Die Elfen (Bernhard Hennen)

Veröffentlicht 23. August 2017 von erlesenebuecher

Manneber, Zerbrochene Welt & Stundenglas

Appetithäppchen: Klirrende Kälte herrscht im Land am Fjord, als Mandred Torgridson mit seinen Gefährten auszieht, die Bestie zu jagen, die nahe seinem Dorf ihr Unwesen treibt. Doch während am Himmel das Feenlicht tanzt, bricht aus dem Unterholz ein Wesen, halb Mann, halb Eber, und beschert den Jägern einen schnellen Tod. Allein Mandred rettet sich schwer verletzt in einen nahen Steinkreis, aber seine Wunden sind zu tief und die Kälte zu grimmig. Als er wider Erwarten erwacht, findet er sich am Fuße einer Eiche wieder, die ihm ihre wundersamen Heilkräfte zuteil werden lässt. Mandred erkennt, dass er in die geheimnisumwobende Welt der Elfen hinübergewechselt ist. Und der Verdacht beschleicht ihn, die Bestie könne von hier gekommen sein. Unerschrocken tritt er vor die ebenso schöne wie kühle Elfenkönigin und fordert Rache für die Opfer des Mannebers. Die Königin beruft daraufhin die legendäre Elfenjagd ein, um die Bestie unschädlich zu machen. Mit Mandred reisen auch Nuramon und Farodin in die Gefilde der Menschen, zwei Elfen, die so manches Geheimnis umgibt und die in der Tradition der Minnesänger um die Gunst der Zauberin Noroelle werben. Bald jedoch ist die Jagd von Tod und Täuschung überschattet. Der Manneber entpuppt sich als Dämon aus alten Zeiten. Er lockt Mandred und die Elfen in eine Eishöhle, und während die Gefährten schon meinen, über ihn gesiegt zu haben, versiegelt er die Höhle, raubt Nuramon seine Gestalt und dringt in die Welt der Elfen ein, um sie für immer zu vernichten…

Verfasser: Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Vorderasiatische Altertumskunde. Als Journalist bereiste er den Orient und Mittelamerika, bevor er sich ganz dem Schreiben phantastischer Romane widmete. Seine Fortsetzungen von „Die Elfen“ wurden alle große Bestseller-Erfolge. Hennen lebt mit seiner Familie in Krefeld.

[Wilhelm Heyne Verlag (2004)]

Meine Meinung: Elfen sind sagenumwoben und tauchen in etlichen Fantasygeschichten auf. Die bekannteste Darstellung basiert wohl auf den Elben aus „Der Herr der Ringe“. Ihr Schönheit, Langlebigkeit und die spitzen Ohren begleiten sie in allen Geschichten. Gerade habe ich Bücher aus der Drachenlanze-Reihe gelesen, bei denen es verschiedene Elfensippen gibt. Hier bei Bernhard Hennen sind sie wieder anders, ganz eigen, aber auch vertraut. Er entwirft ein gewaltiges Epos über die Gattung, die neben Menschen, Trollen, Kobolden, Zwergen und Dämonen sein Buch bevölkert.

Das Werk ist gewaltig, umfasst viele Seiten, aber auch viele Jahrhunderte. Mandred, ein Mensch, reist mit zwei Elfen, Nuramon und Farodin, welche dieselbe Elfenfrau lieben, durch die Zeiten und Welten. Es gibt die Welt der Menschen, die der Elfen (Albenmark) und die zerbrochene Welt, welche Zuflucht für Geheimnisse, Vertriebene und Gefallene bietet.

Es ist schwierig dieses Buch zu beschreiben, da es so viel bietet. Teilweise kam ich mir vor, als wenn ich eine Serie schaue, allerdings nicht nur eine Staffel, sondern zehn. Fast immer, wenn die drei Gefährten die Welten wechseln, springen sie in der Zeit vor. Dadurch kommen immer neue Charaktere hinzu, neue Probleme, alte Wünsche, neue Perspektiven. Ich empfand es teilweise als zuviel. Manchmal erwischte ich mich dabei, dass ich gar nicht mehr wusste, ob sie nun in der Menschenwelt oder doch in der zerbrochenen waren. Kämpften sie nun gegen Trolle, Priester oder andere Feinde? Außerdem hatte es in meinen Augen einige Längen. Die Geschichte rund um die Jagd nach dem Deventhar fand ich einfach nicht gut. Die Tjuredpriester gefielen mir nicht, das Finale mit dem Dämon schien nicht ausgefeilt und dabei verlor Hennen sich in Schlachtendarstellungen.

Aber es gab auch Positives. Mandred war klasse und die drei Gefährten insgesamt toll dargestellte, vielschichtige Charaktere. Die Geschichten rund um Albenmark, die Dunkelelfen, die beseelten Bäume, den Trollkönig und Mandred mit den Kentauren waren großes Kino. Vieles ist noch nicht erzählt worden, aber da hoffe ich, auf die Fortsetzungen dieser Reihe.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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