[Rezension] Als mein Bruder ein Wal wurde (Nina Weger)

Veröffentlicht 2. Mai 2020 von erlesenebuecher

Wattezeit, Urinbeutel & Gartentrampolin

Appetithäppchen: Darf man über das Leben eines anderen bestimmen? Und woher soll man wissen, was richtig und falsch ist, wenn man ihn nicht fragen kann? Belas großer Bruder Julius liegt im Wachkoma, die Familie soll eine Entscheidung treffen und steht kurz davor, auseinanderzubrechen. Und jetzt? Belas Freundin Martha würde zum Papst fahren. Der muss schließlich wissen, was in so einem Fall zu tun ist. Heimlich schlachten die beiden ihre Sparschweine, klauen eine Kreditkarte und begeben sich auf eine abenteuerliche reise nach Rom, um eine Antwort zu finden und Belas Familie zu retten.

Verfasserin: Nina Weger, 1970 geboren, war nach dem Abitur zunächst eine Saison lang als Seiltänzerin beim „Circus Belly“ beschäftigt, bevor sie eine Journalistenschule besuchte und als Redakteurin und Regieassistentin arbeitete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Kindern als freie Autorin in Hannover und schreibt unter anderem Drehbücher für bekannte Fernsehserien. Nebenbei leitet sie mit einer Freundin ehrenamtlich den „Kinderzirkus Giovanni“, der mit dem „Deutschen Kinderpreis“ ausgezeichnet wurde.

[Verlag Friedrich Oetinger (2019)]

Meine Meinung: Ein schwieriges Thema in einem Jugendbuch zu verarbeiten ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Aber Frau Weger gelingt es, diese zu meistern. Zugegeben der Anfang des Buches ist wirklich nicht leicht zu verdauen und schon heftig. Es schnürt einem die Luft weg und gerade als Mutter ist es schwer zu ertragen. Die Autorin schafft es, den Verlust, Schmerz und das Entsetzen so darzustellen, dass es nachvollziehbar ist, ohne einen völlig zu zerrreißen – gerade richtig für ein Jugendbuch.

Besonders wichtig ist es in einem solchen Moment die Geschwisterkinder nicht aus dem Blick zu verlieren, wobei es die Eltern oft gar nicht allein leisten können. Da müssen Hilfen von außen auftreten. Das passiert hier in Form eines Mädchens, dass selbst gerade einen schweren Verlust erleben musste. Gemeinsam starten Martha und Bela auf eine abenteuerliche Reise nach Rom. Ihr Ziel ist der Papst, der all die Fragen beantworten soll, die die Kinder sich in ihrem Herzen stellen.

Aber die Reise verläuft etwas anders als geplant und sie müssen viele Hürden überwinden. Allerdings ist es auch ein Verarbeitungs- und Reinigungsprozess, so dass sie am Ende vielleicht mehr erreicht haben, als sie dachten. Der Weg ist das Ziel.

Ein tolles Buch, das mir in Erinnerung bleiben wird.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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