Rezensionen 2013

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Hilfe, die Herdmanns kommen (Barbara Robinson)

Veröffentlicht 30. November 2013 von erlesenebuecher

Krippenspiel, Herodes & ein blaues Auge

Appetithäppchen: Der ganze Stadtteil ist sich einig: Die Herdmann-Kinder sind die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie lügen, klauen, rauchen Zigarren, bringen die Nachbarn zur Verzweiflung und können ein Klassenzimmer mithilfe ihrer halbwilden Katzen in der Rekordzeit von drei Minuten völlig leer fegen. Jetzt haben sie es sogar geschafft, sämtliche Hauptrollen in dem Krippenspiel zu bekommen, das zu Weihnachten aufgeführt werden soll. Natürlich erwartet jeder das schlimmste Krippenspiel aller Zeiten…

Verfasserin: Barbara Robinson, 1927 in den USA geboren, studierte Literatur und Theaterwissenschaft. Sie schrieb Kurzgeschichten, Bühnenstücke und Kinderbücher, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Ehrendoktor für Literatur der Harvard University. „Hilfe, die Herdmanns kommen“, 1972 erschienen, erhielt zahlreiche Literaturpreise und stand mehrere Jahre auf der Liste der „bemerkenswerten Kinderbücher“ (ALA Notable Children’s Books). In den USA gehören die Geschichten über die Geschwister Herdmann zur beliebtesten Lektüre bei Schulkindern im ganzen Land und Barbara Robinson, die sich stark für Projekte der Leseförderung engagiert, ist ein gern gesehener Gast in Schulen und Bibliotheken. In Deutschland nähert sich die Auflage dieses Weihnachtsmärchens der besonderen Art inzwischen der Millionengrenze. Die Faszination ist unverändert für den anarchischen Witz von Ralf, Eugenia, Leopold, Klaus, Olli und Hedwig Herdmann, diese „Orgelpfeifen des Schreckens“ (DIE WELT).

[Verlag Friedrich Oetinger (1974)]

Meine Meinung: Ich habe vorher noch nie etwas von diesem Buch gehört. Anscheinend ist mir da während meiner Kindheit etwas entgangen. Ich kann mir schon vorstellen, dass ich die Geschichte über diese ungezogenen, verwahrlosten, prügelnden, aber auch irgendwie liebenswerten Geschwister als Kind wirklich richtig klasse gefunden hätte. Nun als Erwachsene ist es etwas schwierig zu beurteilen.

Bis zur Mitte des Buches fand ich es nicht besonders. Es lässt sich zwar super lesen und ist auch wirklich nett, kurzweilig und unterhaltsam, aber auch nicht mehr. Ich musste nicht einmal schmunzeln.

Aber dafür hat das Ende ein wenig was rausgehauen. Das war clever und ging sogar etwas ins Herz.

Besonders zu beachten ist aber natürlich, dass das Buch schon 40 Jahre alt ist. Und dafür kann ich nur sagen: Chapeau!

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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Friedhof der Kuscheltiere (Stephen King)

Veröffentlicht 30. November 2013 von erlesenebuecher

Tierfriedhof, Lazarus & Der Acker im Herzen eines Mannes ist steiniger

Appetithäppchen: Das weiße Haus am Rande der Kleinstadt Ludlow im amerikanischen Bundesstaat Maine bietet ein Bild idyllischen Friedens. Dahinter liegt ein uralter indianischer Begräbnisplatz voll umgestürzter Grabmale: Ein Ort, an dem es umgeht, ein Ort absurder, gottloser Versuchungen… Stephen Kings Roman erzählt die Geschichte einer ganz normalen Familie, in deren Leben sich eine geheimnisvolle Macht einschleicht. Der Leser wird in ein Labyrinth voll schrecklicher Geheimnisse geführt, in eine Welt des Makabren und Morbiden – eine Welt, in der es neben der Idylle auch den Alptraum gibt.

Verfasser: Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolgt, Carrie, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

[Heyne Verlag (1988)]

Meine Meinung: Je mehr King-Bücher ich lese, desto mehr ziehe ich meinen Hut vor dem Meister. Also, dass er ein Meister ist, war mir schon lange klar, aber trotzdem wird es mir bei jedem seiner Werke immer mehr bewusst. Man selbst entwickelt sich ja auch weiter und früher war ich wohl noch etwas mehr fasziniert, entsetzt, schockiert… Das ist weniger geworden, aber dafür kriege ich den Mund nicht zu, wenn sich diese Charakterbeschreibungen, -entwicklungen und -beziehungen vor mir entfalten. Das ist der Hammer.

Louis Creed war mir gleich auf den ersten paar Seiten so unsympathisch, dass ich dachte: Na prost Mahlzeit, das wird ja ein Krampf mit dem Buch. Aber King schafft es Louis‘ Seelenleben so detailliert, nachvollziehbar und lebendig darzustellen, dass man sich fast mit dem Protagonisten identifiziert, ihn zumindest mag und am Ende des Buches etwas vermisst, wobei sein Wahnsinn am Ende fast greifbar ist.

Etwas enttäuscht wurde ich, da ich mich wirklich so gefreut habe, endlich mal wieder eines der älteren Bücher von King zu lesen, da ich dachte, jetzt wird es richtig gruselig, na ein richtiger Horrorklassiker… Aber, wie schon gesagt, vielleicht liegt es auch an mir, ich fand es schon spannend, entsetzlich und furchtbar, aber eben nicht so richtig gruselig, so dass man nachts nicht weiterlesen möchte, da man Angst bekommt.

Die Handlung war sehr vorhersehbar, was der Spannung aber keinen Abbruch tat. Ständig ahnte man, was passierte, meinte aber, nein, dass ist zu schrecklich, hat sich aber innerlich doch gewünscht, dass es so passiert. Sehr erfreulich ist auch, dass bei kaum einem King-Buch das Ende schwächelt. So auch hier nicht. Brilliant!

Wirklich entsetzlich und kaum zu ertragen, war für mich mal wieder, dass es um einen kleinen Jungen geht. Als Mutter ist sowas immer schwer zu lesen.

Insgesamt aber ein guter Psychoroman mit einigen schauderhaften Ansätzen.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Jungen! Wie sie glücklich heranwachsen (Steve Biddulph)

Veröffentlicht 29. November 2013 von erlesenebuecher

Rollenvorbilder, Liebe & Testosteron

Appetithäppchen: Jungen sind anders als Mädchen: Sie zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten und geraten öfter in Schwierigkeiten. Der australische Psychologe und Familientherapeut Steve Biddulph zeigt Eltern, was in ihren Söhnen wirklich vorgeht, und erläutert, wie sie zu glücklichen und selbstbewussten Männern heranwachsen.

Verfasser: Steve Biddulph (*1953 in Saltburn-by-the-Sea, Yorkshire, England) ist ein australischer Familienpsychologe. Er lebt und arbeitet zusammen mit seiner Frau und Co-Autorin Shaaron Biddulph in Tasmanien, Australien. Er ist ein Männeraktivist. Als Psychologe befasst er sich seit über 25 Jahren mit dem Thema Familie. Seine Bücher kritisieren den Wahnwitz unserer modernen Zeit, der zunehmenden Isolation durch das Verschwinden der Gemeinschaft und den damit verbundenen Schwierigkeiten für die Eltern. Sie stehen aber auch für einen Wandel im Denken über die Bedürfnisse der Kinder.

[Wilhelm Heyne Verlag (2002)]

Meine Meinung: Ich habe schon so viele Erziehungsratgeber u.ä. gelesen und habe nicht erwartet wirklich Neues zu erfahren, sondern eher altes Wissen aufzufrischen und wieder vor Augen zu führen. Aber dieses Buch hat mich doch überrascht.

Es ist wirklich gut geschrieben, amüsant, mit vielen Beispielen, kurzweilig und trotzdem sehr informativ. Ich habe viele neue, interessante Dinge erfahren. Schon allein das Kapitel „Testosteron“ sollten alle Eltern von Jungen gelesen haben! Vor allem für Mütter ist es wichtig, den kleinen Mann kennen zu lernen, da man ja nicht von sich selbst auf ihn schließen kann. Ich werde das Buch auf jeden Fall in einigen Jahren, wenn mein Sohn ein Teenager ist, noch einmal lesen.

Es gibt aber auch ein paar kleine Kritikpunkte. Zum einen ärgern mich immer wieder diese Sätze, dass es so schlecht ist, wenn die Mutter so früh wieder arbeiten geht. Ich kann dieses Der-Mutter-ein-schlechtes-Gewissen-einreden echt nicht mehr ertragen! Man kann es nicht pauschalisieren! Einige müssen nun mal wieder arbeiten und einige Kinder sind auch einfach die geborenen Krippenkinder und blühen dort total auf. Dafür haben sie dann nachmittags Eltern, die sich riesig auf ihr Kind freuen und mit ihm die gesamte Freizeit verbringen… Ach, da könnte ich mich noch lange drüber auslassen.

Ein anderer Punkt, der mich noch etwas nachdenklich zurück lässt, ist eigentlich kein wirklicher Kritikpunkt. Biddulph tritt sehr für jungenfreundliche Bildung ein. Das kann ich gut nachvollziehen. Das Lernen in der Schule kommt momentan eindeutig mehr den Mädchen entgegen und Jungen geraten immer mehr ins Hintertreffen. Das ist eine Tendenz, der man entgegen wirken muss. Nur kann ich da z.B. wenig machen, da es vor allem darum geht, dass mehr Männer Lehrer werden müssen! Wir brauchen dringend mehr männliche Lehrkräfte an den Schulen. Nur wie soll ich z.B. bei meinen Schülern Werbung für den Beruf machen, wenn es einfach langsam ein Job wird, der nicht zu empfehlen ist wegen der großen Belastung, dem irren Zeitaufwand und der wenigen Anerkennung. Schade!

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Drei Wünsche (Petra Oelker)

Veröffentlicht 15. November 2013 von erlesenebuecher

Domkirche, Weihnachtspyramide & Hündchen

Appetithäppchen: Auf dem Weihnachtsmarkt im Hamburger Dom, mitten im Gedränge der Marktleute und ihrer flanierenden Kundschaft, suchen drei Frauen das Glück: Theda hat ihre Stellung verloren, eine Vernunftehe in der ostfriesischen Heimat scheint der einzige Ausweg. Madame Augusta hadert mit dem Tod ihrer alten Vertrauten, trotz des Trubels fühlt sie sich allein. Elsi hat sich verliebt, doch ihr Vater ist alles andere als einverstanden mit ihrer Wahl. Drei Frauen, drei Wünsche. Sie alle hoffen auf ein Weihnachtswunder…

Verfasserin: Petra Oelker, geboren 1947, arbeitete als Journalistin und Autorin von Sachbüchern und Biographien. Mit „Tod am Zollhaus“ schrieb sie den ersten ihrer erfolgreichen historischen Kriminalromane um die Komödiantin Rosina im alten Hamburg. Zu ihren in der Gegenwart angesiedelten Romanen gehören „Der Klosterwald“ und „Tod auf dem Jakobweg“.

[Rowohlt Taschenbuch Verlag (2011)]

Meine Meinung: Eine Geschichte wie „auf dem Sofa in einer Decke eingekuschelt sein und heißen Kakao trinken“. Sehr warm, sehr gemütlich und sehr schön. Allerdings fehlen ein wenig die Highlights, die aufregenden Momente, die einen mitreißen.

Das Cover ist sehr liebe- und stimmungvoll gestaltet. Ähnliche Zeichnungen findet man auch im Buch. Was mich persönlich am meisten angesprochen und berührt hat, war, dass die Geschichte im alten Hamburg spielt. Da kommen Heimatgefühle auf und es macht immer Spaß, wenn Orte beschrieben werden, die man kennt.

Die Geschichte über die drei Frauen ist gut durchdacht und raffiniert miteinander verquickt. Aber, was ich schon sagte, es plätschert ein wenig vor sich her und so ganz konnte mich die Weihnachtsstimmung nicht packen, welche ich auf jeden Fall erwartet habe.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Das Tal 1.1 – Das Spiel (Krystyna Kuhn)

Veröffentlicht 13. November 2013 von erlesenebuecher

Loreley, Bootshaus & Everybody’s Darling

Appetithäppchen: Eine coole Einweihungsparty im Bootshaus, so feiern die neuen Studenten ihre Ankunft im Grace College. Doch schon bald merken Julia und ihre Freunde, dass in dem abgelegenen Tal mitten in den kanadischen Bergen etwas nicht stimmt. Wozu die vielen Verbotsschilder rund um das College? Und warum ist der Ort nicht auf Google Earth zu finden? Die Lage spitzt sich zu, als Julias Bruder Robert beobachtet, wie ein Mädchen in den Lake Mirror springt und von einem Strudel nach unten gezogen wird. Aber niemand schenkt seinen Worten Glauben – nicht einmal Julia. Noch ahnt sie nicht, dass die dunklen Schatten der Vergangenheit, die sie für immer überwunden glaubte, hier im Tal wieder an die Oberfläche drängen.

Verfasserin: Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunsrgeschichte und arbeitete als freie Redakteurin. Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin und schreibt mit großem Erfolg Thriller. Ihre Romane bei Arena wie „Schneewittchenfalle“ oder „Dornröschengift“ wurden allesamt zu Bestsellern. Krystyna Kuhn lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt.

[Arena Verlag (2010)]

Meine Meinung: Skeptisch begann ich diese neue Reihe. Ich habe so viele Bücherreihen, an denen ich gerade lese und ständig kommen neue dazu, das ist zum verrückt werden. Aber ich habe es kein einziges Mal beim Lesen bereut, dieser Serie eine Chance gegeben zu haben.

Man wird in eine spannende Geschichte rund um ein mysteriöses Tal und ein Elite-College hineingezogen. Ein ganz klein wenig muss ich immer an frühere Kinderbücher (z.B. Hanni und Nanni, Jette und Nette, Tina und Tini….) denken, wann immer ich eine Internatsgeschichte lese. Es ist einfach praktisch, alle Protagonisten wohnen zusammen, hängen immer gemeinsam rum und von außen kommt keiner dazu. So ist es auch hier, wobei das College sogar noch völlig abgeschieden von der Außenwelt in einem Tal liegt, in dem seltsame Dinge passieren. Aber nicht nur um das Internat herum passieren Merkwürdigkeiten, auch innerhalb. Fast jeder der Protagonisten hat anscheinend ein Geheimnis. Es ist wirklich sehr spannend.

In irgendeiner anderen Rezension habe ich vorher gelesen, dass die Charaktere so blaß dargestellt sind, und hatte das die ganze Zeit im Hinterkopf. Ich muss aber entgegenhalten, der Meinung bin ich ganz und gar nicht. Ich finde die Protagonisten klasse. Julia ist total sympathisch, Robert ist so speziell, aber mir sehr vertraut und alle anderen sind auch unverwechselbar.

Ich konnte das Buch teilweise nicht weglegen, der Schreibstil lässt einen über die Seiten fliegen und ich wollte ständig wissen, wie es weitergeht. Sehr spannend! Und ich freue mich auf das nächste Buch.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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Plötzlich Fee 5 – Das Geheimnis von Nimmernie (Julie Kagawa)

Veröffentlicht 8. November 2013 von erlesenebuecher

Violine, Baum der Wünsche & Überlebenshandbuch

Appetithäppchen: Dass es alles andere als ratsam ist, einer Fee ein Versprechen zu geben, weiß Meghan eigentlich. Noch schlimmer, wenn es sich dabei ausgerechnet um die unerbittliche Mab handelt, die zur unpassendsten Stunde Meghan an ihr Wort erinnert. An der Seite des eisigen Prinzen Ash, an den Meghan ihr Herz verloren hat, muss sie an den Winterhof reisen – doch ein gefährlicher Jäger stellt sich ihnen in den Weg, ein mächtiger und uralter Weggefährte Oberons, der vor nichts zurückschreckt. Und auch auf Ash wartet eine Prüfung, die es in sich hat: Ausgerechnet auf die Hilfe von Puck, seinem größten Rivalen, ist er angewiesen, um unbeschadet ins Herz des Sommerreiches zu gelangen. Kann er Puck trauen? Und werden Meghan und Ash miteinander glücklich werden, nachdem die bezaubernde Meghan zur Herrscherin über das Eiserne Reich gekrönt wurde?

Verfasserin: Julie Kagawa wurde in Sacramento, Kalifornien, geboren, bevor sie im Alter von neun Jahren mit ihrer Familie nach Hawaii umzog. Schon in ihrer Kindheit war das Schreiben ihre große Leidenschaft: Langweilige Schulstunden vertrieb sie sich damit, all die Geschichten festzuhalten und zu illustrieren, die ihr im Kopf umherspukten – nicht gerade zur Freude ihrer Lehrer. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie später ihr größtes Interesse zum Beruf und wurde Autorin. Sie lebt und schreibt in Louisville, Kentucky.

[Heyne Verlag (2012)]

Meine Meinung: Ich dachte ja, ich hätte die Reihe endlich geschafft. Aber nein da kommt plötzlich doch noch ein fünfter Band hinterher. Aber er hat sich nicht als richtige Fortsetzung sondern eher als Resterampe erwiesen.

Drei Kurzgeschichten + obskure Ratschläge und wiederholende Biographien. Da sollte wohl einfach noch ein bisschen mehr Geld gemacht werden. Ich war ja schon vorher enttäuscht von der Reihe, aber dieses Buch hat dem irgendwie noch den Rest gegeben.

Die Kurzgeschichten sind völlig langweilig. Die erste… dazu kann ich gar nichts schreiben. Wieso sollte man die lesen? Die zweite Geschichte war ja noch erfreulich, da es viel Puck gab. Und die dritte machte mir noch mal deutlich, dass Meghan und Ash sooo langweilig sind. Ich war ganz erschrocken, als es plötzlich hieß, sie ist schwanger, wirkte es doch die ganze Zeit auf mich, so als wenn sie erst 12 ist.

Und danach dieses Überlebenshandbuch fand ich war ja eigentlich eine Frechheit. Da war nichts Neues zu lesen. Alles aus den anderen Bänden nochmal zusammengeklaubt. Man könnte ja sagen, dass ist halt was für Fans. Aber die kennen doch wahrscheinlich die anderen Bände schon so gut.

Tut mir ja echt leid, Nimmernie ist eine tolle Idee, aber dieses Buch nicht.

Es gibt einen halben Punkt für Nimmernie, einen halben für Puck und einen halben für ein wieder mal wunderschönes Cover (wobei das Schloss zu kitschig ist).

Bewertung: 1,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 4. Teil

Geschwisterkonstellationen (Kevin Leman)

Veröffentlicht 5. November 2013 von erlesenebuecher

ABGEBROCHEN!

Appetithäppchen: Ob man als erstes oder zweites Kind oder als Nesthäkchen geboren wird, hat weit reichende Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung. Die Berufswahl, die Beziehung zum Ehepartner und der Umgang mit den eigenen Kindern werden entscheidend davon beeinflusst. Dieses informative, leicht verständliche Buch beschäftigt sich mit der Position der Ältesten, Zweit – und Letztgeborenen. Es trägt dazu bei, die verschiedenen Beziehungsarten zwischen Geschwistern zu erkennen und mehr Verständnis für einander aufzubringen.

Verfasser: Kevin Leman gehört zu den bekanntesten Psychologen und Familienberatern in den USA. Seine Auftritte in Talkshows, seine Zeitschriftenbeiträge und die Bestsellerauflagen seiner Bücher haben ihm zum Erfolg verholfen.

[mvg-Verlag (2012)]

Meine Meinung: Ein ganz ganz widerliches Buch!

Habe ich mich zu Beginn noch etwas amüsiert und gedacht, was erzählt dieser selbstverliebte Herr da nur. Nicht nur, dass ich mich als Nesthäkchen kaum irgendwo in seinen Charakteristiken wiedergefunden habe, auch mein Mann als Erstgeborener ist gar nicht passend beschrieben. Aber Herr Leman würde natürlich eine Ausrede dafür finden und irgendwie rumbasteln, so dass alles wieder passt.

Aber egal darüber kann ich noch weglesen. Allerdings es soll ja irgendwie ein Ratgeber bzw. Sachbuch sein. Nur leider erzählt der Autor so viel von sich und immer nur, was er alles weiß, was er alles schon gemacht hat usw. Es gibt, glaube ich, kaum einen objektiven Satz in diesem Buch.

Ebenfalls eher absurd fand ich seine Ausführungen, wie z.B. „Ich schlug Katrin vor, sich beim nächsten Anfall von depressiven Gedanken einfach mit einem Schuh ein paarmal gegen die Stirn zu klopfen.“ (S. 58/ 59). Aber da hätte ich immer noch weiter gelesen.

Jedoch ging es dann langsam los mit Gewalt in der Ehe. „Ich rate meinen Klienten normalerweise nicht, Gewalt anzuwenden. In diesem speziellen Fall aber tat Gerd genau das, was diese Ehe braucht…“ (S. 126) Naja, wenn sich erwachsene Leute auf so eine Beratung einlassen… Unfassbar! Die Amis haben doch den Schuss nicht gehört!

Aber dann musste ich abbrechen, als er zum Kapitel ‚Erziehung‘ kam. Unter der Überschrift „Werden Sie der beste Freund Ihres Kindes“ steht als Tipp: „Sollte es einmal nötig sein, Ihrem Kind den Hosenboden strammzuziehen, tun Sie es nur, wenn Sie Ihre Emotionen im Griff haben. Erklären Sie dem Kind, warum die Schläge nötig waren, und vergessen Sie nie die Worte: <Ich habe dich lieb, und ich will das Beste für dich.>“ (S. 135). Das ist doch unglaublich!!! Ich habe dieses Buch sofort abgebrochen und muss es wohl wegschmeißen, obwohl ich sowas eigentlich nie mache. Grausam! Dieser angeblich so gottesfürchtige Mann soll anerkannt und berühmt sein in den USA?

Ich finde dieses Buch widerlich und abartig. Bitte lest und kauft es nicht!

Bewertung: Nicht möglich. Null Punkte wären geschmeichelt.