Das Herz des Piraten (Benno Pludra)

Veröffentlicht 15. Juli 2016 von erlesenebuecher

Stein, Hühnerfarm & Söting

Appetithäppchen: Da ist ein kleines Mädchen, Jessika, stets Jessi genannt. Sie lebt mit ihrer Mutter Elise in einem Dorf, irgendwo am Meer. Einen Vater hat sie nicht. Sie hat ihn nie kennengelernt, den Schausteller, Reiter und Schwertakrobaten Jakko. Plötzlich war er weg. Das ganze Dorf weiß das längst, aber Jessi ist keine, die darüber redet – bis sie am Meer den Stein findet, den einzigen, ganz und gar lebenswichtigen Stein, mit dem sie reden kann und der ihr so warm in der Hand liegt…

Verfasser: Benno Pludra, geboren 1925 in Mückenberg (Niederlausitz), ging zuerst zur See und studierte dann Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Halle und Berlin. Er arbeitete als Redakteur einer Rundfunkzeitung, schrieb Kurzgeschichten, Reportagen und Geschichten für Kinder und Jugendliche. 1966 wurde er mit dem Nationalpreis der DDR und 1992 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

[Beltz Verlag (1985)]

Meine Meinung: Jessi lebt mit ihrer Mutter allein am Meer. Ihren Vater kennt sie nicht. Eines Tages findet sie einen ganz besonderen Stein am Meer. Er leuchtet und wärmt sie und spricht mit ihr. Es ist das Herz eines Piraten, der vor mehreren hundert Jahren ertrunken ist. Er war gut, aber auch böse. Jessi hat ihn oft bei sich, allerdings erkennen alle anderen nur einen ganz normalen Stein und halten Jessi für seltsam. Dann erscheint auch noch plötzlich ihr Vater. Er ist ein Reiter beim Zirkus und möchte sie zur Vorstellung einladen. Jessi ist sich nicht mehr sicher…

„Das Herz des Piraten“ ist ein sehr schönes Kinderbuch zum Träumen. Der Schreibstil ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, eben ein typisches Kinderbuch der 80er Jahren. Jessi ist ein tolles Mädchen, welches wirklich besonders ist. Sie schlägt sich mit ihrer Mutter durchs Leben, wobei sie viel allein ist, da ihre Mutter auf einer Hühnerfarm arbeitet. Sie streitet sich mit ihrer Freundin, spielt mit den anderen Kindern und hat sogar einen kleinen Verehrer.

Zauberhaft ist die ganze Stimmung des Buches. Es spielt am Meer und man fühlt die besondere Beziehung des Autors zu diesem zwischen den Zeilen. Die Geschichte rund um den Stein, rund um den Piraten William ist voller Phantasie und Wärme. Allerdings weiß ich nicht, ob Kinder alles verstehen. Auch fand ich die ganze Sequenz mit Jessis Vater nicht ganz so stark wie den Rest.

In dem Buch geht aber auch ums Wachsen, um Patchworkfamilien und Freundschaften. Ein Buch voller Tiefe, Wärme und Zauber. Einfach traumhaft (und das im wahrsten Sinne des Wortes, da ich von dem Buch geträumt habe, sehr besonders)!

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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