Rezensionen 2019

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[Rezension] Die Glücksbäckerei 7 – Das magische Fest (Kathryn Littlewood)

Veröffentlicht 15. Dezember 2019 von erlesenebuecher

Eisschwan, Steppende Stutenkerle & Bonbonherz

Appetithäppchen: Winter in Calamity Falls. Familie Glyck hat es in ihrer Backstube kuschelig warm, als es draußen anfängt zu schneien – und nicht wieder aufhört. Die Zauberbäcker werden zu Hilfe gerufen, um ein schon fast ganz eingeschneites Städtchen mit magischen Törtchen zu retten. Aber als sie ankommen… hat ein anderes Mädchen das schon getan! Rose hat plötzlich eine Rivalin. Doch nur gemeinsam können die beiden die Welt vom Winterchaos befreien!

Verfasserin: Kathryn Littlewood ist Schriftstellerin, Schauspielerin und Comedian, lebt in New York, arbeitet oft in Los Angeles – und hat eine ebenso große Schwäche für pain au chocolat wie für Kinderbücher. Sie ist eine leidenschaftliche Köchin, aber eine fürchterliche Bäckerin und gibt zu, dass ihr noch nie ein Kuchen geglückt ist. Essen tut sie ihn dennoch für ihr Leben gern!

[S. Fischer Verlag (2018)]

Meine Meinung: Ein neues Abenteuer wartet auf Rosmarin Glyck, der kleinen Meisterbäckerin. Dieses Mal droht das Wetter verrückt zu spielen und eine Schneekatastrophe breitet sich aus. Zusätzlich kommt ihr noch ein anderes Mädchen, auch eine Meisterbäckerin, in die Quere. Aber die Glycks wären nicht die Glycks, wenn sie nicht mal wieder alle zusammen das Blatt wenden könnten. An sich eine wirklich nette Botschaft: Ohne deine Familie bist du nichts.

Aber hier ist das Vorgehen mit dem Vorschlaghammer teilweise etwas übertrieben. Natürlich: es ist ein Kinder/Jugendbuch und da muss der lustige Bruder besonders lustig sein und der coole Bruder besonders cool. Aber naja…

Im Ganzen ist die Story in diesem Band schlüssliger als im letzten. Aber auch hier taucht plötzlich etwas auf, von dem man vorher nie was wusste. Ist ja klar, die Teile müssen immer weiter geschrieben werden, bringt ja Geld. Dieses Mal treibt der Komplott der Konditoren plötzlich sein Unwesen. Leider führt das Ganze die Familie Glyck wieder weg von Calamity Falls und es wird zwar gebacken, auch wirklich aufregende Sachen, und einige Zutaten sind wieder wirklich zauberhaft, aber in meinen Augen immer noch zu wenig.

Meiner Meinung nach müsste Littlewood mal wieder zum Zauber der ersten Bände zurück finden, in denen die Bäckerei in Calamity Falls Zentrum der Handlung war und bei denen es vor allem ums Backen und wieder ums Backen ging. Jetzt tauchen nur ständig neue sprechende Tiere oder hier sogar ein sprechender Schneemann auf, wobei der wirklich nett ist.

Trotzdem finde ich die Idee immer noch tragend und Rose ist einfach ein Sympathiebolzen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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[Rezension] Steven Tyler – Does the noise in my head bother you? (Steven Tyler/ David Dalton)

Veröffentlicht 14. Dezember 2019 von erlesenebuecher

Zwillinge, Pashmina & Dream on

Appetithäppchen: „Die Musik war unsere Zündschnur und Drogen waren die Streichhölzer – und wir die Silvesterrakete, von der sieben glitzernde Sterne ausgingen, jeder eins unserer sieben Alben. Wir brachten es fertig, die kosmischen Mächte zu leben und zu überleben. Drogen waren mein schwarzes Loch… Ich wurde von ihnen angezogen und fürchtete mich nicht davor, auf die andere Seite zu gelangen.“ (Steven Tyler)

Verfasser: Steven Tyler, als Steven Victor Tallarico am 26. März 1948 in Yonkers, New York, geboren, ist Songwriter, Komponist und markante Stimme der legendären Rockband Aerosmith. Steven Tyler ist einer der dynamischsten Frontmänner überhaupt, das Musikmagazin „Rolling Stone“ zählt ihn gar zu den größten Rocksängern aller Zeiten. Nach ihrer Gründung, New Hampshire, beschließen Aerosmith, als Band nach Boston zu ziehen. Dort gründen sie eine Arbeits- und Wohngemeinschaft und werden zu der Band, die bis heute besteht: Tyler als Frontmann, Joe Perry an der Gitarre, Tom Hamilton am Bass, Tay Tabano, später abgelöst von Brad Whitford, an der Gitarre und Joey Kramer an den Drums. 100 Millionen Platten verkauften Aerosmith und gewannen zahlreiche Preise. Ihr Nummer-1-Hit „Don’t want to miss a thing“ aus dem Film „Armageddon“ wurde für den Academy Award nominiert. 2011 wurden Aerosmith in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen.

[Edel (2012)]

Meine Meinung: Steven Tyler fragt: Does the noise in my head bother you? Da kann ich drauf antworten: Ja, teilweise schon. Ungefragt ist und bleibt Aerosmith eine der größten Rockgruppen aller Zeiten, die großartige Songs rausgebracht haben und ohne Steven Tyler wäre Aerosmith nicht Aerosmith. Er ist unglaublich agil, kreativ und musikalisch. Aber eben auch ein Künstler und eine Diva. Das muss er wohl als Frontmann sein, anders will es das Business und auch das Publikum nicht. Allerdings habe ich selten eine Autobiographie gelesen, in der so viel gejammert wird.

Natürlich ist es nicht leicht, den Erwartungen gerecht zu werden und Tyler beschreibt eindrucksvoll und nachvollziehbar, dass es als Sänger etwas anderes ist, weil das Instrument zum Körper gehört und nicht nach der Show einfach vom Techniker für den nächsten Auftritt fit gemacht werden kann, so dass es an sich klar ist, dass er nicht jeden Abend auf die Bühne kann, was anscheinend innerhalb der Band zu Unstimmigkeiten führte.

Und dann kommen die ganzen Drogen dazu. Tja, man kann jetzt sagen, es gehört wohl dazu. Es gibt kaum große, kreative Künstler, die dem nicht verfallen sind. Sie sind eben keine vernünftigen Kopfmenschen, sondern impulsiv, schwankend, emotional und in ihrem Inneren unsicher bzw. nicht gefestigt, was die Sehnsucht, Gefühle und Sicht der Dinge ausmacht, die in ihrer Musik oder Kunst verarbeitet werden. Das kann ich alles nachvollziehen. Aber es ist erstaunlich, was die Menge und Vielfalt der Drogen anbelangt. Was so ein Körper und Geist anscheinend alles verträgt? Erschreckend fand ich hier, die in meinen Augen etwas unreflektierte Widergabe der jahrelangen Drogentrips, die er und seine Exfrau erlebten, während sie ein kleines Baby/Kleinkind bei sich hatten.

Aber am meisten ist mir sein Gemecker über Frauen in den Ohren geblieben. Er betont wiederholt, wie sehr er sie liebt. Allerdings wird dann geäußert, dass er es nicht verstehe, wie seine Exfrau ihm die Affäre nicht verzeihen kann, wo er ihr doch ansonsten jeden Wunsch, wie beispielsweise ein Haus, erfülle. Warum hat er sich dann überhaupt immer wieder so gebunden, dann soll er doch offene Beziehungen führen? Aber Tyler will alles, Heim mit Frau und Kindern und Rockstarleben mit allen Blowjobs etc. Außerdem versucht er immer wieder darzustellen, dass er ein Opfer der Umstände sei.

Insgesamt regte mich einiges auf, aber das soll es anscheinend auch. Tyler will anecken, er will nicht in die Norm passen und er will Leute aus der Reserve locken. Nichtsdestotrotz führte er ein aufregendes Leben und gerade die Bandhistorie ist spannend und aufregend. Die Ergebnisse in Form ihrer Alben kann sich sehen und hören lassen. Großartige Künstler!

Bewertung: 4 von 5 Punkten

[Rezension] Bartimäus 4 – Der Ring des Salomo (Jonathan Stroud)

Veröffentlicht 22. November 2019 von erlesenebuecher

Nilpferd, Silberdolch & Tintenfischring

Appetithäppchen: Bartimäus, der Dschinn aller Dschinns, darf seine ruhmreiche Vergangenheit präsentieren – die sogar seine späteren Heldentaten mit Nathanael beinahe in den Schatten stellt. Schließlich hat Bartimäus seinerzeit nur den Besten der Besten und Hochwohlgeborenen gedient: Mächtige Magier und wunderschöne Königinnen waren seine Gebieter – und mit dem berühmten König Salomo stand er sogar auf Du und Du…

Verfasser: Jonathan Stroud wurde 1970 im englischen Bedford geboren. Er schreibt Geschichten, seit er sieben Jahre alt ist. Zunächst arbeitete er als Lektor. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle und Arthur in der Nähe von London.

[cbj (2010)]

Meine Meinung: Bartimäus ist schon ein Phänomen. Er lässt sich nicht einschüchtern, gibt nicht auf, ist nie um eine schlagfertige Antwort verlegen und vor allem ist er anders als die anderen Dschinns.

Die Geschichte in diesem Buch spielt weit vor den Bänden von Bartimäus und Nathanael. König Salomo baut den Tempel in Jerusalem und ist der mächtigste Mann der Welt, da er einen mächtigen Zauberring hat, mit dem er eine Pforte zum anderen Ort öffnen kann und mächtige Geister hervorrufen kann. Allerdings zerrt der Ring an seiner Lebenskraft. Umgeben ist Salomo von den besten Zauberern, die aber auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind und Intrigen hinter seinem Rücken spinnen.

Und hier taucht nun Asmira, eine Wächterin aus Saba auf, die glaubt, dass Salomo Saba angreifen will. Deshalb ist ihr Auftrag, Salomo zu töten. Helfen soll ihr der Dschinn Bartimäus. An sich ein Ding der Unmöglichkeit, aber genau das spornt Bartimäus natürlich an.

Der Plot ist gut, spannend und interessant, auch die Charaktere, vor allem Bartimäus und Asmira, sind mutig und lustig. Mein Kritikpunkt wäre, dass die Geschichte insgesamt zu geradlinig, eindimensional ist. Er kommen kaum überraschende Wendungen oder wirklich faszinierende Höhepunkte vor. Da es aber ein Jugendbuch ist, kann man dieses verzeihen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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[Rezension] Die Glücksbäckerei 6 – Die magische Zeit (Kathryn Littlewood)

Veröffentlicht 5. November 2019 von erlesenebuecher

Allerleigewürz, Wandelröschen & Hund

Appetithäppchn: Uhren, die rückwärts ticken; Menschen, die jünger statt älter werden; eine finstere Marchesa, die unsterblich sein möchte – was die junge Glücksbäckerin Rose diesmal zu meistern hat, übertrifft alles: Sie muss die Bürger des verwunschenen Ortes Bontemps retten – und dabei ist sie ganz auf sich allein gestellt! Lediglich ein riesiger sprechender Zottelhund ist ihr Begleiter in der verzauberten Stadt. Doch Rose wäre keine Glücksbäckerin, wenn sie das Geheimnis von Bontemps nicht knacken würde. Sie beschließt, mit der Hefe der Unvergänglichkeit gegen den Fluch anzubacken. Aber was, wenn die Hefe und der Plan nicht aufgehen?

Verfasserin: Kathryn Littlewood ist Schriftstellerin, Schauspielerin und Comedian, lebt in New York, arbeitet oft in Los Angeles – und hat eine ebenso große Schwäche für pain au chocolat wie für Kinderbücher. Sie ist eine leidenschaftliche Köchin, aber eine fürchterliche Bäckerin und gibt zu, dass ihr noch nie ein Kuchen geglückt ist. Essen tut sie ihn dennoch für ihr Leben gern!

[S. Fischer Verlag (2017)]

Meine Meinung: In diesem Buch wurde eindeutig zu wenig gebacken! Das ist der große Schwachpunkt dieses Bandes. Zwar kam hier ein wenig die magische Gärtnerei dazu, aber das überdeckte nicht das Unübersehbare. Es wurde kaum gebacken!

Davon lebt diese Buchreihe aber, das macht gerade den Zauber aus, in so vieler Hinsicht. Der Plot selbst war auch nicht besonders neu, zu oft musste ich an Max Tivoli bzw. Benjamin Button denken. Dieser Band wirkt leider sehr als Füllwerk. Plötzlich kommt der Hund und sagt, Rose muss noch eine Prüfung ablegen, um Meisterbäckerin zu werden. Ihre Mutter hat diese Tatsache total vergessen… Schade, zu billig wirkt dieser Trick. Und dann eben die geklaute Idee von Max Tivoli. Warum es ein Hund sein muss, der ihr zur Seite steht, ist auch unklar, hatten wir doch schon die Katze und die Maus als sprechende Tiere.

Aber ok, zwischendurch kamen doch ein paar nette Ideen dazu. Die magische Gärtnerei war sehr gut. Und ich mag solche Geschichten, bei denen – hier Rose – der Protagonist die absurdesten Dinge zu Beginn bekommt und man nicht weiß, wofür das gut sein soll und am Ende alles einen Sinn ergibt. Das war schön.

Und habe ich schon mal erwähnt, dass ich die Cover dieser Reihe unglaublich toll finde? Ja? Macht nichts, die sind große Klasse.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

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[Rezension] Rumo & Die Wunder im Dunkeln (Walter Moers)

Veröffentlicht 28. Oktober 2019 von erlesenebuecher

Löwenzahn, Unvorhandene Winzlinge & Schatulle

Appetithäppchen: Rumo – der Wolpertinger aus Walter Moers‘ Bestseller „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ – macht sich selbständig und geht seinen Weg: Wie er kämpfen und lieben lernt, Feinde besiegt, Freunde gewinnt und das Böse kennenlernt und wie er schließlich auszieht, um das größte Abenteuer seines Lebens zu bestehen, davon erzählt das bislang spannendste, ergreifendste und komischste Werk von Walter Moers.

Verfasser: Walter Moers, 1957 in Mönchengladbach geboren, ist der Erfinder des „Käpt’n Blaubär“ und hatte einen weiteren großen Erfolg mit den Büchern um die Figur „Das kleine Arschloch“. Nach den aufsehenerregendne Comics „Adolf, die Nazisau“ und „Adolf – Äch bin schon wieder da“ erschien 1999 der internationale Bestseller „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“. Die Fortsetzung dieses Romans, „Rumo & Die Wunder im Dunkeln“, spielt wiederum auf dem phantastischen Kontinent Zamonien.

[Piper (2003)]

Meine Meinung: Wo soll man bloß anfangen? Es ist ein wirkliches Gesamtkunstwerk, das einen staunend zurücklässt. Es ist die Geschichte von einem Wolpertinger, der ein wahrer Held ist, der so schüchtern und kampferprobt ist, der viele Wesen Zamoniens beeindruckt und vor allem noch seltsameren Wesen begegnet. Es geht um Rumo. Ja, er heißt wie ein Kartenspiel…

Ich habe mich ja gerade beim letzten Band schwer mit der Zamonienreihe getan, und das war teilweise hier auch so, aber gegen Ende war ich einfach nur völlig berauscht und beeindruckt. Walter Moers zaubert eine Welt, die so dermaßen abgefahren, seltsam, brilliant und skurril ist.

Das Buch hatte für mich einige Längen und Passagen, die mich nicht so sehr vom Hocker gehauen haben, aber insgesamt war es eine vollkommen runde Geschichte. Gerade Rumo, den Protagonisten, fand ich klasse. Ebenso seine Geschichte, sein ganzer Werdegang war unterhaltsam und faszinierend. Die Wesen Zamoniens sind ebenfalls beeindruckend.

Schöne Ideen hatte der Autor. Sehr lustig fand ich, dass Rumos Schwert zu ihm spricht und dann auch noch mit zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten. Die Geschichten rund um die anderen Wolpertinger waren auch sehr gelungen. Andere Passagen, z.B. in Nebelheim oder General Ticktacks Geschichte waren nicht so ganz meins, gehörten aber irgendwie dazu.

Trotz aller positiven Eindrücke muss ich immer noch sagen, dass ich noch nicht so 100% nach Zamonien gehöre. Bin aber gewillt weiter zu reisen.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

[Rezension] Das Tal 2.3 Die Jagd (Krystyna Kuhn)

Veröffentlicht 20. Oktober 2019 von erlesenebuecher

Schattenmann, Joint & Kreis

Appetithäppchen: Das Tal liegt düster zwischen den Berghängen der Rocky Mountains. Ben und die anderen Studenten am Grace College, die seit zwei Jahren merkwürdigen und unerklärlichen Ereignissen ausgesetzt sind, scheinen am Ende ihrer Kräfte. Wer spielt dieses geheimnisvolle und tödliche Spiel mit ihnen? Und was haben die Eltern und Großeltern mit der Vergangenheit des Tals zu tun? Während sich überall auf der Welt die Katastrophen häufen, stoßen die acht Studenten endlich auf das Geheimnis. Nun müssen sie ihr ureigenes Erbe antreten. Doch sie kämpfen gegen die Zeit.

Verfasserin: Krystyna Kuhn wurde 1960 als siebtes von acht Kindern in Würzburg geboren. Sie studierte Slawistik, Germanistik und Kunsrgeschichte und arbeitete als freie Redakteurin. Seit 1998 ist sie freischaffende Autorin und schreibt mit großem Erfolg Thriller. Ihre Romane bei Arena wie “Schneewittchenfalle” oder “Dornröschengift” wurden allesamt zu Bestsellern. Und die Mysterythriller um „Das Tal“ haben sich zu einem echten Kult entwickelt. Krystyna Kuhn lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt.

[Arena (2013)]

Meine Meinung: Es ist etwas länger her, dass ich den letzten Band dieser Buchreihe gelesen habe. Ich konnte mich aber noch an einiges erinnern und habe mein Gedächtnis auch noch durch mehrere Rezensionen aufgefrischt. An eines erinnerte ich mich allerdings noch ganz genau, dass die Bücher größtenteils unfassbar spannend waren und ich mit einigen Antworten auf Fragen nicht so ganz zufrieden war. Diese Unzufriedenheit schlich sich auch bei diesem Band immer wieder ein.

Es wird immer geheimnisvoller, die Auswirkungen des Geheimnisses des Tals immer gravierender, anscheinend für die ganze Menschheit, da auch außerhalb des Tals nun Unglücke passieren. Ich frage mich, wie soll denn dieses unglaubliche, erlösende Ende aussehen? Das kann Frau Kuhn doch gar nicht liefern. Der Leser wird so sehr auf die Folter gespannt und wartet sehnsüchtig auf die Katharsis, dass er doch eigentlich nur enttäuscht werden kann. Aber mal sehen…

Dieser Band schwächelt in meinen Augen. Zum einen wurde die Handlung aus der Sicht von Benjamin und Debbie erzählt. Für mich die schwächsten Protagonisten. Die teilweise sogar eher unsympathisch rüberkamen. Zudem gab es wenig äußere Handlung und die innere Handlung war durch Drogentrips und Zeitsprünge etwas wirr. Benjamin wird von den Schatten seiner Vergangenheit verfolgt, aber eine befriedigende Lösung wird mal wieder nicht angeboten. Das Tal testet die Studentengruppe rund um Julia und Robert (alle leider in diesem Band sehr blass dargestellt) anscheinend, prüft sie für den Endkampf oder was auch immer das letzte Buch nun für seinen Leser bereit hält. Ich bin gespannt.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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[Rezension] Dem Horizont so nah (Jessica Koch)

Veröffentlicht 10. Oktober 2019 von erlesenebuecher

PML, Laufen & Ducky

Appetithäppchen: Jessica ist jung, genießt das Leben und schaut in eine vielversprechende Zukunft. Dann trifft sie Danny. Sofort ist sie von ihm fasziniert, denn trotz seines guten Aussehens und selbstbewussten Auftretens scheint ihn ein dunkles Geheimnis zu umgeben. Nach und nach gelingt es Jessica, hinter Dannys Fassade zu blicken und ihn kennenzulernen. Abgründe zun sich auf: Danny ist von Kindheit an zutiefst traumatisiert. Fernab von Heimat und Familie kämpft er um ein normales Leben. Trotz aller Schwierigkeiten und gegen jede Vernunft entsteht zwischen Jessica und Danny eine innige Liebe. Doch nicht nur Dannys Vergangenheit ist düster, auch seine Zukunft ist bereits gezeichnet. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit…

Verfasserin: Jessica Koch begann bereits in der Schulzeit damit, kürzere Manuskripte zu schreiben, reichte diese aber nie bei Verlagen ein. Anfang 2016 erschien dann schließlich ihr Debütroman „Dem Horizont so nah“. Das Buch belegte wochenlang Platz 1 der Bestsellerlisten und kommt 2019 ins Kino. Mit „Dem Abgrund so nah“ und „Dem Ozean so nah“ erschienen im Laufe des Jahres die ebenfalls sehr erfolgreichen Teile zwei und drei der „Danny-Trilogie“.

[Rowohlt Taschenbuch Verlag (2016)]

Meine Meinung: Vor einigen Jahren war dieses Buch in aller Munde, es ist aber an mir vorbeigegangen, da mich das Thema nicht so sehr ansprach. In den 90ern gab es eine Fülle von Büchern über HIV und ich habe damals viele gelesen, seien es Sachbücher oder Romane.

Nun kommt der Film ins Kino und dann muss ich das Buch natürlich vorher lesen. Es hat sich auch gelohnt. Es war sehr unterhaltsam, schlicht geschrieben und die Geschichte sehr aufwühlend. Genau das richtige, um es schnell wegzulesen und emotional einzutauchen. Es tat gut, dass das Thema HIV und Aids mal wieder im Kopf war, da diese Krankheit nie vergessen werden sollte, damit die Forschung und Bekämpfung immer weitergeht.

Nun hat die Geschichte ja autobiographische Züge der Autorin und das Leben ist nun mal oft einfach ungerecht. Wäre es eine erdachte Geschichte, würde ich jetzt sagen, es war einfach zu viel. Alles musste irgendwie hinein: Kindesmissbrauch, Drogen, HIV und eine tragische Liebesgeschichte. Aber genau so ist das Leben nunmal. Einige trifft es besonders hart.

Aber gerade das fand ich auch so schwierig, die Protagonisten gehen auf echte Menschen zurück und trotzdem waren sie leider etwas unnahbar für mich als Leser. Vielleicht ging es auch nicht anders, wenn man über seine eigene Geschichte schreibt. Aber dadurch blieb es für mich teilweise etwas kühl. Erst im Nachwort, als die Autorin von ihrer jetzigen Familie schrieb, bekam ich einen richtigen Kloß im Hals.

Nun bin ich gespannt auf den Film.

Bewertung: 4 von 5 Punkten