Kinderbuch

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Seeräubermoses (Kirsten Boie)

Veröffentlicht 9. April 2017 von erlesenebuecher

Waschbalje, Blutroter Blutrubin des Verderbens & Rübe ab

Appetithäppchen: Es ist eine wilde, stürmische Gewitternacht, als Moses zu den Seeräubern kommt: In einer hölzernen Waschbalje schaukelt das winzige Baby auf dem tosenden Meer. Käptn Klaas und seine Männer werden Moses‘ beste Freunde und Ersatzeltern. Da wird Moses eines Tages von Käptn Klaas‘ größtem Widersacher, Olle Holzbein, gekidnappt. Olle verlangt als Lösegeld die Schatzkarte für den Blutroten Blutrubin des Verderbens. Und er scheint auch etwas über Moses‘ wahre Herkunft zu wissen. Mit Dohlenhannes, dem neuen Freund, gelingt Moses die Flucht von Olle Holzbeins Schiff. Aber ob sie vor den Seeräubern dem Blutroten Blutrubin auf die Spur kommen und dabei auch noch Moses‘ wirkliche Eltern finden?

Verfasserin: Kirsten Boie, 1950 in Hamburg geboren, promovierte Literaturwissenschaftlerin, ist eine der renommiertesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Für ihr Gesamtwerk wurde sie mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises geehrt. Kirsten Boie hat viele beliebte Kinderbuchfiguren für alle Altergruppen kreiert und engagiert sich stark auf dem Gebiet der Leseförderung. Nicht nur „Paule ist ein Glücksgriff“ – so der Titel ihres Debütromans – sondern auch „Kirsten Boie ist ein Glücksfall für die deutsche Kinderbuch-Literatur“ (NDR).

[Verlag Friedrich Oetinger (2009)]

Meine Meinung: Ich habe dieses Buch meinem sechsjährigen Sohn vorgelesen. Wir hatten schon ein Jahr vorher ein paar Anläufe, aber da war es noch nicht so passend. Dieses Mal haben wir es geschafft und fanden es beide super.

Moses wurde von den Seeräubern der „Wüsten Walli“ als Findelkind aufgenommen und als echter Schiffsjunge erzogen. Nur steckt in diesem kleinen Seeräuber so viel mehr, als man auf den ersten Blick erahnt. Nicht zuletzt wird Seeräubermoses von den Erzfeind Olle Holzbein entführt. Aber mit Dohlenhannes Hilfe kann Moses fliehen. Allerdings bleibt die Suche nach dem Blutroten Blutrubin des Verderbens noch offen…

Das Buch hat viele aufregende, kindgerechte Abenteuer voller Seemannssprache und etwas -garn zu bieten. Die Protagonisten sind spannend, lustig und abwechslungsreich. Uns hat aber besonders gut gefallen, dass es einige überraschende Wendungen gab, die man manchmal schon erahnen konnte, so dass wir uns schon vorher überlegt haben, wie es wohl weitergehen könnte.

Wir haben von Kirsten Boie auch schon einige Ritter Trenk-Bücher gelesen und auch bei diesem (aber zum Glück nicht so nervig wie bei Ritter Trenk) werden immer mal wieder einige sprachliche Ausdrücke und die finsteren Zeiten der Seeräuberei erklärt. Das macht sie einerseits nett und kindgerecht, andererseits nervt dieses ständige „wie du bestimmt weißt“ etwas.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Ella in der zweiten Klasse (Timo Parvela)

Veröffentlicht 16. Januar 2017 von erlesenebuecher

Pechvogellied, Cornflakes & Rambo

Appetithäppchen: Die lustigsten Sachen passieren immer in der Schule. Lustig ist zum Beispiel, dass Ellas Lehrer mit der Klasse für die Schülerolympiade Sackhüpfen trainiert und sogar mit der Direktorin um die Wette hüpft. Gewonnen hätte sicher die Direktorin, wenn da nicht die Gießkanne plötzlich im Weg gestanden hätte – ausgerechnet vor der Rosenhecke…

Verfasser: Timo Parvela, 1964 geboren, war gern Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er schreibt für Erwachsene und Kinder und wurde dafür vielfach ausgezeichnet.

[Deutscher Taschenbuch Verlag (2011)]

Meine Meinung: Wir haben nun das zweite Buch der Ella-Reihe gelesen und waren wieder begeistert. Mein Sohn und ich mögen einfach Ella, ihre Klassenkameraden und ihren Lehrer. Die Geschichten von Parvela sind voller Humor, Leichtigkeit, Ironie und Spannung.

Es sind wieder drei Geschichten in dem Buch. In der ersten sollen die Schüler an einer Schülerolympiade teilnehmen, allerdings sind der Lehrer und die Direktorin irgendwie am engagiertesten. In der zweiten Geschichte kommt ein neuer Schüler in die Klasse, der nicht nur ständig auf die Nase haut, sondern anscheinend auch von weit weg kommt. In der letzten findet eine Nacht, die nicht mit Namen genannt werden darf, statt.

Ich fand aber das erste Buch noch ein wenig besser. Da waren wirklich großartige Geschichten mit Pekka dabei, der dieses Mal nur in der ersten Geschichte eine Hauptrolle spielt und da nicht besonders gut drauf ist, da er aus einem kaputten Haushalt kommt. Jedoch ist dieses Buch immer noch ein wunderbares Kinderbuch, welches ich nur empfehlen kann.

In Finnland sind diese Bücher Schullektüre und das wundert mich nicht. Ironie muss auch gelernt und verstanden werden.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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Christbaumgeschichten (Isolde Heyne)

Veröffentlicht 11. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Eichhörnchen, Räder & Gespenst

Appetithäppchen: Was wäre das Weihnachtsfest ohne Christbaum? Mit bunten Kugeln, Lametta und Tannenzapfen aus Schokolade geschmückt, ist er der Mittelpunkt jeder Bescherung. – Aber bis es wirklich soweit ist, kann allerlei geschehen: Mischa zum Beispiel fällt der Karton mit dem Christbaumschmuck polternd aus dem Regal. Die schönen Kugeln zerspringen in tausend Teile… Die Tanne im Garten soll gefällt werden, um dann als Christbaum im Zimmer zu stehen. Doch in den Zweigen wohnt ein Eichhörnchen… Der Weihnachtsmann steht am Heiligabend da und hat nicht mal einen Weihnachtsbaum… Sechs heitere und besinnliche Geschichten erzählen von Christbäumen und von der Weihnachtszeit und stimmen ein auf das Fest.

Verfasserin: Isolde Heyne wurde 1931 in Prödlitz bei Aussig geboren. Durch die Nachkriegsereignisse kam sie nach Sachsen und lebte dann bis 1979 in Leipzig. Sie studierte von 1961 bis 1964 am dortigen Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ und schloss mit dem Diplom ab. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin für Verlage, Rundfunk und Fernsehen. 1979 entschloss sie sich, künftig in der Bundesrepublik Deutschland zu leben. In den folgenden Jahren entstanden bemerkenswerte Kinder- und Jugendbücher.

[Loewe Verlag (1990)]

Meine Meinung: Ebenso wie das Nikolausgeschichten-Buch haben wir auch dieses Buch aus unserer Bücherei, bei der es ausgemustert wurde. Ebenfalls wie in dem anderen Buch findet man einige nette Geschichten in ihm, hier allerdings zum Thema „Christbaum“. In allen geht es um einen Weihnachtsbaum: mal soll er nicht gefällt werden, mal sind Süßigkeiten an ihm, die verschwinden, oder der Schmuck für den Baum geht kaputt.

Die Geschichten sind alle nett und lassen sich schnell vorlesen. Die Bilder sind auch ganz süß und jeweils passend zur Geschichte. Mein Sohn fühlte sich gut unterhalten. Aber es fehlt ein bisschen das gewisse Extra. Ich werde die Geschichten schnell vergessen, nichts ist so wirklich hängengeblieben. Aber für den Moment sind sie wirklich schön.

In einer Geschichte wird ein Familienmitglied im Krankenhaus mit dem Weihnachtsbaum von Zuhause überrascht und in der anderen geht es um ein Eichhörnchen, dass gerade in dem Tannenbaum wohnt, welcher als Christbaum gefällt werden soll. Das gilt es natürlich zu verhindern.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Nikolausgeschichten (Doris Jannausch)

Veröffentlicht 2. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Traktor, Zahnschmerzen & Krampus

Appetithäppchen: Jedes Jahr am 6. Dezember kommt der Nikolaus auf die Erde und beschenkt die Kinder. Meistens bewältigt er seine große Aufgabe ja ohne Probleme. Doch hier und da kann schon einmal etwas Unvorhergesehenes passieren. Denn auch ein Nikolaus bekommt mal Zahnschmerzen oder muss sich mit einem störrischen Esel herumplagen. Manchmal kommt er nicht rechtzeitig an, dann muss ein Vater für ihn einspringen. Einmal ist es dem Nikolaus sogar passiert, dass er dem Osterhasen in die Quere kam…

Verfasserin: Doris Jannausch, zeitweise auch gelistet als Jannausch-Schmidt, (* 30. August 1925 in Teplitz-Schönau) ist eine deutsche Schriftstellerin, Theater-Schauspielerin und Kabarettistin.

[Loewe Verlag (1985)]

Meine Meinung: Ein älteres Buch, welches bei uns in der Bücherei ausgemustert wurde, so dass wir ihm ein neues Zuhause gegeben haben. Diese älteren Leselöwen-Bücher erinnern mich so sehr an meine Grundschulzeit, da mein Lehrer damals immer aus ihnen vorgelesen hat. Und auch die Geschichten erinnern an die 80er Jahre. Sie sind nicht spektakulär und plätschern angenehm vor sich hin. Es fehlt ihnen ab und an an Spannung oder überraschenden Wendungen. Jedoch sind die sehr schön vorzulesen oder für Leseanfänger selbst zu lesen.

In diesem Buch befinden sich zehn Geschichten rund um den Nikolaus. Folgende Geschichten sind in dem Buch enthalten:

Der Nikolaus beim Zahnarzt

Wie der Nikolaus auf die Straße gesetzt wurde

Zwei Päckchen im Sack

Der Osternikolaus

Frau Selbmeiers Traum

Der kleine Nikolaus

Die Bananenschale

Der Krampus

Eine lustige Fahrt

Der silberne Roboter

Es gibt auch jede Menge schöne schwarz-weiß Zeichnungen von Petra Probst, so dass der Zuhörer jede Menge zu gucken hat.

Einige Geschichten sind bei meinem Sohn besonders hängen geblieben, wie z.B. „Der silberne Roboter“, in der sich ein Junge diesen so sehr wünscht. Da er aber kein Geld hat, klaut er ihn. Allerdings fliegt das Ganze auf und nur der Nikolaus konnte ihn im letzten Moment noch retten. Sehr schön war, dass mein Sohn von sich aus hier thematisierte, was man darf und was nicht, wie schwierig das aber ist, wenn man sich doch etwas so sehr wünscht und wie toll doch der Nikolaus ist… Also ein Buch, welches sich gelohnt hat. Aber für mich nicht weiter im Gedächtnis bleibt.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Ella in der Schule (Timo Parvela)

Veröffentlicht 6. November 2016 von erlesenebuecher

Rotkäppchen, Erpresserbrief & Pekka

Appetithäppchen: Ella geht gern in die Schule. Weil da immer so viele lustige Sachen passieren! Zum Beispiel im Schwimmunterricht, als der Lehrer sagt, dass alle erst in Wasser dürfen, wenn er auf seiner Trillerpfeife pfeift. Wie die sich denn anhört, will Pekka wissen, und da macht es ihm der Lehrer natürlich vor…

Verfasser: Timo Parvela, 1964 geboren, war gern Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er schreibt für Erwachsene und Kinder und wurde dafür vielfach ausgezeichnet.

[Deutscher Taschenbuch Verlag (2010)]

Meine Meinung: Autoren aus Finnland haben es meistens drauf. Bis jetzt war mir das bei Krimis immer sonnenklar, aber es klappt eben auch bei Kinderbüchern, wie mir Mauri Kunnas bei Bilderbüchern schon lange bewiesen hat. Nun auch Timo Parvela, der hier ein wunderbares Kinder-Vorlesebuch geschrieben hat.

Ich habe mich königlich amüsiert und konnte manchmal vor Lachen gar nicht weiterlesen, mein Sohn fand es auch herrlich und hat seine Lieblingsstellen sogar immer wieder zitieren können. Drei Geschichten findet man in diesem Buch. In der ersten glaubt die Klasse, dass der Lehrer erpresst wird und will ihm helfen. In der zweiten geht es um ein Theaterstück, welches aufgeführt werden soll und in der dritten fahren alle auf Klassenfahrt. Allerdings funktioniert alles nie so, wie der Lehrer es sich vorstellt…

Dieser trockene Humor, welcher Kinder und Erwachsene, manchmal auf verschiedenen Ebenen, begeistert, ist einfach prima. Der Lehrer muss mit Ellas Klasse einen Sack Flöhe hüten, die aber alle ihren eigenen Kopf haben. Vor allem Pekka, meines Sohnes und mein Lieblingsprotagonist dieses Buches. Er versteht vieles nicht und wenn doch dann falsch. Unsere absolute Lieblingsszene ist im Theater, als Pekka auf Klo muss… Großartig!

Also wer ein prima Kinderbuch, gerade für frische Schulkinder sucht, ist hier an der richtigen Stelle. Wir haben schon das nächste der Reihe bestellt und ich freue mich jetzt schon auf’s Vorlesen.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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Fliegender Stern (Ursula Wölfel)

Veröffentlicht 24. Oktober 2016 von erlesenebuecher

Zwillingsschlange, Himmelsrand & Ich-sah-Tanz

Appetithäppchen: Eines Tages machen sich die beiden Indianerjungen Fliegender Stern und Grasvogel mutig und ohne Wissen der Erwachsenen auf den Weg zu den Weißen, um zu erfahren, warum diese in ihr Land gekommen sind, die Eisenbahn gebaut und die großen Büffelherden vertrieben haben, so dass die Indianer um ihre Existenz fürchten müssen. Auch wenn sich diese Entwicklung nicht zurückdrehen lässt, machen die beiden Jungen die Erfahrung, dass es durchaus Weiße gibt, mit denen man reden kann und die die Indianer respektieren. Als Fliegender Stern und Grasvogel dann von ihrem Abenteuer zurückkehren, werden sie von ihrem Stamm für diese mutige, wenn auch eigenwillige Aktion voller Hochachtung empfangen.

Verfasserin: Ursula Wölfel stammt aus Duisburg-Hamborn im Ruhrgebiet. Sie studierte Germanistik in Heidelberg und arbeitete nach dem Krieg als Schulhelferin im Odenwald. Nach abgeschlossener Lehrerausbildung und Pädagogikstudium unterrichtete sie als Sonderschullehrerin in Darmstadt. Seit 1961 lebt Ursula Wölfel als freie Schriftstellerin im Odenwald. Ihre Bücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in mehr als 15 Sprachen übersetzt. Für ihr Gesamtwerk erhielt sie den 1991 erstmals verliehenen Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises.

[Carlsen (2007) / Hoch Verlag (1979)]

Meine Meinung: Ich habe dieses Buch als Kind geschenkt bekommen, gelesen und wunderbar gefunden. Dann haben wir es später sogar mit der ganzen Klasse in der Grundschule gelesen und auch da war ich immer noch ganz hin und weg. Ich war und bin ein großer Indianerfan. Als Kind und Jugendliche habe ich viele Bücher zu diesem Thema gelesen, so dass „Fliegender Stern“ da genau ins Schwarze traf.

Nun habe ich es zum vierten Mal gelesen, indem ich es meinem Sohn vorgelesen habe. An einiges konnte ich mich noch erinnern, vieles habe ich aber auch vergessen. Es ist so seltsam, dass man als Erwachsener oder auch in der heutigen Zeit Bücher so anders liest und empfindet. Hätte ich es jetzt zum ersten Mal gelesen, würde ich es ebenfalls gut finden, aber wohl keine emotionale Nähe zur Geschichte aufbauen.  Es ist ein wirklich schönes Kinderbuch, aber eben für Kinder.

Allerdings verbinde ich ja mehr mit dem Buch und dadurch hat es mir auch dieses Mal wieder sehr sehr gut gefallen, vor allem da ich es mit meinem Kind zusammen gelesen habe und wir darüber sprechen konnten.

Trotzdem fand ich anders als früher die große Geschichte rund um Fliegender Stern und Grasvogel, die zu den Weißen Männern reiten, um ihnen von den Büffelherden der Indianer zu erzählen, nicht mehr so unglaublich spannend. Viel besser fand ich die Entwicklung von Fliegender Stern. Vor allem zu Beginn als er einer der Großen werden möchte und eine zeitlang ein wenig zwischen den Welten der Kleinen und der Großen steht. Diese Entwicklung fand ich von Frau Wölfel ganz hervorragend und zutreffend dargestellt, und eben auch so, dass selbst jüngere Kinder dies verstehen.

Bewertung: 5 von 5 Punkten