[Rezension] Die Reste frieren wir ein (Renate Bergmann)

Veröffentlicht 22. Dezember 2019 von erlesenebuecher

Kartoffelsalat, Fuchsstola & Zitronenspeise

Appetithäppchen: „Weiße Weihnachten! Das hatten wir schon so lange nicht mehr. Lassen Se sich von alten Leuten nicht einreden, dass es früher immer weiße Weihnachten gab. Das ist Quatsch! Einmal blühten sogar die Kirschbäume. Andererseits: Ich kann mich noch an Winter erinnern, die waren so kalt, dass die Ziegen auf die Bäume geklettert sind und die Zweige abgefressen haben, weil sie nirgends mehr was fanden! Wie dem auch sei: Ich habe schon immer das Beste aus dem gemacht, was das Leben meinte mir vor die Füße werfen zu müssen!“ Renate Bergmann hat schon 82 Feste gefeiert, zu denen es mindestens genauso viele Geschichten gibt. Die schönsten erzählt sie nun hier. Denn eines ist klar: Zu Weihnachten gehören Gänsebraten, Dominosteine, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – und ein Renate-Bergmann-Buch.

Verfasserin: Renate Bergmann, geb. Strelemann, wohnhaft in Berlin. Trümmerfrau, Reichsbahnerin, Haushaltsprofi und vierfach verwitwet: Seit Anfang 2013 erobert sie Twitter mit ihren absolut treffsicheren An- und Einsichten – und mit ihren Büchern die ganze analoge Welt. (Thorsten Rhode, Jahrgang 1974, hat in Brandenburg/ Havel Betriebswirtschaft studiert und als Controller gearbeitet. Seit Twitter-Account @RenateBergmann, der vom Leben einer Online-Omi erzählt, entwickelte sich zum Internet-Phänomen. „Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker“ unter dem Pseudonym Renate Bergmann war seine erste Buchveröffentlichung – und ein sensationeller Erfolg -, auf die zahlreiche weitere, nicht minder erfolgreiche Bände und ausverkaufte Tourneen folgten.

[Rowohlt Taschenbuch Verlag (2019)]

Meine Meinung: Das Buch war ein Geschenk. Ich hätte es mir wohl nie selbst gekauft, da mich der Klappentext null angesprochen hat. Gewollt lustige Bücher, in denen jemand so tut, als ob er über moderne Mediendinge aus der Sicht einer Oma schreibt. Lustig, ha ha… Nein!

Entsprechend skeptisch begann ich zu lesen und fand diesen Ausdruck „Wissen Se…“, der ständig auftaucht sofort schrecklich und dachte schon daran abzubrechen, aber das Buch ließ sich ja schnell weglesen. Jedenfalls merkte ich immer mehr, dass es doch gar nicht mal so schlecht ist. Das Buch machte mir immer mehr Spaß und Renate Bergmann schleicht sich einem einfach so ins Herz.

In diesem Teil berichtet sie von verschiedenen Weihnachtsfesten. Es beginnt 1946, dann 1965 und 1973, weiter mit 1986 und endet 2018. Es ist  also eine kleine, unterhaltsame Zeitreise mit amüsanten, authentischen (zumindest wirken die wirklich so) Erlebnissen der liebenswerten, patenten Frau Bergmann. Richtig gelacht habe ich, als sie berichtet, wie ihre Freundin mit ihrem Mann zu Weihnachten immer Kartoffelsalat herstellte. Großartige Charakterbeschreibung!

Ich habe mich schon erwischt zu schauen, welches Buch ich von ihr als nächstes lese. „Wissen Se“ fand ich aber bis zum Ende schrecklich.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

 

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