar. Ich habe auch „Oliver Twist“ gelesen und das ist ja ein Riesenwerk. Vielleicht zu lang, aber beeindruckend und der Leser wird in das Geschehen mitten hineingenommen.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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