Twelve Years A Slave (Solomon Northup)

Veröffentlicht 10. Februar 2016 von erlesenebuecher

Baumwolle, Peitsche & Geige

Appetithäppchen: Der Familienvater Solomon Northup lebt als freier Bürger in Saratoga, New York, als er in eine Falle gelockt, in Ketten gelegt und in die Sklaverei verkauft wird. Jeglicher Rechte beraubt muss Solomon zwölf Jahre die Willkür und den Sadismus seiner Herren erdulden, bis er seine Freiheit zurückgewinnt und zu seiner Familie heimkehrt. Seine Memoiren von 1853 sind nicht nur wertvolles historisches Testament, sondern auch ein berührendes Zeugnis eines mutigen und unnachgiebigen Mannes.

Verfasser: Solomon Northup, geboren 1807 in New York, schrieb seine Memoiren noch im Jahr seiner Freilassung. Um den Abolitionismus, eine Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, zu unterstützen, hielt er Vorträge über seine Erfahrungen und das Leben als Sklave. Ort und Datum seines Todes sind nicht bekannt.

[Piper Verlag (2014)]

Meine Meinung: Es gibt wahre Geschichten, die kann man gar nicht glauben. Es gibt Schicksale, die kann man kaum nachvollziehen. Und es gibt Ungerechtigkeiten, die unfassbar sind.

Ich bin erst durch die Verfilmung der Geschichte auf das Buch aufmerksam geworden. Eigentlich schade, dass es nicht schon vorher die Aufmerksamkeit bekommen hat, welche es verdient hat. Andererseits natürlich toll, dass es durch den Film und den Oscar-Gewinn Bekanntheit bekommen hat. Bin nun nach der Lektüre auch schon sehr gespannt auf den Film.

Die Geschichte beginnt mit der Beschreibung von Solomon Northups Leben als freier Bürger. Er hat eine Familie und liebt das Geigenspiel. Doch dann wird er entführt und findet sich plötzlich als Sklave in den Südstaaten wieder. Sein Leben besteht nun aus Arbeiten, Gewalt, Hunger und Verzweiflung. Die Sklaverei ist für mich nicht nachvollziehbar. Wie schrecklich die Menschen sein können. Es ist furchtbar zu lesen, wie Menschen als Ware ge- und behandelt werden. Und selbst die „humanen“ Sklavenhalter sehen das Unrecht nicht. Umso beeindruckender wie Solomon versucht objektiv seine Lebensreise darzustellen. Er ist so ein rechtschaffender, demütiger, mutiger und tapferer Mann.

Gerade der Schreibstil des Buches überzeugt vollends. Es ist ein zeitloser Klassiker, der hoffentlich in 100 Jahren noch gelesen wird. Zwischendurch lernt man sogar einiges über den Anbau von Baumwolle und Zuckerrohr. Das beschreibt er ausgiebig, ist es doch seine tägliche Arbeit. Eine Zeitreise in die Geschichte, als es noch keine Industrialisierung gab. Der rückständige Süden brauchte diese ja auch lange nicht, sie hatten die Sklaven. Welch Hinterwäldler!

Für mich mit am Schlimmsten war die Darstellung der Sklavin Eliza, welche von ihren Kindern getrennt wurde. Solomon beschreibt das mit solcher Intensität und Eindrücklichkeit, mir hat es das Herz zerrissen.

Insgesamt eine tief bewegende Geschichte über eine mehr als beeindruckende Persönlichkeit!

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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