Kinderbuch

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Lotto macht, was sie will! (Annika Reich)

Veröffentlicht 6. Mai 2017 von erlesenebuecher

Sultanine, Eulenspardose & Minihirsch

Appetithäppchen: Lotto muss sich eine Menge einfallen lassen, damit ihr Tag ein Abenteuer wird: Gleich morgens fliegt sie mit ihrem Borstenkatapult türkis-weiße Zahnpastakurven übers Waschbecken. So macht Zähneputzen Spaß! Danach kippt sie Milch in die Badewanne und badet wie Kleopatra in einem blubbernden Vulkansee. Und den Müll bringt sie nur runter, weil in der Tonne ein geheimnisvoller Minikirsch lebt. Aber das verrät sie natürlich niemandem. Erwachsene verstehen so was nicht. Auch nicht, dass sie Langweile und Brokkoli nicht mag. Dafür liebt Lotto Raketen, ihre Oma und freche Ideen. Und davon hat sie jede Menge!

Verfasserin: Annika Reich, 1973 in München geboren, lebt mit ihren Kindern in Berlin. Sie arbeitet als Gastdozentin an der Kunstakademie Düsseldorf, schreibt für die ZEIT-Online-Kolumne „10 nach 8“ und ist Mitinitiatorin des Aktionsbündnisses „Wir machen das“. Bei Hanser erschienen die Romane „Durch den Wind“ (2010), „34 Meter über dem Meer“ (2012) und „Die Nächte auf ihrer Seite“ (2015). Die Geschichten um Lotto sind ihr Kinderbuchdebüt.

[Carl Hanser Verlag (2016)]

Meine Meinung: Lotto heißt eigentlich Charlotte, aber keiner nennt sie so. Lotto passt viel besser zu ihr, findet das außergewöhnlich fantasievolle Mädchen. Ich habe das Buch meinem sechsjährigen Sohn vorgelesen und wir haben so Lotto einen ganzen Tag begleitet. Sie berichtet vom Aufstehen, Zähne putzen, frühstücken, Müll runterbringen, mit der Tante telefonieren, fenrsehen usw.

Aber vor allem berichtet sie, dass sie mit vielen Dingen unzufrieden ist, die die Erwachsenen von ihr wollen. Sie ist fast die ganze Zeit schlecht gelaunt und schimpft über das Leben. Das hat mich gestört. Natürlich ist das Ganze lustig gemeint, aber manchmal war es so übertrieben, dass man Sohn teilweise etwas ratlos aus der Wäsche geguckt hat und meinte, dass er das alles nicht so schlimm wie Lotto findet.

Man muss dem Buch aber zugute halten, dass es sehr kurzweilig, interessant und abwechslungsreich ist. Das hat uns gefallen. Einen halben Punkt extra gibt es für die süßen, lustigen Bilder von Regina Kehn. Und die Geschichte mit der Eulenspardose war schon ziemlich gut…

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Ella auf Klassenfahrt (Timo Parvela)

Veröffentlicht 29. April 2017 von erlesenebuecher

Bärte, Koj & Ote

Appetithäppchen: In der Schule ist es schön. Nur auf Klassenfahrt ist es noch schöner! Das wissen Ella und ihre Freunde ganz genau. Und da macht es auch gar nichts, dass sie statt am Meer im verschneiten Lappland ankommen, weil Pekka mal wieder Mist gebaut hat. Wegen ihm landete nämlich die Klasse im falschen Flieger. Schwamm drüber, finden Ella und die anderen. Denn diese Reise ist für alle eine Riesenspaß. Wo sonst könnten sie sich ein Skiwettrennen mit dem Weihnachtsmann liefern und dem Lehrer im Schneemobil entkommen? Lustiger war es nie.

Verfasser: Timo Parvela, 1964 geboren, war gern Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er schreibt für Erwachsene und Kinder und wurde dafür vielfach ausgezeichnet.

[Deutscher Taschenbuch Verlag (2012)]

Meine Meinung: Das ist nun schon das dritte Buch, welches mein Sohn und ich über Ella und ihre Klasse gelesen haben. Es macht noch immer Spaß und der Schreibstil sowie die Ideen bleiben weiterhin sehr erfrischend. Aber in meinen Augen schwächelte Parvela hier ein bisschen.

Die Geschichte war nicht ganz so locker flockig wie in den ersten Bänden. Es fehlt ja auch der Schulalltag, da die Klasse mit ihrem Lehrer auf einer Klassenfahrt ist, die überraschenderweise nach Lappland führt, wo ja bekanntlich der Weihnachtsmann wohnt, aber eben auch der Vater des Lehrers und dieser sieht aus wie der Weihnachtsmann oder ist er es sogar? Die Klasse glaubt ja und hat nun Angst, dass sie als Wichtel da bleiben müssen. Das gilt es zu verhindern. Wie es aussieht verfolgt der Lehrer aber ganz eigene Pläne…

Es ist turbulent und schnell, manchmal wird der Leser fast abgehängt. Leider kam mir einiges ein wenig zu kurz, so wird die Wahrheit, welche Ella und ihre Mitschüler nicht erkennen, nur angedeutet, so dass z.B. mein Sohn ohne meine Hilfe kaum eine Chance hatte den Witz des gesamten Buches zu erkennen. Das ist für mich als erwachsener Vorleser nett und lustig, aber für Kinder vielleicht doch nicht alles zu verstehen. Aber es gab zum Glück noch genug witzige Szenen, die uns gemeinsam amüsiert haben. Allerdings kam Pekka eindeutig zu kurz.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Seeräubermoses (Kirsten Boie)

Veröffentlicht 9. April 2017 von erlesenebuecher

Waschbalje, Blutroter Blutrubin des Verderbens & Rübe ab

Appetithäppchen: Es ist eine wilde, stürmische Gewitternacht, als Moses zu den Seeräubern kommt: In einer hölzernen Waschbalje schaukelt das winzige Baby auf dem tosenden Meer. Käptn Klaas und seine Männer werden Moses‘ beste Freunde und Ersatzeltern. Da wird Moses eines Tages von Käptn Klaas‘ größtem Widersacher, Olle Holzbein, gekidnappt. Olle verlangt als Lösegeld die Schatzkarte für den Blutroten Blutrubin des Verderbens. Und er scheint auch etwas über Moses‘ wahre Herkunft zu wissen. Mit Dohlenhannes, dem neuen Freund, gelingt Moses die Flucht von Olle Holzbeins Schiff. Aber ob sie vor den Seeräubern dem Blutroten Blutrubin auf die Spur kommen und dabei auch noch Moses‘ wirkliche Eltern finden?

Verfasserin: Kirsten Boie, 1950 in Hamburg geboren, promovierte Literaturwissenschaftlerin, ist eine der renommiertesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Für ihr Gesamtwerk wurde sie mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises geehrt. Kirsten Boie hat viele beliebte Kinderbuchfiguren für alle Altergruppen kreiert und engagiert sich stark auf dem Gebiet der Leseförderung. Nicht nur „Paule ist ein Glücksgriff“ – so der Titel ihres Debütromans – sondern auch „Kirsten Boie ist ein Glücksfall für die deutsche Kinderbuch-Literatur“ (NDR).

[Verlag Friedrich Oetinger (2009)]

Meine Meinung: Ich habe dieses Buch meinem sechsjährigen Sohn vorgelesen. Wir hatten schon ein Jahr vorher ein paar Anläufe, aber da war es noch nicht so passend. Dieses Mal haben wir es geschafft und fanden es beide super.

Moses wurde von den Seeräubern der „Wüsten Walli“ als Findelkind aufgenommen und als echter Schiffsjunge erzogen. Nur steckt in diesem kleinen Seeräuber so viel mehr, als man auf den ersten Blick erahnt. Nicht zuletzt wird Seeräubermoses von den Erzfeind Olle Holzbein entführt. Aber mit Dohlenhannes Hilfe kann Moses fliehen. Allerdings bleibt die Suche nach dem Blutroten Blutrubin des Verderbens noch offen…

Das Buch hat viele aufregende, kindgerechte Abenteuer voller Seemannssprache und etwas -garn zu bieten. Die Protagonisten sind spannend, lustig und abwechslungsreich. Uns hat aber besonders gut gefallen, dass es einige überraschende Wendungen gab, die man manchmal schon erahnen konnte, so dass wir uns schon vorher überlegt haben, wie es wohl weitergehen könnte.

Wir haben von Kirsten Boie auch schon einige Ritter Trenk-Bücher gelesen und auch bei diesem (aber zum Glück nicht so nervig wie bei Ritter Trenk) werden immer mal wieder einige sprachliche Ausdrücke und die finsteren Zeiten der Seeräuberei erklärt. Das macht sie einerseits nett und kindgerecht, andererseits nervt dieses ständige „wie du bestimmt weißt“ etwas.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Ella in der zweiten Klasse (Timo Parvela)

Veröffentlicht 16. Januar 2017 von erlesenebuecher

Pechvogellied, Cornflakes & Rambo

Appetithäppchen: Die lustigsten Sachen passieren immer in der Schule. Lustig ist zum Beispiel, dass Ellas Lehrer mit der Klasse für die Schülerolympiade Sackhüpfen trainiert und sogar mit der Direktorin um die Wette hüpft. Gewonnen hätte sicher die Direktorin, wenn da nicht die Gießkanne plötzlich im Weg gestanden hätte – ausgerechnet vor der Rosenhecke…

Verfasser: Timo Parvela, 1964 geboren, war gern Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er schreibt für Erwachsene und Kinder und wurde dafür vielfach ausgezeichnet.

[Deutscher Taschenbuch Verlag (2011)]

Meine Meinung: Wir haben nun das zweite Buch der Ella-Reihe gelesen und waren wieder begeistert. Mein Sohn und ich mögen einfach Ella, ihre Klassenkameraden und ihren Lehrer. Die Geschichten von Parvela sind voller Humor, Leichtigkeit, Ironie und Spannung.

Es sind wieder drei Geschichten in dem Buch. In der ersten sollen die Schüler an einer Schülerolympiade teilnehmen, allerdings sind der Lehrer und die Direktorin irgendwie am engagiertesten. In der zweiten Geschichte kommt ein neuer Schüler in die Klasse, der nicht nur ständig auf die Nase haut, sondern anscheinend auch von weit weg kommt. In der letzten findet eine Nacht, die nicht mit Namen genannt werden darf, statt.

Ich fand aber das erste Buch noch ein wenig besser. Da waren wirklich großartige Geschichten mit Pekka dabei, der dieses Mal nur in der ersten Geschichte eine Hauptrolle spielt und da nicht besonders gut drauf ist, da er aus einem kaputten Haushalt kommt. Jedoch ist dieses Buch immer noch ein wunderbares Kinderbuch, welches ich nur empfehlen kann.

In Finnland sind diese Bücher Schullektüre und das wundert mich nicht. Ironie muss auch gelernt und verstanden werden.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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Christbaumgeschichten (Isolde Heyne)

Veröffentlicht 11. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Eichhörnchen, Räder & Gespenst

Appetithäppchen: Was wäre das Weihnachtsfest ohne Christbaum? Mit bunten Kugeln, Lametta und Tannenzapfen aus Schokolade geschmückt, ist er der Mittelpunkt jeder Bescherung. – Aber bis es wirklich soweit ist, kann allerlei geschehen: Mischa zum Beispiel fällt der Karton mit dem Christbaumschmuck polternd aus dem Regal. Die schönen Kugeln zerspringen in tausend Teile… Die Tanne im Garten soll gefällt werden, um dann als Christbaum im Zimmer zu stehen. Doch in den Zweigen wohnt ein Eichhörnchen… Der Weihnachtsmann steht am Heiligabend da und hat nicht mal einen Weihnachtsbaum… Sechs heitere und besinnliche Geschichten erzählen von Christbäumen und von der Weihnachtszeit und stimmen ein auf das Fest.

Verfasserin: Isolde Heyne wurde 1931 in Prödlitz bei Aussig geboren. Durch die Nachkriegsereignisse kam sie nach Sachsen und lebte dann bis 1979 in Leipzig. Sie studierte von 1961 bis 1964 am dortigen Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ und schloss mit dem Diplom ab. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin für Verlage, Rundfunk und Fernsehen. 1979 entschloss sie sich, künftig in der Bundesrepublik Deutschland zu leben. In den folgenden Jahren entstanden bemerkenswerte Kinder- und Jugendbücher.

[Loewe Verlag (1990)]

Meine Meinung: Ebenso wie das Nikolausgeschichten-Buch haben wir auch dieses Buch aus unserer Bücherei, bei der es ausgemustert wurde. Ebenfalls wie in dem anderen Buch findet man einige nette Geschichten in ihm, hier allerdings zum Thema „Christbaum“. In allen geht es um einen Weihnachtsbaum: mal soll er nicht gefällt werden, mal sind Süßigkeiten an ihm, die verschwinden, oder der Schmuck für den Baum geht kaputt.

Die Geschichten sind alle nett und lassen sich schnell vorlesen. Die Bilder sind auch ganz süß und jeweils passend zur Geschichte. Mein Sohn fühlte sich gut unterhalten. Aber es fehlt ein bisschen das gewisse Extra. Ich werde die Geschichten schnell vergessen, nichts ist so wirklich hängengeblieben. Aber für den Moment sind sie wirklich schön.

In einer Geschichte wird ein Familienmitglied im Krankenhaus mit dem Weihnachtsbaum von Zuhause überrascht und in der anderen geht es um ein Eichhörnchen, dass gerade in dem Tannenbaum wohnt, welcher als Christbaum gefällt werden soll. Das gilt es natürlich zu verhindern.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Nikolausgeschichten (Doris Jannausch)

Veröffentlicht 2. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Traktor, Zahnschmerzen & Krampus

Appetithäppchen: Jedes Jahr am 6. Dezember kommt der Nikolaus auf die Erde und beschenkt die Kinder. Meistens bewältigt er seine große Aufgabe ja ohne Probleme. Doch hier und da kann schon einmal etwas Unvorhergesehenes passieren. Denn auch ein Nikolaus bekommt mal Zahnschmerzen oder muss sich mit einem störrischen Esel herumplagen. Manchmal kommt er nicht rechtzeitig an, dann muss ein Vater für ihn einspringen. Einmal ist es dem Nikolaus sogar passiert, dass er dem Osterhasen in die Quere kam…

Verfasserin: Doris Jannausch, zeitweise auch gelistet als Jannausch-Schmidt, (* 30. August 1925 in Teplitz-Schönau) ist eine deutsche Schriftstellerin, Theater-Schauspielerin und Kabarettistin.

[Loewe Verlag (1985)]

Meine Meinung: Ein älteres Buch, welches bei uns in der Bücherei ausgemustert wurde, so dass wir ihm ein neues Zuhause gegeben haben. Diese älteren Leselöwen-Bücher erinnern mich so sehr an meine Grundschulzeit, da mein Lehrer damals immer aus ihnen vorgelesen hat. Und auch die Geschichten erinnern an die 80er Jahre. Sie sind nicht spektakulär und plätschern angenehm vor sich hin. Es fehlt ihnen ab und an an Spannung oder überraschenden Wendungen. Jedoch sind die sehr schön vorzulesen oder für Leseanfänger selbst zu lesen.

In diesem Buch befinden sich zehn Geschichten rund um den Nikolaus. Folgende Geschichten sind in dem Buch enthalten:

Der Nikolaus beim Zahnarzt

Wie der Nikolaus auf die Straße gesetzt wurde

Zwei Päckchen im Sack

Der Osternikolaus

Frau Selbmeiers Traum

Der kleine Nikolaus

Die Bananenschale

Der Krampus

Eine lustige Fahrt

Der silberne Roboter

Es gibt auch jede Menge schöne schwarz-weiß Zeichnungen von Petra Probst, so dass der Zuhörer jede Menge zu gucken hat.

Einige Geschichten sind bei meinem Sohn besonders hängen geblieben, wie z.B. „Der silberne Roboter“, in der sich ein Junge diesen so sehr wünscht. Da er aber kein Geld hat, klaut er ihn. Allerdings fliegt das Ganze auf und nur der Nikolaus konnte ihn im letzten Moment noch retten. Sehr schön war, dass mein Sohn von sich aus hier thematisierte, was man darf und was nicht, wie schwierig das aber ist, wenn man sich doch etwas so sehr wünscht und wie toll doch der Nikolaus ist… Also ein Buch, welches sich gelohnt hat. Aber für mich nicht weiter im Gedächtnis bleibt.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten