Moor

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Die Rückkehr der Wölfe (Konrad Hansen)

Veröffentlicht 29. Mai 2012 von erlesenebuecher

Hexen, Moor & Krieg

(29. März 2012)

Appetithäppchen: Winter 1644: bewegte Zeiten vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges, auch für den Theologiestudenten Jobst Steen. Er flieht vor einem mordlustigen gehörnten Ehemann in das Pastorat eines kleinen holsteinischen Dorfes. Dort erliegt Jobst den Reizen einer geheimnisvollen Schönheit und wehrt sich nicht gegen die Annäherungen der lüsternen, eifersüchtigen Pastorengattin, deren Mann sich unerbittlich der Hexenjagd widmet und am Ende die Teufelsbuhlen im eigenen Haus findet.

Verfasser: Konrad Hansen, 1933 in Kiel geboren, studierte Germanistik, Philosophie, Theologie und Volkswirtschaft und lebt heute bei Flensburg. Er war Rundfunkredakteur, Reporter, Abteilungsleiter bei Radio Bremen und Intendant des Ohnsorg-Theaters in Hamburg. Hansen schrieb Erzählungen, Hörspiele, Theaterstücke, Drehbücher und die Romane „Der Spaßmacher“, „Die Männer vom Meer“, „Simons Bericht“ und „Die Rückkehr der Wölfe“.

Meine Meinung: Im Winter 1644 während des Dreißigjähringen Krieges spielt das Buch von Konrad Hansen in Norddeutschland (sogar Lauenburg wird einmal erwähnt). Der Theologiestudent Jobst flieht vor einem eifersüchtigen Ehemann in ein kleines Dorf. Der ansässige Pastor ist erzkonservativ und will alle Abweichler und vor allem Hexen bekämpfen. Er merkt aber nicht, dass gerade seine Ehefrau die schlimmste Sünderin ist.

Ich fand es anspruchsvoll geschrieben. Etwas verwirrend sind die vielen verschiedenen Namen und man muss sich konzentrieren die Übersicht zu behalten. Die Geschichte plätschert etwas dahin und man ahnt nie, wo sie nun eigentlich hinführt.

Irgendwie will das Buch alles: Dreißigjähriger Krieg und die Folgen, Besetzung durch Truppen, Leben der Ansäßigen, Bild eines strengen Theologen, Mystische Geschichten im Moor, Hexenverfolgung und -prozess. Es reiht sich alles aneinander. Der komplette Bogen durchs Buch fehlt. Allerdings vergisst man das wieder auf den letzten Seiten, da man nur entsetzt über die furchtbaren Hexenprozesse und ihre Foltermethoden ist.

Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Verlag: Piper

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