Rezensionen 2017

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Die Kinder der Drachenlanze 3 – Krieg der Seelen (Margaret Weis/ Tracy Hickman)

Veröffentlicht 23. Mai 2017 von erlesenebuecher

Scheiterhaufen , Schornstein & blauer Drache

Appetithäppchen: 40 Jahre nach dem Ende des Chaoskriegs haben mächtige Drachen Krynn unter ihre Gewalt gebracht. Die Dunkelritter kontrollieren den gesamten Kontinent Ansalon, und die Bewohner sind tributpflichtig. Nur die Elfenreiche Silvanesti und Qualinesti leisten verzweifelten Widerstand. Gleichzeitig attackiert das grüne Drachenweibchen Beryl die Zitadelle des Lichts. Gilthas, ein Halbelf, organisiert den Widerstand, doch ein Sieg über den mächtigen Drachen und seine Truppen scheint so gut wie ausgeschlossen…

Verfasser: Margaret Weis (* 16. März 1948 in Independence, Missouri) ist eine US-amerikanische Autorin von Fantasy- und Science-Fiction-Literatur und zusammen mit Tracy Hickman Erschafferin mehrerer Zyklen wie „Drachenlanze“ und „Die Rose der Propheten“. Tracy Raye Hickman (* 26. November 1955 in Salt Lake City, Utah) ist ein amerikanischer Fantasy-Autor. Er schrieb und schreibt zusammen u.a. mit seiner Kollegin Margaret Weis an mehreren Fantasy-Zyklen, darunter „Drachenlanze“ und „Die Vergessenen Reiche“. Außerdem ist er (Co-)Autor diverser Fantasy-Rollenspiel-Publikationen.

[Blanvalet (2002)]

Meine Meinung: Wie bei den letzten beiden Bänden werde ich etwas intensiver auf den Inhalt eingehen, damit ich beim Weiterlesen der Reihe nichts vergesse. Folglich besteht Spoilergefahr.

In Silvanesti ist der Schild gefallen. Mina und die schwarzen Ritter haben die Elfenstadt ohne Gewalt erobert. Die meisten Elfen himmeln Mina an, allen voran der Elfenkönig Silvan. Er ist vor Liebe zu ihr völlig blind bzw. eher wahnsinnig. Sie reagiert aber nicht, so wie von ihm erhofft. Der Anführer der schwarzen Ritter Targonne schmiedet währenddessen einen Plan, wie er Mina loswerden kann. Dazu benutzt er Silvan, der seiner Angebeteten unwissend einen vergifteten Ring schenkt. Mina stirbt. Jedoch kommt raus, dass sie das geplant hat und bei ihrer Beerdigung mit großem Tamtam aufersteht. Der angereiste Targonne muss allerdings sein Leben lassen.

In Qualinesti versuchen Gilthas und Laurana ihr Volk zu evakuieren, bevor die schwarzen Ritter mit dem Drachen Beryl alles zerstören. Marschall Medan, der hiesige Anführer der schwarzen Ritter, hilft tatkräftig, aber heimlich, da er in Laurana verliebt ist. Er schickt Gerard, den Solamnier, mit seinem Drachen fort um bei den Solmaniern Verstärkung zu holen. Allerdings wird Gerard von einer solamnischen Ritterin gefangen genommen, da sie glaubt einen schwarzen Ritter vor sich zu haben. Wie kann Gerard das Gegenteil beweisen?

Tolpan und Palin währenddessen sind bei dem Angriff auf die Zitadelle ins magische Labyrinth geflohen und wurden von Dalamar, dem verschollenen Zauberer gerettet und an einen entfernten Ort gebracht. Dieser stellt sich als der Turm der Erzmagier heraus und gleicht einem Gefängnis, da sie von Toten, die auf Magie aus sind, belagert werden. Diese toten Geister haben auch Goldmond fast in den Wahnsinn getrieben, so dass sie auf dem Schiff des Gnoms Conundrum geflohen ist. Jedoch ist fragwürdig, wie lange das Boot noch seetüchtig bleibt.

Es passieren viele interessante, spannende Dinge und die Sprünge zu den verschiedenen Handlungsorten, -strängen und Protagonisten lässt kaum Langeweile aufkommen. Aber trotz dessen gibt es einige Längen in diesem Band.Klar ist das Buch unterhaltsam und gut geschrieben, aber die ganze Story soll sich ja über sechs Bände ziehen und mir kommt gerade dieser 3. Teil als eine Art Lückenfüller vor, um das Ganze künstlich zu strecken.

Etwas bitter stößt mir auch leider die Geschichte (vielleicht der Hauptstrang rund um Mina) mit dem einzigen Gott auf. Diese ganze gewollt philosophische Ader und die Parallelen zum Juden- und Christentum wegen des Monotheismus gefallen mir nicht, da Minas Gott nicht gut ist. Jedoch muss ich zugeben, dass es mich etwas auf die Folter spannt, wie das Ganze ausgeht.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 2. Teil

Lotto macht, was sie will! (Annika Reich)

Veröffentlicht 6. Mai 2017 von erlesenebuecher

Sultanine, Eulenspardose & Minihirsch

Appetithäppchen: Lotto muss sich eine Menge einfallen lassen, damit ihr Tag ein Abenteuer wird: Gleich morgens fliegt sie mit ihrem Borstenkatapult türkis-weiße Zahnpastakurven übers Waschbecken. So macht Zähneputzen Spaß! Danach kippt sie Milch in die Badewanne und badet wie Kleopatra in einem blubbernden Vulkansee. Und den Müll bringt sie nur runter, weil in der Tonne ein geheimnisvoller Minikirsch lebt. Aber das verrät sie natürlich niemandem. Erwachsene verstehen so was nicht. Auch nicht, dass sie Langweile und Brokkoli nicht mag. Dafür liebt Lotto Raketen, ihre Oma und freche Ideen. Und davon hat sie jede Menge!

Verfasserin: Annika Reich, 1973 in München geboren, lebt mit ihren Kindern in Berlin. Sie arbeitet als Gastdozentin an der Kunstakademie Düsseldorf, schreibt für die ZEIT-Online-Kolumne „10 nach 8“ und ist Mitinitiatorin des Aktionsbündnisses „Wir machen das“. Bei Hanser erschienen die Romane „Durch den Wind“ (2010), „34 Meter über dem Meer“ (2012) und „Die Nächte auf ihrer Seite“ (2015). Die Geschichten um Lotto sind ihr Kinderbuchdebüt.

[Carl Hanser Verlag (2016)]

Meine Meinung: Lotto heißt eigentlich Charlotte, aber keiner nennt sie so. Lotto passt viel besser zu ihr, findet das außergewöhnlich fantasievolle Mädchen. Ich habe das Buch meinem sechsjährigen Sohn vorgelesen und wir haben so Lotto einen ganzen Tag begleitet. Sie berichtet vom Aufstehen, Zähne putzen, frühstücken, Müll runterbringen, mit der Tante telefonieren, fenrsehen usw.

Aber vor allem berichtet sie, dass sie mit vielen Dingen unzufrieden ist, die die Erwachsenen von ihr wollen. Sie ist fast die ganze Zeit schlecht gelaunt und schimpft über das Leben. Das hat mich gestört. Natürlich ist das Ganze lustig gemeint, aber manchmal war es so übertrieben, dass man Sohn teilweise etwas ratlos aus der Wäsche geguckt hat und meinte, dass er das alles nicht so schlimm wie Lotto findet.

Man muss dem Buch aber zugute halten, dass es sehr kurzweilig, interessant und abwechslungsreich ist. Das hat uns gefallen. Einen halben Punkt extra gibt es für die süßen, lustigen Bilder von Regina Kehn. Und die Geschichte mit der Eulenspardose war schon ziemlich gut…

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

City of Heavenly Fire (Cassandra Clare)

Veröffentlicht 6. Mai 2017 von erlesenebuecher

Parabatai, Dämonendimension & Morgenstern

Appetithäppchen: Jace trägt das Himmlische Feuer in sich und Sebastian verkündet den finalen Schlag gegen die irdische Welt. Um zu verhindern, dass Dämonen über die Städte herfallen, müssen Clary und Jace mit ihren Freunden in die Schattenwelt eindringen. Wird es ihnen gelingen, Sebastians finstere Pläne zu stoppen, ohne selbst Schaden zu nehmen? Als sie auf Clarys dunklen Bruder treffen, stellt er Clary vor eine schier unlösbare Aufgabe: Entweder sie kommt an seine Seite oder er vernichtet ihre Familie und Freunde, die Welt und alle Schattenjäger…

Verfasserin: Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Da ihre Familie ständig umzog, wurden Bücher ihre besten Freunde. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

[Arena (2015)]

Meine Meinung: Es ist geschafft! Ich habe die „Chroniken der Unterwelt“ beendet. Wieder einmal eine Trilogie, die plötzlich doch verlängert wurde und eine Hexalogie wurde. Das tat der Reihe in meinen Augen nicht besonders gut, da sie zu Beginn nicht so konzipiert war. Allerdings fand ich die Storyline der ersten Bände ja so krude, dass es am Ende in der Hinsicht auf jeden Fall besser wurde.

Dieser Band hat auch noch mal im Gegensatz zum letzten Teil zugelegt. Die Geschichte war klar, sie ließ sich gut lesen und die Protagonisten waren ok. Aber eben auch nicht mehr. Einige Handlungsstränge wurden ausgedünnt oder endeten, da die Autorin wohl selbst merkte, dass es nicht funkte. Es wurde wieder auf den Kampf zwischen Gut und Böse gesetzt und Jace, Clary, Alec, Isabelle und Simon wurden wieder in den Fokus gerückt mit ihrem Kampf gegen Sebastian und die Dämonen.

Das war ganz gut, ABER warum denn bloß über knapp 900 Seiten? Es zog und zog sich. Das hätte man mal etwas rasanter, dadurch spannender und eben besser machen können. Also ich nicht! Ich kann nur kluge Tipps geben, könnte es aber natürlich nicht besser. Allerdings wurde die Reihe ziemlich gehypt. Da weiß ich nicht ganz warum. Klar, eindeutig ist Jace toll und die Welt rund um Schattenjäger und Schattenweltlern mit den ganzen Runen und den Kram ist auch faszinierend, aber ansonsten ? In einem Jahr habe ich doch fast alles wieder vergessen. Und (Achtung Spoiler) diese ganze Bruder-Schwester-Geschichte hat mich soo soo dermaßen genervt. Das ist so seltsam und abstrus gewesen. Auch die ganzen fragwürdigen Geschichten, wie z.B. mit Jordan und Maia, fand ich nicht gut, aber da Jordan nun schnell starb, hat es Frau Clare wohl auch nicht weiter verfolgen wollen. Warum taucht nun plötzlich Emma, Jules und seine Geschwister auf? Die fand ich zwar sehr interessant, aber die hätten schon viel früher dabei sein müssen, so war es auch ein Handlungsstrang der Sand verlief. Naja, außer Frau Clare will noch mehr Bände schreiben. Aber dann bin ich raus.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 5. Teil

Ella auf Klassenfahrt (Timo Parvela)

Veröffentlicht 29. April 2017 von erlesenebuecher

Bärte, Koj & Ote

Appetithäppchen: In der Schule ist es schön. Nur auf Klassenfahrt ist es noch schöner! Das wissen Ella und ihre Freunde ganz genau. Und da macht es auch gar nichts, dass sie statt am Meer im verschneiten Lappland ankommen, weil Pekka mal wieder Mist gebaut hat. Wegen ihm landete nämlich die Klasse im falschen Flieger. Schwamm drüber, finden Ella und die anderen. Denn diese Reise ist für alle eine Riesenspaß. Wo sonst könnten sie sich ein Skiwettrennen mit dem Weihnachtsmann liefern und dem Lehrer im Schneemobil entkommen? Lustiger war es nie.

Verfasser: Timo Parvela, 1964 geboren, war gern Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er schreibt für Erwachsene und Kinder und wurde dafür vielfach ausgezeichnet.

[Deutscher Taschenbuch Verlag (2012)]

Meine Meinung: Das ist nun schon das dritte Buch, welches mein Sohn und ich über Ella und ihre Klasse gelesen haben. Es macht noch immer Spaß und der Schreibstil sowie die Ideen bleiben weiterhin sehr erfrischend. Aber in meinen Augen schwächelte Parvela hier ein bisschen.

Die Geschichte war nicht ganz so locker flockig wie in den ersten Bänden. Es fehlt ja auch der Schulalltag, da die Klasse mit ihrem Lehrer auf einer Klassenfahrt ist, die überraschenderweise nach Lappland führt, wo ja bekanntlich der Weihnachtsmann wohnt, aber eben auch der Vater des Lehrers und dieser sieht aus wie der Weihnachtsmann oder ist er es sogar? Die Klasse glaubt ja und hat nun Angst, dass sie als Wichtel da bleiben müssen. Das gilt es zu verhindern. Wie es aussieht verfolgt der Lehrer aber ganz eigene Pläne…

Es ist turbulent und schnell, manchmal wird der Leser fast abgehängt. Leider kam mir einiges ein wenig zu kurz, so wird die Wahrheit, welche Ella und ihre Mitschüler nicht erkennen, nur angedeutet, so dass z.B. mein Sohn ohne meine Hilfe kaum eine Chance hatte den Witz des gesamten Buches zu erkennen. Das ist für mich als erwachsener Vorleser nett und lustig, aber für Kinder vielleicht doch nicht alles zu verstehen. Aber es gab zum Glück noch genug witzige Szenen, die uns gemeinsam amüsiert haben. Allerdings kam Pekka eindeutig zu kurz.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Eine Reihe betrüblicher Ereignisse 2 – Das Haus der Schlangen (Lemony Snicket)

Veröffentlicht 9. April 2017 von erlesenebuecher

Herpetologie, brilliant & Unglaublich Tödliche Viper

Appetithäppchen: Lemony Snicket berichtet wahrheitsgetreu vom Schicksal der bemitleidenswerten Geschwister Violet (14), Klaus (12) und Sunny (Baby) Baudelaire. Die drei Waisenkinder sind zwar klug, charmant und einfallsreich, und sie sehen reizend aus, aber das nützt ihnen leider gar nichts. Eine Reihe betrüblicher Ereignisse nimmt ihren Lauf… Das zweite Buch berichtet weiter vom Ungemach der drei armen Waisen. Die bekommen es mit schrecklichen Gerüchen, einem Autounfall, einer fiesen Schlange und mit einer Person zu tun, von der sie eigentlich gehofft hatten, sie nie wieder sehen zu müssen.

Verfasser: Lemony Snicket wurde in einem kleinen Ort geboren, in einem Landstrich, der heute unter Wasser steht. Seine Kindheit verbrachte er in der Snicket-Villa, die damals recht schön war, zwischenzeitlich als Fabrik, Festung und Apotheke diente und jetzt irgendjemand anderem gehört. Heute lebt Lemony Snicket in der Stadt. In seiner Freizeit sucht er die Orte auf, an denen auch die Baudelaire-Kinder sich aufzuhalten gezwungen waren, um möglichst wahrheitsgetreu über ihr Schicksal zu berichten.

[cbj (2004)]

Meine Meinung: Nachdem die drei armen Waisenkinder den bösen Graf Olaf losgeworden sind, beginnt das nächste, leider wieder traurige, Abenteuer. Sie kommen zu Onkel Monty, einem etwas schrägen Schlangenforscher. Allerdings leben sie sich dort gut ein und wollen mit ihm nach Peru reisen, wenn da nicht plötzlich Stefano, sein Assistent, etwas dagegen hätte. Dieser erinnert scharf an Graf Olaf…

Ich habe nun auch den zweiten Teil dieser Reihe gelesen. Noch immer findet sie in mir keinen richtigen Fan. Aber es ist eventuell Besserung in Sicht. Zumindest hat mir dieser Band besser als der erste gefallen. Die Geschichte ist einfach stringenter und interessanter. Monty ist ein guter Protagonist und die Sache mit den Schlangen sehr nett.

Natürlich nervte wieder dieses Getue um die Traurigkeit und Dramatik der ganzen Geschichte, und dass das Ende ziemlich früh vorweg genommen wurde, tat der Geschichte in meinen Augen auch nicht gut. Aber bitte, ich werde wohl vielleicht eventuell usw. den dritten Teil auch noch lesen, damit ich zumindest den Film dann mal sehen kann.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil

Seeräubermoses (Kirsten Boie)

Veröffentlicht 9. April 2017 von erlesenebuecher

Waschbalje, Blutroter Blutrubin des Verderbens & Rübe ab

Appetithäppchen: Es ist eine wilde, stürmische Gewitternacht, als Moses zu den Seeräubern kommt: In einer hölzernen Waschbalje schaukelt das winzige Baby auf dem tosenden Meer. Käptn Klaas und seine Männer werden Moses‘ beste Freunde und Ersatzeltern. Da wird Moses eines Tages von Käptn Klaas‘ größtem Widersacher, Olle Holzbein, gekidnappt. Olle verlangt als Lösegeld die Schatzkarte für den Blutroten Blutrubin des Verderbens. Und er scheint auch etwas über Moses‘ wahre Herkunft zu wissen. Mit Dohlenhannes, dem neuen Freund, gelingt Moses die Flucht von Olle Holzbeins Schiff. Aber ob sie vor den Seeräubern dem Blutroten Blutrubin auf die Spur kommen und dabei auch noch Moses‘ wirkliche Eltern finden?

Verfasserin: Kirsten Boie, 1950 in Hamburg geboren, promovierte Literaturwissenschaftlerin, ist eine der renommiertesten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Für ihr Gesamtwerk wurde sie mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises geehrt. Kirsten Boie hat viele beliebte Kinderbuchfiguren für alle Altergruppen kreiert und engagiert sich stark auf dem Gebiet der Leseförderung. Nicht nur „Paule ist ein Glücksgriff“ – so der Titel ihres Debütromans – sondern auch „Kirsten Boie ist ein Glücksfall für die deutsche Kinderbuch-Literatur“ (NDR).

[Verlag Friedrich Oetinger (2009)]

Meine Meinung: Ich habe dieses Buch meinem sechsjährigen Sohn vorgelesen. Wir hatten schon ein Jahr vorher ein paar Anläufe, aber da war es noch nicht so passend. Dieses Mal haben wir es geschafft und fanden es beide super.

Moses wurde von den Seeräubern der „Wüsten Walli“ als Findelkind aufgenommen und als echter Schiffsjunge erzogen. Nur steckt in diesem kleinen Seeräuber so viel mehr, als man auf den ersten Blick erahnt. Nicht zuletzt wird Seeräubermoses von den Erzfeind Olle Holzbein entführt. Aber mit Dohlenhannes Hilfe kann Moses fliehen. Allerdings bleibt die Suche nach dem Blutroten Blutrubin des Verderbens noch offen…

Das Buch hat viele aufregende, kindgerechte Abenteuer voller Seemannssprache und etwas -garn zu bieten. Die Protagonisten sind spannend, lustig und abwechslungsreich. Uns hat aber besonders gut gefallen, dass es einige überraschende Wendungen gab, die man manchmal schon erahnen konnte, so dass wir uns schon vorher überlegt haben, wie es wohl weitergehen könnte.

Wir haben von Kirsten Boie auch schon einige Ritter Trenk-Bücher gelesen und auch bei diesem (aber zum Glück nicht so nervig wie bei Ritter Trenk) werden immer mal wieder einige sprachliche Ausdrücke und die finsteren Zeiten der Seeräuberei erklärt. Das macht sie einerseits nett und kindgerecht, andererseits nervt dieses ständige „wie du bestimmt weißt“ etwas.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Die Kinder der Drachenlanze 2 – Die Drachenkönigin (Margaret Weis/ Tracy Hickman)

Veröffentlicht 9. April 2017 von erlesenebuecher

Zeitreisegerät, Irrgarten & Goldmond

Appetithäppchen: Die Welt Krynn hat sich vollkommen verändert. Ein furchtbarer, magischer Sturm fegt über Ansalon hinweg, bringt Sturmfluten und Feuer, Tod und Zerstörung. Die meisten Helden der Vergangenheit sind tot. Neue Helden nehmen ihre Plätze ein, um den Kampf gegen das Böse – in Gestalt der Drachen – fortzusetzen. Aus dem Aufruhr erhebt sich eine junge Frau, deren Schicksal mit dem von Krynn auf geheimnisvolle Weise verbungen ist…

Verfasser: Margaret Weis (* 16. März 1948 in Independence, Missouri) ist eine US-amerikanische Autorin von Fantasy- und Science-Fiction-Literatur und zusammen mit Tracy Hickman Erschafferin mehrerer Zyklen wie „Drachenlanze“ und „Die Rose der Propheten“. Tracy Raye Hickman (* 26. November 1955 in Salt Lake City, Utah) ist ein amerikanischer Fantasy-Autor. Er schrieb und schreibt zusammen u.a. mit seiner Kollegin Margaret Weis an mehreren Fantasy-Zyklen, darunter „Drachenlanze“ und „Die Vergessenen Reiche“. Außerdem ist er (Co-)Autor diverser Fantasy-Rollenspiel-Publikationen.

[Blanvalet (2001)]

Meine Meinung: Nun habe ich also den zweiten Band dieser Reihe innerhalb der Drachenlanze-Welt zum zweiten Mal gelesen. Ich muss mich etwas ranhalten, da ich meine SuB-Leichen Challenge noch bis August schaffen möchte. Wie beim ersten Band werde ich viel Inhalt wiedergeben, damit ich mich beim weiteren Lesen der Reihe besser erinnern kann (also Spoilergefahr).

Die Geschichte geht da weiter, wo die erste endet. In Silvanesti ist Silvan durch den Schutzschild gekommen und wird nun als König anerkannt. Zuerst verfällt er dem Luxus, wacht aber schnell auf und will kein Marionettenkönig werden, sondern selbst aktiv ins politische Geschehen eingreifen.

Dazu hat er auch bald eine Chance, da Mina mit ihren Rittern von Neraka auf dem Weg nach Silvanesti ist. Mit einem Gewaltmarsch laufen sie in kürzester Zeit zu dem Schutzschild verfolgt von Ogern. Erschöpft schlafen sie neben dem Schild ein, mit dem Gedanken in der Falle zu stecken. Aber während des Schlafes senkt sich der Schild über sie und sie sind in Silvanesti.

Silvan nimmt Mina ohne Gegenwehr gefangen und sie soll, von Glaukus initiiert, hingerichtet werden. Silvan will es verhindern, da er sich sofort in sie verliebt hat. Aber Mina lehnt jede Hilfe ab und entlarvt Glaukus als Cyan Blutgeißel, den gesuchten Drachen. Nachdem der Drache getötet wurde, erschlägt Silvan den Schildbaum und der Schutzschild ist zerstört.

Währenddessen in Qualinesti: Tolpan reist mit Palin zu Goldmond in die Zitadelle des Lichts. Goldmond ist mit einem Fluch belegt. Ihr Körper ist wieder jung und sie kann die Toten als Geister sehen, die die Magie der Lebenden anzapfen. Der Drache Beryl erfährt, dass Tolpan das Zeitreisegerät hat und will es haben. Gilthas hat geplant sein Volk mithilfe der Zwerge durch Tunnel außer Landes zu bringen und somit in Sicherheit. Aber ob er das noch rechtzeitig schafft? Und was ist mit den Rittern von Neraka und ihrem Marschall Meder? Kriegt er es heraus? Laurana wird schon ausspioniert. Gerard, der Solamnier, wird gefangen genommen und untersteht nun Meder, aber beide Ritter verbindet doch mehr als es auf den ersten Blick scheint.

Am Ende des Buches steht der Angriff von Beryl auf die Zitadelle, in der Tolpan und Palin sind, das zerstörte Zeitreisegerät zu ihren Füßen. Und die Silvanesti stehen ohne Schutzschild da. Die Verstärkung der Ritter von Neraka ist auf dem Weg. Silvan kann Mina nicht mehr finden. Die ist bei ihren Soldaten… was hat sie vor?

Eine tolle Reihe, voller Spannung und interessanten Ideen, Entwicklungen und Charaktere. Ich bin gefesselt. Allerdings meine ich mich zu erinnern, dass die allerersten Bücher noch besser waren. Die muss ich auch mal wieder lesen. Ab und an störten mich die philosophischen Anwandlungen, wenn es um die Welt der Götter ging.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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