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Das Mädchen mit dem Perlenohrring (Tracy Chevalier)

Veröffentlicht 19. März 2017 von erlesenebuecher

Haube, Fleischhalle & Bleiweiß

Appetithäppchen: Delft 1664. Die Welt der jungen Griet ist wohlgeordnet, bis ihr Vater bei einem Arbeitsunfall sein Augenlicht verliert. Um die Familie zu unterstützen, wird das Mädchen als Dienstmagd in den Haushalt des angesehenen Malers Johannes Vermeer gegeben. Hier hält harte Hausarbeit sie in Atem, und die Schikanen von Vermeers eifersüchtigen Gattin ließen sich kaum ertragen, wären da nicht die faszinierenden Bilder des Meisters, die Griet auf magische Weise in ihren Bann ziehen. Obwohl der Zutritt streng verboten ist, wagt sich Griet heimlich in das Allerheiligste des Hauses, in Vermeers Atelier, um dort stundenlang Farben und Gegenstände nach ihren eigenen Vorstellungen zu ordnen. Immer häufiger ruht nun der Blick des Künstlers auf ihr, und das Band zwischen Herr und Magd wird enger. Eine verschwörerische Beziehung wächst. Vermeer beginnt, sie heimlich zu malen, und unter seinen Händen nimmt ein Bild Gestalt an, dessen Wirkung er sich selbst kaum noch entziehen kann. Als er Griet schließlich bittet, einen Perlenohrring anzulegen, beschwört das eine Katastrophe herauf, die nicht nur für Griet ungeahnte Folgen hat.

Verfasserin: Tracy Chevalier, geboren 1962, wuchs in Washington D. C. auf. 1984 zog sie nach England, wo sie als Lektorin arbeitete. Ihr erster Roman „Das dunkelste Blau“ wurde 1997 für die Fresh Talent Promotion ausgewählt. Tracy Chevalier lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in London.

[List Verlag (2000)]

Meine Meinung: Den Film zu diesem Buch habe ich vor Jahren schon mal gesehen und meine mich zu erinnern, dass ich ihn ganz gut fand. Nun hat mein Mann mir vor Jahren dieses Buch geschenkt und an sich liegt es mir so gar nicht, das Buch nach dem Film zu lesen, aber nun ist es fast verjährt und ich kann mich nur noch schlecht an den Film erinnern.

Das Buch spielt in Delft im 17 Jahrhundert und handelt von dem Maler Vermeer, obwohl dieser eigentlich nicht die Hauptrolle spielt. In erster Linie geht es um Griet, eine Dienstmagd, welche aber ein gewisses Verständnis für Farben und Kunst hat. Sie wird seine heimliche Gehilfin und landet am Ende vor seinem Pinsel. Also nicht das, was ihr jetzt denkt. Er malt sie! Allerdings hat Griet in seinem Haus keinen leichten Stand, da seine Frau und seine Tochter etwas gegen sie haben. Zum Glück hat der Fleischersohn ein Auge auf sie geworfen. Das wäre also ihre Chance von des Malers Haus weg zu kommen, aber etwas hält sie. Sie fühlt sich zu Vermeer hingezogen…

Ich mag historische Romane und an diesem fand ich besonders schön, dass man nicht nur einiges über das damalige Delft und die Lebensumstände erfahren hat, sondern dass die Idee der Autorin war, ein bekanntes Gemälde als Grundlage zu nehmen und um dieses herum eine faszinierende Geschichte zu spannen. Das ist beeindruckend. Mein Problem war nur, dass ich Griet und auch Vermeer nicht besonders mochte. Die Sympathien, die ich mir für sie eingebildet habe, kamen daher, dass ich immer an Colin Firth und Scarlett Johansson denken musste. Vermeer war für mich kaum fassbar, eigenbrötlerisch, lebte in seiner eigenen Welt und machte sich keine Gedanken um andere. An Griet gefiel mir nicht, wie sie mit dem Fleischersohn Pieter umging und dass Vermeer so eine Macht über sie hatte.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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