Rezensionen 2017

Alle Beiträge in der Kategorie Rezensionen 2017

Eine Reihe betrüblicher Ereignisse 2 – Das Haus der Schlangen (Lemony Snicket)

Veröffentlicht 9. April 2017 von erlesenebuecher

Herpetologie, brilliant & Unglaublich Tödliche Viper

Appetithäppchen: Lemony Snicket berichtet wahrheitsgetreu vom Schicksal der bemitleidenswerten Geschwister Violet (14), Klaus (12) und Sunny (Baby) Baudelaire. Die drei Waisenkinder sind zwar klug, charmant und einfallsreich, und sie sehen reizend aus, aber das nützt ihnen leider gar nichts. Eine Reihe betrüblicher Ereignisse nimmt ihren Lauf… Das zweite Buch berichtet weiter vom Ungemach der drei armen Waisen. Die bekommen es mit schrecklichen Gerüchen, einem Autounfall, einer fiesen Schlange und mit einer Person zu tun, von der sie eigentlich gehofft hatten, sie nie wieder sehen zu müssen.

Verfasser: Lemony Snicket wurde in einem kleinen Ort geboren, in einem Landstrich, der heute unter Wasser steht. Seine Kindheit verbrachte er in der Snicket-Villa, die damals recht schön war, zwischenzeitlich als Fabrik, Festung und Apotheke diente und jetzt irgendjemand anderem gehört. Heute lebt Lemony Snicket in der Stadt. In seiner Freizeit sucht er die Orte auf, an denen auch die Baudelaire-Kinder sich aufzuhalten gezwungen waren, um möglichst wahrheitsgetreu über ihr Schicksal zu berichten.

[cbj (2004)]

Meine Meinung: Nachdem die drei armen Waisenkinder den bösen Graf Olaf losgeworden sind, beginnt das nächste, leider wieder traurige, Abenteuer. Sie kommen zu Onkel Monty, einem etwas schrägen Schlangenforscher. Allerdings leben sie sich dort gut ein und wollen mit ihm nach Peru reisen, wenn da nicht plötzlich Stefano, sein Assistent, etwas dagegen hätte. Dieser erinnert scharf an Graf Olaf…

Ich habe nun auch den zweiten Teil dieser Reihe gelesen. Noch immer findet sie in mir keinen richtigen Fan. Aber es ist eventuell Besserung in Sicht. Zumindest hat mir dieser Band besser als der erste gefallen. Die Geschichte ist einfach stringenter und interessanter. Monty ist ein guter Protagonist und die Sache mit den Schlangen sehr nett.

Natürlich nervte wieder dieses Getue um die Traurigkeit und Dramatik der ganzen Geschichte, und dass das Ende ziemlich früh vorweg genommen wurde, tat der Geschichte in meinen Augen auch nicht gut. Aber bitte, ich werde wohl vielleicht eventuell usw. den dritten Teil auch noch lesen, damit ich zumindest den Film dann mal sehen kann.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil

Seeräubermoses (Kirsten Boie)

Veröffentlicht 9. April 2017 von erlesenebuecher

Waschbalje, Blutroter Blutrubin des Verderbens & Rübe ab

Appetithäppchen: Es ist eine wilde, stürmische Gewitternacht, als Moses zu den Seeräubern kommt: In einer hölzernen Waschbalje schaukelt das winzige Baby auf dem tosenden Meer. Käptn Klaas und seine Männer werden Moses‘ beste Freunde und Ersatzeltern. Da wird Moses eines Tages von Käptn Klaas‘ größtem Widersacher, Olle Holzbein, gekidnappt. Olle verlangt als Lösegeld die Schatzkarte für den Blutroten Blutrubin des Verderbens. Und er scheint auch etwas über Moses‘ wahre Herkunft zu wissen. Mit Dohlenhannes, dem neuen Freund, gelingt Moses die Flucht von Olle Holzbeins Schiff. Aber ob sie vor den Seeräubern dem Blutroten Blutrubin auf die Spur kommen und dabei auch noch Moses‘ wirkliche Eltern finden?

Verfasserin: Kirsten Boie, 1950 in Hamburg geboren, promovierte Literaturwissenschaftlerin, ist eine der renommiertesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Für ihr Gesamtwerk wurde sie mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises geehrt. Kirsten Boie hat viele beliebte Kinderbuchfiguren für alle Altergruppen kreiert und engagiert sich stark auf dem Gebiet der Leseförderung. Nicht nur „Paule ist ein Glücksgriff“ – so der Titel ihres Debütromans – sondern auch „Kirsten Boie ist ein Glücksfall für die deutsche Kinderbuch-Literatur“ (NDR).

[Verlag Friedrich Oetinger (2009)]

Meine Meinung: Ich habe dieses Buch meinem sechsjährigen Sohn vorgelesen. Wir hatten schon ein Jahr vorher ein paar Anläufe, aber da war es noch nicht so passend. Dieses Mal haben wir es geschafft und fanden es beide super.

Moses wurde von den Seeräubern der „Wüsten Walli“ als Findelkind aufgenommen und als echter Schiffsjunge erzogen. Nur steckt in diesem kleinen Seeräuber so viel mehr, als man auf den ersten Blick erahnt. Nicht zuletzt wird Seeräubermoses von den Erzfeind Olle Holzbein entführt. Aber mit Dohlenhannes Hilfe kann Moses fliehen. Allerdings bleibt die Suche nach dem Blutroten Blutrubin des Verderbens noch offen…

Das Buch hat viele aufregende, kindgerechte Abenteuer voller Seemannssprache und etwas -garn zu bieten. Die Protagonisten sind spannend, lustig und abwechslungsreich. Uns hat aber besonders gut gefallen, dass es einige überraschende Wendungen gab, die man manchmal schon erahnen konnte, so dass wir uns schon vorher überlegt haben, wie es wohl weitergehen könnte.

Wir haben von Kirsten Boie auch schon einige Ritter Trenk-Bücher gelesen und auch bei diesem (aber zum Glück nicht so nervig wie bei Ritter Trenk) werden immer mal wieder einige sprachliche Ausdrücke und die finsteren Zeiten der Seeräuberei erklärt. Das macht sie einerseits nett und kindgerecht, andererseits nervt dieses ständige „wie du bestimmt weißt“ etwas.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Die Kinder der Drachenlanze 2 – Die Drachenkönigin (Margaret Weis/ Tracy Hickman)

Veröffentlicht 9. April 2017 von erlesenebuecher

Zeitreisegerät, Irrgarten & Goldmond

Appetithäppchen: Die Welt Krynn hat sich vollkommen verändert. Ein furchtbarer, magischer Sturm fegt über Ansalon hinweg, bringt Sturmfluten und Feuer, Tod und Zerstörung. Die meisten Helden der Vergangenheit sind tot. Neue Helden nehmen ihre Plätze ein, um den Kampf gegen das Böse – in Gestalt der Drachen – fortzusetzen. Aus dem Aufruhr erhebt sich eine junge Frau, deren Schicksal mit dem von Krynn auf geheimnisvolle Weise verbungen ist…

Verfasser: Margaret Weis (* 16. März 1948 in Independence, Missouri) ist eine US-amerikanische Autorin von Fantasy- und Science-Fiction-Literatur und zusammen mit Tracy Hickman Erschafferin mehrerer Zyklen wie „Drachenlanze“ und „Die Rose der Propheten“. Tracy Raye Hickman (* 26. November 1955 in Salt Lake City, Utah) ist ein amerikanischer Fantasy-Autor. Er schrieb und schreibt zusammen u.a. mit seiner Kollegin Margaret Weis an mehreren Fantasy-Zyklen, darunter „Drachenlanze“ und „Die Vergessenen Reiche“. Außerdem ist er (Co-)Autor diverser Fantasy-Rollenspiel-Publikationen.

[Blanvalet (2001)]

Meine Meinung: Nun habe ich also den zweiten Band dieser Reihe innerhalb der Drachenlanze-Welt zum zweiten Mal gelesen. Ich muss mich etwas ranhalten, da ich meine SuB-Leichen Challenge noch bis August schaffen möchte. Wie beim ersten Band werde ich viel Inhalt wiedergeben, damit ich mich beim weiteren Lesen der Reihe besser erinnern kann (also Spoilergefahr).

Die Geschichte geht da weiter, wo die erste endet. In Silvanesti ist Silvan durch den Schutzschild gekommen und wird nun als König anerkannt. Zuerst verfällt er dem Luxus, wacht aber schnell auf und will kein Marionettenkönig werden, sondern selbst aktiv ins politische Geschehen eingreifen.

Dazu hat er auch bald eine Chance, da Mina mit ihren Rittern von Neraka auf dem Weg nach Silvanesti ist. Mit einem Gewaltmarsch laufen sie in kürzester Zeit zu dem Schutzschild verfolgt von Ogern. Erschöpft schlafen sie neben dem Schild ein, mit dem Gedanken in der Falle zu stecken. Aber während des Schlafes senkt sich der Schild über sie und sie sind in Silvanesti.

Silvan nimmt Mina ohne Gegenwehr gefangen und sie soll, von Glaukus initiiert, hingerichtet werden. Silvan will es verhindern, da er sich sofort in sie verliebt hat. Aber Mina lehnt jede Hilfe ab und entlarvt Glaukus als Cyan Blutgeißel, den gesuchten Drachen. Nachdem der Drache getötet wurde, erschlägt Silvan den Schildbaum und der Schutzschild ist zerstört.

Währenddessen in Qualinesti: Tolpan reist mit Palin zu Goldmond in die Zitadelle des Lichts. Goldmond ist mit einem Fluch belegt. Ihr Körper ist wieder jung und sie kann die Toten als Geister sehen, die die Magie der Lebenden anzapfen. Der Drache Beryl erfährt, dass Tolpan das Zeitreisegerät hat und will es haben. Gilthas hat geplant sein Volk mithilfe der Zwerge durch Tunnel außer Landes zu bringen und somit in Sicherheit. Aber ob er das noch rechtzeitig schafft? Und was ist mit den Rittern von Neraka und ihrem Marschall Meder? Kriegt er es heraus? Laurana wird schon ausspioniert. Gerard, der Solamnier, wird gefangen genommen und untersteht nun Meder, aber beide Ritter verbindet doch mehr als es auf den ersten Blick scheint.

Am Ende des Buches steht der Angriff von Beryl auf die Zitadelle, in der Tolpan und Palin sind, das zerstörte Zeitreisegerät zu ihren Füßen. Und die Silvanesti stehen ohne Schutzschild da. Die Verstärkung der Ritter von Neraka ist auf dem Weg. Silvan kann Mina nicht mehr finden. Die ist bei ihren Soldaten… was hat sie vor?

Eine tolle Reihe, voller Spannung und interessanten Ideen, Entwicklungen und Charaktere. Ich bin gefesselt. Allerdings meine ich mich zu erinnern, dass die allerersten Bücher noch besser waren. Die muss ich auch mal wieder lesen. Ab und an störten mich die philosophischen Anwandlungen, wenn es um die Welt der Götter ging.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil

Eine Reihe betrüblicher Ereignisse 1 – Der schreckliche Anfang (Lemony Snicket)

Veröffentlicht 31. März 2017 von erlesenebuecher

Wurfanker, Waisen & Die himmlische Hochzeit

Appetithäppchen: Lemony Snicket berichtet wahrheitsgetreu vom Schicksal der bemitleidenswerten Geschwister Violet (14), Klaus (12) und Sunny (Baby) Baudelaire. Die drei Waisenkinder sind zwar klug, charmant und einfallsreich, und sie sehen reizend aus, aber das nützt ihnen leider gar nichts. Eine Reihe betrüblicher Ereignisse nimmt ihren Lauf… Das erste Buch berichtet davon, wie die Waisenkinder mit einem widerwärtigen Bösewicht, hässlicher, kratzender Kleidung, einem schrecklichen Feuer und klumpigem Haferbrei zum Frühstück fertig werden müssen.

Verfasser: Lemony Snicket wurde in einem kleinen Ort geboren, in einem Landstrich, der heute unter Wasser steht. Seine Kindheit verbrachte er in der Snicket-Villa, die damals recht schön war, zwischenzeitlich als Fabrik, Festung und Apotheke diente und jetzt irgendjemand anderem gehört. Heute lebt Lemony Snicket in der Stadt. In seiner Freizeit sucht er die Orte auf, an denen auch die Baudelaire-Kinder sich aufzuhalten gezwungen waren, um möglichst wahrheitsgetreu über ihr Schicksal zu berichten.

[cbj (2000)]

Meine Meinung: Vor etlichen Jahren habe ich dieses Buch einmal gelesen. Es ist der Beginn einer dreizehnbändigen Reihe, die mir empfohlen wurde. Und als der Film mit Jim Carrey zu den ersten drei Bänden herauskam, dachte ich, ich muss diese Reihe lesen. Tja, da mich das erste Buch damals so gar nicht überzeugte, ich aber das zweite schon erworben habe, blieb das ganze Vorhaben in den Kinderschuhen stecken. Nun ist es aufgrund meiner SuB-Leichen Challenge soweit, dass ich den zweiten Band lesen muss. Damit ich aber überhaupt rein komme, musste es dieses Buch noch einmal sein.

Die drei Geschwister Violet, Klaus und Sunny haben gerade auf tragische Weise ihre Eltern verloren und müssen zu dem schrecklichen Verwandten Graf Olaf ziehen, der es nur auf ihr Vermögen abgesehen hat. Das soll ihnen ausgezahlt werden, wenn Violet achtzehn wird. Aber Graf Olaf hat eine abscheuliche Idee, um früher an das Geld zu kommen…

Ein Markenzeichen der gesamten Reihe ist, dass der Autor immer wieder betont, wie schrecklich die ganze Geschichte ist und wenn man zartbesaitet ist oder auf Happy Ends steht, soll man das Buch schnellstmöglich weglegen. Anscheinend macht diese insgesamte überspitzte Absurdität und Grausamkeit der skurrilen Geschichte für viele Fans den Reiz aus. Für mich leider nicht.

Ich mag die drei Kinder, die sind wirklich schön charakterisiert und sehr speziell, aber die angebliche Faszination dieser Bücher oder besser dieses ersten Buches hat mich nicht erreicht. Graf Olaf ist ätzend, aber nicht spannend oder vielschichtig. Er ist einfach plakativ gemein. Der Plot ist nicht besonders einfallsreich und ohne besondere Wendungen.

Insgesamt fand ich das Buch jetzt beim zweiten Lesen etwas besser als vor ein paar Jahren und werde das zweite auch lesen. Aber dann muss ich genau überlegen, ob ich mir wirklich alle dreizehn Bücher vornehme.

Bewertung: 2,5 von 5 Punkte

Hier geht es zum 2. Teil

Das Mädchen mit dem Perlenohrring (Tracy Chevalier)

Veröffentlicht 19. März 2017 von erlesenebuecher

Haube, Fleischhalle & Bleiweiß

Appetithäppchen: Delft 1664. Die Welt der jungen Griet ist wohlgeordnet, bis ihr Vater bei einem Arbeitsunfall sein Augenlicht verliert. Um die Familie zu unterstützen, wird das Mädchen als Dienstmagd in den Haushalt des angesehenen Malers Johannes Vermeer gegeben. Hier hält harte Hausarbeit sie in Atem, und die Schikanen von Vermeers eifersüchtigen Gattin ließen sich kaum ertragen, wären da nicht die faszinierenden Bilder des Meisters, die Griet auf magische Weise in ihren Bann ziehen. Obwohl der Zutritt streng verboten ist, wagt sich Griet heimlich in das Allerheiligste des Hauses, in Vermeers Atelier, um dort stundenlang Farben und Gegenstände nach ihren eigenen Vorstellungen zu ordnen. Immer häufiger ruht nun der Blick des Künstlers auf ihr, und das Band zwischen Herr und Magd wird enger. Eine verschwörerische Beziehung wächst. Vermeer beginnt, sie heimlich zu malen, und unter seinen Händen nimmt ein Bild Gestalt an, dessen Wirkung er sich selbst kaum noch entziehen kann. Als er Griet schließlich bittet, einen Perlenohrring anzulegen, beschwört das eine Katastrophe herauf, die nicht nur für Griet ungeahnte Folgen hat.

Verfasserin: Tracy Chevalier, geboren 1962, wuchs in Washington D. C. auf. 1984 zog sie nach England, wo sie als Lektorin arbeitete. Ihr erster Roman „Das dunkelste Blau“ wurde 1997 für die Fresh Talent Promotion ausgewählt. Tracy Chevalier lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in London.

[List Verlag (2000)]

Meine Meinung: Den Film zu diesem Buch habe ich vor Jahren schon mal gesehen und meine mich zu erinnern, dass ich ihn ganz gut fand. Nun hat mein Mann mir vor Jahren dieses Buch geschenkt und an sich liegt es mir so gar nicht, das Buch nach dem Film zu lesen, aber nun ist es fast verjährt und ich kann mich nur noch schlecht an den Film erinnern.

Das Buch spielt in Delft im 17 Jahrhundert und handelt von dem Maler Vermeer, obwohl dieser eigentlich nicht die Hauptrolle spielt. In erster Linie geht es um Griet, eine Dienstmagd, welche aber ein gewisses Verständnis für Farben und Kunst hat. Sie wird seine heimliche Gehilfin und landet am Ende vor seinem Pinsel. Also nicht das, was ihr jetzt denkt. Er malt sie! Allerdings hat Griet in seinem Haus keinen leichten Stand, da seine Frau und seine Tochter etwas gegen sie haben. Zum Glück hat der Fleischersohn ein Auge auf sie geworfen. Das wäre also ihre Chance von des Malers Haus weg zu kommen, aber etwas hält sie. Sie fühlt sich zu Vermeer hingezogen…

Ich mag historische Romane und an diesem fand ich besonders schön, dass man nicht nur einiges über das damalige Delft und die Lebensumstände erfahren hat, sondern dass die Idee der Autorin war, ein bekanntes Gemälde als Grundlage zu nehmen und um dieses herum eine faszinierende Geschichte zu spannen. Das ist beeindruckend. Mein Problem war nur, dass ich Griet und auch Vermeer nicht besonders mochte. Die Sympathien, die ich mir für sie eingebildet habe, kamen daher, dass ich immer an Colin Firth und Scarlett Johansson denken musste. Vermeer war für mich kaum fassbar, eigenbrötlerisch, lebte in seiner eigenen Welt und machte sich keine Gedanken um andere. An Griet gefiel mir nicht, wie sie mit dem Fleischersohn Pieter umging und dass Vermeer so eine Macht über sie hatte.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Der Zauberer von Oz (L. Frank Baum)

Veröffentlicht 19. März 2017 von erlesenebuecher

Vogelscheuche, Blech-Holzfäller & feiger Löwe

Appetithäppchen: Ein Wirbelsturm hat Dorothy ins geheimnisvolle Land Oz verschlagen. Nur der mächtige Zauberer, der über das Land herrscht, kann ihr helfen zurückzufinden. Auf der Suche nach ihm trifft Dorothy die Vogelscheuche, den Blech-Holzfäller und den feigen Löwen, die sich ihr anschließen. Doch als die vier nach einer abenteuerlichen Reise den Zauberer von Oz endlich zu Gesicht bekommen, erwartet sie eine große Überraschung.

Verfasser: Lyman Frank Baum wurde 1856 in Chittenango/ New York geboren. Er arbeitete als Journalist, am Theater und versuchte sich auf verschiedenen Gebieten selbstständig zu machen – u.a. gründete er eine Zeitung -, allerdings ohne Erfolg. Sein 1900 erschienenes drittes Kinderbuch „Der Zauberer von Oz“ machte ihn dagegen über Nacht berühmt, kam bereits zwei Jahre später als Musical heraus und wurde 1939 mit Judy Garland in der Hauptrolle erfolgreich verfilmt. L. Frank Baum ließ dem ersten Band mehrere Fortsetzungen folgen und gilt als der Erfinder des amerikanischen Märchens. Er starb 1919 in Hollywood.

[Cecilie Dressler Verlag (2003)]

Meine Meinung: Dies ist eines der Bücher, von denen ich dachte, das muss man mal gelesen haben. In Amerika gehört der Inhalt zum Allgemeinwissen und von der Verfilmung wird nur in den höchsten Tönen gesprochen. Natürlich wollte ich vor dem Film das Buch lesen. Das habe ich nun getan.

Tja, und irgendwie hat mich der angebliche Zauber dieses Buches nicht so wirklich erreicht. Erst als ich gegen Ende schon ein wenig den Film angefangen habe, wurde ich etwas mitgerissen. Ich kann mir schon vorstellen, warum es solchen Ruhm erlangt hat, vor allem, wenn man bedenkt, wann das Buch geschrieben wurde. Und insgesamt ist es eine schöne Geschichte.

Viele seltsame Wesen, skurrile Welten und treue Freunde tauchen auf. Gerade die drei Gefährten: die Vogelscheuche, der Holzfäller und der feige Löwe haben es mir angetan. Die sind sehr sehr toll. Dorothy fand ich etwas blaß, allerdings besser als im Film, da nervt sie nämlich richtig.

Das Buch lässt sich schnell lesen und natürlich bin ich froh, dass ich nun mitreden kann und die vielen Anspielungen, die es ab und anin anderen Büchern, Serien, Filmen oder Musicals gibt, verstehe.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Traumsammler (Khaled Hosseini)

Veröffentlicht 18. März 2017 von erlesenebuecher

Federn, Mamá & eine kleine, traurige Fee

Appetithäppchen: In „Traumsammler“ erzählt Khaled Hosseini die bewegende Geschichte zweier Geschwister aus einem kleinen afghanischen Dorf. Pari ist drei Jahre alt, ihr Bruder Abdullah zehn, als der Vater sie auf einen Fußmarsch quer durch die Wüste nach Kabul bringt. Doch am Ende der Reise wartet nicht das Paradies, sondern die herzzerreißende Trennung der beiden Geschwister, die ihr Leben für immer verändern wird…

Verfasser: Khaled Hosseini schrieb die Romane „Drachenläufer“, „Tausend strahlende Sonnen“ und „Traumsammler“. Sie erschienen in 70 Ländern und wurden zu Weltbestsellern. Khaled Hosseini wurde 1965 in Kabul geboren. Nach Einmarsch der Sowjets in Afghanistan ging seine Familie ins Exil nach Amerika. Er studierte Medizin und arbeitete als Internist. Heute ist er Sonderbotschafter Vereinten Nationen und gründete die Khaled Hosseini Foundation, die Menschen in Afghanistan humanitäre Hilfe bietet.

[S. Fischer Verlag (2014)]

Meine Meinung: Das Leben kann einen innerlich zerreißen und am Ende wartet meist kein großes Happy End auf einen! So ist das Leben! Aber als Leser wünscht man sich natürlich die ganze Zeit, dass am Ende alles gut wird und alles aufgelöst wird. Khaled Hosseini liefert das allerdings nicht.

Zumindest nicht so richtig. Das Buch beginnt herzzerreißend, so dass ich zwischenzeitlich dachte, ich ertrag es nicht mehr und muss das Buch weglegen. Aber diese fesselnde, atemberaubende Storyline hält Hosseini nicht durch. Er springt dann in der Zeit und von einem Protagonisten zum nächsten. Dem Leser wird eine vielschichtige Familiengeschichte über mehrere Generationen in einem tollem Schreibstil geliefert, die unterhält und zum nachdenken anregt. Aber in meinen Augen auch immer wieder ein paar kleine Längen enthält. Vor allem da ich mich oft fragte, warum wird nun diese Sequenz erzählt, ist das wichtig, mit wem hat das zu tun. Auch die zeitlichen Sprünge immer richtig einzuordnen, fand ich teilweise etwas anstrengend.

Ich habe „Drachenläufer“ und „Tausend strahlende Sonnen“ gelesen und war vor allem von dem zweitgenannten sehr beeindruckt. Dieses Buch hatte mich wochenlang in meinen Gedanken begleitet. Ich habe so mitgelitten und -gefiebert. Wirklich großartig! Entsprechende Erwartungen hatte ich nun an dieses Buch und muss sagen, dass ich leider etwas enttäuscht war, vor allem da es wie erwartet angefangen hat. Schade!

Die Darstellung der Protagonisten und die ausgearbeitete, intelligente Vielschichtigkeit dieser hat der Autor aber trotzdem wieder hinbekommen und man bekommt einen spannenden Eindruck von Afgahnistan auf Literaturbasis.

Bewertung: 4 von 5 Punkten