Harry Potter und der Stein der Weisen (Joanne K. Rowling)

Veröffentlicht 28. Juli 2016 von erlesenebuecher

Winkelgasse, Nerhegeb & Petrificus Totalus

Appetithäppchen: Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sein ein ganz normaler Junge. Zumindest bis zu seinem elften Geburtstag. Da erfährt er, dass er sich an der Schule für Hexerei und Zauberei einfinden soll. Und warum? Weil Harry ein Zauberer ist. Und so wird für Harry das erste Jahr in der Schule das spannendste, aufregendste und lustigste in seinem Leben. Er stürzt von einem Abenteuer in die nächste ungeheuerliche Geschichte, muss gegen Bestien, Mitschüler und Fabelwesen kämpfen. Da ist es gut, dass er schon Freunde gefunden hat, die ihm im Kampf gegen die dunklen Mächte zur Seite stehen.

Verfasserin: J.K. Rowlings Harry-Potter-Romane haben weltweit Rekorde gebrochen. Sie wurden in 79 Sprachen übersetzt, über 450 Millionen Mal verkauft, sind vielfach ausgezeichnet worden und haben auch im Kino Fans auf der ganzen Welt begeistert. Es gibt drei Begleitbände zur Serie, die J.K. Rowling für wohltätige Zwecke geschrieben hat: „Quidditch im Wandel der Zeiten“, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ und „Die Märchen von Beedle dem Barden“. J.K. Rowling hat außerdem das Drehbuch zu dem Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ verfasst sowie bei der Entwicklung des Theaterstücks „Harry Potter and the Cursed Child Parts One and Two“, das im Sommer 2016 in London Premiere feierte, mitgewirkt. 2012 gründete sie Pottermore, ein Online-Portal, auf dem Fans noch tiefer in ihre magische Welt eintauchen können. J.K. Rowling erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den britischen Ritterorden Order of the British Empire und den Hans Christian Andersen Preis.

[Carlsen Verlag (1998)]

Meine Meinung: Über diese Bücher ist ja eigentlich schon alles gesagt. Sie haben eine Art Wandel in der Literatur eingeleitet und etliche Menschen wieder zum Lesen gebracht. Bücher waren wieder IN…

Ich habe den ersten Teil nun zum vierten Mal gelesen, aber das letzte Mal ist etliche Jahre her, so dass es wieder eine große Freude war. Vor allem jetzt, wo ich das Ende und das Gesamtwerk im Blick hatte, wurden noch mal einige Dinge von mir besonders bemerkt bzw. hinterfragt.

Eines ist aber festzuhalten. Ich bin noch immer restlos begeistert von diesen Büchern. Sie machen so viel Freude. Ich liebe den Schreibstil von Frau Rowling! Ich finde, diese Bücher sind so intelligent und schlau durchdacht. Endlich mal eine Reihe, bei der man nicht das Gefühl hat, sie entsteht erst während des Schreibens und die letzten Bände wurden sowieso nachträglich rangehängt bzw. sie wurde künstlich verlängert, um mehr Geld zu machen. Welch großes Kunstwerk!

Darüber hinaus sind die Protagonisten ganz großes Kino. Harry ist super, nicht langweilig, nicht nur Außenseiter, nicht nur Berühmtheit. Man mag ihn einfach. Aber gerade durch Ron und Hermine wird es perfekt. Auch sie sind tolle Charaktere, die gut durchdacht sind und nicht nur als schmückendes Beiwerk (Sidekicks) dienen. Hinzu kommen gerade im ersten Band Hagrid und Snape. Natürlich sind alle Personen in dem Buch untrennbar mit den Schauspielern in den Filmen verbunden. Aber da ich mit diesen 100 % einverstanden war und bin, ist das kein Problem bzw. sogar hilfreich, da man alles vor Augen hat.

Aber der größte Pluspunkt an dem Buch ist die Story. Wer wünscht sich nicht einen Brief von Hogwarts zu bekommen? Plötzlich in der Zauberwelt sein, durch die Winkelgasse spazieren, in Hogwarts neue Treppen oder Korridore entdecken, sich mit Kunstwerken unterhalten, Bertie Botts Bohnen essen und vor allem mit dem Besen fliegen,… all das will ich auch!

Dazu kommt aber dann noch die raffinierte Geschichte rund um Harry Potter und Voldemort, welche sich in diesem Band bei der Suche nach dem Stein der Weisen zuspitzt. Bewunderswert ist, wie die Autorin es schafft, nicht nur die Protagonisten größer oder erwachsener werden zulassen, sondern auch den Leser. Der erste Band fängt relativ harmlos an (im Gegensatz zu späteren Bänden), die Aufgaben sind noch ziemlich einfach, gerade eben machbar für die Erstklässler Harry, Ron und Hermine. Das ist schön, allerdings im Nachhinein überlegt man schon, ob der Stein der Weisen nicht besser beschützt werden könnte, wenn man bedenkt, was der Zaubererwelt so möglich ist… Aber das sind Fragen, die ich mir nur jetzt im Nachhinein stelle, die nicht, aber auch wirklich überhaupt nicht, die Qualität des Buches in Mitleidenschaft ziehen.

Einige weitere Anmerkungen habe ich, die aber eben auch keine Kritik sind, sondern nur Dinge, die mir aufgefallen sind. Vielleicht fällt jemandem etwas dazu ein oder es gibt noch weitere Fragen. Vielleicht kann ich ja auch im Laufe der Reihe einige wieder streichen:

  • In diesem Band wird immer gesagt, dass der Name „Voldemort“ nur aus Angst nicht ausgesprochen wird. Aber war der Name nicht ein Tabu, also mit einem Zauber belegt, so dass man gleich geortet werden konnte, und deshalb haben die Zauberer ihn nicht mehr ausgesprochen?
  • Das ist wahrscheinlich auch der Übersetzung geschuldet, aber ich finde es etwas seltsam, dass sich z.B. Dumbledore und McConagall zu Beginn siezen. Im Laufe der Bücher duzen sie sich ja eindeutig. Auf jeden Fall, unabhängig von der Übersetzung, spricht er sie im Ligusterweg mit Professor McConagall und nicht mit Minerva an. Sie nennt ihn auch nicht Albus.
  • Während der Sequenz mit den Zentauren sprechen diese andauernd von einer Vorhersehung, die sie aus den Sternen ablesen. Später in der Reihe rückt die Prophezeiung immer mehr ins Zentrum. Aber was ist mit den Zentauren?
  • Hausmeisterschaft und -pokal rücken im Laufe der Bände auch immer mehr in den Hintergrund, oder?
  • Wieso kennen sich eigentlich z.B. Ron und Neville nicht schon vorher? Allerdings dachte ich erst ihre Eltern müssten sich ja kennen, da sie früher zusammen gegen Voldemort gekämpft haben. Aber die Weasley waren gar nicht im Orden des Phönix.
  • Dann fand ich noch seltsam, dass die Freunde von Charlie den Drachen Norbert einfach abholen konnten. Können sie so leicht auf Hogwarts Turm landen? Kein Schutzzauber?
  • Ron hat den Zauberstab von seinem Bruder. Welchen hat der jetzt und warum hat er einen neuen?

Nun ist die Rezension doch länger geworden als geplant, aber das macht ja nichts. Ich habe mich aber noch zurückgehalten. Man kann noch so viel mehr sagen…

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 2. Teil

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6 Kommentare zu “Harry Potter und der Stein der Weisen (Joanne K. Rowling)

  • Hach :3 wunderschöne Rezension 🙂
    Harry Potter begeistert mich derart, dass es mich niemals langweilen könnte. J.K. Rowlings Art eine derart neue Welt zu erschaffen und so unglaubliche viele Menschen unterschiedlicher Altersklassen zu faszinieren ist wirklich beeindruckend.
    In dem Punkt stimme ich dir absolut zu: Es sind Bücher, die durchweg perfekt sind. Kein schnödes Zeitschinden. Keine Seitenfüller. Keine Langeweile oder das Gefühl, dass das nur geschrieben wurde, weil es sich gut vermarken ließ. Nein. Stets wird einem der Eindruck vermittelt, dass sie lediglich eine Geschichte erzählt, die genauso auch geschehen ist. Perfekt durchdacht, mit vielen Leben gefüllt. Ich mein: Die Frau hat einfach so eine gesamte Welt mit allen Details ins Leben gerufen. Wahnsinn!
    -SR

  • Eine schöne Rezension. Für mich ist die Harry-Potter-Reihe auch eine der schönsten, die ich je gelesen habe 🙂
    Zwei Anmerkungen haben mich ins Grübeln gebracht… könnte es sein, dass Voldemort erst mit einem Tabu belegt war, dann – nach seinem Verschwinden – fiel das Tabu weg, die Angst aber blieb? Passiert oft genug im wahren Leben…
    … und ich habe mich auch immer gefragt, warum Ron und Neville sich eigentlich nicht bereits kennen. Müssten sie, in der Theorie zumindest.
    Viele Grüße
    Lina

    • Ja, das mit dem Tabu kann ich mir auch so erklären, aber schon etwas seltsam, dass das nie erwähnt wird. Wahrscheinlich war das dann doch eine der Ideen, die J. K. Rowling später kamen. Eigentlich hätten die Zauberer sich für Voldemort ja auch einfach nur einen anderen Namen ausdenken brauchen oder ihn eben weiterhin Tom Riddle nennen können.

  • Hach. Die Bücher von Harry Potter sind besser als andere. Keine 0815 Nummer. Noch „normale Bücher“ wie bei Goethe, Faust und Schiller .D Ich versteh dich total. Ich habe sie auch 1000x gelesen. Ich stelle mir da eine gaaanz ernsthafte Frage hat aber nichts mit dem Buch zutun 😀 😉

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