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Jungen! Wie sie glücklich heranwachsen (Steve Biddulph)

Veröffentlicht 29. November 2013 von erlesenebuecher

Rollenvorbilder, Liebe & Testosteron

Appetithäppchen: Jungen sind anders als Mädchen: Sie zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten und geraten öfter in Schwierigkeiten. Der australische Psychologe und Familientherapeut Steve Biddulph zeigt Eltern, was in ihren Söhnen wirklich vorgeht, und erläutert, wie sie zu glücklichen und selbstbewussten Männern heranwachsen.

Verfasser: Steve Biddulph (*1953 in Saltburn-by-the-Sea, Yorkshire, England) ist ein australischer Familienpsychologe. Er lebt und arbeitet zusammen mit seiner Frau und Co-Autorin Shaaron Biddulph in Tasmanien, Australien. Er ist ein Männeraktivist. Als Psychologe befasst er sich seit über 25 Jahren mit dem Thema Familie. Seine Bücher kritisieren den Wahnwitz unserer modernen Zeit, der zunehmenden Isolation durch das Verschwinden der Gemeinschaft und den damit verbundenen Schwierigkeiten für die Eltern. Sie stehen aber auch für einen Wandel im Denken über die Bedürfnisse der Kinder.

[Wilhelm Heyne Verlag (2002)]

Meine Meinung: Ich habe schon so viele Erziehungsratgeber u.ä. gelesen und habe nicht erwartet wirklich Neues zu erfahren, sondern eher altes Wissen aufzufrischen und wieder vor Augen zu führen. Aber dieses Buch hat mich doch überrascht.

Es ist wirklich gut geschrieben, amüsant, mit vielen Beispielen, kurzweilig und trotzdem sehr informativ. Ich habe viele neue, interessante Dinge erfahren. Schon allein das Kapitel „Testosteron“ sollten alle Eltern von Jungen gelesen haben! Vor allem für Mütter ist es wichtig, den kleinen Mann kennen zu lernen, da man ja nicht von sich selbst auf ihn schließen kann. Ich werde das Buch auf jeden Fall in einigen Jahren, wenn mein Sohn ein Teenager ist, noch einmal lesen.

Es gibt aber auch ein paar kleine Kritikpunkte. Zum einen ärgern mich immer wieder diese Sätze, dass es so schlecht ist, wenn die Mutter so früh wieder arbeiten geht. Ich kann dieses Der-Mutter-ein-schlechtes-Gewissen-einreden echt nicht mehr ertragen! Man kann es nicht pauschalisieren! Einige müssen nun mal wieder arbeiten und einige Kinder sind auch einfach die geborenen Krippenkinder und blühen dort total auf. Dafür haben sie dann nachmittags Eltern, die sich riesig auf ihr Kind freuen und mit ihm die gesamte Freizeit verbringen… Ach, da könnte ich mich noch lange drüber auslassen.

Ein anderer Punkt, der mich noch etwas nachdenklich zurück lässt, ist eigentlich kein wirklicher Kritikpunkt. Biddulph tritt sehr für jungenfreundliche Bildung ein. Das kann ich gut nachvollziehen. Das Lernen in der Schule kommt momentan eindeutig mehr den Mädchen entgegen und Jungen geraten immer mehr ins Hintertreffen. Das ist eine Tendenz, der man entgegen wirken muss. Nur kann ich da z.B. wenig machen, da es vor allem darum geht, dass mehr Männer Lehrer werden müssen! Wir brauchen dringend mehr männliche Lehrkräfte an den Schulen. Nur wie soll ich z.B. bei meinen Schülern Werbung für den Beruf machen, wenn es einfach langsam ein Job wird, der nicht zu empfehlen ist wegen der großen Belastung, dem irren Zeitaufwand und der wenigen Anerkennung. Schade!

Bewertung: 4 von 5 Punkten