Rezensionen 2017

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Fortpflanzung folgt (Jan Jepsen)

Veröffentlicht 13. November 2017 von erlesenebuecher

Pinguine, Prachtossi & Nickel

Appetithäppchen: Unterwegs in die Antarktis lernt Jerk Hansen die unwiderstehliche Lisanne, Biologin und Pinguin-Forscherin aus Down Under, kennen. Und das sehr viel inniger, als ihm lieb sein sollte. Denn zeitgleich erreicht ihn ein unzweideutiges Ultraschallbild aus heimischen Gewässern. Hansen ist „papalysiert“ – erschwerte Bedingungen für seine antarktische Affäre. Kann man das noch unter Jungegesellenabend verbuchen? Irgendwo in den internationalen Gewässern einer polaren Parallelwelt? Oder betrügt man damit gleich zwei Frauen? Den ersten Teil der Antwort erhält er bereits von Lisanne selbst, als den Ultraschall entdeckt und ihm rigorose Entscheidungshilfe leistet…

Verfasser: Jan Jepsen, laut seiner Mutter in der Nacht der großen Sturmflut gezeugt, kam pünktlich zum Nikolaustag 1962 in Hamburg/Övelgönne zur Welt. Studienanfänge an der FU Berlin kollidierten mit unbändiger Wanderlust und der Erkenntnis, das nicht jeder Schreiben im Sitzen lernt. Unterwegs begann er zu fabulieren und fotografieren. Er bereist seit Jahren für verschiedene Magazine die Welt. Einer der größten weißen Flecken war für ihn die Antarktis. Mit einem russischen Eisbrecher war er auch auf den Spuren der Antarktispioniere unterwegs – seine ganz persönliche Eiszeit. »Fortpflanzung folgt. Eine antarktische Äffäre« ist sein dritter Roman. Jan Jepsen lebt in Berlin.

[Berlin Verlag (2014)]

Meine Meinung: Ich rätselte und rätselte während des Lesens, wie dieses Buch zu mir gekommen ist. Ich habe beim Vorstellen des Buches geschrieben, dass es mir empfohlen wurde, aber von wem nur und vor allem warum nur. Die Thematik fand ich eher mau und die Umsetzung etwas anstrengend lustig. Das einzige, was wirklich interessant war, war, dass die Reise in die Antarktis ging.

Tja, worum geht es? Eigentlich um Männer und Frauen und mal wieder darum, dass sie wohl irgendwie nicht zusammen passen und so verschieden sind. Allerdings kommen die Männer, hier vor allem der Protagonist Hansen, nicht gut weg. Ich weiß ja nicht, ob Männer, wenn sie das Buch lesen, ihn total cool und lustig finden und gerne mit ihm abklatschen würden. Immerhin reißt er auf der Reise in die Antarktis die heiße, verheiratete Biologin auf, während seine schwangere Freundin Zuhause sitzt…

Zum Glück ist das Buch von einem Mann geschrieben, so können die Herren nicht sagen, dass frau wieder mal nur das Klischee über den bindungsängstlichen Mann schreibt, sondern man (oder eben eher frau) kann sagen, tja, schade und irgendwie traurig. Also ich konnte keine richtigen Sympathien für Hansen aufbauen. Klar, es ist überspitzt und vielleicht nur ehrlich, aber leider auch einfach nur egoistisch, platt und null empathisch.

Es gibt zwischendurch ein paar lustige, amüsante Sequenzen mit markigen Sprüchen. Aber der Autor versucht wirklich in fast jedem Satz ein Feuerwerk der lustigen, eloquenten Wortfetzen abzufeuern, so dass ich es – vor allem zu Beginn, als man sich noch nicht dran gewöhnt hatte – eher als anstrengend empfunden habe.

Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

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Eine Frage der Zeit (Alex Capus)

Veröffentlicht 10. November 2017 von erlesenebuecher

Nieten, Hirsebier & Paradieren

Appetithäppchen: Drei Männer transportieren für Kaiser Wilhelm ein Dampfschiff in Einzelteilen nach Afrika, um es am Tanganikasee zusammenzubauen. Zu Beginn der Odyssee sind die drei Werftarbeiter fasziniert vom kolonialen Charme Deutsch-Ostafrikas, aber dann bricht der Erste Weltkrieg aus. Plötzlich werden Nachbarn zu Feinden und Gegner zu Freunden. In einer aus den Fugen geratenen Welt muss jeder auf seine Art versuchen, mit heiler Haut davonzukommen.

Verfasser: Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte und Philosophie in Basel und lebt heute als Journalist und Autor in Ölten. Bisher veröffentlichte er zehn Bücher, die alle von der Kritik hoch gelobt wurden.

[RM Buch und Medien Vertrieb (2011)/ btb (2009)]

Meine Meinung: Es ist schon seltsam. Ich hätte mir das Buch wohl nie von selbst gekauft oder wäre auf die Idee gekommen, es zu lesen, da der Klappentext sich zwar schon interessant anhört, mich aber nie richtig angesprochen hätte. Nun habe ich das Buch aber von meinem Vater geschenkt bekommen, der meinte, ich solle es mal lesen. Also verstaubte es erst einmal auf meinem SuB und wurde jetzt durch meine SuB-Leichen Challenge herausgekramt. Nun habe ich es gelesen und denke, dass ich wohl mal öfter auf meinen Vater hören sollte. Allerdings ist mein SuB ja immer noch sooo hoch.

Das Buch spielt zur Zeit des Ersten Weltkrieges vor allem in Afrika, aber auch in London. Es geht um drei deutsche Schiffsbauer, die ein Schiff in Kleinteilen nach Afrika begleiten und dort wieder zusammen setzen. Währenddessen erfährt man einiges über die damalige Zeit und die Kolonialisierung. Ihr Gegenspieler ist auf englischer Seite der exzentrische Commander Spicer Simson, welcher auf seinen Einsatz für den Krieg wartet. Dieser bringt in einer Mammutaufgabe zwei Dampfer nach Afrika und kämpft auf dem Tanganikasee gegen die deutsche Marine.

Es ist eine Geschichte voller genialer, absurder, einzigartiger Charaktere, die den Wahnsinn des Krieges – vor allem an diesen meilenweit entfernten Ort ist der Krieg umso abstruser – miterleben. Die Protagonisten sind wunderbar ausgearbeitet und voller seltsamer, liebenswerter und bildlich vorstellbarer Eigenarten.

Sehr interessant war, dass die Geschichte einen historisch wahren Hintergrund hat, und man auf YouTube einige Dokumentationen dazu finden, die ich mir nebenbei angesehen habe. Das hat das ganze noch phänomenaler gemacht.

Etwas ernüchternd fand ich das Ende, vor allem da einige Gegebenheiten und Entstehung von Freundschaften plötzlich gar nicht mehr nachvollziehbar dargestellt wurden und ich es dann sehr abrupt fand.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Das Unkrautland 2 – Das Geheimnis der Schwarzen Hütte (Stefan Seitz)

Veröffentlicht 1. November 2017 von erlesenebuecher

Rostgrütze, Zaubernuss & Postrohr

Appetithäppchen: Was hat es mit dem seltsamen Märchen auf sich, das die Leute im Land ihren Kindern erzählen? Was verbergen die Westlichen Sümpfe? Und welche Bedeutung hat jener eigenartige Traum, der Primus nun schon seit zwei Jahrhunderten nicht mehr loslässt? Mit Mut und Magie machen sich Primus und Plim erneut auf den Weg, das große Geheimnis zu ergründen. Die Saga geht weiter…

Verfasser: Stefan Seitz, geb. 1972 in München, studierte Innenarchitektur und ist Experte für 3-D-Animation sowie Computervisualisierung. Mit seiner Vorliebe für Geheimnisse und rätselhafte Geschichten hat er eine fantasievolle Spukwelt erschaffen, die nicht zuletzt durch ihre eindrucksvollen Grafiken begeistert: das Unkrautland. Die Ideen dazu entsprangen vor allem Mythen und Legenden – so wartet auch „Das Unkrautland“ mit einem großen Mysterium auf, das es zu lösen gilt.

[Cleon Verlag (2009)]

Meine Meinung: Das Unkrautland ist wirklich toll. Ich liebe den Finterwald und vor allem die Bewohner, wie Primus, Miss Plim, die Vogelscheuche Chuck, der Kürbis Snigg und das Hühnergerippe Bucklewhee. Gerade Bucklewhee, der in diesem Teil eine wichtige Rolle spielt, ist klasse. Die ganze Sache mit dem Postrohr – einfach herrlich! Man kann sich Das Land, die Figuren und die Gebrauchsgegenstände so schön bildlich vorstellen. Wie ich schon beim ersten Teil schrieb, als ob man in einem Tim Burton-Film ist. Fulminant!

Was ich an diesem Band aber nicht mochte, war der Bergteufel und die ganze Geschichte rund um das gesuchte, kleine Buch und den Narren. Das passte für mich einfach nicht und zerstörte ein wenig die Stimmung des mysteriösen, düsteren, schaurigschönen Unkrautlands. Der Narr ging noch am ehesten, aber nicht der große Ziegenbock als Bergteufel…

Außerdem störte mich etwas, dass zu wenig Finsterwald und Vogelscheuche und Kürbis dabei waren. Insgesamt war es ja nur eine einzige Reise, die Primus und Plim machen, und darum ging es die ganze Zeit, das zog sich in meinen Augen. Da hätte ich mir von diesem faden Abenteuer einige Pausen mit deren Alltag und normalen Absurditäten gewünscht.

Leider ist auch doch nicht so viel in Erinnerung geblieben vom ersten Band, wie ich dachte. Die Geschichte rund um die Nebelfee und Rabenstein war nur schwach in meiner Erinnerung vorhanden. Ich muss mir dieses Mal mehr merken, deshalb Spoiler: Es endet damit, dass Plim und Primus das Buch mit der Wegbeschreibung von Magnus Ulme finden, den Bergteufel und den Narren in den Spiegel einschließen und diesen kaputt machen. Sie wollen jetzt ins Gebirge die Nebelfee suchen, aber Primus muss erst einmal das Buch genaustens studieren.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil

Ronja Räubertochter (Astrid Lindgren)

Veröffentlicht 12. Oktober 2017 von erlesenebuecher

Wolfslied, Donnerdrummel & Rumpelwichte

Appetithäppchen: „In der Nacht, als Ronja geboren wurde, rollte der Donner über die Berge. Ja, es war eine Gewitternacht, dass sich selbst alle Unholde, die im Mattiswald hausten, erschrocken verkrochen…“ Mitten im Wald, zwischen Räubern, Graugnomen und Wilddruden, wächst Ronja, die Tochter des Räuberhauptmanns Mattis, auf. Eines Tages trifft sie auf ihren Streifzügen Birk, den Räubersohn aus der verfeindeten Sippe von Borka. Und als die Eltern den beiden verbieten, Freunde zu sein, fliehen Ronja und Birk in die Wälder…

Verfasserin: Astrid Lindgren wurde 1907 im schwedischen Småland geboren und starb 2002 in Stockholm. Die „bekannteste Kinderbuchautorin der Welt“ (DIE ZEIT) wurde u.a. mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, dem Alternativen Nobelpreis, dem Schwedischen Staatspreis für Literatur sowie dem Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet.

[Verlag Friedrich Oetinger (1982)]

Meine Meinung: Eine Geschichte aus meiner Kindheit. Ich weiß nicht, ob ich das Buch als Kind selbst gelesen oder doch eher vorgelesen bekommen habe. Jedenfalls hatte ich auch das Hörspiel auf Musikkassette und habe den Film geliebt. Nun habe ich mir vor etwa 15 Jahren das Buch noch einmal selbst gekauft und damals natürlich gelesen. Allerdings wurde es jetzt Zeit meinem ältesten Sohn mit Ronja und Birk bekannt zu machen. Es ist so unsagbare Freude und ein wirkliches Privileg seinen eigenen Kindern solch tolle Kinderbücher wie die von Astrid Lindgren vorzulesen.

Ronja ist ein starkes, mutiges Mädchen, das in ihrem Mattiswald mit all den seltsamen, mysteriösen Wesen einige – auch sehr gefährliche – Abenteuer bestehen  muss. Welch großartige Idee, dass gerade die verfeindete Räubersippe in die andere Hälfte der geteilten Burg zieht und die beiden Kinder sich anfreunden.

Einen Sommer im Wald ohne Eltern zu verbringen, welches Kind findet diese Vorstellung nicht spannend. Eins mit der Natur sein, Freundschaft erleben, Wildpferde reiten und schwimmen so lange man will. Mein Sohn fand die Geschichte toll, wobei er schon manchmal fragte, ob Ronja und Birk ihre Eltern gar nicht vermissen. Gerade die Geschichte rund um den Streit mit Mattis und Ronja fand er etwas befremdlich. Es ist ja auch schwierig zu erklären, warum Mattis sagte, dass er keine Tochter mehr hat. Bei Mattis‘ Launen bekommt man ja auch echt ein Schleudertrauma, aber trotzdem ist er – wie alle anderen Protagonisten – so liebenswert.

Ein Kinderbuchklassiker, der in jedes Bücherregal gehört!

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Requiem (Lauren Oliver)

Veröffentlicht 11. Oktober 2017 von erlesenebuecher

Grüfte, Braut & Schuldgefühle

Appetithäppchen: Lena und Julian konnten entkommen. Sie sind wieder in der Wildnis bei den Rebellen. Alles könnte gut sein, aber etwas hat sich verändert zwischen den beiden. Denn da ist noch Alex, der wieder aufgetaucht ist. Lena spürt, dass sie eigentlich zu ihm gehört, doch er ist abweisend und kalt. Sie erkennt ihn kaum wieder. Hinter den Mauern Portlands führt Lenas frühere Freundin Hana ein vermeintlich ruhiges, sicheres Leben im Zeichen des Heilmittels. Und während sich der Kampf um Freiheit und Liebe immer weiter zuspitzt, steht Lena plötzlich mitten im Zentrum des Geschehens.

Verfasserin: Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Dort bestand ihr Beitrag hauptsächlich darin, die Kleiderordnung zu missachten und immer wieder den Drucker kaputt zu machen. Lauren lebt in Brooklyn.

[Carlsen Verlag (2014)]

Meine Meinung: So, da ist diese Reihe auch endlich beendet. Ich hatte große Erwartungen, die sich leider nicht erfüllt haben. Optisch ein echtes Highlight, alle Cover der Reihe sind super schön. Die Idee – wie ich schon so oft sagte – ist top, aber die Umsetzung eher träge.

Wie schon im letzten Band finde ich Lenas Leben in der Wildnis nicht besonders mitreissend. Es wird ständig von A nach B gereist, neue Verbündete kommen dazu, dann wieder ein wenig gekämpft und natürlich folgt ein Gefühlschaos dem nächsten (sie sind ja auch nicht geheilt). Soll sie nun Alex oder Julian toll finden… Naja, vielleicht bin ich schon zu alt, aber wirklich fesseln konnte mich das nicht.

Allerdings sind die Kapitel immer abwechselnd aus verschiedenen Sichten geschrieben und dieses Mal kam in jedem zweiten Kapitel Hana, Lenas frühere beste Freundin, zu Wort. Das fand ich schon spannender. Sie ist geheilt und soll den neuen, radikalen Bürgermeister heiraten. Aber irgendwie kann Hana sich nicht so ganz in ihrem neuen Leben einfinden. Immer wieder kommen Gedanken (und etwa doch Gefühle?) von früher hoch. Das war sehr interessant und spannend.

Am Ende findet der Leser noch eine Kurzgeschichte aus der Sicht von Alex. Da habe ich mich am Ende gefragt, was habe ich da gerade gelesen und wozu.

Vielleicht gebe ich der Reihe in ein paar Jahren irgendwann noch eine Chance. Es gibt bestimmt schlechtere, aber auch so viele bessere.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Black Dagger 28 – Ewig geliebt (J. R. Ward)

Veröffentlicht 6. Oktober 2017 von erlesenebuecher

Arielle, Weihnachtsbikini falsche Trauben-Nuss mit Dr. Pepper & Mom

Appetithäppchen: Rhage und Mary sind Geliebte und Seelenverwandte – und sie sind einander auf ewig verbunden: Weil Mary ein Mensch ist, wurde ihre Lebenskraft an Rhages geknüpft, damit sie gemeinsam ein glückliches Lebens voller Leidenschaft und Liebe verbringen können. Doch nun legt sich ein dunkler Schatten auf die Beziehung des einst so glücklichen Paares, denn Rhage wünscht sich ein Kind. Ein Wunsch, den Mary ihm nicht erfüllen kann. Hin und her gerissen zwischen der tiefen Liebe zu seiner Frau und seinen eigenen Bedürfnissen, freundet sich der mächtige Vampirkrieger mit dem kleinen Waisenmädchen Bitty an – und trifft eine folgenschwere Entscheidung: Er wird Bitty adoptieren, koste es, was es wolle. Doch wie wird die Bruderschaft der Black Dagger auf Rhages Pläne reagieren? Und wird Mary ihrem geliebten Hellren auf diesem Pfad folgen oder wird sie ihre eigenen Wege gehen?

Verfasserin: J. R. Ward begann bereits während ihres Studiums mit dem Schreiben. Nach ihrem Hochschulabschluss veröffentlichte sie die Black Dagger-Serie, die in kürzester Zeit die amerikanischen Bestseller-Listen eroberte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Golden Retriever in Kentucky und gilt seit dem überragenden Erfolg der Serie als neuer Star der romantischen Mystery.

[Wilhelm Heyne Verlag (2017)]

Meine Meinung: Dieser Band hat nochmal ordentlich an Fahrt aufgenommen!

Spoilerwarnung

Fand ich, dass der erste Teil dieses Doppelbandes rund um Mary und Rhage noch etwas vor sich hin plätscherte, änderte sich das bei diesem rasant. Ich habe so mitgefiebert und konnte die Spannung beim Wechsel der verschiedenen Erzählstränge kaum aushalten. Ich musste immer weiterlesen. Am Ende wurde dann etwas dick aufgetragen, aber die Tränen kamen mir trotzdem.

Rhage und Mary wollen das Waisenkind Bitty adoptieren und gerade die Beziehung zwischen Rhage und dem Mädchen geht sehr ans Herz, wobei es natürlich eher schmalzige Szenen gibt, z.B. als Bitty die Bestie kennen lernt. Am Ende als Bitty dann ins Anwesen der Bruderschaft kommt trieft es aus allen Ecken und Ritzen. Das war echt zu dick aufgetragen. Das einzige Manko an dem Band. Allerdings gab es auch viele wirklich lustige Szenen, vor allem wenn Lassiter seine Finger mit im Spiel hatte.

Auch die Geschichte rund um Layla, Xcor und die Schwangerschaft fand ich super. Die Zwillinge werden dramatisch geboren und das Mädchen von Payne sogar wiederbelebt. Letztendlich ist aber alles gut. Die Geschichte rund um Xcor und Layla steigert sich auch immer mehr und ich freue mich schon so sehr auf die nächsten beiden Teile.

Assail, der für die Bruderschaft in der Glymera spioniert, steigert sich ebenfalls immer mehr. Er entdeckt einen Blutsklaven und befreit diesen. Mal sehen, was es mit dem noch auf sich hat. Er beschließt sich seiner Sucht zu stellen und bei der Sache mit Marisol scheint auch noch nicht das letzte Wort gesprochen zu sein.

Sehr spannend und interessant ist die Geschichte rund um die Menschenfrau Jo, die, was sich plötzlich rausstellt, die Schwester von Manny, dem Partner von Payne ist. Allerdings war ich etwas verwirrt, da Rhage einmal im selben Cafe wie sie ist, und meinte, dass ein Prätrans dort wäre. Das habe ich nun auf Jo bezogen, aber Manny ist doch ein Mensch, oder? Na, mal sehen, was das noch wird.

Auch in religiöser Hinsicht scheint die Zukunft der Geschichte der Black Dagger spannend zu werden. Die Jungfrau der Schrift ist weg, wird aber noch einen Nachfolger benennen und Omega scheint plötzlich ganz konkret persönlich als Feind aufzutauchen.

Ich fand das Buch hervorragend und freue mich sehr auf das nächste!

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 27. Teil

Black Dagger 27 – Krieger im Schatten (J. R. Ward)

Veröffentlicht 4. Oktober 2017 von erlesenebuecher

Muscle Cars, Waise & YouTube

Appetithäppchen: In der legendären Bruderschaft der Black Dagger ist nichts wie es einmal war. Um den Krieg gegen die Schatten zu verhindern, mussten alte Allianzen verschoben und neue geschlossen werden. Doch nun ist auch die Gesellschaft der Lesser zurückgekehrt, und sie ist gefährlicher denn je. Während sich die Black Dagger rund um den blinden Vampirkönig Wrath zum Gegenschlag rüsten, ahnen sie nicht, dass ein Krieger aus ihrer Mitte mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat: Eigentlich hat Rhage alles, was sich ein Mann nur wünschen kann. Er ist nicht nur von strahlender Schönheit und unbesiegbarer Kraft, sondern auch einer der gefährlichsten Kämpfer der Bruderschaft. Er wird von seinen Brüdern ebenso wertgeschätzt und geliebt wie von seiner bezaubernden Shellan Mary – und doch fühlt Rhage eine seltsame Leere in sich. Eine Leere, die sein ganzes Leben zu überschatten droht. Und plötzlich ist seine leidenschaftliche und scheinbar so unerschütterliche Liebe zu Mary in Gefahr…

Verfasserin: J. R. Ward begann bereits während ihres Studiums mit dem Schreiben. Nach ihrem Hochschulabschluss veröffentlichte sie die Black Dagger-Serie, die in kürzester Zeit die amerikanischen Bestseller-Listen eroberte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Golden Retriever in Kentucky und gilt seit dem überragenden Erfolg der Serie als neuer Star der romantischen Mystery.

[Wilhelm Heyne Verlag (2016)]

Meine Meinung: Black Dagger hört einfach nicht auf. Oft denke ich, was will Frau Ward denn noch Neues bringen und es reicht doch eigentlich endlich mal. Aber wenn ich das neue Buch dann lese, erfreue ich mich wieder an den liebgewonnenen, vertrauten Charaktere und an der ganzen Story rund um die Bruderschaft, und warum sollte sie auch aufhören, wenn es doch so süchtig macht.

In diesem Teil geht es um Mary und Rhage, die im dritten und vierten Band zueinander gefunden haben. Auch das war damals eine meiner Lieblingsgeschichten und über Rhage freue ich mich auch in den anderen Bänden immer, wenn er mal auftaucht, da es dann fast immer lustig wurde.

Dieses Mal jedoch steckt die Ehe der Beiden in einer Krise und keiner weiß genau warum. Beide leben ihr Leben, sind stark beschäftigt und sind sich sicher, dass sie sich lieben, aber irgendwie fehlt die absolute Nähe und Vertrautheit zwischen ihnen. Das haute mich alles nicht wirklich vom Hocker und ich fragte mich, warum es ein Buch über ihre Eheprobleme geben muss.

Zum Glück werden parallel auch einige andere Erzählstränge weitergesponnen. Layla ist mit den Zwillingen von Qhuinn hochschwanger und verbringt ihre Zeit in der Klinik bei Doc Jane. Allerdings wird ihre Gefühlswelt auf den Kopf gestellt, als ein neuer Gefangener eingeliefert wird.

Assail, der kokainsüchtige Drogenboss, liefert der Bruderschaft den entscheidenen Tipp für die Vernichtung des Hauptquartiers der Lesser. Letztendlich soll die Zusammenarbeit mit der Bruderschaft verfestigt werden, was ihm nur Recht ist, muss er sein Leben doch sowieso überdenken, da er seine Marisol vermisst.

Außerdem wird Vishous‘ Verhältnis zu seiner Mutter wieder thematisiert. Sehr interessant fand ich die Geschichte rund um Jo und ihre Freunde, einfache Menschen, die den Angriff auf die Lesser gefilmt haben und bei YouTube veröffentlicht haben.

Alles in allem ein durchwachsener Band, der wieder mal Freude beim Lesen macht, aber keine wirklichen Highlight zu bieten hat.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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