Rezensionen 2018

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[Rezension] Happy Family (David Safier)

Veröffentlicht 2. Januar 2019 von erlesenebuecher

Haribo, Sandsturm & Ufta

Appetithäppchen: Familie Wünschmann ist nicht happy. Mama Emmas Buchladen geht pleite, Papa Frank ist völlig überarbeitet, die pubertierende Fee bleibt sitzen, und Sohnemann Max wird von dem Mädchen, das er liebt, ins Schulklo getunkt. Zu allem Überfluss werden die Wünschmanns nach einem Kostümfest auch noch von einer Hexe verzaubert: Plötzlich sind sie Vampir, Frankensteins Monster, Mumie und Werwolf. Gemeinsam jagen die frischgebackenen Monster um den halben Erdball, der Hexe hinterher, damit diese den Fluch wieder rückgängig macht. Dabei treffen sie auf jede Menge echte Ungeheuer: Vampire, Riesenechsen und schwäbische Pauschaltouristen. Sogar auf Dracula höchstpersönlich, der mit seinem unwiderstehlichen Charme Mama Emma verführen will. Tja, niemand hat behauptet, dass es einfach ist, als Familie das Glück zu finden.

Verfasser: David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine Romane „Mieses Karma“, „Jesus liebt mich“ und „Plötzlich Shakespeare“ erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Als Drehbuchautor wurde David Safier für seine TV-Serie „Berlin, Berlin“ mit dem Grimme-Preis sowie dem International Emmy (dem amerikanischen Fernseh-Oscar) ausgezeichnet. David Safier lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

[Rowohlt Verlag (2011)]

Meine Meinung: Es gibt Zeiten, da kann ich gut ein Safier-Buch lesen, dann wiederum passt es manchmal gar nicht. Dieses Buch ist wie die anderen von ihm teilweise witzig, aber auch etwas anstregend (da anstrengend bzw. gewollt witzig), was nervt. Es ist auch wieder einmal eine völlig abgedrehte Geschichte, die aber nun mal sehr unterhaltsam ist.

Das Buch lässt sich schnell weglesen, wobei es manchmal so gewollt lässig klingt bzw. sich lesen lassen soll. Das störte dann wiederum… Teufelskreis.

Die Charaktere sind in Ordnung, aber etwas platt, und das liegt nicht nur an dem unterbelichteten Frankenstein-Vater, auch die anderen sind sehr klischeehaft. Allerdings insgesamt als Familie gewinnen sie an Sympathie und man erwischt sich dabei, dass die Wünschmanns einem doch am Herzen liegen.

Wer keine große Weltliteratur erwartet, sondern kurzweilige Unterhaltung ist hier richtig. Ich habe jetzt auch den Film gesehen und kann nur sagen: Lest lieber das Buch!

Bewertung: 4 von 5 Punkten

[Rezension] Ein Weihnachten zum Glücklichsein (Julia Williams)

Veröffentlicht 2. Januar 2019 von erlesenebuecher

Familie, Prüfungen & Das kleinste Engelchen

Appetithäppchen: Wie jedes Jahr will Beth mit ihrem Mann und den Kindern ein entspanntes Weihnachtsfest bei ihren Eltern verbringen. Aber diesmal geht alles drunter und drüber: Ihr Bruder Ged steht mit einer neuen und schwangeren Freundin vor der Tür. Beths Schwester Lou ist wieder einmal Single, und auch bei Beth selbst läuft so einiges schief. Zu guter Letzt machen auch ihre Eltern eine überraschende Mitteilung, und plötzlich droht das Band, das die Familie zusammenhält, zu reißen…

Verfasserin: Julia Williams wuchs mit sieben Geschwistern im Norden Londons auf und studierte in Liverpool. Nach einigen Berufsjahren im Verlagswesen widmet sie sich inzwischen ganz dem Schreiben. Während des Studiums lernte sie ihren Mann David kennen. Mit ihm und den vier gemeinsamen Kindern lebt sie mittlerweile in Surrey.

[MIRA Taschenbuch (2017)]

Meine Meinung: In den letzten Jahren hat sich das etabliert, dass ich rund um die Advents- und Weihnachtszeit schöne Weihnachts- bzw. Winterlektüre lese. Das möchte ich auch nicht mehr missen, da es einfach Spaß macht in winterliche Stimmung zu kommen, während man eingekuschelt im Bett liegt und liest. Herrlich!

Dieses Jahr sollten es Wintersterne und dieses Buch von Julia Williams mit weihnachtlichem Cover und vielversprechendem Klappentext werden. Allerdings hielt „Ein Weihnachten zum Glücklichsein“ nicht alles, was es versprach. Er ging nur zu Beginn und am Ende des Buches um Weihnachten, dazwischen nicht. Schade.

Allerdings war das der einzige Schwachpunkt. Ansonsten hat das Buch gehalten, was ich erwartet habe. Viel Familie, Unterhaltung, Herzschmerz und Humor!

Es geht um Beth, die plötzlich merkt, dass sie mit ihrem Leben nicht so zufrieden ist und überlegt, wie es hätte anders laufen können. Es gibt Stress mit ihren pubertierenden Kindern und ihrem Ehemann. Zusätzlich läuft noch einiges in ihrer Familie nicht geraden Bahnen. Es geht um die Existenzkrise der gebeutelten Mutter… sehr gut nachvollziehbar!

Ich fühlte mich gut unterhalten und mochte die Protagonisten sehr!

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

[Rezension] Adrians neuer Adventskalender (Adrian Plass)

Veröffentlicht 2. Januar 2019 von erlesenebuecher

Keller, Josef & Alphabet-Spätlinge

Appetithäppchen: Ein Adventskalender voller Geschichten: Für jeden Tag vom 1. Dezember bis zum Heiligen Abend gibt es eine neue, bisher unveröffentlichte Story aus der Feder von Adrian Plass. Exklusiv für seine deutschen Leser: Erfrischend, kurzweilig, lustig, inspirierend… und ein tolles Geschenk für jeden, der sich die Adventszeit nicht nur mit kalorienreicher Schokolade versüßen möchte.

Verfasser: Adrian Plass (* 1948 in Royal Tunbridge Wells) ist ein christlicher britischer Schriftsteller. In Deutschland ist er vor allem durch seine satirische Tagebuch-Serie als der fromme Chaot bekannt.

[Brendow (2000)]

Meine Meinung: Ich habe dieses Buch vor etlichen Jahren mal meinem Mann geschenkt, der es aber nicht gelesen, sonder sicher verwahrt hat. Nun hat es sich wieder aus seinem Versteck befreit und ich habe mich ihm angenommen. Leider kann ich nicht sagen, ob ich das Buch schon mal gelesen habe, teilweise kam es mir so vor, dann aber wieder nicht.

Und so wird es wohl in einigen Jahren wieder sein. Es ist nicht wirklich etwas hängen geblieben. Man könnte natürlich sagen, da spart man Geld, wenn ich dieses Adventskalenderbuch in fünf Jahren einfach nochmal lesen kann… aber irgendwie will ich etwas anderes.

Im Klappentext steht (siehe oben): Erfrischend, kurzweilig, lustig, inspirierend. Also erfrischend? Früher war ich ein großer Plass-Fan und fand seine Texte wirklich erfrischend, aber nun wirken sie eher angestaubt. Allerdings fand ich schon erfrischend, wie er die Weihnachtsgeschichte aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen hat, das war nett. Kurzweilig? Ja, es störte nicht. Lustig? Etwas im Ansatz. Inspirierend? Tja, kurz erscheinen diese Augenblicke, aber wie gesagt, ob diese hängen bleiben…

Für jemand der Plass noch nicht kennt, ist es vielleicht nett. Wer einfach kleine Geschichten zur Adventszeit sucht, mag sich diesem Buch zuwenden.

Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

[Rezension] In einer kleinen Stadt (Stephen King)

Veröffentlicht 21. Dezember 2018 von erlesenebuecher

Fingerschattenspiele, Kasino-Nacht & Talisman

Appetithäppchen: Leland Gaunt, ein mysteriöser Fremder, eröffnet in Castle Rock einen Laden mit dem Namen „Needful Things“, in dem jeder das bekommen kann, wovon er schon lange träumt. Doch alles hat seinen Preis – und Gaunt bestimmt ihn, denn er kennt die verborgenen Sehnsüchte und Schwächen jedes Einzelnen. Der Albtraum beginnt…

Verfasser: Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Schon als Student veröffentlichte er Kurzgeschichten, sein erster Romanerfolg, „Carrie“, erlaubte ihm, sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Seitdem hat er weltweit 400 Millionen Bücher in mehr als 40 Sprachen verkauft. Im November 2003 erhielt er den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk.

[Wilhelm Heyne Verlag (1993)]

Meine Meinung: Ich habe schon so viele Stephen King-Bücher gelesen und muss sagen, dass ich mich mit den letzten von mir gelesenen umfangreichen Büchern von ihm etwas schwer getan habe. Grundsätzlich liebe ich seine Geschichten, vor allem die alten, wie z.B. Menschenjagd, Friedhof der Kuscheltiere oder allen voran Todesmarsch. Außerdem bewundere ich ihn sehr, was er schreibtechnisch einfach leistet, ist enorm. Und auch hier wurde wieder deutlich, dass King ein Meister ist, wie er die Charaktere heraus arbeitet – großartig! Selbst die kleinen Nebenrollen sind genaustens beschrieben. Allerdings ist es eben auch eine Fülle von Personen und mir fällt es immer etwas schwer, alle auf dem Schirm zu behalten.

Bei diesem Buch hat mich schon lange der Klappentext völlig angezogen. Es hört sich nach einer simplen Story an, von der man aber ja schon weiß, dass sie à la King nicht so simpel ist, wie man denkt. Leland Gaunt ist ein wunderbarer böser Protagonist und Alan Pangborn als Gegenspieler, der diese kleinen Zaubertricks beherrscht, grandios. Das hat sehr viel Spaß gemacht und teilweise war es auch etwas gruselig. Aber am meisten faszinierte natürlich, was die einzelnen Personen sich in dem Laden gekauft haben. Und der Leser erwischt sich selbst dabei, dass er überlegt, was würde Gaunt wohl einem selbst andrehen.

Insgesamt war mir die Geschichte etwas zu lange und zu viele Personen involviert. Andererseits waren natürlich gerade die Charakterbeschreibungen am diffizilsten und anregendsten. Der ganze Plot konnte ebenfalls auf Anhieb überzeugen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

[Rezension] Wintersterne (Isabelle Broom)

Veröffentlicht 21. Dezember 2018 von erlesenebuecher

Schnee, Prag & Magie

Appetithäppchen: Eine Reise ins magische, verschneite Prag: Für Megan, Hope und Sophie ist das die perfekte Gelegenheit, um vor ihren Problemen wegzulaufen. Sie lernen sich in einer Hotelbar kennen, und obwohl die drei Frauen völlig unterschiedlich sind, verstehen sie sich auf Anhieb. Gemeinschaftliche Streifzüge durch die winterlich verzauberte Stadt konfrontieren sie mit ihrer Vergangenheit, mit ihren Herzenswünschen und führen sie zu besonderen Begegnungen.

Verfasserin: Isabelle Broom, geboren 1979 in Cambridge, studierte Medienwissenschaften an der University of West London und arbeitet als Redakteurin und Autorin. Nach langen Reisen durch Europa und die Welt wurde sie sesshaft, als sie auf Max, einen kleinen Bologneserwelpen, traf. Wenn sie nicht gerade schreibt, verbringen Isabelle Broom und Max ihre Zeit mit langen Spaziergängen durch die Londoner Parks.

[Diana Verlag (2017)]

Meine Meinung: Ich war vor etwa 20 Jahren in Prag und habe immer noch gute Erinnerungen an diese wunderschöne Stadt. Genau diese Magie, dieses Zauberhafte, das die Stand an sich hat, wird in diesem Buch deutlich. Der Leser wird in die Gassen, die Sehenswürdigkeiten, die Anziehung, das Essen, die winterliche Atmosphäre hineingezogen. Das war wirklich sehr schön.

Dazu kommt eine Story rund um drei Frauen, die alle auf der Suche nach Erfüllung, nach der Liebe sind. Man gewinnt jede einzelne lieb und hofft, bangt, freut sich mit ihr. Es kommen einige Wendungen vor, die mich wirklich überraschten und sogar ein paar Tränchen fließen ließen. Also ein wirklich gelungenes Buch, um sich ins Bett zu kuscheln, wenn es draußen kalt ist.

Allerdings ist die Frage, wie viel zurück bleibt. Teilweise plätscherte die Handlung ein paar Seiten dahin – nicht dass es großartig störte, aber eben schon auffiel. Und so ausführlich die Stadt beschrieben wurde, hätte ich mir das manchmal bei dem Werdegang der Protagonisten gewünscht.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

[Rezension] Zweilicht (Nina Blazon)

Veröffentlicht 4. Dezember 2018 von erlesenebuecher

Mondmädchen, Eichelhäher & Wendigo

Appetithäppchen: Der 17-jährige Jay ist in der Stadt seiner Träume angelangt – ein Jahr wird er als Austauschschüler in New York, der Heimat seines verstorbenen Vaters, verbringen. Gleich zu Beginn verliebt er sich in die geheimnisvolle Madison mit den Indianeraugen. doch was er keinem zu erzählen wagt: Hin und wieder taucht ein anderes Mädchen auf, das außer ihm niemand zu sehen scheint. Sie nennt sich Ivy und er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Bis sie ihn schließlich in eine verwunschene Welt entführt, die seit Jahrhunderten kein lebender Mensch betreten hat. Als auch im New York der Gegenwart die Geister und Dämonen erwachen, beginnt für Jay ein Kampf auf Leben und Tod. Der Dämon mit dem Herzen aus Eis ist ihm auf der Spur und giert nach menschlichen Seelen. Und Jay muss sich entscheiden – zwischen zwei Mädchen, zwei Leben, zwei Wirklichkeiten…

Verfasserin: Nina Blazon, geboren 1969 in Koper bei Triest, aufgewachsen in Neu-Ulm, las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums – Theaterstücke und Kurzgeschichten -, bevor sie den Roman „Im Bann des Fluchträgers“ veröffentlichte, der 2003 mit dem Wolfgang-Hohlbein-Preis und 2004 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet wurde. Inzwischen hat sie zahlreiche erfolgreiche Jugendbücher geschrieben, darunter den großen Fantasyroman „Faunblut“. Nina Blazon lebt und arbeitet in Stuttgart.

[cbt (2011)]

Meine Meinung: Nach den ersten Seiten fühlte ich mich total wohl mit dem Buch. Es war wie ein Teenager-Highschool-Roman, der so leicht fantastisch angehaucht war, so ein wenig à la Twilight o.ä. Es knisterte und Jay fand ich sogleich richtig gut. Ebenfalls fesselte die Grundstory, d.h. sein Umfeld, seine Vergangenheit, die Charaktere etc.

Allerdings wurde es dann immer abgefahrener und science-fiction-like. Teilweise dachte ich, ich habe irgendwelche Seiten überlesen oder etwas nicht mitbekommen. Der Plot sprang und plötzlich passierten so viele und wirklich seltsame Dinge. Das war nicht alles schlecht, ein wirklich überraschenden Kniff hat die Autorin eingebaut, der für mich völlig unerwartet kam. Ich muss richtig kurz aufhören und dachte: Wow! Ich denke allerdings, im Ganzen war ich ab und an einfach etwas überfordert beim Lesen.

Der Schreibstil ist gut und macht Spaß, allerdings wollte Blazon viel, teilweise vielleicht zu viel. So fand ich einige Erzählstränge nicht ganz ausgereift, z.B. die Geschichte von Jays Vater Zweiherz empfand ich als etwas enttäuschend, da hätte man mehr draus machen oder ihn weglassen sollen. Das Ende war nun gar nicht nach meinem Geschmack, sehr seltsam, der große Showdown gegen den Endgegner. Vom Sinn her ok, aber die Umsetzung war teilweise etwas dürftig. Ingesamt kann ich aber sagen, dass ich mich unterhalten fühlte.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

[Rezension] Ella und die falschen Pusteln (Timo Parvela)

Veröffentlicht 4. Dezember 2018 von erlesenebuecher

Zivilisation, Kittel & Riesenschnabelhörnchen

Appetithäppchen: Früher war es in der Schule immer lustig, aber auf einmal ist der Lehrer krank: Er glaubt fest, er hätte den schönsten Beruf der Welt. Wenn jemand so krank ist, schickt man ihn normalerweise zum Arzt. Aber Schüler können ihren Lehrer nicht zum Arzt schicken, und da hat Timo, das Klassengenie, eine Idee: Sie schicken Pekka hin! Der soll so tun, als hätte er dieselbe Krankheit wie der Lehrer, und wenn der Arzt ihm was verschreibt, muss das auch für den Lehrer passen. Komisch nur, dass plötzlich alle so rote Pusteln im Gesicht haben. Müssen jetzt etwa Ella und ihre Freunde ins Krankenhaus? Ja! Aber im Krankenhaus ist es toll, und am Ende ist sogar der Lehrer wieder gesund!

Verfasser: Timo Parvela, 1964 geboren, war gern Lehrer, bevor er Schriftsteller wurde. Er schreibt für Erwachsene und Kinder und wurde dafür vielfach ausgezeichnet.

[Deutscher Taschenbuch Verlag (2015)]

Meine Meinung: Ellas Lehrer soll der König der Lehrer werden. Wie es dazu kam? An sich hat er das seinem neuen Auto zu verdanken… aber auch den Riesenschnabelhörnchen, dem Arztkittel und dem finnischen Parlament. Allerdings wird letztendlich deutlich, dass das finnische Schulsystem sich doch nicht so sehr von denen der anderen Ländern unterscheidet.

Wieder einmal ein Ella-Buch, welches ich meinem Sohn vorgelesen habe. Allerdings taten wir uns dieses Mal etwas schwer damit. Wir kamen nicht so richtig in den Lesefluss hinein. Ich fand es auch weniger leicht zu verstehen. Ich musste vieles erklären, vor allem als es dann um die Zivilisation und das Parlament ging. Es gab dieses Mal einige philosophische Anwandlungen, die den erwachsenen Leser zum Schmunzeln bringen, mit denen die Zielgruppe aber weniger anfangen kann.

Aber natürlich liegt das nächste Buch hier schon rum und wir werden weiterlesen.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

[Rezension] Die Glücksbäckerei 5 – Die magische Rettung (Kathryn Littlewood)

Veröffentlicht 13. November 2018 von erlesenebuecher

No Direction, Minimuffins & Seht-mich-nicht-Knoten mit Knoblauch

Appetithäppchen: Tante Lily ist entführt worden! Klar, dass Rose sich mit ihren Brüdern sofort auf den Weg macht, Lily zu befreien. Getarnt als Boygroup No Direction schaffen die Glücksbäcker es, sich in das von Graf Caruso beherrschte Fürstentum einzuschleusen, wo Lily im Kerker schmort. Boch bevor Meisterbäckerin Rose mit Hilfe von magischen Seht-mich-nicht-Knoten Lily befreien kann, müssen sie und ihre Brüder erst einmal vor ausverkauftem Hause einen No Direction-Auftritt meistern. Zum Glück gibt es Singwerkekse und eine echt geniale Show-Idee…

Verfasserin: Kathryn Littlewood ist Schriftstellerin, Schauspielerin und Comedian, lebt in New York, arbeitet oft in Los Angeles – und hat eine ebenso große Schwäche für pain au chocolat wie für Kinderbücher. Sie ist eine leidenschaftliche Köchin, aber eine fürchterliche Bäckerin und gibt zu, dass ihr noch nie ein Kuchen geglückt ist. Essen tut sie ihn dennoch für ihr Leben gern!

[S. Fischer Verlag (2016)]

Meine Meinung: Ich weiß nicht, ob ich es bei den anderen Bänden hinreichend erwähnt habe, aber ich liebe diese Cover. Die sind wirklich so schön und bereichern jedes Buchregal. Aber es soll ja auch um den Inhalt gehen und der ist auch schön – schön und nett.

Die Zauberbäckereien sind wie immer toll. Die Zutaten einfallsreich, lustig und wirklich zauberhaft. Aber wie schon beim letzten Band wurde mir wieder einmal zu wenig gebacken, zu wenig wunderschöne Rezepte vorgestellt und zu wenig zauberhafte Zutaten verwendet.

Dafür gab es dieses Mal eine etwas abgefahrene Geschichte, in der u.a. eine Boygroup eine große Rolle spielte. Es gipfelte in einem großen Konzert, in dem Rose mit ihrem Team als diese Boygroup in Riesenkaugummiblasen über die Bühne hüpften. Seltsam? Richtig, aber sehr unterhaltsam und sogar etwas lustig, auch wenn man nicht mehr zur Zielgruppe gehört.

Einen halben Punkt mehr muss ich nicht nur für dieses wunderschöne Cover (erwähnte ich das schon?) geben, sondern auch für den sanften, hirnschmeichelnden Schreibstil. Bin gespannt, wie es weiter geht und wünsche mir mehr Backwerk.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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[Rezension] Flavia de Luce 3 – Halunken, Tod & Teufel (Alan Bradley)

Veröffentlicht 1. November 2018 von erlesenebuecher

Humpler, roter Bulle & Trimethylamin

Apptithäppchen: Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügliche Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop’s Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und kaum hat sich die arme Schaustellerin vom ersten Schreck erholt, wird sie auch noch bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt und so eine Familie zerstört zu haben. Geplagt von Schuldgefühlen, aber auch getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesem schlimmen Vorwurf reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des angeblichen Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen…

Verfasser: Alan Bradley wurde 1938 geboren und ist in Cobourg in der kanadischen Provinz Ontario aufgewachsen. Nach einer Karriere als Elektrotechniker, die schließlich in der Position des Direktors für Fernsehtechnik am Zentrum für Neue Medien der Universität von Saskatchewan in Saskatoon gipfelte, hat Alan Bradley sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau auf der Isle of Wight.

[blanvalet (2011)]

Meine Meinung: Wir werden langsam richtig warm und finden immer besser zueinander – die Flavia und ich! Es war wieder richtig gut. Spannend bis zum Ende, voller verschiedener Themenstränge, gespickt mit chemischer Geschichte und Wissen und garniert mit einer bezaubernden Protagonistin.

Ich kann immer wieder sagen, dass ich sehr froh bin, dass ich am Ball geblieben bin. Der erste Band gefiel mir so gar nicht, der zweite schon viel besser und nun möchte ich mit der Reihe nicht mehr aufhören. Vor allem da ich die Wallander-Bücher bald durch habe, ist es schön wieder eine Krimi-Reihe zu lesen, auch wenn diese natürlich ganz anders als die Wallander-Bücher sind.

Obwohl Flavia in dem kleinen Städtchen Bishop’s Lacey lebt, wimmelt es von Leichen. Dieses Mal gibt es einen Mordversuch, eine Leiche am Brunnen und eine alte vergrabene Leiche. Dieses Ganze ist aber nicht zu schwierig für Flavia, die sich nicht so schnell abschrecken lässt. Sie muss sich über die Sekte der Humpler informieren, kommt immer wieder identischen Antiquitäten zu nahe und findet ein Gemälde, welches aus der Vergangenheit stammt. Der Fall ist interessant und spannend, war aber teilweise nicht so ganz meins.

Zusätzlich gibt es noch einige Familienzwistigkeiten. Ihre Schwestern tyrannisieren sie, wobei sich Flavia auch nicht zurückhält, ihr Vater hat weiter andere Schwierigkeiten und nun hat sie auch noch eine Freundin gefunden, die zwar versucht sie anzugreifen und immer wieder verschwindet, ihr aber auch hilft und mit der sie sich zumindest etwas austauschen kann.

So ein besonderes Mädchen ist Flavia, vor allem ihr Chemiewissen fasziniert mich und rundet die ganze Geschichte immer wieder ab.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

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[Rezension] Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Newt Scamander/ J. K. Rowling)

Veröffentlicht 24. Oktober 2018 von erlesenebuecher

Magizoologen, Billywig & Peruanischer Viperzahn

Appetithäppchen: Seit seiner Veröffentlichung ist Newt Scamanders Meisterwerk Pflichtlektüre an der Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei und hat Generationen von Zaubererfamilien in seinen Bahn gezogen. „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ bietet eine unverzichtbare Einführung in die Tierwesen der magischen Welt.

Verfasser: Newton („Newt“) Artemis Fido Lurch Scamander wurde 1897 geboren. Seine Mutter, eine begeisterte Züchterin hochmodischer Hippogreife, bestärkte ihn in seiner Leidenschaft für phantastische Tierwesen. Nachdem er die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei verlassen hatte, trat er ins Zaubereiministerium ein, wo er in der Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe arbeitete. Nach zwei Jahren im Amt für die Neuzuteilung von Hauselfen, die er als „äußerst nervenaufreibende Zeit“ bezeichnet, wurde er in die Behörde für Phantastische Tierwesen versetzt, wo er dank seines immensen Wissens über fremdartige magische Tiere rasch Karriere machte. Obwohl Scamander fast allein verantwortlich war für die Einführung des Werwolfregisters im Jahr 1947, ist er nach eigenem Bekunden vor allem stolz auf das 1965 erlassene Verbot experimenteller Züchtung, das der Erzeugung neuer und unbezähmbarer Monster in Britannien wirksam den Riegel vorschob. Mr Scamanders Tätigkeit im Amt für Drachenforschung und Drachenzähmung war mit vielen Forschungsreisen ins Ausland verbunden, die ihm reichlich Gelegenheit boten, Stoff für seinen nun in zweiundfünfzigster Auflage erscheinenden Weltbestseller „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ zu sammeln. Newt Scamander wurde 1979 der Merlinorden zweiter Klasse verliehen in Anerkennung seiner Verdienste in der Erforschung magischer Tierwesen, der Magizoologie. Seinen Ruhestand verbringt er in Dorset, gemeinsam mit seiner Frau Porpentina und den Hausknieseln Hoppy, Milly und Mauler.

[Carlsen (2017)]

Meine Meinung: Ich habe das Buch parallel zu dem Drehbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ gelesen. Das war super, allerdings merkte man, dass die Tiere in dem Schulbuch nur sehr kurz und grob beschrieben werden. In dem gleichnamigen Film bzw. Drehbuch werden die vorkommenden Tiere viel genauer und ausführlicher dargestellt. Das fand ich etwas schade, vor allem da meine Ausgabe nach dem Film erschienen ist und man da ja noch einiges hätte ergänzen können.

Trotzdem macht es natürlich wieder Spaß, in die Welt rund um Hogwarts einzutauchen. Gerade das Vorwort hat mir sehr gut gefallen. Aber es gibt auch einige wirklich seltsame Tiere zu entdecken, z.B. den Streeler fand ich klasse. „Der Streeler ist eine Riesenschnecke, die stündlich ihre Farbe ändert und eine Schleimspur hinterlässt, die so giftig ist, dass sie alle Pflanzen, über die sie walzt, schrumpfen und verdorren lässt“ (S. 71). Wie abgefahren.

Bewertung: 4 von 5 Punkten