Rezensionen 2018

Alle Beiträge in der Kategorie Rezensionen 2018

Mara – Tochter der Sonne (Charlotte Prentiss)

Veröffentlicht 12. Mai 2018 von erlesenebuecher

Tafelberg, Rotluchs & Bärenkopftätowierung

Appetithäppchen: Die Eiszeit ist vorüber, die Sonne lässt Gletscher schmelzen, und dort, wo bisher Frost und Tod regierten, bringt die Erde wie durch ein Wunder plötzlich zartes Grün in vielfältigster Form hervor. Mara – die Tochter der Sonne, ist ein Kind dieser neuen Welt, und sie hat die Vision, dass die Strahlen der großen gelben Scheibe auch die Herzen der Menschen erwärmen und kalte Grausamkeit und Hass daraus vertreiben werden. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Ternee schimpft ihre Tochter Mara eine nutzlose Träumerin, und Kormor, der Mann, den Mara sich erwählt hat, zeigt ihr schon bald, dass ihr Platz nicht an seiner Seite, sondern zu seinen Füßen ist. Verzweifelt fügt sich Mara in ihr Leid – bis zu dem Tag, an dem nicht nur ihr Leben, sondern das Heil des ganzen Stammes auf dem Spiel steht. Da geht Mara mutig den Weg, den die Götter ihr weisen…

Verfasser: Charlotte Prentiss ist ein Pseudonym des Autors Charles Platt. Platt (* 26. April 1945) ist ein Autor, Journalist und Computerprogrammierer. Er zog 1970 von England in die Vereinigten Staaten um, ist ein eingebürgerter US-Bürger und hat ein Kind, Rose Fox, die Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Buchkritiken bearbeitet.

[Bastei-Lübbe (1997)]

Meine Meinung: Schon lange bin ich auf der Suche nach guten prähistorischen Romanen. Seit ich die Bücher von Jean M. Auel und Joan Wolf gelesen habe, hat es mir das Genre einfach angetan. Leider habe ich seitdem nichts Vergleichbares mehr gefunden, obwohl ich nun einige andere prähistorische Romane gelesen habe. Dieses Buch war wieder ein Versuch, aber irgendwie ist der gescheitert. Es war ok, kam aber bei weitem nicht an Auel oder Wolf ran. Schade. Also falls jemand Empfehlungen hat, her damit!

Mara ist eine mutige Frau, die neue Wege gehen möchte – dies haben diese Romane gemeinsam. Aber ihr Stamm ist dafür noch nicht bereit und will den alten Traditionen nicht abschwören. Dann kommt allerdings Graum aus dem Norden neu zu ihnen hinzu und stellt vieles durch seine Zielstrebigkeit und Grausamkeit auf dem Kopf. Nun muss Mara handeln…

Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll. Das Buch war wirklich nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich gut. Ich hatte das Gefühl, mit Mara nicht richtig warm zu werden. Außerdem hatte das Buch in meinen Augen einige Längen, es wird viel hin und her gezogen, Graum war mir ein Rätsel und die Nebencharaktere waren auch nicht so ausgefeilt. Allerdings hatte ich nie das Gefühl, abbrechen zu müssen.

Während des Lesens habe ich erst mitbekommen, dass Mara eigentlich das zweite Buch ist und „Laena – Tochter des Eismondes“ der Vorgänger ist. Das werde ich aber wohl nicht lesen.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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Schiff der tausend Träume (Leah Fleming)

Veröffentlicht 10. Mai 2018 von erlesenebuecher

Titanic, Spitze & Benimmkurse

Appetithäppchen: Als sie an Bord der „Titanic“ gehen, sind sie durch Stand und Herkunft getrennt: die Auswanderin May und die reiche Celeste. Als das Schiff sinkt, werden ihre Schicksale für ihr ganzes weiteres Leben verbunden. Denn aus den Fluten retten sie ein kleines Mädchen. Sein Geheimnis wird die Zukunft dreier Generationen prägen – von New York über England bis in die Hügel der Toskana…

Verfasser: Leah Fleming stammt aus dem englischen Lancashire. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder. Als Autorin von historischen Romanzen bereits sehr erfolgreich, hat sie nun ihren ersten großen Roman geschrieben. Sie lebt und arbeitet in den Yorkshire Dales und in einem alten Olivengut auf Kreta.

[Fischer (2012)]

Meine Meinung: Nachdem ich im Auswandererhaus in Bremerhaven war, wollte ich unbedingt mehr über diese Zeit und Einzelschicksale erfahren. Vor allem alles rund um die Titantic erweckte erneut mein Interesse, so dass ich mir einige Romane rund um dieses Thema wünschte. „Schiff der tausend Träume“ war eines davon und auch wenn die Titanic bereits gleich zu Beginn des Buches sinkt, wirft das Unglück lange Schatten über das Leben der Beteiligten.

Der Roman ist sehr umfangreich, geht über mehrere Generationen dreier Familien und spielt in der Zeit von 1912 bis 1959. Drei Schicksale, die eng miteinander verwoben sind, gemeinsamer Ausgangspunkt ist die Titanic. Der Leser begleitet May aus der Arbeiterklasse, die aus Englang mit ihrem Mann und Tochter nach Amerika aufbrechen möchte, um ein neues Leben zu beginnen. Sie verliert bei dem Unglück beide Familienangehörige. Im Rettungsboot lernt sie die Engländerin Celeste kennen, die zu ihrem wohlhabenden Mann nach Amerika (Ohio) zurückkehrt. Ihre Ehe ist unglücklich, aber sie will ihren Sohn nicht verlassen. Außerdem begleitet der Leser den Italiener Angelo, der sich in Amerika (New York) ein neues Leben aufgebaut hat und nun am Pier auf seine Frau und seine Tochter wartet – leider vergeblich.

Diese Protagonisten werden über die Jahrzehnte begleitet. Man lernt ihre Kinder, ihre neuen Partner und Familienangehörige kennen und lieben. Man erlebt England, Amerika, aber auch die Toskana… zwei Kriege müssen die Familien überstehen… Freude und Leid ertragen… bis am Ende alle Fäden zusammenlaufen.

Es ist ein ziemlich dicker Wälzer, der viel Zeit, Leid, Erfahrungen, Familie, Freundschaft beinhaltet. Der spannend, aber auch entspannend ist. Er hat vielleicht auch Längen, die ich nicht wirklich erkannt bzw. so empfunden habe. Wenn ich das Buch aufklappte, hatte ich das Gefühl alte Bekannte wiederzutreffen. Das war schön, manchmal auch schön traurig.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Artemis Fowl 2 – Die Verschwörung (Eoin Colfer)

Veröffentlicht 12. April 2018 von erlesenebuecher

Kobolde, Moonbelt & Poklappe

Appetithäppchen: Auf geheimen Wegen gelangt Meisterverbrecher Artemis Fowl in das eisige Murmansk, wo er seinen Vater vermutet, der sich in der Gewalt einer skrupellosen Erpresserbande befinden soll. Doch Artemis hat ungewöhnliche Verbündete auf seiner Seite und natürlich auch schon einen Plan im Kopf. Einen gefährlichen Plan.

Verfasser: Eoin Colfer ist Lehrer und lebt mit seiner Familie in Wexford, Irland. Er hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet. Mit „Artemis Fowl“ gelang ihm der internationale Durchbruch.

[List (2003)]

Meine Meinung: Irgendwie kann man das Buch nicht weglegen und es fasziniert einen, obwohl es irgendwie auch wirklich seltsam und absurd ist, aber eben manchmal auf gute Art und Weise. Verstanden? Nein? Ich auch nicht.

Artemis Fowl ist ein komischer Junge. Er ist schlau, listig und gerissen, kann nicht mit Menschen umgehen und hat anscheinend keine wirkliche Kindheit. Allerdings hat er nun fast so etwas wie Freunde oder zumindest Verbündete. Dies sind aber keine Menschen sondern Feen, Zwerge und Zentauren. Diese sollen ihm helfen, seinen Vater zu befreien, aber zuerst muss er mithelfen eine aufständische Verschwörung zu beenden. Es scheint aber fast aussichtslos…

Die Charaktere in dieser Reihe machen einfach Spaß. Holly ist klasse, Butler wird immer interessanter und Mulch ist mein absoluter Liebling. Die Geschichte und die Ideen sind so abgefahren, dass man manchmal denkt, man ist in einem Science-Fiction-Roman, dann ist es aber wieder einfach ein Jugendbuch oder doch ein Krimi. Es ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Aber unterhaltsam!

Zwischendrin dachte ich manchmal, vielleicht ist es doch nicht meine Reihe und ich empfand ein paar Längen, dann wurde es jedoch wieder so kurzweilig, dass ich grandios unterhalten wurde. Seltsames Buch. Aber ich muss wohl weiter lesen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil

Das Lied von Eis und Feuer 3 – Der Thron der sieben Königreiche (George R. R. Martin)

Veröffentlicht 3. April 2018 von erlesenebuecher

Seefeuer, Zwiebelritter & Wiesel

Appetithäppchen: Zehn Jahre dauerte der Sommer in Westeros, und genauso lange währte die Zeit des Friedens in den Sieben Königreichen. Doch nun hält der grimmige Winter Einzug, und in seinem Gefolge brechen schlimme Zeiten an. Robert Baratheon, der König auf dem Eisenthron, und Lord Eddard Stark, der Lord von Winterfell, sind tot. Sie wurden Opfer einer Intrige, deren Ausmaß noch gar nicht abzuschätzen ist. Für Eddards Sohn Robb bedeutet dies, dass er im Alter von gerade einmal fünfzehn Jahren die Herrschaft über Winterfell – und damit über den ganzen Norden von Westeros – antreten muss. Und noch während er  um die Anerkennung und den Respekt seiner Untertanen ringt, bricht im Reich ein Bürgerkrieg aus. Joffrey, der grausame Sohn von Königin Cersei, hat den Thron bestiegen, auf dem vor ihm Robert Baratheon gesessen hatte. Doch auch Stannis und Renly Barahteon, seine Brüder, machen ihre Ansprüche geltend – und nicht nur sie. Überall in den Sieben Königreichen werden Pläne geschmiedet, denn die Anwärter auf den Eisenthron sind zahlreich – und keiner von ihnen schreckt vor Krieg und Aufruhr zurück, um seine Pläne in die Tat umzusetzen. Robb Stark hat keine andere Wahl, als sich in dem Konflikt zunächst auf Joffreys Seite zu schlagen, denn der junge König hält seine Schwestern als Geiseln. Und während die mächtigen Häuser um die Macht in dem zerrissenen Land streiten und ein verhängnisvolles Omen am Himmel erscheint, wächst hoch im Norden, jenseits der Mauer, eine noch viel größere Gefahr heran…

Verfasser: George Raymond Richard Martin, 1948 in Bayonne/ New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Sein mehrteiliges Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fee, New Mexico.

[blanvalet (2011)]

Meine Meinung: SPOILERGEFAHR

Eddard Stark ist tot. Mein Herz blutet. Nicht nur, dass es einfach ein toller Protagonist war, sondern auch für die Serie ist es ein schwerer Verlust, da Sean Bean fehlt… Aber ansonsten bietet auch dieser Teil wieder spannende Geschichten, interessante Wendungen und hervorragende Charaktere.

Die Kapitel werden weiterhin aus verschiedenen Sichten beschrieben und es kamen zwei neue hinzu. Natürlich sind wieder Tyrion, Arya, Sansa, Bran usw. dabei, aber eben dieses Mal auch Theon und Davos, die berichten was bei den Graufreud und bei Stannis Baratheon passiert. Dadurch wird es komplexer, aber auch vielschichtiger. Ich finde es gut.

Natürlich ist das Ganze schon ein gewaltiger Epos und weist teilweise ein paar kleine Längen auf, aber ansonsten lässt es sich einfach wunderbar weglesen und man erfährt so viel mehr Hintergrundwissen, als wenn man nur die Serie schaut.

Ich bin gespannt, was mit Daenerys und ihren Drachen passiert. Die Handlung rund um die Drachenköniging war leider in diesem Band etwas mau, da hoffe ich beim nächsten Buch auf mehr.

Ich bin jedenfalls noch immer Feuer und Flamme und freue mich, dass noch einiges vor mir liegt sowohl bei den Büchern als auch bei der Serie.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Das Unkrautland 3 – Die Gipfel der Schwefelzinnen (Stefan Seitz)

Veröffentlicht 25. März 2018 von erlesenebuecher

Fiedler, blauer Honig & Nusskuchen

Appetithäppchen: Geradewegs in die Eisregionen weisen die uralten Schriften und beschreiben einen Weg voller Hindernisse, Geheimnisse und Mysterien. Das, wonach Primus und Plim schon so lange forschen, scheint zum Greifen nahe. Aber die Berge sind tückisch. Geister durchstreifen die Schluchten, Trolle bevölkern die Hänge und in den Tiefen des sagenumwobenen Bleigebirges schlummern Mächte, die noch rätselhafter sind, als die schier endlosen Stollen. Dennoch, der Entschluss steht fest, und die Suche nach den Überresten eines längst vergessenen Zeitalters beginnt.

Verfasser: Stefan Seitz, geb. 1972 in München, studierte Innenarchitektur und ist Experte für 3-D-Animation sowie Computervisualisierung. Mit seiner Vorliebe für Geheimnisse und rätselhafte Geschichten hat er eine fantasievolle Spukwelt erschaffen, die nicht zuletzt durch ihre eindrucksvollen Grafiken begeistert: das Unkrautland. Die Ideen dazu entsprangen vor allem Mythen und Legenden – so wartet auch „Das Unkrautland“ mit einem großen Mysterium auf, das es zu lösen gilt.

[Cleon Verlag (2011)]

Meine Meinung: Wieder eine Buchreihe geschafft. Allerdings sind viele Fragen am Ende offen geblieben, so dass man denken könnte, es wird doch noch einen Teil geben, aber der Autor äußert sich nicht und nun ist wohl auch zu viel Zeit vergangen.

Dieses war für mich jedenfalls ein großes Manko. Vieles wurde nicht geklärt und nur angerissen. Es wird leider viel Potential der Geschichte verschenkt und geht für seitenlange Wegbeschreibungen und Wanderschaften drauf, die langatmig sind.

Aber trotzdem legt das Buch wieder eine Schippe drauf im Gegensatz zum zweiten Band, den ich eher dürftig fand. Es wurde um einiges spannender und abwechslungsreicher. Gerade die Episode in dem Dorf Erdeley fand ich super, davon hätte ich gerne mehr gehabt. Genauso war die Gefangennahme durch die Trolle sehr amüsant und der Autor lässt durchschimmern, welch zauberhafte Geschichten und Protagonisten er erschaffen kann. Aber leider verblasst das ab und an wieder.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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Wie man unsterblich wird (Sally Nicholls)

Veröffentlicht 21. März 2018 von erlesenebuecher

Tatsachen, Luftschiff & Schlitten

Appetithäppchen: Was würdest du tun, wenn du nicht mehr lange zu leben hättest? Der elfjährige Sam weiß es genau: Horrorfilme schauen. Einen Weltrekord aufstellen. Teenager sein, mit allem, was dazugehört. Er macht sich an die Erfüllung seiner Wünsche – und lernt dabei eine Menge über das Leben.

Verfasserin: Sally Nicholls, 1983 geboren, studierte Philosophie und Literatur. In einem Schreibseminar verfasste sie ihren Debütroman – mit nur 23 Jahren. Bis heute wurde ihr Erstlingswerk „Wie man unsterblich wird“ mit mehreren renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet (u.a. dem Waterstone Children’s Book Prize und dem Luchs des Jahres 2008 der ZEIT und Radio Bremen) und in 16 Sprachen übersetzt. Sally Nicholls lebt in London.

[Deutscher Taschenbuch Verlag 2010)]

Meine Meinung: Eine zeitlang war das Buch bei den Buchbloggern in aller Munde und ich kam nicht darum herum. Es lag lange auf meinem Wunschzettel und dann auf meinem SuB. Jetzt habe ich es endlich gelesen und kann den Hype teilweise verstehen.

Es geht um den elfjährigen Sam, der Leukämie hat und weiß, dass er sterben wird. Über die letzten Monate seines Lebens schreibt er ein Buch. Das sind natürlich Themen, die zu Herzen gehen und der Autorin gelingt es, dieses sehr eindringlich zu beschreiben ohne dass es kitschig wird. Das ist schon großes Kino. Außerdem schafft es das Buch trotz des schwierigen, erdrückenden Themas sehr kurzweilig und unterhaltsam zu sein. Das fand ich toll.

Aber es ist natürlich ein zweischneidiges Schwert. Zum einen fand ich es durch den Unterhaltsamkeitsfaktor manchmal etwas nüchtern bzw. kalt und zum anderen tue ich mich ein bisschen schwer mit diesen Themen wie Krankheit und Tod bei Kindern, Liebenden, Schwachen etc., da man kaum etwas Negatives sagen mag und es ja immer klar ist, dass es ein tolles Buch sein muss, wenn es nur irgendwie nachvollziehbar und annehmbar geschrieben ist, da man selbst angeblich nie mitreden kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat usw. Deshalb kann ich nicht sagen, dass ich völlig vom Hocker gerissen wurde und so nett es auch zu lesen war, würde ich es z.B. nie jemandem schenken, warum auch immer…

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Die sieben Königreiche 2 – Die Flammende (Kristin Cashore)

Veröffentlicht 16. März 2018 von erlesenebuecher

Greifvogelmonster, Bewusstsein & Small

Appetithäppchen: Wer hat Mädchen mit den Haaren wie Feuer einmal gesehen hat, wird sie nie wieder vergessen: Fire übt eine unwiderstehliche Macht auf alle Lebewesen in ihrer Nähe aus. Zudem kann sie in die Gedanken anderer Menschen eindringen – nur nicht in die von Prinz Brigan. Wer ist dieser unnahbare Feldherr, und welche Rolle spielt er im Kampf um den Thron? Fire kann sich dem Netz aus Verschwörungen, das sich um sie herum entspinnt, nicht entziehen. Ebenso wenig wie dem Mann, der so widerstreitende Gefühle in ihr hervorruft…

Verfasserin: Kristin Cashore wuchs als zweite von vier Schwestern in einem kleinen Ort in Pennsylvania auf. Sie studierte am Center for the Study of Children’s Literature in Boston und hat in vielen Berufen gearbeitet, unter anderem als Packerin in einer Bonbonfabrik sowie als Lektorin und Texterin. Kristin Cashore lebt und schreibt in Boston.

[Carlsen (2009)]

Meine Meinung: Schon der erste Teil dieser Trilogie hat es mir angetan. Der zweite Band begann genauso vielversprechend und gerade die erste Hälfte des Buches war klasse. Wir befinden uns zwar nicht mehr in den sieben Königreichen, sondern in den Dells östlich des Gebirges, aber auch da gibt es Könige und Kriege. Und es gibt Monster! Sind es in den sieben Königreiche die Beschenkten, die besonders sind, sind es hier die Monster. Und es gibt die Monster nicht nur bei Menschen, sondern vor allem bei Tieren. Man erkennt sie an ihrer Farbe, ihrer z.B. strahlend blauen Haut oder dem goldenem Fell. Fire ist auch ein Monster, das einzige menschliche. Sie hat leuchtend rote Haare und ist wunderschön, so dass alle Menschen um sie herum von ihr eingenommen sind. Sie kann deren Bewusstsein beeinflussen, wenn diese sich nicht dagegen wehren. Sie hätte also das Potenzial genauso manipulativ und böse wie ihr Vater zu werden, aber sie ist ganz anders…

Fire ist eine faszinierende Protagonistin, die einen ganz einnimmt, und das, obwohl man als Leser nichts von ihrer Schönheit hat, sondern nur die Schönheit und vor allem Vielseitigkeit ihres Charakters erforschen kann. Es gibt aber auch so viele andere großartige Charaktere in diesem Buch. Es ist wie schon der erste Band, ein wunderbares Jugendbuch, welches nicht zu viel will. Die Autorin schafft es, bei einer wirklich guten Idee zu bleiben und diese geschickt auszuarbeiten. Viele verlieren sich und den Plot, da sie zu viel wollen. Das Buch wirkt bescheiden und doch verzaubert es mit der Geschichte.

Leider nahm in der zweiten Hälfte des Buches die Handlung ein wenig an Fahrt zu, was viele Leser vielleicht gut fanden, da es spannender wurde. Aber dadurch wurde es auch ein wenig wirr und der Zauber ließ etwas nach. Ebenfalls irritierten mich etwas die vielen Sequenzen, in denen es um Fires Schmerzen ging. Ihr tut andauernd irgendetwas weh. Vielleicht sind die Monster auch einfach schmerzempfindlicher oder natürlich ist das wohl auch realistischer, aber mich nervte es leicht.

Ansonsten freue ich mich aber sehr auf den dritten Band, da der Beschenkte Leck schon eingeführt wurde und es wieder in die sieben Königreiche zu seinen Nachfahren geht.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil