Das Lied von Eis und Feuer 1 – Die Herren von Winterfell (George R. R. Martin)

Veröffentlicht 30. Januar 2018 von erlesenebuecher

Schattenwolf, Schnee & Rechte Hand

Appetithäppchen: Eddard Stark, der Lord von Winterfell, lebt mit seiner Familie im kalten Norden des Königreichs Westeros, und er weiß, dass der nächste Winter Jahrzehnte dauern wird. Als der engste Vertraute seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon stirbt, soll Eddard an dessen Stelle treten. Für die Zeit, die er am Königshof zubringen muss, überträgt Eddard die Herrschaft über Winterfell an seinen Erben Robb – während sich sein Bastardsohn Jon den Kriegern der Nachtwache anschließt. Doch Robert Baratheon ist nicht mehr der starke Herrscher, der er einst war, und um den Eisernen Thron scharen sich Intriganten und feige Meuchler. Eddard sieht sich plötzlich von mächtigen Feinden umzingelt und muss hilflos zusehen, wie seiner vielköpfige Familie in alle Winde verstreut wird. Die Zukunft des gesamten Reiches Westeros steht auf dem Spiel…

Verfasser: George Raymond Richard Martin, 1948 in Bayonne/ New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Sein mehrteiliges Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fee, New Mexico.

[blanvalet (1997)]

Meine Meinung: Endlich habe ich dieses Buch gelesen. Es wartet schon so lange und ich war schon voller Vorfreude. Ich möchte auch endlich bei „Game of Thrones“ einsteigen, da ich weiß, dass diese Serie bestimmt voll mein Ding ist ist. Aber natürlich müssen vorher die Bücher gelesen werden. Und das Gute ist, ich wurde null enttäuscht. Das erste Buch bietet alles, was das Fantasyherz vergehrt.

Den Leser erwartet eine ausgeklügelte Welt und zahlreiche ausgefeilte Charaktere. Gerade die machen das Buch so lesenswert und lassen einen süchtig eine Seite nach der anderen verschlingen. Man muss zwar schon genau aufpassen, um all die Charaktere auf dem Schirm zu haben, nicht zu verwechseln oder zu vergessen. Zum Glück helfen hinten im Buch die Anhangseiten, auf denen die einzelnen Häuser nochmals aufgeführt werden.

Jedes Kapitel ist aus der Sicht eines anderen Protagonisten erzählt, so dass man deren Innenleben kennen lernt und viele Facetten der Geschichte erlebt. Jeder ist irgendwie toll, faszinierend und gut, aber eben auch ambivalent, folglich hinterrücks, starr, listig, naiv oder egozentrisch. Das macht den Zauber gerade aus.

Eddard Stark ist auf jeden Fall einer meiner Lieblingscharaktere. Aber auch Dany, die Drachenprinzessin, und der Zwerg Tyrion haben es mir angetan. Nicht zu vergessen sind die verschiedenen Stark-Kinder, welche ebenfalls großartig sind und und und.

Dieses Buch ist der Beginn eines Riesenepos, bei dem ich mich schon sehr auf den zweiten Teil freue und vor allem auf die erste Staffel „Game of Thrones“.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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Wunder (Raquel J. Palacio)

Veröffentlicht 17. Januar 2018 von erlesenebuecher

Freundlichkeit, Nieselregen & Astronautenhelm

Appetithäppchen: August ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner großen Schwester Via in New York. Weil er seit seiner Geburt so oft am Gesicht operiert werden musste, ist er noch nie auf eine richtige Schule gegangen. Aber jetzt soll er in die fünfte Klasse kommen. August ist es gewöhnt, angestarrt zu werden, und er weiß, dass die meisten Schüler nicht absichtlich gemein zu ihm sind. Sie sind bloße verunsichert. Natürlich ist es sein sehnlichster Wunsch, nicht weiter aufzufallen, ein ganz normaler Junge zu sein, Freunde zu finden. Doch nicht aufzufallen ist nicht leicht, wenn man so viel Mut und Kraft besitzt, so witzig, klug und großzügig ist wie August.

Verfasserin: Raquel J. Palacio lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in New York. Zwanzig Jahre lang gestaltete sie als Art Director die Cover für die Bücher anderer Leute und wartete auf den richtigen Moment, ihr eigenes Buch zu schreiben. Dann traf sie eines Tages vor einem Eisladen ein ganz besonderes Kind, und der Moment war gekommen. „Wunder“ ist ihr erster Roman.

[Carl Hanser Verlag (2013)]

Meine Meinung: Schön, schöner, „Wunder“!

Selten gibt es Bücher, die mich noch richtig überraschen. Die meisten Geschichten kennt man ja schon so oder so ähnlich. Auch das Thema dieses Buches ist nicht unbekannt, spätestens seit dem beeindruckenden Film „Die Maske“ mit Cher ist es bei mir verwurzelt. Aber trotzdem überrascht dieses Buch durch Einfühlungsvermögen, Wärme, Freundlichkeit und Liebe. Hört sich kitschig an, ist es aber gar nicht.

Die Autorin überzeugte mich vor allem durch ihren Perspektivenwechsel. So wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht verschiedenen Protagonisten erzählt, so dass nicht immer nur August im Fokus steht sondern auch sein ganzes Umfeld. Es geht nicht nur, darum mit welchen Schwierigkeiten August zu kämpfen hat und das sind mehr als genug. Es geht auch um seine Familie und Freunde, die ebenfalls ganz individuell mit den Anforderungen an August Seite umgehen. Für mich sehr beeindruckend und berührend.

Die ganze Story rund um den ersten Schulbesuch, durch das ganze Jahr bis zur Theateraufführung und dem Schulausflug ist mehr als gelungen. Es gibt keine Längen, man klebt an den Seiten und die Zeit fliegt dahin.

Ein tragisch-komisches Buch, welches mir im Gedächtnis und Herzen bleiben wird. Besonders bemerkenswert war für mich Augusts Beschreibung seiner Situation, wenn er auf die Straße geht und die Leute ihn anstarren. Er vergleicht es mit Nieselregen, der nicht so sehr stört, aber eben da ist. Das ist – warum auch immer – bei mir hängen geblieben…

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Mein Lesejahr 2017

Veröffentlicht 10. Januar 2018 von erlesenebuecher

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Ich habe im vergangenen Jahr 49 Bücher gelesen und fand viele richtig gut. Leider waren es nicht so viele wie erhofft, aber der Alltag hindert mich immer wieder daran.

Hier meine fünf Highlights des letzten Jahres:

1. Die letzten Giganten – Guns N‘ Roses (Mick Wall)

„Auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut. Ich bin seit den frühen 90ern ein großer Fan dieser Band und habe sie bereits mehrmals live gesehen. Das Buch war also ein Muss!“

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2. Nathalie küsst (David Foenkinos)

„Es ist ein wunderbares Buch, mit einer herzzerreißenden sowie herzerwärmenden Geschichte, mit famosen Protagonisten und einem herrlichen Schreibstil. Es war ein Augen- und Herzschmaus!“

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3. Ist das ein Mensch? (Primo Levi)

„Es ist wichtig, dass es solche Bücher gibt, aber noch viel wichtiger ist, dass sie gelesen werden, heute und zu jeder Zeit. […] Man wird als Leser hineingezogen in ein Leben, welches den Verstand übersteigt.“

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4. Traumprinz (David Safier)

„Das machte Spaß. Vor allem wurde es nicht langweilig. Es gab spritzige Dialoge, tolle Ideen und unvorhergesehene Wendungen.“

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5. Black Dagger Legacy 1 – Kuss der Dämmerung (J. R. Ward)

„Weil es einfach immer wieder großartig ist! Ja, ich falle auf all die Klischees herein. Ja, ich gehe völlig mit dem Plot mit und fiebere mit, ob die sich wirklich am Ende kriegen (welch Überraschung).“

[Monatsrückblick] Dezember 2017

Veröffentlicht 6. Januar 2018 von erlesenebuecher

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Ich war zu Beginn des Monats kurz in Venezuela, musste aber dieses Trip leider abbrechen. Stattdessen habe ich mich ins Beziehungschaos in London gestürzt. Anschließend musste ich meine Reise nach Märchenmond leider ebenfalls abbrechen, konnte mich dann aber wieder gewohnt unterhaltsam in Caldwell/ New York aufpäppeln lassen. Anschließend war ich in L.A. und weltweit mit fünf aufregenden Jungs unterwegs. Den ganzen Monat über habe ich aber auch immer wieder Morde verfolgt und mich außerdem in das Jahr 1945 begeben.

Auf der Suche nach dem verlorenen Glück Jean Liedloff 64 Seiten (219) 1 Punkt
Bridget Jones’ Baby Helen Fielding 249 Seiten 3 Punkte
Märchenmond Wolfgang und Heike Hohlbein 192 Seiten (395) 2 Punkte
Black Dagger Legacy 2 – Tanz des Blutes J. R. Ward 533 Seiten 4 Punkte
Totenstille Nacht Jan Costin Wagner [Hrsg.] 322 Seiten 3,5 Punkte
Die letzten Giganten – Guns N’ Roses Mick Wall 544 Seiten 5 Punkte
Weihnachten 1945 Claus Hinrich Casdorff [Hrsg.] 320 Seiten 2,5 Punkte

Das waren 2224 Seiten.

Wegen Weihnachten sind einige Bücher zu mir gekommen:

  1. Die leuchtenden Länder (Armin Strohmeyer)
  2. Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg (Nikolaus Nützel)
  3. Mord im Herbst (Henning Mankell)
  4. Black Dagger 29 – Die Auserwählte (J. R. Ward)
  5. Die Farbe von Milch (Nell Lyshon)
  6. Einer von uns (Åsne Seierstad)
  7. Die Stadt der besonderen Kinder (Ransom Riggs)
  8. Die Glücksbäckerei 6 – Die magische Zeit (Kathryn Littlewood)

Weihnachten 1945 (Claus Hinrich Casdorf [Hrsg.])

Veröffentlicht 3. Januar 2018 von erlesenebuecher

Trümmer, Besatzung & Frieden

Appetithäppchen: Weihnachten 1945 – Deutschland lag in Schutt und Asche. Viele Familien waren noch auseinandergerissen, Millionen von Frauen und Müttern warteten in banger Sorge auf die Heimkehr ihrer Männer aus der Kriegsgefangenschaft. Die Versorgung mit Lebensmitteln war katastrophal. Doe Wohnungen konnten kaum geheizt werden, durch Ritzen und Spalten pfiff der Wind. Aber trotz allem war das Weihnachtsfest 1945 zum ersten Mal seit Jahren wieder ein Fest des Friedens, ein Fest der Hoffnung. Welche Sorgen und Nöte, Hoffnungen und Erwartungen sie ganz persönlich in den Weihnachtsfeirtagen begleitet haben, schildern Kirchenführer, Politiker, Verleger, Künstler, Publizisten und Schriftsteller in diesem Buch.

Verfasser: Claus Hinrich Casdorff, geboren am 6. August 1925, begann 1947 seine journalistische Laufbahn als politischer Redakteur beim NWDR, Hamburg. Er war u.a. Programmleiter verschiedener Ressorts und von 1982 bis 1990 Chefredakteur der FS-Landesprogramme des WDR.

[Deutscher Taschenbuch Verlag (2003)]

Meine Meinung: In dem Buch kommen 24 unterschiedliche Personen zu Wort, die von ihrer Erinnerung an das erste Weihnachtsfest nach dem Krieg erzählen. Einige der Erzähler sind auch mir heute noch ein Begriff, andere waren mir unbekannt. Es sind aber alles Leute des öffentlichen Lebens, neben einigen Journalisten, Politikern und Autoren, gibt es aber auch Schauspieler und Geistliche.

Ich dachte, ich lese es als eine Art literarischer Adventskalender, jeden Tag ein Bericht. Allerdings wurde daraus nicht so ganz etwas, da sich einige Berichte sehr hinzogen. Das Buch versprach nicht ganz das, was ich erwartet habe, allerdings waren meine Erwartungen eventuell auch zu hoch. Zum einen ist nicht jeder zum unterhaltsamen, kurzweiligen Schriftsteller geboren und zum anderen sollten die Erzähler sich nach mehr als 30 Jahren an ein Fest erinnern, dass viele vielleicht verdrängt haben bzw. in der Zeit mit anderen Dingen beschäftigt waren, so dass viel über die Zeit während des Umbruchs, des Kriegsendes berichtet wird, viel über die Zeit allgemein philosophiert wird, aber eben wenig konkret über die Lebensumstände im Winter 1945 erzählt wird. Einige tun dies aber, wie z.B. Leonie Ossowski, die so eindringlich über die Schwierigkeit ein Essen für den Heiligen Abend vorzubereiten berichtet und diese Berichte werden mir in Erinnerung bleiben, die anderen leider gar nicht.

Folgende Erinnerungen sind in diesem Buch enthalten:

  1. Heinrich Albertz: Celler Weihnachten
  2. Wolf Graf von Baudissin: Schmollende Götterdämmerung
  3. Klaus von Bismarck: Von Weihnachten zu Weihnachten
  4. Heinrich Böll: Hoffentlich kein Heldenlied
  5. Christine Brückner: Altgewordene Kinder des Dritten Reichs
  6. Fritz Brühl: Bilder aus einer verstörten Stadt
  7. Walter Dirks: Zwiespältige Erfahrungen
  8. Josef Ertl: Aufbruch aus der Stunde Null
  9. Heinz Friedrich: Versuch einer Erinnerung
  10. Martin Gregor-Dellin: Marginalien über kein Weihnachten
  11. Hildegard Hamm-Brücher: Weihnachtsgeschichte 1945
  12. Joseph Kardinal Höffner: Neuer Aufbruch des Glaubens
  13. Walther Leisler Kiep: Gespräch über alle Grenzen
  14. Heinz Kühn: Heimkehr aus dem Exil
  15. Siegfried Lenz: Eine Art Bescherung
  16. Richard Löwenthal: „Denk‘ ich an Deutschland“ von England aus
  17. Lola Müthel: Eine Schauspielerin in Deutschland
  18. Leonie Ossowski: Das Weihnachtsessen
  19. Klaus Piper: 1945. Einige Reflexionen, damals und heute
  20. Annemarie Renger: Die erste Friedensweihnacht – zur Zukunft entschlossen
  21. Luise Rinser: Von der Liebe zum Menschen
  22. Walter Scheel: Ohne Angst vor der Zukunft
  23. Franz Wördemann: Weihnachten 1945. Vergeblicher Versuch, einen Punkt zu vermessen
  24. Peter von Zahn: Weihnachten der Einsamen

Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Die letzten Giganten – Guns N‘ Roses (Mick Wall)

Veröffentlicht 3. Januar 2018 von erlesenebuecher

Troubadour, Verspätung & one in a million

Appetithäppchen: Guns N‘ Roses waren von Anfang an, was jede große Rockband sein wollte, aber kaum eine jemals war: wild und gefährlich. In einer Zeit, in der die grinsenden MTV-Lieblinge und Anti-Drogen-Rocker von Bon Jovi als größte Band der Welt galten, wirkten sie wie frisch aus der goldenen Ära des Rock in unsere biedere Gegenwart katapultiert. Schon als die Bandmitglieder noch gemeinsam im berüchtigten Hell House in Los Angeles lebten, wo sie ihrem Motto „Live like a suicide“ alle Ehre machten, gehörte der Autor dieses Buchs zum engeren Zirkel – bis ihn Frontmann Axl Rose öffentlich an den Pranger stellte. Doch Mick Wall geht es nicht darum, alte Rechnungen zu begleichen: Diese Biografie ist die aufrichtige Würdigung einer Band, deren Mitglieder vielleicht die letzten Überlebenden einer ausgestorbenen Spezies sind: überlebensgroße Rockstars, die sich immer schon einen Dreck um Konventionen und Kompromisse scherten. Die letzten Giganten.

Verfasser: Mick Wall ist der bekannteste britische Rock-Biograph. Er ist der Autor von den Büchern „W.A.R.: The Unauthorized Biography of William Axl Rose“, „When Giants Walked the Earth: A Biography of Led Zeppelin“ und „Enter Night: A Biography of Metallica“. Er lebt in London.

[Overamstel Verlag (2017)]

Meine Meinung: Auf dieses Buch habe ich mich besonders gefreut. Ich bin seit den frühen 90ern ein großer Fan dieser Band und habe sie bereits mehrmals live gesehen. Das Buch war also ein Muss! Ich habe bereits vor etlichen Jahren Mick Walls Biographie über Axl gelesen und war nicht ganz so begeistert. Das Verhältnis der beiden ist ja auch etwas schwierig. Außerdem kenne ich ebenfalls diese kleinere Bandbiographie oder besser Fanbuch bzw. Bildband von Jens Schmiedeberg. Des Weiteren habe ich die Biographie von Duff gelesen. Trotzdem hat sich gerade in den letzten Jahre noch einmal so viel getan und da versprach dieses Buch das aktuellste zu sein. Es reicht bis ins Jahr 2017 hinein.

Insgesamt lässt sich sagen, dass dieses Buch wohl eine Zusammenfassung sämtlicher Biographien über Guns N‘ Roeses ist. Es enthält etliche Informationen aus Büchern, Interviews und Internetseiten und scheint wirklich gut recherchiert zu sein. Ob Mick Wall versucht wirklich neutral gegenüber den Lagern Axl vs. Slash/Duff zu sein, ist schwer zu sagen. Es scheint manchmal so, aber teilweise kommt es einem schon sehr wohlwollend Axl gegenüber vor. Was natürlich auch daran liegt, dass Doug Goldstein sehr oft zu Wort kommt und der Axl ja halb im Arsch hing und alles für ihn gemacht hat, weil er ihn ja so liebte (das wird immer wieder betont). Deutlich wird aber auch – und das ist Fakt -, was für ein besonderer Charakter Axl ist und nicht umsonst war und bin ich ein großer Fan von ihm. Früher fand ich ihn wirklich so unglaublich toll. Aber man hatte ja auch nicht wirklich Ahnung als kleiner Teenagerfan. Er ist zweifellos einer der größten, faszinierensten Frontmänner und ohne ihn hätte GNR es nie so weit geschafft, aber er war eben auch ein Riesenarschloch und das kommt mir etwas zu kurz in dem Buch bzw. wird nicht deutlich genug ausgesprochen – von seinen Bandkollegen anscheinend nie direkt (was ich mir gar nicht vorstellen kann). Außerdem ist nicht nachvollziehbar, was in den letzten Jahren mit ihm passiert ist. Warum hat er sich, was die Arbeitsmoral und Empfindlichkeit angeht plötzlich so gewandelt? Und auch äußerlich bzw. sein Verhalten auf der Bühne ist er doch nicht eine ältere Version von dem Axl, den man von früher kennt. Da wirken ja die Ex-Drogenjunkies – zu denen er ja eben nicht gehört – Slash und Duff wie gesunde, fitte, gutaussehende etwas ältere Männer. Es gibt also einige Lücken, die auch Mick Wall nicht füllen konnte.

Es wird auf jeden Fall eine bewegte, aufregende, unterhaltsame und einmalige Bandgeschichte deutlich, die vor allem den Frontmann in den Mittelpunkt stellt. Sie wirkt gut recherchiert, allerdings blieben für mich die richtigen Insiderinformationen, vor allem aus den Spitzenzeiten der frühen 90er, eher mangelhaft. Ich habe da auf eindeutig mehr gehofft, allerdings ist es wohl so, dass die Beteiligten sich kaum daran erinnerten. Ein Wunder, dass alle fünf Gründungsmitglieder noch leben. Spannend wäre es, wenn Axl mal endlich eine eigene Biographie veröffentlich oder es wirklich mal einen Film über die Band gegeben würde.

Was den Lesefluss leider etwas störte, waren die vielen Rechtschreib- bzw. Druckfehler.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

[Neuanschaffungen] Woche #52

Veröffentlicht 3. Januar 2018 von erlesenebuecher

Bei mir neu eingezogen ist…

Jippieh! Weihnachtsgeschenke:

Die Farbe von Milch (Nell Leyshon)

Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt… [Eisele Verlag (2017)]

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Einer von uns (Åsne Seierstad)

Am 22. Juli 2011 tötete Anders Behring Breivik in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen. Wie konnte das geschehen? Wie konnte Breivik eine derart unmenschliche Tat planen und durchführen? Und wie reagierte das sonst so friedliche, prosperierende Land auf das entsetzliche Attentat? In Skandinavien für den literarischen Wert und die moralische Haltung hochgelobt und von der New York Times als eines der besten zwhn Bücher des Jahres bezeichnet, schilder „Einer von uns“ die Hintergründe einer unbegreiflichen Tragödie. Eine brillante, unerbittliche literarische Reportage, die Åsne Seierstads Ruf als eine der besten Journalistinnen unserer Zeit bestätigt. [Kein & Aber (2016)]

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Die Stadt der besonderen Kinder (Ransom Riggs)

Mit Müh und Not konnten Jacob und die besonderen Kinder aus der Zeitschleife, der Insel Cairnholm, fliehen. Nun sind sie im kriegsgebeutelten England gestrandet, immer noch verfolgt und ohne Beistand von Miss Peregrine, die sich nicht mehr in ihre Menschengestalt verwandeln kann. Um Miss Peregrine zu retten, brauchen die Kinder eine andere Magierin. Gerüchteweise lebt eine in London, und so machen sie sich auf den gefährlichen Weg in die zerbombte Stadt, nicht ahnend, dass ihnen ausgerechnet dort die größte Gefahr droht. [Knaur Verlag (2015)]

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Die Glücksbäckerei 6 – Die magische Zeit (Kathryn Littlewood)

Uhren, die rückwärts ticken; Menschen, die jünger statt älter werden; eine finstere Marchesa, die unsterblich sein möchte – was die junge Glücksbäckerin Rose diesmal zu meistern hat, übertrifft alles: Sie muss die Bürger des verwunschenen Ortes Bontemps retten – und dabei ist sie ganz auf sich allein gestellt! Lediglich ein riesiger sprechender Zottelhund ist ihr Begleiter in der verzauberten Stadt. Doch Rose wäre keine Glücksbäckerin, wenn sie das Geheimnis von Bontemps nicht knacken würde. Sie beschließt, mit der Hefe der Unvergänglichkeit gegen den Fluch anzubacken. Aber was, wenn die Hefe und der Plan nicht aufgehen? [S. Fischer Verlag (2017)]