Harry Potter und der Orden des Phönix (Joanne K. Rowling)

Veröffentlicht 25. Oktober 2016 von erlesenebuecher

Mimbulus mimbeltonia, Langziehohren & DA

Appetithäppchen: Es sind Sommerferien und wieder einmal sitzt Harry bei den unsäglichen Dursleys im Ligusterweg fest. Doch diesmal treibt ihn größere Unruhe denn je – warum schreiben seine Freunde Ron und Hermine nur so rätselhafte Briefe? Und vor allem: Warum erfährt er nichts über die dunklen Mächte, die inzwischen neu erstanden sind? Noch ahnt er nicht, was der geheimnisvolle Orden des Phönix gegen Voldemort ausrichten kann… Als Harrys fünftes Schuljahr in Hogwarts beginnt, werden seine Sorgen nur noch größer. Und dann schlägt der Dunkle Lord wieder zu. Harry muss seine Freunde um sich scharren, sonst gibt es kein Entrinnen.

Verfasserin: J.K. Rowlings Harry-Potter-Romane haben weltweit Rekorde gebrochen. Sie wurden in 79 Sprachen übersetzt, über 450 Millionen Mal verkauft, sind vielfach ausgezeichnet worden und haben auch im Kino Fans auf der ganzen Welt begeistert. Es gibt drei Begleitbände zur Serie, die J.K. Rowling für wohltätige Zwecke geschrieben hat: „Quidditch im Wandel der Zeiten“, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ und „Die Märchen von Beedle dem Barden“. J.K. Rowling hat außerdem das Drehbuch zu dem Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ verfasst sowie bei der Entwicklung des Theaterstücks „Harry Potter and the Cursed Child Parts One and Two“, das im Sommer 2016 in London Premiere feierte, mitgewirkt. 2012 gründete sie Pottermore, ein Online-Portal, auf dem Fans noch tiefer in ihre magische Welt eintauchen können. J.K. Rowling erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den britischen Ritterorden Order of the British Empire und den Hans Christian Andersen Preis.

[Carlsen Verlag (2003)]

Meine Meinung: Es ist so schwierig für diesen Band eine Rezension zu schreiben, die ihm in irgendeiner Art und Weise gerecht wird, da die Geschichte so umfangreich und vielschichtig ist. Das kann man einfach gar nicht richtig erfassen. Es ist auf jeden Fall in meinen Augen einer der düstersten Teile der gesamten Harry Potter-Reihe. Und für mich nicht gerade das Favoriten-Buch. Warum? Schwierig. Vor allem da Harry mich ab und an gewaltig nervte. Er ist gerade am Anfang ständig schlecht gelaunt und meckert nur rum. Er lässt seinen Frust an Ron und Hermine ab und das nervte mich bereits beim ersten Lesen und nun beim fünften Mal immer noch. Klar, er wird älter. Und Frau Rowling hat zum einen die Pubertät großartig aufgenommen, aber zum anderen soll natürlich die Verbindung von Harry zu Voldemort und damit zum Bösen deutlich werden. Und da kann ich sagen, ja, sie wurde deutlich. Nichtsdestotrotz kann ich völlig akzeptieren, dass es einer der wichtigsten Bände der Reihe ist (wobei welcher soll denn unwichtig sein?). Da eine Art Übergang stattfindet. Die Kinder werden Jugendliche, sie werden aktiver, handeln und kämpfen sogar.

Wirklich phänomenal sind wieder einmal die Charaktere rund um Harry. Ich kann gar nicht beschreiben, welchen Spaß und welch Freude ich beim Lesen habe, immer wieder! Sirius ist großartig dargestellt. Man kann ihn sich richtig vorstellen (und das nicht nur durch die brillianten Filme), man hat das Gefühl ihn zu kennen. Und Hermine, die ich von Mal zu Mal immer immer besser und toller finde, als ich es sowieso schon fand, ist so unglaublich schlau. Ja, Sirius lebt durch Harry & Co und ist wieder jung. Selbst seine Jugend mit Harry Potters Vater kann man sich genau vorstellen. Rowling ist eine Zauberin an der Feder (aber natürlich nicht wie Rita Kimmkorn).

Zu den weiteren Protagonisten: Draco kam mir leider viel zu kurz in diesem umfangreichen Band. Das fand ich schade. Dafür gibt es nun Luna, die auch so so toll ist, einfühlsam, seltsam, nicht von dieser Welt, aber eben auch weise (irgendwie), völlig abgefahren. Aber auch die anderen Wesen sind faszinierend, allen voran die Thestrale. Welch eine Idee und Raffinesse. Apropos andere Wesen, natürlich muss ich noch kurz Umbridge erwähnen. Auch da hat Rowling sich übertroffen. Welch eine böse Figur, die trotzdem so zuckersüß eklig rosa und katzenliebend ist, so dass man eine richtige Abneigung entwickelt, die man beim Lesen fast körperlich spüren kann.

Ein ganz klein wenig zu viel des Guten empfand ich den Schluss. Zum einen war die ganze Sequenz im Ministerium in meinen Augen zu viel. Es war zu konfus, ich konnte kaum noch folgen, wer wann wo hinfällt und wer wem einen Fluch hinterherjagt. Das fand ich etwas anstrengend. Und dann kam der große Rundumschlag in Dumbledores Büro. Ein langer langer Rückblick auf alle bisherigen Teile… naja, man macht sich bereit für das große Finale.

Aber das ist wirklich Meckern auf einem ganz ganz hohen Niveau. Hier aber noch ein paar Anmerkungen, die mir beim Lesen durch den Kopf gingen:

  • Frau Weasleys Rolle zu Beginn gefällt mir nicht. Vielleicht wurde mir das auch erst jetzt als Mutter so bewusst. Ich kann sie gut verstehen, aber warum wird sie als die Einzige, die sich richtig Sorgen macht, dargestellt? Sie wirkt hysterisch, allerdings fand ich diese Darstellung etwas schade. Das wird ihr nicht gerecht, es ist vollkommen verständlich, wie sie reagiert, finde ich. Später im Buch wird Hermine ähnlich dargestellt. Warum nur Frauen?
  • Was ich mich bei diesen ganzen Unterhaltungen durch den Kamin gefragt habe, warum stecken die nur den Kopf rein zum Reden. Genauso gut könnte man doch schnell mit Flohpulver wirklich in den Raum reisen und alles besprechen und dann schnell wieder weg gehen. Gerade als Harry gucken will, ob Sirius Zuhause ist, hätte er doch richtig hinreisen können. Allerdings würden das dann ja viel mehr Leute machen, Eltern die schnell mal ihre Kinder besuchen etc. Das macht natürlich wenig Sinn. Aber warum geht das dann mit dem Kopf, dann könnte man ja überall sich sozusagen im Feuer verstecken und andere Leute belauschen.
  • Das mit dem Zweiwegespiegel fand ich von Anfang an so schade! Warum erinnert Sirius Harry nicht daran, als er im Kamin nach seinem Vater fragt. Und vor allem hätte ich mir so gewünscht, dass Sirius irgendwie aus dem Schleier durch den Spiegel noch mit Harry Kontakt halten könnte.
  • Ganz großes Kino war aber mal wieder Ron bei der Prüfung: Großartig. Ich habe so gelacht! In Wahrsagen beschreibt er den Prüfer in der Kugel und in einer anderen Prüfung verwandelt er seinen Teller in einen Pilz (ohne dass er sagen kann, wie das passiert ist). Sehr schön!

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 4. Teil

Hier geht es zum 6. Teil

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