Rezensionen 2016

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Harry Potter und das verwunschene Kind (Joanne K. Rowling)

Veröffentlicht 31. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Augurey, Perlenstaub & Brachiabindo

Appetithäppchen: Es war nie leicht, Harry Potter zu sein – und jetzt, als überarbeiteter Angestellter des Zaubereiministeriums, Ehemann und Vater von drei Schulkindern, ist sein Leben nicht gerade einfacher geworden. Während Harrys Vergangenheit ihn immer wieder einholt, kämpft sein Sohn Albus mit dem gewaltigen Vermächtnis seiner Familie, mit der er nichts zu tun haben will. Als Vergangenheit und Gegenwart auf unheilvolle Weise miteinander verschmelzen, gelangen Harry und Albus zu einer bitteren Erkenntnis: Das Dunkle kommt oft von dort, wo man es am wenigsten erwartet.

Verfasserin: J. K. Rowling ist die Autorin der sieben Harry-Potter-Romane. die weltweit über 450 Millionen Mal verkauft und in 79 Sprachen übersetzt wurden, und der drei Begleitbände, die ursprünglich für wohltätige Zwecke geschrieben wurden. Sie ist außerdem die Autorin von „Ein plötzlicher Todesfall“, einem Roman für Erwachsene. der 2012 erschienen ist, sowie – unter dem Pseudonym Robert Galbraith – der Kriminalromane um Cormoran Strike. Mit dem Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, der als Erweiterung der magischen Welt im November 2016 in die Kinos kommen wird und den J. K. Rowling auch als Produzentin gebleitet, gibt sie ihr Debüt als Drehbuchautorin.

[Carlsen Verlag (2016)]

Meine Meinung: Natürlich habe ich mir, bevor ich das Buch gelesen habe, vor Aufregung beinahe in die Hose gemacht! Das ist ja sooo sooo spannend, dass es plötzlich eine Fortsetzung der Harry Potter-Reihe gibt. Ich habe extra vorweg alle sieben Bände zum wiederholten Male gelesen, so dass ich voll im Fieber und in Fahrt war. Aber nun, nachdem ich den achten Band gelesen habe, bin ich doch etwas ernüchtert. Schade!

Ab hier auf jeden Fall: SPOILER!

Aber vorweg muss ich sagen, der Beginn des „Verwunschenen Kindes“ war wirklich brilliant. Welch grandiose Idee! Ich konnte kaum an mich halten: Harrys Sohn Albus Severus Potter kommt in das Haus Slytherin und befreundet sich mit Scorpius, dem Sohn von Draco Malfoy. Außerdem sind die Charakterdarstellungen dieser beiden Jungs wirklich exquisit! Das kann man aus Draht nicht nachbauen! Nur dafür allein müsste man schon volle Punktzahl geben.

Auch die Idee, dass es plötzlich doch wieder einen Zeitumkehrer gibt und es zurück in die Vergangenheit geht und Voldemort eine Tochter hat. Genial! Warum Cedric nun gerade so eine große Rolle bekommen hat, ist eher fragwürdig, aber ok.

Was mich aber wirklich störte, war, dass ich Harry, Ron, Hermine und Draco fast nicht wiedererkannt habe. Ich finde Draco fast noch am besten und die Idee, dass er sich mit den anderen Drei anfreundet auch wirklich gut, aber mir geht es ein wenig zu reibungslos. Nun ja, das ist wohl aber auch dem Format zuzurechnen. Mir fehlte auch jeden Fall die Romanform! Es war alles zu verkürzt. Harry, ein schlechter Vater, ein Ministeriumsbeamter, deren anderen beiden Kinder kaum vorkommen. Ginny, die völlig auswechselbar ist und auch irgendeine andere Frau sein könnte. Hermine, angespannt und kaum brilliant wie sonst. Ron leider eher lächerlich, der leichte Witz seiner bisherigen Figur ist verloren und er spielt kaum eine Rolle, was er auch selbst immer wieder betont. Traurig…

Einige Anmerkungen habe ich aber auch bei diesem Band:

  • Es wird überlegt, ob Harry Vielsafttrank benutzen soll, um sich in Voldemort zu verwandeln, aber es geht nicht, da sie kein Haar oder so von ihm haben. Allerdings wissen wir doch seit Band 2, dass es außerdem lange dauert (einen Mondzyklus?), den herzustellen.
  • Scorpius, Albus und Delphi sind in dem Labyrinth des Trimagischen Turniers unterwegs. Aber Mad-Eye bzw. Barty Crouch müsste die doch sehen mit seinem magischen Auge, welches sogar durch Tarnumhänge schauen kann.
  • Wieso konnten Albus und Scorpio Harrys Eltern mit Klein-Harry aus dem Haus kommen sehen? Es war doch versteckt und Peter Pettigrew der Geheimniswahrer!
  • Harry hat Angst vor Tauben? Was für ein Quatsch.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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Hollys Weihnachtszauber (Trisha Ashley)

Veröffentlicht 31. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Nesquick, Pferdestatuen & Haushüten

Appetithäppchen: Zur Weihnachtszeit zieht sich die junge Witwe Holly Brown am liebsten zurück. So kommt es der begabten Köchin gerade recht, als sie gebeten wird, auf ein Herrenhaus in einem winzigen Dorf in Lancashire aufzupassen. Dort gilt es nicht nur, das imposante  Anwesen zu hüten, sondern auch noch ein in die Jahre gekommenes Pferd, eine Ziege und einen altersschwachen Hund. Doch dann kehrt der äußerst attraktive, aber schrecklich unfreundliche Hausherr Jude Martland überraschend nach Hause zurück. Als auch noch das Dorf durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten wird, müssen Holy und Jude wohl oder übel Weihnachten miteinander verbringen…

Verfasserin: Trisha Ashley wurde in St. Helens, Lancashire, geboren. Als sie mit dem Schreiben anfing, musste sie sich noch mit allerlei Nebenjobs über Wasser halten: Sie war unter anderem als Klempnerin, Glasarchitektin und Porträtistin tätig. Inzwischen findet man ihre romantischen Komödien regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Trisha Ashley liebt Schokolade und das Gärtnern und lebt heute im Norden von Wales.

[Goldmann (2010)]

Meine Meinung: Vor einigen Jahren habe ich begonnen immer zur Weihnachtszeit mindestens ein Weinhachtsbuch zu lesen. Dieses Jahr also dieses hier. Es hat gute Bewertungen bekommen und mir gefiel auch der Klappentext sehr gut. Insgesamt wurde ich auch nicht enttäuscht. Es gibt aber einige „Aber“s.

Es geht um Holly Brown, eine Witwe, die im Sommer für große Gesellschaften kocht und im Winter Häuser hütet. Sie ist sehr patent und tüchtig! Verstanden? Patent und tüchtig! Falls man das vergisst, wird es einem auf fast jeder Doppelseite nochmal ins Gedächtnis gerufen. Und das war es auch, was mich am meisten genervt hat. Ja, sie kann alles, ja, sie macht alles, ja, alle wundern sich, wie patent und tüchtig Holly doch ist. Ständig wird erwähnt, dass sie nebenbei noch die und die Kekse gebacken, den Braten vorbereitet und gleichzeitig Geschenke für alle besorgt hat. Alle anderen sind dann erstaunt: Oh, guckt mal, was Holly schon alles gemacht hat. Das nervte und diese Widerholungen setzten sich leider in dem Buch fort. Es wurde zu Beginn immer wieder betont, dass Holly nicht Weihnachten feiern wollte und sie keine Gesellschaft zum Fest wünscht. Aber dann kam es natürlich anders…

Das erste Drittel des Buches ist dadurch eher schwach. Allerdings gewinnt es eindeutig an Fahrt als der Hausherr zu der Gesellschaft dazu stößt. Nun kommt die richtige Weihnachtsstimmung für das Buch auf und es wird spannend und unterhaltsam. Es ist ja auch eine altbewährte gute Idee: Menschen sind eingeschneit oder irgendwie anders von der Außenwelt abekapselt und nun muss diese Menge aus unterschiedlichsten Charakteren irgendwie klar kommen.

Nebenbei liest Holly die Kriegs-Tagebücher ihrer Oma, die plötzlich auch mit der Gegenwart zu tun haben. Das ist eine interessante Nebengeschichte. Wirklich nett ist auch die Liebesgeschichte, mal etwas anders und sehr unaufdringlich. Also hatte es insgesamt ein versöhnliches Ende, so dass ich mit meiner diesjährigen Weihnachtslektüre zufrieden bin.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Joanne K. Rowling)

Veröffentlicht 31. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Apparieren, Gringrotts & Katzenjammer

Appetithäppchen: An eine Rückkehr nach Hogwarts ist für Harry nicht zu denken. Er muss alles daransetzen, die fehlenden Horkruxe zu finden, um zu vollenden, was Dumbledore und er begonnen haben. Erst wenn sie zerstört sind, kann Voldemorts Schreckensherrschaft vergehen. Mit Ron und Hermine an seiner Seite und einem magischen Zelt im Gepäck begibt sich Harry auf eine gefährliche Reise, quer durch das ganze Land. Als die drei auf die rätselhaften Heiligtümer des Todes stoßen, muss Harry sich entscheiden. Soll er dieser Spur folgen? Doch er ahnt schon jetzt: Welche Wahl er auch trifft – am Ende des Weges wird der Dunkle Lord auf ihn warten …

Verfasserin: J.K. Rowlings Harry-Potter-Romane haben weltweit Rekorde gebrochen. Sie wurden in 79 Sprachen übersetzt, über 450 Millionen Mal verkauft, sind vielfach ausgezeichnet worden und haben auch im Kino Fans auf der ganzen Welt begeistert. Es gibt drei Begleitbände zur Serie, die J.K. Rowling für wohltätige Zwecke geschrieben hat: „Quidditch im Wandel der Zeiten“, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ und „Die Märchen von Beedle dem Barden“. J.K. Rowling hat außerdem das Drehbuch zu dem Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ verfasst sowie bei der Entwicklung des Theaterstücks „Harry Potter and the Cursed Child Parts One and Two“, das im Sommer 2016 in London Premiere feierte, mitgewirkt. 2012 gründete sie Pottermore, ein Online-Portal, auf dem Fans noch tiefer in ihre magische Welt eintauchen können. J.K. Rowling erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den britischen Ritterorden Order of the British Empire und den Hans Christian Andersen Preis.

[Carlsen (2007)]

Meine Meinung: Es ist vollbracht. Der letzte Band der Harry Potter-Reihe. Naja, natürlich ist nun Band 8 erschienen, aber der spielt viel später und die ersten sieben Bände gehören eng zusammen. Zumindest ist die Zeit von Harry in Hogwarts vorbei. Dieser Band war immer einer von denen, die ich nicht so gerne mag. Also natürlich ist der super und bekommt volle Punktzahl, aber im Vergleich zu den anderen fand ich diesen schwächer, was vor allem damit zusammen hängt, dass er so wenig in Hogwarts spielt und ich die Zeit, in der sich Harry, Hermine und Ron im Grimmauldplatz und später in den Wäldern aufhalten, als sehr zäh und langatmig empfand. Allerdings ist die Geschichte weiterhin großartig und insgesamt ein würdiges Finale.

Die langen Szenen in den Wäldern wurden zum Glück von aufregenden Momenten unterbrochen, z.B. als Harry und Hermine in Godric Hollow waren oder später natürlich der Einbruch bei Gringrotts. Das fand ich super spannend und unterhaltsam. Auch die Entwicklung von Kreacher hat mir Spaß gemacht. Aber am besten fand ich die Drei im Ministerium. Das war toll und wieder mal sehr lustig, als Ron in verzwickte Wetterzaubereien und Familienkonstellationen reingezogen wurde. Was für grandiose Ideen.

Es wurde aber auch noch finsterer, böser und abgründiger in diesem Teil. Der dunkle Lord tritt immer mehr an die Öffentlichkeit und mit ihm die Todesser, die muggelstämmige Zauberer verfolgen und vernichten wollen…

Allerdings müssen Harry, Ron und Hermine ihren eigenen Kampf führen, um Voldemort letztendlich zu vernichten. Die Horkruxe müssen gefunden werden. Nebenbei kommen aber die Heiligtümer immer mehr ins Spiel und führen Harry in Versuchung, die Suche nach den Horkurxen in den Hintergrund zu stellen. Da ist der Besuch bei Xenophilius Lovegood ebenso interessant, abgefahren wie aber auch traurig und dramatisch. Luna bekommt in meinen Augen als Protagonistin immer mehr Oberwasser, welch toller Charakter! Wie aber eben auch so viele andere. Gerade Neville darf und kann man nicht vergessen. Einer der beiden Momente, wo ich – auch beim viertem Mal Lesen – mit den Tränen kämpfen musste, war als Neville erzählt, wie stolz seine Großmutter nun auf ihn ist, da er sich dem aktiven Widerstand angeschlossen hat.

Etwas irritiert bin ich auch beim mehrmaligen Lesen immer noch, warum diese ganze Geschichte rund um Dumbledore sein musste. War es nur um zu verdeutlich, wie viel toller Harry eben ist, dass er nicht der Versuchung der Heiligtümer erliegt, oder, nachdem ich den Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ gesehen habe und erfahren habe, dass noch etliche Filme folgen sollen, frage ich mich, ob Frau Rowling das schon im Hinterkopf hatte, was sich da noch als Stoff alles anbieten würde. Welch kreativer Kopf! Ich mochte die Geschichte rund um Dumbledores Vergangenheit, seinen Bruder und seine Schwester allerdings nicht so sehr.

Ach, ich könnte noch so viel schreiben, über all die Opfer denen ich so hintertrauere. Wie kann man einen der Zwillinge gehen lassen? Wieso muss Teddy Lupin ein ähnliches Schicksal wie Harry erleben?… Außerdem beeindruckt mich zutiefst die Darstellung und Konzeption der ganzen Figur Draco Malfoy. Was für ein toller Bösewicht, der aber eben so vielschichtig und auch gut ist…. Die ganze Geschichte rund um die Zauberstäbe fand ich beeindruckend! Vor allem mit dem Elderstab und wem der nun letztendlich gehörte. Super….

Der größte Held in diesem Band ist aber und das wird bei jedem Leser immer stärker! Severus Snape! Ganz ganz ganz großes Kino! Wirklich phänomenal! Welch eine Wende, welch ein Held. Beim ersten Lesen war es eine richtige Überraschung und auch beim neuen Lesen mochte ich Snape in den vorherigen Teilen immer noch nicht, um ihm jetzt aber wieder zu erliegen. Ich konnte die Tränen nur schwer zurückhalten, als Dumbledore fragte, nachdem er Snapes Patronus gesehen hat: „Nach all den Jahren?“ Und er sagte: „Immer!“. Aaaaaccchhhhhh! Das ist Liebe! Seufz!

  • Eine einzige Anmerkung habe ich: Die ganze Zeit wurde der Tarnumhang von Harry so gelobt und anscheinend ja zurecht, da er eines der Heiligtümer ist. Aber wenn er doch so perfekt ist, warum konnte Mad-Eye bzw. Barty Crouch ihn mit dem magischen Auge darunter sehen, als Harry in die Trickstufe geraten ist und vor Snape nachts geflohen ist? Es hieß kein Zauber oder Fluch kann die Tarnung brechen, warum dann ein magisches Auge? Außerdem verstehe ich immer noch nicht, wie schon beim letzten Band erwähnt, warum ihm keiner der Gegenseite den Tarnumhang entwendet hat. Möglichkeiten gab es ja genug.

Ich jedenfalls freue mich jetzt unglaublich auf das 8. Buch und bin froh, dass ich gewartet habe und alle sieben Bände noch einmal auf mich genommen habe.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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Gefährliches Strandgut (Barbara Veit)

Veröffentlicht 13. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Tonne, Brennstäbe & Strandflieder

Appetithäppchen: <„Du versteckst doch was! Gib die Proben her!“ hörte Carla einen Mann drohend sagen. Dann folgten klatschende Schläge und ein Aufschrei. Carla sprang in die winzige Schiffskabine. „Lassen Sie das Mädchen los!“ Carla handelte, ohne nachzudenken.> Umweltkommissarin Carla Baran und ihr Kollege Philip Sternberg suchen fieberhaft nach der Herkunft einer Tonne, die radioaktiven Abfall und ein furchtbares Geheimnis enthält. Mit Hilfe der Umweltorganisation Greenpeace verfolgen sie die Spur bis nach Belgien…

Verfasserin: Barbara Veit, geb. 1947 in München, wuchs in Wiesbaden und Hamburg auf und kehrt nach dem Abitur nach München zurück, wo sie auch später noch lebte. Sie studierte Zeitungs- und Politikwissenschaft sowie Kunstgeschichte und arbeitete als freie Journalistin und Autorin. Später lebte sie teilweise in Australien. Veit starb im Juli 2016.

[Ravensburger Taschenbuch (1990)]

Meine Meinung: Dieses Buch musste ich aus einem Bücherschrank mitnehmen, da ich wusste, dass es mir früher gefallen hätte. Als Kind bzw. Jugendliche war ich totaler Greenpeace-Fan. Natürlich mag ich die Organisation immer noch und finde sie total wichtig. Aber damals war mein größter Wunsch da auch mitzuarbeiten und mich mit einem Boot zwischen die Walfänger und die Tiere zu stellen oder die Robbenjäger zu überwältigen und die Heuler mit Farbe einzusprühen. Das waren meine Ideale und dafür wollte ich kämpfen. In diesem Buch geht es also um Greenpeace und es spielt auch noch u.a. in Hamburg, da muss es ja gut sein…

Tja, nun nach dem Lesen kann ich sagen: ging so. Es war in Ordnung und nicht doof. Aber eben auch nicht super. Die Thematik ist klasse, wichtig und auf keinen Fall veraltet. Atommüll ist ein Problem und Firmen, die sich nicht an die Richtlinien halten, gibt es leider immer noch mehr als genug. Es wundert mich auch, dass es heutzutage – gerade in der Jugendbuchliteratur – nicht mehr so Thema ist wie früher. Vielleicht hat man sich damit abgefunden oder, wie man auch so oft hört, ist die Jugend abgestumpfter und empört sich nicht mehr so sehr.

Jedenfalls ist die Thematik in dem Buch eben gut, aber die Umsetzung gefiel mir nicht. Es gibt diese Nebenstory mit den beiden Polizisten, die dann ja auch nach Frankreich reisen müssen. Viele Probleme – politische, zwischenmenschliche, gesellschaftliche – werden angedeutet, aber nicht ausgeführt. Das störte mich und die Lösung am Ende fiel mir zu sehr aus den Wolken. Aber es ist eben auch nur ein kurzes Büchlein.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Christbaumgeschichten (Isolde Heyne)

Veröffentlicht 11. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Eichhörnchen, Räder & Gespenst

Appetithäppchen: Was wäre das Weihnachtsfest ohne Christbaum? Mit bunten Kugeln, Lametta und Tannenzapfen aus Schokolade geschmückt, ist er der Mittelpunkt jeder Bescherung. – Aber bis es wirklich soweit ist, kann allerlei geschehen: Mischa zum Beispiel fällt der Karton mit dem Christbaumschmuck polternd aus dem Regal. Die schönen Kugeln zerspringen in tausend Teile… Die Tanne im Garten soll gefällt werden, um dann als Christbaum im Zimmer zu stehen. Doch in den Zweigen wohnt ein Eichhörnchen… Der Weihnachtsmann steht am Heiligabend da und hat nicht mal einen Weihnachtsbaum… Sechs heitere und besinnliche Geschichten erzählen von Christbäumen und von der Weihnachtszeit und stimmen ein auf das Fest.

Verfasserin: Isolde Heyne wurde 1931 in Prödlitz bei Aussig geboren. Durch die Nachkriegsereignisse kam sie nach Sachsen und lebte dann bis 1979 in Leipzig. Sie studierte von 1961 bis 1964 am dortigen Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ und schloss mit dem Diplom ab. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Schriftstellerin und Journalistin für Verlage, Rundfunk und Fernsehen. 1979 entschloss sie sich, künftig in der Bundesrepublik Deutschland zu leben. In den folgenden Jahren entstanden bemerkenswerte Kinder- und Jugendbücher.

[Loewe Verlag (1990)]

Meine Meinung: Ebenso wie das Nikolausgeschichten-Buch haben wir auch dieses Buch aus unserer Bücherei, bei der es ausgemustert wurde. Ebenfalls wie in dem anderen Buch findet man einige nette Geschichten in ihm, hier allerdings zum Thema „Christbaum“. In allen geht es um einen Weihnachtsbaum: mal soll er nicht gefällt werden, mal sind Süßigkeiten an ihm, die verschwinden, oder der Schmuck für den Baum geht kaputt.

Die Geschichten sind alle nett und lassen sich schnell vorlesen. Die Bilder sind auch ganz süß und jeweils passend zur Geschichte. Mein Sohn fühlte sich gut unterhalten. Aber es fehlt ein bisschen das gewisse Extra. Ich werde die Geschichten schnell vergessen, nichts ist so wirklich hängengeblieben. Aber für den Moment sind sie wirklich schön.

In einer Geschichte wird ein Familienmitglied im Krankenhaus mit dem Weihnachtsbaum von Zuhause überrascht und in der anderen geht es um ein Eichhörnchen, dass gerade in dem Tannenbaum wohnt, welcher als Christbaum gefällt werden soll. Das gilt es natürlich zu verhindern.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Lebe lieber untot (Kimberly Raye)

Veröffentlicht 4. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Dämon, Bingo & grüner Schleim

Appetithäppchen: Lil Marchette wird von Klienten geradezu überrannt. Darunter ist auch Vinnie Balducci, der abgebrühteste Vampirjäger ganz New Yorks. Er macht Lil ein Angebot, das sie kaum ablehnen kann: Entweder sie findet die perfekte Frau für ihn – oder er setzt ihrem Dasein ein Ende. Aber Lil muss nicht nur ihre eigene Haut retten. Ein abtrünniger Geist aus der Hölle will den Körper ihrer Assistentin Evie übernehmen…

Verfasserin: Kimberly Raye, eine der populärsten Autorinnen von Liebesromanen in den USA, lebt mit ihrer Familie in Texas. Mit ‚Suche bissigen Vampir fürs Leben‘ schoss sie erstmals weit hinauf in der US-Bestsellerliste. Der Roman wurde außerdem für den begehrten RITA Award nominiert. Kimberly Raye ist eine ebenso große Romantikerin wie ihre Heldin und zählt die Romane von Janet Evanovich, Nina Bangs und Charlaine Harris zu ihrer Lieblingslektüre.

[LYX (2009)]

Meine Meinung: Ich bin immer noch bei dieser Reihe und jetzt lese ich sie auch zuende. Es fehlt ja auch nur noch ein Buch. Oft dachte ich, warum bin ich überhaupt noch dabei. Aber sie stört eben auch nicht wirklich und ich muss sagen, dieser Band hatte wieder einige wirklich gute Momente.

Lil hat dieses Mal einiges zu tun, nicht nur mit ihrer Partnervermittlung, ihrer Mutter und ihren Gefühlen zu Ty, sondern vor allem mit einem besonderen Kunden, der, wenn sie nicht die richtige Frau für ihn findet, sie umbringen will. Ob sie wirklich unter diesem Druck arbeiten kann? Aber es kommt ja noch dicker. Ein böser Dämon treibt sich in der Stadt rum und hat letztendlich ihre Assistentin Evie als besessenes Opfer auserwählt. Lil versucht alles um Evie zu retten.

Sehr amüsant und kurzweilig ist die Geschichte. Lil nervt gar nicht allzu sehr und ihre Kunden sind sehr lustig, nett und interessant dargestellt. Die Geschichte rund um den Dämon ist eigentlich auch gelungen, aber der richtige Höhepunkt oder das gewisse Extra fehlt einfach bei den Büchern der „Dead End Dating“-Reihe.

Wirklich nett ist die Geschichte mit Ty. Ich freue mich immer wieder, wenn er auftaucht. Und auch Lils Familie ist super. Ein bisschen freue ich mich sogar auf den letzten Band.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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Nikolausgeschichten (Doris Jannausch)

Veröffentlicht 2. Dezember 2016 von erlesenebuecher

Traktor, Zahnschmerzen & Krampus

Appetithäppchen: Jedes Jahr am 6. Dezember kommt der Nikolaus auf die Erde und beschenkt die Kinder. Meistens bewältigt er seine große Aufgabe ja ohne Probleme. Doch hier und da kann schon einmal etwas Unvorhergesehenes passieren. Denn auch ein Nikolaus bekommt mal Zahnschmerzen oder muss sich mit einem störrischen Esel herumplagen. Manchmal kommt er nicht rechtzeitig an, dann muss ein Vater für ihn einspringen. Einmal ist es dem Nikolaus sogar passiert, dass er dem Osterhasen in die Quere kam…

Verfasserin: Doris Jannausch, zeitweise auch gelistet als Jannausch-Schmidt, (* 30. August 1925 in Teplitz-Schönau) ist eine deutsche Schriftstellerin, Theater-Schauspielerin und Kabarettistin.

[Loewe Verlag (1985)]

Meine Meinung: Ein älteres Buch, welches bei uns in der Bücherei ausgemustert wurde, so dass wir ihm ein neues Zuhause gegeben haben. Diese älteren Leselöwen-Bücher erinnern mich so sehr an meine Grundschulzeit, da mein Lehrer damals immer aus ihnen vorgelesen hat. Und auch die Geschichten erinnern an die 80er Jahre. Sie sind nicht spektakulär und plätschern angenehm vor sich hin. Es fehlt ihnen ab und an an Spannung oder überraschenden Wendungen. Jedoch sind die sehr schön vorzulesen oder für Leseanfänger selbst zu lesen.

In diesem Buch befinden sich zehn Geschichten rund um den Nikolaus. Folgende Geschichten sind in dem Buch enthalten:

Der Nikolaus beim Zahnarzt

Wie der Nikolaus auf die Straße gesetzt wurde

Zwei Päckchen im Sack

Der Osternikolaus

Frau Selbmeiers Traum

Der kleine Nikolaus

Die Bananenschale

Der Krampus

Eine lustige Fahrt

Der silberne Roboter

Es gibt auch jede Menge schöne schwarz-weiß Zeichnungen von Petra Probst, so dass der Zuhörer jede Menge zu gucken hat.

Einige Geschichten sind bei meinem Sohn besonders hängen geblieben, wie z.B. „Der silberne Roboter“, in der sich ein Junge diesen so sehr wünscht. Da er aber kein Geld hat, klaut er ihn. Allerdings fliegt das Ganze auf und nur der Nikolaus konnte ihn im letzten Moment noch retten. Sehr schön war, dass mein Sohn von sich aus hier thematisierte, was man darf und was nicht, wie schwierig das aber ist, wenn man sich doch etwas so sehr wünscht und wie toll doch der Nikolaus ist… Also ein Buch, welches sich gelohnt hat. Aber für mich nicht weiter im Gedächtnis bleibt.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten