Wunder (Raquel J. Palacio)

Veröffentlicht 17. Januar 2018 von erlesenebuecher

Freundlichkeit, Nieselregen & Astronautenhelm

Appetithäppchen: August ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner großen Schwester Via in New York. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. August ist es gewöhnt, angestarrt zu werden, und er weiß, dass die meisten Schüler nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Sie sind bloße verunsichert. Natürlich ist es sein sehnlichster Wunsch, nicht weiter aufzufallen, ein ganz normaler Junge zu sein, Freunde zu finden. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist wie August.

Verfasserin: Raquel J. Palacio lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in New York. Zwanzig Jahre lang gestaltete sie als Art Director die Cover für die Bücher anderer Leute und wartete auf den richtigen Moment, ihr eigenes Buch zu schreiben. Dann traf sie eines Tages vor einem Eisladen ein ganz besonderes Kind, und der Moment war gekommen. „Wunder“ ist ihr erster Roman.

[Carl Hanser Verlag (2013)]

Meine Meinung: Schön, schöner, „Wunder“!

Selten gibt es Bücher, die mich noch richtig überraschen. Die meisten Geschichten kennt man ja schon so oder so ähnlich. Auch das Thema dieses Buches ist nicht unbekannt, spätestens seit dem beeindruckenden Film „Die Maske“ mit Cher ist es bei mir verwurzelt. Aber trotzdem überrascht dieses Buch durch Einfühlungsvermögen, Wärme, Freundlichkeit und Liebe. Hört sich kitschig an, ist es aber gar nicht.

Die Autorin überzeugte mich vor allem durch ihren Perspektivenwechsel. So wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht verschiedenen Protagonisten erzählt, so dass nicht immer nur August im Fokus steht sondern auch sein ganzes Umfeld. Es geht nicht nur, darum mit welchen Schwierigkeiten August zu kämpfen hat und das sind mehr als genug. Es geht auch um seine Familie und Freunde, die ebenfalls ganz individuell mit den Anforderungen an August Seite umgehen. Für mich sehr beeindruckend und berührend.

Die ganze Story rund um den ersten Schulbesuch, durch das ganze Jahr bis zur Theateraufführung und dem Schulausflug ist mehr als gelungen. Es gibt keine Längen, man klebt an den Seiten und die Zeit fliegt dahin.

Ein tragisch-komisches Buch, welches mir im Gedächtnis und Herzen bleiben wird. Besonders bemerkenswert war für mich Augusts Beschreibung seiner Situation, wenn er auf die Straße geht und die Leute ihn anstarren. Er vergleicht es mit Nieselregen, der nicht so sehr stört, aber eben da ist. Das ist – warum auch immer – bei mir hängen geblieben…

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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