Rezensionen 2020

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[Rezension] Der Schrecksenmeister (Walter Moers)

Veröffentlicht 1. April 2020 von erlesenebuecher

Grübelnde Eier, Gekochtes Gespenst & Veitsmutzki

Appetithäppchen: In Sledwaya, der Stadt, in der „das Gesunde krank und das Kranke gesund“ ist, spielt der neue Roman des zamonischen Großschriftstellers Hildegunst von Mythenmetz. Er handelt von der Auseinandersetzung zwischen Echo, dem hochbegabten Krätzchen, und Succubius Eißpin, dem furchtbaren Schrecksenmeister Sledwayas, der Faust und Mephisto in einer Person zu verkörpern scheint. Dieser lässt nichts unversucht, um sich mittels der Alchimie zum Herrn über Leben und Tod aufzuschwingen – und dazu braucht er nichts notwendiger als das Fett von Echo, der gezwungen ist, einen teuflischen Vertrag mit Eißpin abzuschließen.

Verfasser: Walter Moers, geboren 1957 in Mönchengladbach, ist der Erfinder des „Käpt’n Blaubär“ und hatte auch großen Erfolg mit den Büchern um die Figur „Das kleine Arschloch“. Nach den aufsehenerregenden Comic-Bänden „Adolf“ erschien 1999 der internationale Bestseller „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“.

[Piper Verlag (2007)]

Meine Meinung: Wieder mal ein literarisches Wimmelbild aus Zamonien. Da ist immer was los und es gibt so viele kleine Details zu entdecken. Es ist ein Freude! Ich kann nur immer wieder betonen. So schwer ich mich zu Beginn mit der zamonischen Welt tat, bin ich jetzt ein großer Fan und freue mich immer wieder zurückzukehren.

Es ist ein wirkliches Erlebnis in die Literatur von Walter Moers bzw. Hildegunst von Mythennetz einzutauchen. Die Charaktere sind einzigartig, liebevoll dargestellt und so voller Geheimnisse und Spannungen. Es passieren aufregende Dinge, es ist lehrreich und interessant und vor allem so seltsam, dass einem manchmal der Mund offen stehen bleibt beim Lesen.

Dieses Mal begleitet der Leser die Kratze Echo durch einen Monat, in dem sie bei dem Schrecksenmeister Eißpin gemästet wird, aber auch sein Wissen aufsaugen soll. Leider wird der Monat tötlich für sie enden, da er ihr Fett auskochen möchte…

Echo ist ein großartiger Charakter und man gewinnt ihn richtig lieb. Er lernt Freunde kennen, aber auch der schreckliche Schrecksenmeister wächst dem Leser ans Herz. Allerdings musste ich immer mal an Rumo denken oder an die Stadt der Träumenden Bücher, die mir doch noch ein klein wenig mehr gefallen haben. Aber wirklich nur ein klein wenig.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

[Rezension] Dark Love (Lia Habel)

Veröffentlicht 1. April 2020 von erlesenebuecher

Steampunk, Zombies & Impfstoff

Appetithäppchen: Flackernde Gaslampen, dampfbetriebene Kutschen und digitale Tagebücher – das ist die Welt der Nora Dearly im Jahr 2195. Die 16-Jährige lebt im Internat, bis sie eines Tages entführt wird. Denn was Nora nicht weiß: Sie trägt den Schlüssel in sich, um die Menschheit vor dem sicheren Untergang zu retten. Doch wer sind ihre finsteren Kidnapper? Und warum übt ihr Anführer eine so große Anziehung auf Nora aus? Bald erkennt sie, dass ihre heile neuviktorianische Welt eine Illusion ist – und dass dunkle Liebe sogar den Tod überwindet…

Verfasserin: Lia Habel wurde in einer kleinen Stadt im Westen des Bundesstaates New York geboren. Sie trinkt viel zu viel Kaffee und besitzt drei Katzen, denen sie in ihrem Debüt ein Denkmal setzt. Die Idee zu „Dark Love“ hatte Lia während einer Busfahrt nach NY City, als ihr der Lesestoff ausging und sie sich fragte, warum die Monster in Büchern immer gut aussehen und warum sie noch nie eine Liebesgeschichte mit Untoten gelesen hatte.

[Piper (2011)]

Meine Meinung: Dieses Buch fing so vielversprechend an. Schon nach den ersten Seiten liebte ich den Steampunk. Es hatte sofort seinen Zauber und ich war mitgerissen. Es kamen Monster vor, aber alles spielte in dieser seltsamen Atmosphäre, der neuviktorianischen Zeit, die total cypermodern ist, aber dennoch voll viktorianischen Eigenschaften und Charme. Man spürte aber sofort die Gefahr in der Luft durch diese Monster, welche sich als Zombies, als lebende Tote herausstellten. Welch berauschende Idee! Steampunk trifft Zombies – fesselnd!

Allerdings ging die Spannung dann leider nicht weiter. Die Handlung plätscherte seitenlang nur so dahin und ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich dachte, worauf will die Autorin denn jetzt hinaus… Das Ende flackerte nochmal kurz erfreulich auf, konnte aber meinen Frust nicht mehr richtig beiseite schieben. Sehr schade.

Nora ist eine angesehene gutbürgerliche Tochter, eines verstorbenen Forschers, die auf eine Elite-Mädchenschule geht (wie gern ich mehr über die Schule erfahren hätte…). Sie wird von lebenden Toten entführt und lernt plötzlich eine ganz neue Welt kennen, in der Krieg herrscht. Aber sie lernt eben auch Bram kennen, einen Zombie, der es ihr angetan hat. Der ganze Plot ist komplex und birgt so viel Potenzial, das leider nicht richtig ausgeschöpft wird.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

[Rezension] Das Mädchen aus der 1. Reihe (Jana Crämer)

Veröffentlicht 1. April 2020 von erlesenebuecher

Joyning, Essen & Song-Orakel

Appetithäppchen: In Leas Augen ist ihr Körper eine einzige Problemzone. Nur wenn sie mit ihrer besten Freundin Jule auf den Konzerten ihrer Lieblingsband in der 1. Reihe steht, kann sie ihre Sorgen für einen Abend vergessen und das Leben unbeschwert genießen. Jule ist das komplette Gegenteil von ihr: selbstbewusst, beliebt und schlank. Umso verblüffter stellt Lea fest, dass sich Ben, der attraktive Sänder der Band, ausgerechnet für sie interessiert. Es entwickelt sich eine Beziehung, die beide dazu bringt, ihre Masken fallen zu lassen. Und Lea erfährt, dass auch Bens Leben nicht diese Leichtigkeit hat, wie es auf der Bühne scheint…

Verfasserin: Jana Crämer, Jahrgang 1982, hat in Dortmund Erziehungswissenschaften/ Psychologie studiert und lebt in Wetter an der Ruhr. Als Managerin der Band „Luxuslärm“ liegt ihr Aufgabenfeld vorwiegend am Bühnenrand und im Backstagebreich, trotzdem zieht es sie nach wie vor in die 1. Reihe.

[juneberry (2015)]

Meine Meinung: Der Buchtitel sprang mir sofort ins Auge. Das passte so. Gut nicht genau jetzt, da Konzerte abgesagt sind, aber bis vor einem Monat. Ich war auf so vielen Konzerten in letzter Zeit und an sich immer in der 1. Reihe. Jedoch war der Inhalt dann etwas anders, als ich dachte.

Lea ist stark übergewichtig und steht kurz vor dem Abitur. Ihre beste Freundin Jule und sie lernen in einem Club die Band Joyning kennen und lieben. Lea hat es vor allem der Sänger Ben angetan. Er ist so unnahbar, attraktiv, besitzt eine tolle Stimme und hat gerade sie ausgesucht, um von der Bühne mit ihr zu flirten. Die Beiden lernen sich immer besser kennen und können bzw. wollen auch ihre Geheimnisse nicht mehr voreinander verstecken. Lea leidet unter der Alkoholsucht ihres Vaters und ihrer eigenen Fresssucht.

Das Buch hat autographische Züge der Autorin, so dass ich nicht sagen kann, sie macht zu viele Fässer auf. So ist das Leben. Es geht um Freundschaft, Musik, Schwärmerei, Karriere, Sucht, Familie… Alles wird angerissen. Zum einen fehlt manchmal die Tiefe, aber zum anderen schafft es Jana Crämer immer wieder den Leser mitzunehmen und zu berühren. Es fesselt, obwohl der Schreibstil einen nicht mitreisst und eher kühl bleibt. Trotzdem hatte ich mir mehr oder besser etwas anderes erhofft. Aber irgendwie hatte das Buch etwas, die Seiten flogen dahin und ließ einen immerhin teilweise nachdenklich zurück. Es lohnt sich auch, sich danach etwas näher mit Jana Crämer, die Bloggerin ist, zu beschäftigen.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkte

 

[Rezension] Macbeth (William Shakespeare)

Veröffentlicht 26. Februar 2020 von erlesenebuecher

Geist, Drei Hexen & Gehender Wald

Appetithäppchen: Wie reagiert ein Mensch auf die Verheißung von Macht? Wie weit reicht sein Gewissen, sobald ihn der Machtrausch erfasst? Macbeth ist ein tapferer Feldherr des schottischen Königs und dient ihm seit Jahren in Treue und Ehre. Dann trifft ihn die Prophezeiung der Hexen. Macbeth wird zum Königsmörder und blutigen Tyrannen, der in wenigen Wochen fast zwanghaft Verbrechen auf Verbrechen häuft. In einem seiner meistgespielten und wirkungsvollsten Stücke zeigt Shakespeare einen Mann, der, vom Bewusstsein seiner Schuld zerfressen, der Faszination des Bösen erliegt.

Verfasser: William Shakespeare (getauft am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon; † 23. April/ 3. Mai 1616 ebenda) war ein englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler. Seine Komödien und Tragödien gehören zu den bedeutendsten Bühnenstücken der Weltliteratur und sind die am häufigsten aufgeführten und verfilmten. Das überlieferte Gesamtwerk umfasst 38 (nach anderer Zählung 37) Dramen, epische Versdichtungen sowie 154 Sonette. Er gilt als einer der bedeutendsten Dichter der Weltliteratur.

[Anaconda (2005)]

Meine Meinung: Ich mag Shakespeare grundsätzlich, vor allem die Komödien, aber auch einige Tragödien wie z.B. Hamlet. Mit dem vorliegenden Werk habe ich mich aber etwas schwer getan. Es ist mir zu düster und zu tragisch. Geht das überhaupt bei einer Tragödie? Ja, ich finde schon. Deutlich wird das auch in der Verfilmung mit Michael Fassbender. Kurzzeitig fühlte ich das Tragische bei der Szene der schlafwandelnden Lady Macbeth, aber dann wurde es wieder einfach nur erschreckend und gräulich.

Die drei Hexen fand ich noch ganz gut und der Durst nach Macht wurde ebenfalls deutlich, aber insgesamt wurde ich nicht mit hineingezogen in die Geschichte. Allerdings ist die Sprache natürlich schön und anspruchsvoll.

Sehr überraschend und erstaunlich fand ich immerhin das Ende, da ja Macbeth eigentlich vorausgesagt wurde, dass er „kann nicht erliegen Einem vom Weib Gebornen“.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

[Rezension] Julia für immer (Stacey Jay)

Veröffentlicht 25. Februar 2020 von erlesenebuecher

Söldner, Scheune & Meerjungfrau

Appetithäppchen: Romeo und Julia sind nicht im Namen der Liebe gestorben. Nein, Romeo hat Julia ermordet, um selbst Unsterblichkeit zu erlangen. Doch auch Julia ist in Wahrheit nicht tot. Seit 700 Jahren sind beide in einer Mission unterwegs: Romeo verhindert, dass Paare sich finden, Julia dagegen spürt jene Menschen auf, die für eine ewige Liebe bestimmt sind. Als sie glaubt, ihren eigenen wahren Seelenverwandten gefunden zu haben, passiert es: Zum ersten Mal trifft sie Romeo selbst, der zum Feind wurde und nun alles daransetzt, ihr Glück zu zerstören…

Verfasserin: Bevor Stacey Jay begann, sich ganz dem Schreiben von Büchern zu widmen, hat sie u.a. als Schauspielerin, Tänzerin, Barkeeperin und Yogalehrerin gearbeitet. Unter verschiedenen Pseudonymen sind mehrere Paranormal-Romance-, Urban-Fantasy- sowie Science-Fiction-Romane von ihr erschienen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Kalifornien.

[Ink Egmont (2012)]

Meine Meinung: Eine wirklich seltsame Geschichte findet der Leser hier. Romeo und Julia reisen als eine Art Geister oder Seelen (Stephenie Meyer lässt grüßen) durch die Jahrhunderte. Allerdings als Feinde auf verschiedenen Seiten der Liebe. Julia versucht Seelenverwandte zusammen zu bringen, Romeo will dieses verhindern. Sie tauchen in fremde Körper, nehmen das Leben der jeweiligen Person an, versuchen aber ihren Auftrag zu erfüllen und kämpfen immer wieder gegeneinander.

Ich finde den Plot nicht gut. Er verwirrte mich, ich konnte so vieles nicht nachvollziehen und nur den Kopf schütteln. Sehr seltsam!

Aber das Buch ist nicht schlecht geschrieben und diese Highschool-Geschichte, die in diese abstruse Gesamtgeschichte eingebettet ist, machte schon ein bisschen Spaß.

Der zweite Teil handelt dann von Romeo als Hauptperson. Ich werde dem noch eine Chance geben.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

[Rezension] Das Schwert der Vorsehung (Andrzej Sapkowski)

Veröffentlicht 15. Februar 2020 von erlesenebuecher

Dryade, Drei Dohlen & Perle

Appetithäppchen: Der Hexer Geralt von Riva verdient seinen Lebensunterhalt recht und schlecht mit dem Beseitigen von allerlei Ungeheuern. Nicht selten begegnen ihm die Leute, die ihn anheuern, mit tiefem Argwohn. Doch damit kann er leben. Obwohl es sein Ehrenkodex eigentlich verbietet, schließt er sich einer Gruppe von Drachenjägern an – denn die Zauberin Yennefer, seine verloren geglaubte Geliebte, ist unter ihnen. Aber die Interessen der Jäger sind zu unterschiedlich: Es beginnt ein Kampf jeder gegen jeden. Und ganz allmählich wird eine Bedrohung der festgefügten Ordnung spürbar…

Verfasser: Andrzej Sapkowski ist Wirtschafts-wissenschaftler, Literaturkritiker und Schriftsteller. Er lebt in Lódz. Sein Fantasy-Zyklus über den Hexer Geralt hat Millionenauflagen ud Fans weltweit.

[dtv (2020)]

Meine Meinung: Weitere Abenteuer mit Geralt von Riva! Diese Fantasy-Reihe ist wirklich anders. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, aber ich empfinde es so, dass man merkt, dass die Bücher von einem Mann geschrieben wurden und die Zielgruppe auch eher männlich ist. Das ist überhaupt nicht schlimm, also nicht falsch verstehen. Aber Geralt ist so der typische männliche Held, den auch Männer super finden: Schweigsam, stark, nicht schlicht, aber eben auch nicht kompliziert bzw. emotional eben nicht besonders weitschweifig… Vielleicht schreibe ich mich hier auf um Kopf und Kragen? Jedenfalls finde ich ihn super und unterhaltsam, könnte aber manchmal meinen Kopf schütteln und verstehe auch nicht alles. Einiges geht mir zu schnell, da hätte ich gern mehr Erklärungen, aber bitte – ich kann damit leben. Ich fand das Buch trotzdem richtig gelungen und ich mag diese einzelnen Episoden, die doch zu einem großen Ganzen gehören.

Wen ich richtig mochte, das war Essi. Schade, dass sie nur in der einen Geschichte vorkam. Auch die ganze Story rund um Ciri verspricht spannend zu werden. Leider – und das finde ich sehr schade, vor allem in Hiblick auf die Serie – mag ich Yennefer nicht. Ich weiß nicht, was Geralt an ihr findet und warum die Beziehung zwischen denen so besonders ist. Vielleicht kann mich die Serie da mehr aufklären. Aber das sind eben diese Punkte, die ich der männlichen Sicht und Schreibweise zuordne.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil

[Rezension] Die Stadt der Träumenden Bücher (Walter Moers)

Veröffentlicht 15. Februar 2020 von erlesenebuecher

Schattenkönig, knolfen & Goldene Liste

Appetithäppchen: Als Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, dass Mythenmetz nicht widerstehen kann, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm der Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, wo Buchlinge ihr Unwesen treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.

Verfasser: Walter Moers hat sich mit seinen phantastischen Romanen von „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ bis „Rumo“ in die Herzen eines großen Publikums geschrieben. Die Idee zu seinem neuen Roman kam ihm nach einer Expedition durch die Antiquariate der amerikanischen Ostküste. Er hat Charaktere geschaffen wir Käpt’n Blaubär, das Kleine Arschloch, den Alten Sack und die Comicfigur Adolf.

[Piper (2004)]

Meine Meinung: Ich bin endlich richtig in Zamonien angekommen. Eigentlich ist es mir schon mit „Rumo“ gelungen, aber hier bei diesem Werk habe ich es selbst erst komplett gemerkt. Ich liebe Zamonien! Es hat etwas gedauert, da ich mich anfangs doch sehr schwer mit Moers Schreibstil, Phantasie und Art zu Denken getan habe. Nun weiß ich langsam Bescheid und bin gefangen geworden.

In diesem Werk geht es um unsere Lieblingsechse Hildegunst von Mythenmetz. Er hat noch nichts geschrieben und zieht das erst Mal aus der Lindwurmfeste in die weite Welt, und zwar nach Buchhaim. Die Stadt der Bücher, alles dreht sich hier ums Lesen und um Bücher. Schon allein da war ich gefangen. Wer möchte nicht dorthin? Allerdings ist nicht alles gut dort und Phistomefel Smeik zieht die Fäden im Hintergrund. Hildegunst wird in die Katakomben unter der Stadt verschleppt und scheint dort nie wieder rauszukommen…

Es passiert wieder so viel, die Einfälle Moers sind genial und die Charaktere detailliert und liebevoll gestaltet. Es war ein Genuss!

Ein kleiner Wehrmutstropfen war, dass dieser Smeik so böse war. Ich hatte Volzotan Smeik bei Rumo richtig lieb gewonnen. Das irritierte mich etwas und machte mir beim Lesen zu schaffen. Aber Hildgunst, die Buchlinge und einige andere Charaktere haben mir darüber hinweggeholfen.

Bewertung: 5 von 5 Punkten