[Rezension] Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Judith Kerr)

Veröffentlicht 1. Januar 2020 von erlesenebuecher

Flüchtling, Nähmaschine & Französisch

Appetithäppchen: Berlin, Anfang 1933: Die Nazis stehen kurz vor ihrem entscheidenden Wahlsieg, der Reichstag brennt, der Massenwahn kündigt sich an… In letzter Minute reist Anna mit ihrer Familie in die Schweiz. Doch ihr Vater, ein bekannter jüdischer Journalist, kann dort ebenso wenig Fuß fassen wie ein halbes Jahr später in Paris. Seit ihrer Flucht lebt die Familie in ungewohnt ärmlichen Verhältnissen, und vieles von dem, was zu ihrem Alltag gehörte, musste zu Hause in Berlin bleiben – auch Annas rosa Kaninchen. Endlich zeichnen sich für den Vater in London günstigere Arbeitsbedingungen ab, die Familie kann erst einmal aufatmen…

Verfasserin: Judith Kerr, Tochter des bekannten Theaterkritikers Alfred Kerr, wurde 1923 in Berlin geboren. Während des Dritten Reichs musste sie emigrieren und kam nach London, wo sie auch heute lebt. Judith Kerr hat neben Kinderbüchern zwei weitere Romane geschrieben, Forsetzungen des vorliegenden Bandes.

[Ravensburger Buchverlag (1987)]

Meine Meinung: Ich muss zugeben, dass ich das Buch in meiner Kindheit nie gelesen habe. Irgendwie ist es an mir vorbei gegangen, auch in der Schule haben wir andere Bücher gelesen. Jedenfalls wollte ich es schon lange nachholen und jetzt sollte es natürlich vor dem Kinofilm sein.

Die Jüdin Anna lebt in den 30er Jahren in Berlin mit ihrem größeren Bruder und ihren Eltern, wobei ihr Vater ein bekannter Schriftsteller und Journalist ist. Kurz vor den Wahlen, an denen Hitler an die Macht kommen wird, kann die Familie in die Schweiz fliehen. Das Leben als Flüchtling ist schwierig, aber auch etwas aufregend. Nach der Schweiz geht es nach Frankreich und dann nach England.

Die Geschichte bringt natürlich das Gefühl der verlorenen Heimat näher und die immer wieder neuen Herausforderungen sich neu anzupassen, die Sprache und Sitten zu lernen, um dann irgendwie zu merken, dass man nirgendwo so richtig zugehört. Eine Erfahrung bzw. ein Gefühl, welches für viele immer noch aktuell ist. Das bringt das Buch gut rüber und macht es Kindern verständlich. Aber ich habe vielleicht etwas mehr oder etwas anderes erwartet. So gibt es meines Erachtens eindringlichere Bücher aus der Zeit des Dritten Reiches, wie beispielsweise das Tagebuch der Anne Frank.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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