Die Stunde, in der ich zu glauben begann (Wally Lamb)

Veröffentlicht 24. August 2017 von erlesenebuecher

Bifurkation, Minotauromachie & Gottesanbeterin

Appetithäppchen: Caelum und Maureen hoffen auf den Neubeginn ihrer Ehe, als sie den Umzug nach Colorado wagen. Doch dort geschieht das Unbegreifliche: der Amoklauf an der Columbine Highschool. Wie durch ein Wunder überlebt Maureen, doch das blutige Massaker hinterlässt in ihrer Seele tiefe Narben. Caelum muss zusehen, wie seine Frau ihm immer mehr entgleitet. Es gibt nur eine Lösung: Um Maureen und seine Liebe zu ihr zu retten, muss Caelum das Rätsel seiner Familie entschlüsseln und den Glauben an sich selbst und an das Leben neuerwecken.

Verfasser: Wally Lamb, geboren 1950 in Norwich im US-Bundesstaat Connecticut, wurde durch seine beiden Romane „Die Musik der Wale“ und „Früh am Morgen beginnt die Nacht“ zum Bestsellerautor. Nachdem er lange Zeit als Englischlehrer an einer Highschool tätig war, gibt Lamb seit einigen Jahren in einem Frauengefängnis Kurse in Creative Writing und setzt sich auch politisch für eine Verbesserung der Haftbedingungen ein. Wally Lamb hat drei erwachsene Söhne und lebt mit seiner Frau in Connecticut, USA.

[Piper (2009)]

Meine Meinung: Bei Tragödien wie dem Amoklauf an der Columbine Highschool wird in den Medien viel von den Tätern und einiges über die Todesopfer berichtet. Allerdings vergisst man anhand des großen Leids die „kleineren“ Schicksale. Klein, weil sie vielleicht nur am Rande stattfinden, aber groß für diese betroffenen Menschen und ihre Angehörigen. So ein traumatisches Erlebnis hat große Auswirkungen auf vielen Ebenen. Das wird in diesem Buch eindrucksvoll entfaltet.

Caelum kämpft sich durch sein Leben. Er ist ein Durchschnittstyp, Lehrer, mit einer Krankenschwester verheiratet, hat einige Eheprobleme, auf der Suche nach Identität, Antworten auf Fragen über seine Familie,… Es wird deutlich, das Leben ist schön in kleinen Dingen, überraschend, aber auch hinterhältig und gemein.

Seine Frau und er haben mit den Nachwirkungen des traumatischen Attentats auf die Columbine Highschool zu kämpfen. Maureens Leben läuft nicht mehr rund. Sie wird medikamentenabhängig und landet schließlich sogar im Gefängnis. Gerade in dem, welches für Caelums Familiengeschichte eine entscheidene Rolle spielt. Caelum begibt sich auf Spurensuche und stöbert so manches Familiengeheimnis auf.

Nebenbei nimmt er die alten griechischen Mythen mit seinen Schülern durch und erfährt wie aktuell diese noch immer sind.

Das Buch hat viel zu bieten, eine Vielzahl von Geschichten und Details. Allerdings erscheint es für Lamb manchmal etwas schwierig die ganzen Handlungsfäden in der Hand zu behalten. Vielleicht wurde zu viel gewollt, so dass es zu umfangreich wurde. Der Leser verliert sich teilweise und es entstehen Längen.

Das Ende war irgendwie nicht meins. Das hat mich leider unbefriedigt zurück gelassen. Jedoch konnte ich mich sehr gut mit seinen Protagonisten anfreunden. Diese, allen voran Caelum, wirkten wohl auch so real, da einige autobiographische Züge mitspielten.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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