Alle sieben Wellen (Daniel Glattauer)

Veröffentlicht 29. Januar 2016 von erlesenebuecher

Fragenkatalog, Illusion & Punkt

Appetithäppchen: 1.) Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also “Gut gegen Nordwind” gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. 2.) Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo! 3.) Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende verdient hätten? Bitte, hier haben Sie’s! 4.) Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Sie steigen ohne Nordwind-Kenntnisse in “Alle sieben Wellen” ein? Kein Problem. Sie erfahren alles…

Verfasser: Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, seit 1985 als Journalist und Autor tätig, seit 1989 für die Tageszeitung Der Standard. Bekannt wurde Glattauer vor allem durch seine Kolumnen, die im so genannten Einserkastl auf dem Titelblatt des Standard erscheinen und in denen er sich humorvoll Alltäglichem annimmt.

[Wilhelm Goldmann Verlag (2011)]

Meine Meinung: Bin ich froh, dass ich mit dem Buch fertig bin und es nun keine Fortsetzung mehr gibt. Selten hat mich ein Buch emotional so mitgenommen wie „Gut gegen Nordwind“ und nun die Fortsetzung „Alle sieben Wellen“, wobei ich mich sehr bemüht habe, dass der zweite Band mich nicht zu gefangen nimmt. Ich musste einige Gefühlsschubladen zudrücken. Das erste Buch hat mich betroffen und traurig gemacht. Aber es war brilliant geschrieben und konzipiert. Ich konnte so mitfiebern und alles nachvollziehen. Sehr tragisch diese Geschichte nach meinem Empfinden.

Aber war es bei der ersten Geschichte noch ein Hineinschlittern von Emmi und Leo, für das sie eigentlich nichts konnten, habe ich es in diesem Buch als vorsetzlich empfunden. Und das störte mich so sehr. In meinen Augen betrügen Beide ihre Partner bewusst! Na klar kann man nun behaupten, Emmi und Leo gehören eben zusammen. So romantisch und rosarot ist aber die Realität nicht und die Bücher zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie die Wahrheit, die Realität zeigen und nicht eine schnulzige Märchengeschichte. Emmi hat mich teilweise sehr genervt, sie wirkte eifersüchtig, besitzergreifend und egoistisch. Leo war aber teilweise auch etwas schlaff, naiv und vielleicht langweilig. Allerdings wurde es im Laufe der Story besser.

Das Ende fand ich sehr plump und zu einfach – bloß schnell noch ein Happy End einbauen. Wisst ihr, was ich mir als Fortsetzung, wenn es schon eine geben muss, gewünscht hätte: Einen (Email-)Dialog zwischen Emmi und Bernhard mit Happy End oder noch besser Aussicht auf Hoffnung!

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil

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