Totenstille Nacht (Jan Costin Wagner [Hrsg.])

Veröffentlicht 2. Januar 2018 von erlesenebuecher

Mondmilch, Hotel Transit & Zündhölzer

Appetithäppchen: 24 Tage bis Heiligabend – 24 Tage voller Seligkeit! Wirklich? Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, wenn gute Freunde nach dem dritten Glühwein ihr wahres Gesicht zeigen oder die liebe Verwandtschaft zu Hause einfällt, werden mitunter Mordgedanken wach. Und nicht immer bleibt es beim Gedanke: Für manch einen endet die Nacht tatsächlich totenstill…

Verfasser: Jan Costin Wagner wurde 1972 geboren. Er lebt als freier Schriftsteller und Musiker im Raum Frankfurt und in Finnland. Sein Debüt „Nachtfahrt“ wurde 2002 als bester Kriminalroman des Jahres mit dem Marlowe-Preis ausgezeichnet. Es folgten die Romane „Eismond“, der für den Los Angeles Times Book Prize nominiert wurde, sowie „Schattentag“, „Das Schweigen“, für den er 2008 den Deutschen Krimi Preis erhielt, und „Im Winter der Löwen“. 2011 erschien der vierte Kimmo-Joen-raa-Roman „Das Licht in einem dunklen Haus“. Seine Romane wurden in 14 Sprachen übersetzt. Im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschien 2010 „Mordsweihnachten“, der erste von Jan Costin Wagner herausgegebene kriminielle Adventskalender. Zudem brachte Wagner 2010 seine erste Songwriter-CD „behind the lines“ heraus. Der Autor ist verheiratet mit der finnischen Künstlerin Niina Wagner.

[Rowohlt Taschenbuch Verlag (2012)]

Meine Meinung: Ich bin und bleibe kein großer Fan von Kurzgeschichten. Immer wenn man sich einigermaßen eingelesen hat, ist die Story schon vorbei. Das empfinde ich als etwas anstrengend und nervig. Allerdings hat so ein literarischer Adventskalender schon etwas. Die Geschichten waren nie langweilig, meist etwas überraschend, unterhaltsam und jeden Tag hat man einen kurzen Input bzw. Gedanken. Allerdings habe ich ihn auch schnell wieder vergessen, spätestens, wenn man in der nächsten Geschichte steckt.

Ein weiterer Punkt, der mich fast jeden Tag kurz stocken ließ, war natürlich an sich nicht überraschend, aber irgendwie hatte ich das immer nicht auf dem Schirm beim Lesen. Das Buch heißt ja „Totenstille Nacht“ und das nicht ohne Grund. Es geht um Verbrechen und meist um einen Toten. Ich habe aber eben immer noch auf ein Happy End gehofft – weil doch Weihnachten ist – und wurde enttäuscht.

Die Geschichten haben natürlich ganz unterschiedliche Schreibstile, in die man sich auch erstmal reinfinden muss und andere Thematiken, wobei es natürlich oft um Enttäuschungen, Depressionen oder Rache geht.

Wenn ich jetzt überlege, welche Geschichte ich am besten fand bzw. welche mir am ehesten im Gedächtnis blieb, war es vielleicht „Personenschaden“ von Stefan Valentin Müller. Ein Lokführer hat mit der Erinnerung, dass ein Selbstmörder sich vor seinen Zug geworfen hat, zu kämpfen. Zusätzlich verlässt ihn seine Frau wegen seines besten Kollegens. Also trifft er eine schicksalhafte Entscheidung…

Insgesamt findet man folgende 24 Kurzgeschichten in diesem Buch:

  1. Weihnachtsengel (Jan Costin Wagner)
  2. Driving Home for Chr- Chr- Christmas (Lukas Erler)
  3. Klick! (Wulf Dorn)
  4. Familienfest (Marc Elsberg)
  5. Flint (Alexandra Kui)
  6. Märchen mit Zündhölzern (Volker Kutscher)
  7. Nach dem Fest (Ralf Kramp)
  8. Ein milder Stern (Ingrid Noll)
  9. Ein (fast) perfekter Mord (Wolfgang Schorlau)
  10. Nach dem Krieg (Oliver Bottini)
  11. Flucht ins Ungewisse (Kurt Palm)
  12. Stille Nacht, bitte! (Dietrich Faber)
  13. Santa Lucia (Susanne Mischke)
  14. Personenschaden (Stefan Valentin Müller)
  15. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier… (Alex Reichenbach)
  16. Henkersweihnacht (Stephanie Fey)
  17. Warnung (Klaus-Peter Wolf)
  18. Vollkommene Stille (Mia Morgowski)
  19. Hotel Transit (Horst Eckert)
  20. Mutterliebe (Christa von Bernuth)
  21. Der Adventskalender. Oder Weihnachten auf Mafia-Art (Herbert Knorr)
  22. Rupert (Friedrich Ani)
  23. Mondmilch (Rainer Gross)
  24. Von Engeln und anderen Gefahren (Barbara Krohn)

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

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