Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (Jean Liedloff)

Veröffentlicht 2. Dezember 2017 von erlesenebuecher

ABGEBROCHEN!

Appetithäppchen: Im Dschungel Venezuelas trifft eine junge Amerikanerin auf die Yequana-Indianer. Fasziniert vom offenkundigen Glück dieser „Wilden“, bleibt sie insgesamt zweieinhalb Jahre bei dem Stamm und versucht, die Ursachen dieses glücklichen und harmonischen Zusammenlebens herauszufinden. Sie entdeckt dessen Wurzeln im Umgang dieser Menschen mit ihren Kindern und zeigt, wie dort noch ein bei uns längst verschüttetes Wissen um die ursprünlichen Bedürfnisse von Kleinkindern exisitiert, das wir erst neu zu entdecken haben.

Verfasserin: Jean Liedloff ist in New York geboren und aufgewachsen. Nach dem Universitätsbesuch unternahm sie mehrere Expeditionen in den venezolanischen Urwald, auf denen sie die Gedanken dieses Buches entwickelte. Von 1968 bis 1970 gab sie die Zeitschrift „The Ecologist“ heraus. Sie starb 2011.

[Verlag C.H. Beck (1980)]

Meine Meinung: Ich kann immer wieder betonen: Ich breche so ungern Bücher ab und zwinge mich oft zähe, langweilige, schlechte Bücher weiterzulesen und ihnen eine Chance zu geben. Aber manchmal merke auch ich, dass es einfach verschwendete Lebenszeit ist. So war es leider auch hier und ich weiß, einige schwören auf dieses Buch und werden diese Rezension nicht lesen oder gleich denken, die hat es wohl nicht verstanden. Aber doch hat sie! Die Botschaft von Frau Liedloff ist enorm wichtig und gerade zu der damaligen Zeit, als das Buch erschienen ist, unglaublich fortschrittlich (oder eher archaisch) und revolutionär. Keine Frage! Ich selbst bin eine Verfechterin des Langzeitstillens, des Familienbettes und weiß um die Bedeutung des Tragens.

Jetzt kommt das „Aber“. Aber ich habe von dem Buch anderes bzw. mehr erwartet. Ich dachte, es geht viel mehr um ihre Expeditionen zu den Yequana-Indianern. Es fing so vielversprechend an, aber dann ging es seitenlang nur noch um ihre „Kontinuumhypothese“. Die ich auch gut finde, die aber dann auch verstanden wurde und nun hätte ich sie gerne mit konkreten Beispielen aus der eigenen Lebenswelt oder eben aus der Welt der Yequana-Indianer gefüllt gesehen. Dem war aber nicht so (zumindes bis S. 64). Für mich war das lauter zäher, theoretischer und leider auch sehr dogmatischer Kram.

Wie gesagt, möchte ich auf keinen Fall die Bedeutung von Liedloffs These schmälern, aber dieses Buch war für mich unerträglich und eben enttäuschend, da anderes erwartet wurde. Ich denke, dass ich es noch nicht weggebe und noch behalten werde, vielleicht überkommt es mich ja doch noch. Allerdings werden meine Kinder ja eher älter und da ich sowieso auf mein Inneres höre, soll ich mir ja – wie Liedloff sagt – nicht reinquatschen lassen.

Bewertung: 1 von 5 Punkten

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