Vor dem Frost (Henning Mankell)

Veröffentlicht 26. Februar 2017 von erlesenebuecher

Sandalen, Schwäne & Seufzen

Appetithäppchen: Henning Mankells Kriminalroman mit Linda Wallander in der Hauptrolle. Linda ist Polizeianwärterin in Ystad und darf Kurt Wallander zunächst nur als Tochter begleiten. Doch als ihre Freundin Anna spurlos verschwindet, wird sie persönlich in den Fall hineingezogen und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Der Konflikt mit dem Vater ist vorprogrammiert.

Verfasser: Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, ist einer der angesehensten und meistgelesenen schwedischen Schriftsteller. Er lebt als Theaterregisseur und Autor abwechselnd in Schweden und in Maputo/Mosambik. Mit Kurt Wallander schuf er einen der weltweit beliebtesten Kommissare.

[Paul Zsolnay Verlag (2003)]

Meine Meinung: Der Anfang ist spannend und vielversprechend. Vor Jahrzehnten lebte eine Sekte an einem entlegenen Ort, alle bringen sich um, bis auf einen…

In diesem Band geht es vor allem um Wallanders Tochter Linda, die kurz davor steht, bei der Polizei anzufangen. Sie wohnt bei ihrem Vater Kurt und weiß nicht so recht, was mit sich anzufangen. Also trifft sie sich mit alten Freundinnen von früher. Allerdings ist ihre Freundin Anna irgendwie seltsam, zwar war sie es schon damals, aber irgendwas ist anders. Währenddessen sucht die Polizei einen Mörder und ist auch einigen Fällen von Tierquälerei auf der Spur… Linda sieht sich plötzlich mittendrin im Geschehen und ermittelt mit der Polizei, aber auch auf eigene Faust.

Ich bin ein großer Wallander-Fan und finde den Schreibstil von Mankell sehr einnehmend, dicht und stimmungsvoll. Allerdings gab es in diesem Buch einige Längen und vieles hätte kürzer, dichter, strukturierter erzählt werden können. Ich weiß nicht, wie oft Linda zwischen Annas und Kurts Wohnung hin und her ist, das fand ich etwas fahrig. Die Protagonistin Linda ist schon super und frisch und vielschichtig, aber an Kurt kommt sie leider nicht ran.

Trotzdem war das Buch spannend und fesselnd. Der Fall rund um die Sekte (allerdings dauerte es ja bis sie mal einen Theologen hinzuzogen, man man man) und die vielen Handlungsstränge war geschickt – aber das kann Mankell eigentlich besser – aufgebaut. Jedoch störte mich, wie schon beim letzten Buch, dass der Leser so früh erfährt, wer der Mörder ist und es dann nur darum geht, wie die Polizei das herausbekommt. Das nervt mich. Bestimmt hat diese Erzählart auch irgendeinen Namen, wenn jemand den weiß, bitte unten kommentieren.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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